Training mit dem Powermeter. Umsetzung, Analyse und Messung des Leistungsfortschritts

FTP versus anaerobe Schwelle

Im Vergleich zum recht „altmodischen“ Begriff der anaeroben Schwelle ist aktuell die Begrifflichkeit FTP („functional threshold power“) in Mode. Dabei beschreibt die FTP die höchstmögliche Leistung, die exakt über 60 Minuten aufrechterhalten werden kann. Für die anaerobe Schwelle hingegen lässt sich keine genaue Zeitdauer definieren, da diese unter anderem vom vorherrschenden Kohlenhydrat-Haushalt abhängt. Je gefüllter die Kohlenhydrat-Speicher sind, desto länger kann die Leistung für gewöhnlich gefahren werden. Grob lässt sich unter normalen Voraussetzungen von etwa 45 bis 90 Minuten möglicher Belastungszeit an der anaeroben Schwelle sprechen.

Im Vergleich der beiden Parameter gibt es einen entscheidenden Unterschied: Die anaerobe Schwelle ist ein Parameter, der mit dem Gleichgewicht aus Laktatproduktion und Laktatelimination einen realen physiologischen Zustand beschreibt. Die functional threshold power, oder kurz FTP, hingegen ist ein Mode-Begriff, der lediglich aus Gründen der Einfachheit erfunden wurde und pauschal auf eine fahrbare Leistung über 60 Minuten definiert wurde. Pauschalitäten gehören allerdings nicht in die sportliche Welt radfahrender Individuen und so stellt man – beim Versuch der Umsetzung – schnell fest, dass das Pacen einer bestimmten Leistung mit einem totalen Ermüdungszustand exakt nach 60 Minuten kaum möglich ist.

FTP vs. anaerobe Schwelle - Alle Infos zum Training mit dem Powermeter/ Leistungsmesser im Radsport und Triathlon

Selbsttest zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit

Sogenannte Zeitfahr-Tests oder auch CP-Tests, ob im Flachen oder am Berg, sind die „klassischen“ Tests, um Trainingsfortschritte im Bereich der anaeroben Schwelle zu ermitteln. Die Dauer sollte nicht unbedingt unterhalb von 20 Minuten liegen, da die Auswirkung des anaeroben Stoffwechsels, der sich leider nicht exakt in der Praxis bestimmen lässt, mit abnehmender Zeitdauer immer größer und der Rückschluss auf die anaerobe Schwelle daher immer ungenauer wird.

Fälschlicherweise wird in der Literatur bei einem 20-minütigen Testverfahren immer ein pauschaler Abzug von 5 oder 10 Prozent herangezogen, um auf die anaerobe Schwelle abzuleiten. Da diese aber über eine Belastungsdauer von etwa 45 bis 90 Minuten (je nach Kohlenhydratspeicher und Pacing) definiert ist, spielt der anaerobe Stoffwechsel eine immense Rolle. Hast Du eine geringe maximale Laktatbildungsrate (VLamax: 0,3 bis 0,45 mmol/l/s), so reichen ausgehend von den 20 Minuten möglicherweise 5 Prozent Abzug oder weniger, da Du in den 20 Minuten des Tests vergleichsweise weniger Leistung über den anaeroben Stoffwechsel erbracht hast. Hast Du hingegen eine hohe maximale Laktatbildungsrate (VLamax: 0,7 bis 0,9 mmol/l/s) musst Du eher 10 bis 15 Prozent der Leistung über die 20 Minuten abziehen, um auf Deine individuelle anaerobe Schwelle zu schließen, da Du mit längerer Dauer der Belastung Deinem hohen Kohlenhydratstoffwechsel Tribut zollen wirst.

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Zeitfahr-Test über 24 Minuten am Anstieg zum Kloster Luc (Mallorca)

Zeitdauer muss nicht exakt 20 Minuten betragen

Ist hingegen der anaerobe Stoffwechsel bekannt, ist die exakte Zeitdauer des Zeitfahr-Tests zweitrangig. Dieser sollte eine etwaige Aussagekraft über einen „Steady-State-Zustand“ ermöglichen und daher mindestens 8 Minuten lang sein. Ob der Praxistests – gerne in der Realität an einem Anstieg gefahren – dann aber 12 oder 18 Minuten lang ist, ist zweitrangig, da die Ableitung auf die anaerobe Schwelle unter Berücksichtigung des bekannten anaeroben Stoffwechsels sehr gut möglich ist.

