Seit dem 4. Juli ist die Tour de France in vollem Gang. Bereits drei Tage vorher fand am Startort in Utrecht der “2. Science & Cycling” – Kongress statt. Am 1. & 2. Juli trafen dabei internationale Wissenschaftler auf die Trainer & Wissenschaftler der Tour-Teams. Mit dabei auch STAPS-Inhaber Björn Geesmann, der die wichtigsten Erkenntnisse mitgebracht hat. Diese werden wir in einer kleinen Serie vorstellen:

Eine der größten Herausforderungen der Tour: Nahrungsaufnahme!

3.360km sind in 21 Tagen zu bewältigen. Durch die Alpen, die Pyrenäen, auf dem Zeitfahrrad und die Muy de Hur hoch. Anspruchsvoll genug müsste man meinenGeesmann_Utrecht2015, jedoch wird eine der größten Herausforderungen der Tour de France dabei fast vergessen: die adäquate Energiezufuhr zur Deckung des Energieverbrauchs.

Ein Gewichtsverlust muss während der dreiwöchigen Frankreich-Runde unbedingt vermieden werden, um nicht zu früh zu ermüden und wichtige Reserven zu verlieren. Das bedeutet für jeden Einzelnen, den Energieverbrauch durch die Nahrung und durch Flüssigkeiten täglich zu decken.

Der Energieumsatz einer Tour-Etappe liegt beim 2-4-fachen im Vergleich zu einem normalen männlichen Erwachsenen und damit bei bis zu 9.000 kcal. Besonders anschaulich stelle der Ernährungs-Experte Asker Jeukendrup diesen Kalorien-Verbrauch anhand von Cheeseburgern dar (siehe Bild). Knapp 9.000 kcal bedeutet nicht weniger als 27 Chesseburger – pro Tag!

Man stelle sich also vor, wie es sich anfühlt über 3 Wochen 27 Chesseburger pro Tag zu essen. Natürlich ernährt sich der Tour de France-Fahrer nicht von Cheeseburgern, allerdings wird ChesseburgerTourdurch diesen Vergleich sehr gut deutlich, dass eine Tour-Etappe nicht nach dem Überfahren der Ziellinie endet, sondern mit der adäquaten Energiezufuhr in den Folgestunden weiter geht.

Doch die Herausforderung der Energiemenge ist nicht alles: Der Sportler hat während der 4 bis 6-stündigen Etappe nur bedingt die Möglichkeit gemütlich am Pasta-Buffett zu schlemmen. Daher beschränkt sich die Energiezufuhr während der Etappe auf die nötigste Versorgung – speziell an Kohlenhydrate – die erforderlich ist, um die volle Leistung abzurufen.

Mittlerweile immer häufiger zu sehen ist, dass die Fahrer, gerade auf flacheren Teilstücken, gegen Ende des Rennens noch Riegel etc. zuführen. Das Prinzip ist dabei klar: Nach der Etappe ist vor der Etappe. Je eher ich also mit dem Essen beginne, desto höher ist die Chance meine Kohlenhydrat-Speicher wieder annähernd zu füllen und meinen Energieverbrauch zu decken!