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Es ist wieder soweit: Die graue Zeit, in der das Radfahren auf der Straße hierzulande kaum noch Spaß macht. Die Auswahl und das Anziehen der wetterfesten Kleidung, das Putzen des Rades und die Reinigung der Bekleidung hinterher, kosten meistens mehr Zeit und Nerven als das absolvierte Training. Ganz davon abgesehen, dass die Gefahr zu stürzen oder sich zu erkälten wesentlich höher ist als im Sommer. Eine äußerst effiziente Alternativlösung ist das Training auf der Rolle. Dadurch, dass der klassische Rollentrainer mit Bremse keinen Freilauf besitzt, zählt jeder Pedaltritt und so auch jede Sekunde beim Rollentraining. Zudem wird man nicht durch Kreuzungen, Ampeln oder Kreisverkehre gebremst und die Trainingsbereiche lassen sich viel leichter einhalten, da es weder wechselnde Winde noch wechselndes Gefälle gibt. Insgesamt ist es kaum möglich sogenannte Junkmiles auf der Rolle zu sammeln, sofern sich der Athlet an ein sinnvolles Trainingsprogramm hält.

Passend zum Wintertraining auf der Rolle haben wir für dich vier kurzweilige und leistungssteigernde Workouts zusammengestellt. Wichtig ist bei den Einheiten, dass man seine anaerobe Schwelle kennt, damit die Trainingsbereiche richtig gewählt werden und dadurch eine Leistungsentwicklung erzielt werden kann. Bitte achte darauf, dass du dich vor und nach den Einheiten gut ein und aus fährst. Wir empfehlen dir jeweils 10 Minuten im GA1-Bereich mit einer Trittfrequenz zwischen 80 und 105 Umdrehungen pro Minute.

Um deine individuelle anaerobe Schwelle ermitteln zu lassen, bieten wir verschiedene Leistungsdiagnostiken an. Mit den Performance Days touren unsere Trainer noch bis Mitte Dezember quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz und machen auch in deiner Nähe Halt. An den Standorten hast du die Möglichkeit die Diagnostik Grandfondo Red durchzuführen und zusätzlich einen individuellen 4-wöchigen Trainingsplan zu buchen. Mithilfe der Testergebnisse kannst du dann an deinen persönlichen physiologischen Baustellen arbeiten und zudem die richtigen Trainingsbereiche wählen. Solltest du darüber hinaus die 4-wöchige Trainingsbetreuung gebucht haben, so erstellt dir dein Coach mithilfe von unserer Trainingsplattform today’s plan individuelle Rolleneinheiten planen, die du sogar auf deine Rolle oder zu Zwift exportieren kannst, um sie abzufahren.

Schwellen-Intervalle

Primäres Ziel der sogenannten Schwellen-Intervalle ist die Verbesserung der aeroben Ausdauer beziehungsweise der maximalen Sauerstoffaufnahme. Erreicht wird dies durch den erhöhten Sauerstoffumsatz während des Intervalls, dass zwischen vier und acht Minuten dauern kann. Wie der Name schon sagt, liegt die Intensität während des Intervalls an der individuellen anaeroben Schwelle (ANS). Das bietet den Vorteil, dass die Leistung an der ANS die höchstmögliche Leistung ist, bei der der Laktatabbau noch die Laktatproduktion deckt und es so zu keiner signifikanten Akkumulation des Laktats im Blut kommt. Dadurch lassen sich relativ lange intensive Intervalle mit einer höheren Wiederholungszahl fahren. Der positive Effekt entsteht durch den Mehr-Umsatz an Sauerstoff: Die Aufnahme des Sauerstoffs steigt im submaximalen Bereich linear zur getretenen Leistung. Gehen wir also zum Beispiel von einem Sportler mit einer Schwellenleistung von 250 Watt (GA1-Bereich entsprechend bei 150 Watt) aus, so würde dieser bei einer einstündigen Einheit mit 4×6 Minuten im Schwellenbereich in diesen akkumulierten 24 Minuten etwa 40 Prozent mehr Sauerstoffumsatz haben, als im GA1-Bereich – und das, ohne dass die Laktatproduktion (anaerober Stoffwechsel) zu sehr angeregt wird.

Intermitted Exercise Training

Dieses hochintensive Training zielt ausschließlich auf die Erhöhung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) ab und führt somit zu einer Verbesserung der aeroben Ausdauer – trotz der relativ kurzen, aber eben hochintensiven Belastungen. Die aktive Pause mit 20 oder 30 Sekunden ist so gewählt, dass der Sportler ein wenig regenerieren und etwas Laktat verstoffwechseln kann. Zu Nutze macht man sich durch die kurze Abfolge von Be-und Entlastung die „Trägheit“ der Sauerstoffaufnahme, die während der aktiven Erholung kaum absinkt. Dies ist vergleichbar mit der Herzfrequenz, die nach hochintensiven Belastungen in kurzen Pausen auch kaum absinkt. Durch dieses physiologische Phänomen fährt der Sportler zwar „nur“ zum Beispiel 10×40 Sekunden im hochintensiven Bereich, das aerobe System arbeitet aber quasi kontinuierlich über 10 Minuten auf hohem Niveau.

Mehr im Detail zu Intermitted Exercise im Vergleich zum klassischen Grundlagenausdauertraining findest du in einer der vorangegangen Ausgaben von STAPS Performance (Mon)Day: effizientes Wintertraining mit today’s plan.

VLamax-Training mit vorentleerten Kohlenhydratspeichern

Das Fahren von kraftbetonten Einheiten im submaximalen Bereich leicht unterhalb der anaeroben Schwelle ähnelt dem Fahren am Berg, da durch eine geringere Trittfrequenz mit einem erhöhten Kraftanteil gefahren wird. Durch diese Trainingsform werden bewusst die „langsam-zuckenden“ Muskelfasern angesteuert, die im Vergleich zu ihren schnell-zuckenden „Verwandten“ kein Laktat produzieren. Der Gegenspieler der aeroben Ausdauer – die maximale Laktatbildungsrate – wird dadurch minimiert. Angenehme Nebeneffekte dieser Tretmühle: Das Fahren mit dickem Gang stärkt Bänder, Sehnen sowie Gelenke und der Athlet kann sich bei der Leistungsentfaltung auf den Tritt konzentrieren und bewusst die am Bewegungsablauf beteiligten Muskeln ansteuern.

Trittfrequenztraining

Wer seine Motorik effizient optimieren will, sollte spezielle Technikeinheiten wie das Fahren mit hohen Frequenzen, das einbeinige Pedalieren oder Trittfrequenzpyramiden ins Training einbauen. Durch diese Abwechslungen im Tretryhtmus wird die Motorik der Beine geschult und die neuronale Ansteuerung der Muskulatur verbessert.