Beispiel Zeitfahr-Test

Auf dem Bild sehen wir eine klassische Abweichung eines "Standard"-Tests. Das Zeitfahren findet am Anstieg zum Kloster Luc (Mallorca) statt, dauert 24 Minuten und zeigt eine durchschnittliche Leistung von 313 Watt auf. Unter der Kenntnis des anaeroben Stoffwechsels (VLamax: 0,68mmol/l/s) und unter Berücksichtigung der gefahrenen Dauer (24 Minuten) würde man bei diesem Sportler 7-8% von der gefahrenen Leistung abziehen, um auf die anaerobe Schwelle abzuleiten.

STAPS Advisor #3 – Training mit dem Powermeter

Viele weitere Infos zu Selbsttests mit dem Powermeter, als auch zur Umsetzung und Analyse des Trainings erhältst Du in unserem STAPS Advisor #3 – Training mit dem Powermeter!

Alle Infos zum Training mit dem Powermeter/ Leistungsmesser im Radsport und Triathlon

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Handwerk oder Wissenschaft?

Ist Bike-Fitting Handwerk oder Wissenschaft? Diese Frage stellen wir uns bei STAPS auch immer wieder und sind der Meinung, dass beides notwendig ist, um einen Radsportler oder Triathleten perfekt aufs Rad zu setzen. Denn einerseits fließen viele wissenschaftliche Erkenntnisse ein, damit der Athlet komfortabel aber auch leistungsfähig im Sattel sitzt. Andererseits müssen diese auch in den richtigen Kontext gesetzt und dann praktikabel umgesetzt werden. Denn nicht jeder kann beispielsweise die aerodynamisch günstigste oder biomechanisch beste Position stundenlang fahren beziehungsweise halten. Wir arbeiten mit Menschen, daher ist das handwerklich-individuelle Anpassen genauso wichtig wie die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu. Und der Bike-Fitter selbst – also der Mensch – spielt eine sehr wichtige Rolle. Er muss die Ergebnisse und Bilder interpretieren und die Erkenntnisse umsetzen – in einem begrenzten Spielraum. Denn: Auf dem Rad ist der Athlet durch die Kontaktpunkte am Lenker, Sattel und den Pedalen in eine Position „gezwungen“. Dafür haben aber kleine Veränderungen oft große Auswirkungen.

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Schneller fahren bei gleicher Anstrengung und dabei mehr Komfort beziehungsweise weniger Schmerzen haben. Das klingt verheißungsvoll, ist aber in der Praxis auch tatsächlich möglich. Denn mit dem Wissen um die Biomechanik des menschlichen Körpers können wir beinahe jeden Sportler optimal aufs Rad setzen. Entscheidend ist für uns nicht nur, dass er komfortabel - sprich schmerzfrei und stabil - auf dem Rad sitzt, sondern dass er auch das Optimum an Leistung aus dieser Position erbringen kann. Komfort und Leistungsoptimierung für sich betrachtet ist auch möglich, erfüllt aber nicht unseren Anspruch an eine Sitzpositionsanalyse unserer Sportler. Es wäre doch auch schade, wenn Watt liegengelassen werden und der Athlet dann letztendlich länger im Sattel sitzen muss als nötig. Daher ist auch die Kraftübertragung aufs Pedal einer der wichtigsten Punkte, die bei unseren Fittings im Fokus stehen. Immer in Kombination mit den individuellen Stärken und Schwächen des Sportlers sowie seinen sportlichen Zielen.

Mit einem Bike-Fitting passen wir das Rad an die Biomechanik und die Ziele des Athleten an. Und hier macht es keinen Unterschied, ob der Radfahrer gerade mit dem Sport begonnen hat, schonVideoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition Jahre lang fährt oder vielleicht sogar Profi-Radsportler ist (Bike-Fitting Marcel Kittel vom Team Katusha Alpecin). Gerade für Einsteiger bietet ein Bike-Fitting die Möglichkeit sich möglichst früh an eine ergonomische Position zu gewöhnen und Beschwerden zu vermeiden. Gesundheitliche Probleme, die sich aus einer schlechten Sitzposition ergeben, tauchen erst gar nicht auf und müssen nicht langwierig abgewöhnt werden. Auch arrivierte Athleten sollten über ein Bike-Fitting nachdenken. Denn sobald sich beispielsweise die passiven Strukturen (Sehnen, Bänder etc.) oder die Muskulatur verändert oder das Ziel eines Athleten abweicht, macht es Sinn, die Position zu überprüfen.

Die wichtigsten Vorteile eines guten Bike-Fittings im Überblick:

  • Schmerzsymptome reduzieren oder vorbeugen
  • besseres Wohlbefinden / mehr Komfort
  • Leistung/Effizienz optimieren
  • Kraftübertragung verbessern
  • Ermüdungsminderung
  • Verletzungsrisiko reduzieren
  • Basis für aggressivere Aero-Positionen legen
  • passendes Equipment finden (welche Schuhe, welcher Lenker, welche Kurbellänge passt am besten)

Warum Pauschalitäten und Standardisierungen nicht zu einem Bike-Fitting passen

Doch warum überhaupt ein solch umfangreiches Bike-Fitting mit Videoanalysen und Druckmessbilder – die Sitzhöhe lässt sich doch viel einfacher ermitteln? Wirklich. Schneller vielleicht, aber keineswegs besser. Darüber sind wir uns mit allen Bike-Fittern einig.

Bike-Fitting ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Daher ähnelt keine Sitzpositionsanalyse der anderen. Natürlich gibt es standardisierte Assessment-Tools beziehungsweise Techniken die eingesetzt werden, allerdings sind die Interpretation der Ergebnisse von Athlet zu Athlet unterschiedlich umzusetzen. Denn keine zwei Menschen sind genau gleich, nicht einmal Zwillinge.

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Die klassischen Regeln des Bike-Fittings mit Formeln a la „Sitzhöhe = Beinlänge x 0,885“ sind pauschalisiert und gehen demnach auch von einem Prototyp bzw. einem bestimmten menschlichen Modell aus, dass so in der Realität gar nicht zu finden ist. Mögen diese Systeme für alltägliche Fahrten mit dem Rad zur Arbeit für fünf oder zehn Minuten durchaus erfolgversprechend bzw. nützlich sein, so können sie gar nicht die komplette und komplexe Bandbreite einer individuellen optimalen Sitzposition abbilden. Wie auch?

Die menschliche Anatomie ist stark unterschiedlich, deswegen ist die Standardeinstellung nach Faustformeln in den meisten Fällen sehr weit weg vom Optimum. Bei gleichen Körpermaßen – also Bein, Rumpf- und Armlänge – kann alleine eine unterschiedliche Flexibilität in der Hüfte, Differenzen in der optimalen Sitzlänge von bis zu fünf Zentimetern ausmachen.

Ein Beispiel: Der Po schmerzt nach ungefähr einer Stunde im Sattel. Was ist die Lösung? Natürlich kann man überlegen sich einen neuen Sattel oder eine neue Hose zu kaufen und dieses Spiel mehrfach wiederholen. Es kann aber auch durchaus sein, dass man in einer ungünstigen Position – bedingt durch Sitzhöhe, Sattelneigung und Nachsitz – auf dem Sattel sitzt und daher einen Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzpositionextrem hohen Druck ertragen muss. In solch einem Fall, ist es fast egal, welchen Sattel man fährt, solange die Position nicht optimal ist. Ähnliches gilt bei Problemen mit den Füßen wie brennende Sohle oder einschlafende Zehen. Man kann sich ständig neue Schuhe und auch Sohlen kaufen, man kann aber auch einmal fachmännisch kontrollieren lassen, woran es denn wirklich liegt und vielleicht war es am Ende ja „nur“ die Position der Cleats – vertikal wie horizontal.

Was bei den klassischen Sitzpositionsregeln und -messungen ja noch hinzu kommt: Sie unterscheiden nicht, wie derjenige auf dem Rad sitzt –  mehr „aerodynamischer“ Rennfahrer oder mehr „komfortabler“ Marathon-Fahrer. Auch berücksichtigen diese Sitzpositionsvorgaben selten die bevorzugte Griffposition am Lenker.

Daher sind solche Aussagen wie „Mit diesen 5 Tipps sitzen Sie optimal auf dem Rad“ genauso mit Vorsicht zu genießen wie „2 Kilo Gewicht verlieren in nur 3 Tagen“. Es ist durchaus möglich 2 Kilogramm leichter zu werden in drei Tagen, allerdings hat man da nicht das tatsächliche Körpergewicht beispielsweise über Körperfett verloren, sondern meist einfach Wasser ausgeschwemmt.

Klassischer Ablauf des Bike-Fittings

Interview

Noch bevor wir mit dem Messen und Optimieren überhaupt beginnen, besprechen wir mit dem Sportler, welche Ziele genau dieses Bike-Fitting haben soll und welche Ziele er auf dem Rad selbst anstrebt.Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Prefit

Mit verschiedenen körperlichen Assessments ermitteln wir, wie flexibel aber auch stabil der Athlet selbst ist und ob irgendwelche Einschränkungen oder Vorschädigungen vorliegen.

Bike-Fitting durch Videoanalyse und Druckmessung:

Wir versuchen immer so realistisch wie möglich zu testen, daher machen wir alle Messungen im dynamischen Bewegungsablauf und auf dem Rad des Sportlers. Durch das gebioMized -System bekommen wir detaillierte Informationen über die Bewegungen auf dem Rad, die uns dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir erklären die Messergebnisse, dabei bleibt das Vorgehen transparent und der Sportler kann alle Maßnahmen nachvollziehen. Eigene Einschätzungen der Veränderungen sowie Nachfragen sind immer erwünscht.

Zuallererst nehmen wir eine sogenannte Baseline auf. Das bedeutet: Wir analysieren, wie sich der Athlet bisher auf dem Bike bewegt. Davon ausgehend analysieren wir das Verbesserungspotenzial im Hinblick auf Beschwerden und Ziele. Über Druckmessfolien im Sattel, in den Schuhsohlen und den Armpads erhalten wir in Echtzeit sofort Informationen darüber, ob das Becken stabil im Sattel ‚sitzt‘ und ob sich bei Anpassungen von beispielsweise der Sitzhöhe oder des Nachsitzes die Kraftübertragung verändert.

Wenn auf den ersten Blick keine schwerwiegenden Probleme erkennbar sind, beginnen wir mit der Einstellung der Cleats am Schuh. Denn deren Positionierung beeinflusst die Sitzhöhe und die Position in der der Fahrer im Sattel sitzt. Fallen aber nach der Baseline-Messung bzw. der Betrachtung der Videosequenzen schon erste größere Baustellen auf, wie zum Beispiel eine viel zu hohe Sitzhöhe, so beginnen wir damit, diesen Umstand zu beheben. So kann es durchaus vorkommen, dass manchmal zwei Schritte vor und einer zurück gemacht werden müssen. Oder man manchmal sogar einen Schritt vor und zwei wieder zurück machen muss, da man während des Fitting-Prozesses erkennen muss, dass bestimmte Positionen nicht miteinander korrelieren.

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Doch jetzt aber weiter im Fitting-Prozess. Nach der Positionierung der Cleats bestimmen wir die optimale Sitzhöhe. Hierfür wird während der Pedalierbewegung besonders auf die Öffnung des Hüftgelenks sowie die Bewegung des Kniegelenks geachtet, da diese Aspekte unter anderem für die Kraftübertagung entscheidend sind.

Im Anschluss wird die horizontale Sattelposition im Zusammenspiel mit Sitzlänge und Lenkerhöhe eingestellt. Je nach Umfang des Bike-Fittings können neben den Videoanalysen auch Druckmessungen an der Sohle sowie dem Sattel helfen, die Positionierung fein zu tunen. Gerade bei Sitzbeschwerden hilft die Messung des Satteldrucks – kombiniert mit verschiedenen Sattel- und Hosenmodell – enorm, um diese Probleme zu beheben. Auch lässt sich bei der Satteldruckmessung sehr gut erkennen, wo die tatsächlichen Kontaktstellen zwischen Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen SitzpositionFahrerpo und Satteldecke sind. Gerade die detaillierte Position auf dem Sattel wirkt sich extrem auf die Sitzhöhe auf.

Ähnlich verhält es sich bei der Kraftübertragung im Schuh, da auch hier die Druckmessfolien direkt - also live - zeigen, ob der Druck über den Fußballen bzw. der Fußsohle verteilt wird und das Ganze auch während der Trittfrequenz optimal eingesetzt wird.

Details, wie die Veränderung der Bremshebelposition oder Sattelneigung, werden je nach Potential und Bedarf zwischendurch eingebaut.

Neben der Dokumentation und Messung jedes einzelnen Zwischenschritts, machen wir abschließend wieder eine komplette finale Messung und können durch den Vergleich zur Baseline bzw. Ausgangslage ein Fazit ziehen, an welchen Punkten was verändert wurde, wie sich diese Optimierung dann auch in Zahlen „niederschlägt“ und vor allem, an welchen Stellen es über Anpassungen, Training und das Erledigen von Hausaufgaben weiteres Potential zur Verbesserung im fortlaufenden Fitting-Prozess der nächsten Monate gibt.

Report

Die festgelegte neue Sitzposition wird dokumentiert und in einem Report mit Vorher-Nachher- Bildern zusammengefasst und dem Sportler ausgehändigt. Denn für uns bei STAPS gilt immer der Grundsatz, Maßnahmen und Veränderungen an Mensch und Maschine nur zu ergreifen, wenn wir diese im Vorher-Nachher-Vergleich überprüfen und validieren können.

Zu unseren Bike-Fittings geht es hier: STAPS Bike-Fitting

Alle Infos zum Training mit dem Powermeter/ Leistungsmesser im Radsport und Triathlon

„Powermeter zählen zu den wichtigsten Erfindungen im Radsport, seit findige Urzeitler festgestellt haben, dass Räder grundsätzlich besser rollen, wenn sie rund sind. Mit einem – akkurat funktionierenden, richtig kalibrierten und eingestellten – Powermeter lassen sich nicht nur Trainingseinheiten sekundengenau steuern und Rennen analysieren; selbst die Bestimmung der menschlichen Physiologie, verschiedener Stoffwechselsysteme und individueller Stärken und Schwächen sind spätestens seit Einführung erster Leistungsmesser vor 28 Jahren möglich.“

In Zusammenarbeit mit uns ist in der RoadBIKE ein Special zum Thema Powermeter erschienen. Das möchten wir Euch nicht vorenthalten und bedanken uns bei der RoadBIKE für die Bereitstellung.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Wir suchen einen neuen BikeFitter für unser Kölner Institut

STAPS zählt zu den führenden Instituten in der Trainingsbetreuung, Leistungsdiagnostik und der biomechanischen und aerodynamischen Optimierung von Ausdauersportlern im deutschsprachigen Raum. Unsere Methoden sind weltweit einzigartig und genießen im nationalen und internationalen Freizeit-, Amateur- und Profisport hohe Anerkennung. Für unserer Hamburger Institut suchen wir jetzt Verstärkung:

ab April/ Mai 2018 einen Sportwissenschaftler/ Physiotherapeuten/ Zweirad-Mechaniker oä. (w/m) in Festanstellung oder freier Mitarbeit (Teilzeit, Perspektive für Vollzeit) als BikeFitter

Dabei möchten wir betonen, dass sich nach Möglichkeit für die ausgeschriebene Stelle mittelfristig (maximal 24 Monate) eine Anstellung in Vollzeit anschließt.

Du hast weitreichende Kenntnisse der Biomechanik und Aerodynamik, sowie eine abgeschlossene Ausbildung als Physiotherapeut/ Zweirad-Mechaniker und/oder ein abgeschlossenes Studium der Sportwissenschaft?

Dann findest du hier die ideale Stellenausschreibung für dich: BikeFitter HamburgBikefitter und Sportwissenschaftler gesucht als Verstärkung für unser Hamburger Institut


ab April/ Mai 2018 einen Sportwissenschaftler (w/m) in Festanstellung (Teilzeit, Perspektive für Vollzeit)

Dabei möchten wir betonen, dass sich nach Möglichkeit für die ausgeschriebene Stelle mittelfristig (maximal 24 Monate) eine Anstellung in Vollzeit anschließt.

Du hast weitreichende Kenntnisse der Leistungsphysiologie, Trainingssteuerung, Biomechanik und Aerodynamik sowie ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der Sportwissenschaft (Schwerpunkt Trainingslehre, Leistungsdiagnostik, Leistungssport) oder ein aktuell noch laufendes Master-Studium?

Dann findest du hier die ideale Stellenausschreibung für dich: Sportwissenschaftler HamburgBikefitter und Sportwissenschaftler gesucht als Verstärkung für unser Hamburger Institut

Athleten-Vergleich der Laktatproduktion und des Laktatabbaus

Unser Markenname STAPS ist nicht einfach eine wilde Zusammensetzung aus verschiedenen Buchstaben. STAPS steht für „System Theoretical Analysis of Performance in Sports“.

Ein umfassendes Verständnis und die Berechnung des Energiestoffwechsels, die diffizile Verteilung aus Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel, Akkumulation und Elimination von Laktat. Was theoretisch klingen mag ist nichts weniger als die wissenschaftliche Basis hinter der Marke STAPS.

Unseren Ursprung haben wir vor über 15 Jahren an der Deutschen Sporthochschule in Köln erarbeitet. Das Resultat war Kohlenhydrat-Verbrauch und Fettstoffwechsel in der neuen STAPS-Software INSCYDdie Entwicklung einer neuartigen Testmethodik, die im Vergleich zu herkömmlichen Testverfahren wie dem Laktatstufentest, nicht nur präziser ist, sondern auch Aufschlüsse über die unterschiedlichen Wege des Energiestoffwechsels gibt. Dabei fußt unser diagnostisches Testverfahren auf der systemtheoretischen Zusammenführung unterschiedlicher Stoffwechselwege, aus dem ein physiologisches Gesamtbild des Sportlers entsteht.

Mehr als 15 Jahre später haben wir unsere Methodik verfeinert, weiterentwickelt und daraus eine Software entwickelt: INSCYD. Diese besitzt den gleichen systemtheoretischen Ansatz wie unsere bisherigen Diagnostiken und ist quasi dieDas neue Dashboard von INSCYD mit der Möglichkeit Athleten und Coaches anlegen zu können software-gewordene STAPS-Methodik, Verison 2.0. Darüber hinaus eröffnet uns INSCYD aber zwei Möglichkeit: Die aus unserer Diagnostik bekannte Analyse der Physiologie des Sportlers anhand von Praxistests (z.B. mit Powermeter) und die Erweiterung der STAPS-Methode auf weitere Sportarten, für die unsere Diagnostik-Methode bis dato nicht ausgelegt war (z.B. Schwimmen, Teamsportarten oä.).

In den kommenden Wochen werden wir INSCYD bereits verwenden und einige Sportler und Teams damit ausstatten. Im Laufe des Jahres werden wir die Software dann auch vollständig in den STAPS-Alltag integrieren und unseren Sportlern damit weitere Analysemöglichkeiten der eigenen Leistungsfähigkeit anbieten können.

Alle weiteren Infos zur neuen STAPS-Software unter www.staps-online.com/inscyd

Die neue Saison kommt - ganz bestimmt. Daher ist es Zeit, sich langsam aber sicher darauf vorzubereiten: Möge das Wintertraining beginnen!

Bei dem Gedanken an das Training im Winter, denken viele an kalte Temperaturen, die frühe Dunkelheit und häufig sogar nasses Wetter. Dass es mit einem Rollentrainer eine Möglichkeit gibt, den äußeren Einflüssen zu entkommen ist zwar bekannt, macht die Stimmungslage aber häufig nicht viel besser. Stundenlanges Rollenfahren hat oft viele negative BeFredericgleiterscheinungen: Das Fernsehprogramm nervt, die DVD-Sammlung - in Abhängigkeit ihrer Größe - nähert sich dem Ende oder muss sogar wiederiederholt werden - unterm Strich keine wirklich begeisternde Situation.

Schluss mit dem Gejammer und rauf auf die Rolle! - es gibt kein Trainingsgerät für Radfahrer oder Triathleten, auf dem man das Training so effektiv und mit so viel Qualität bestreiten kann, wie auf der Rolle. Um euch das zu veranschaulichen widmet sich unsere "Science with STAPS"-Reihe heute einer examplarischen Rollenheit und zeigt die Effektivität dieser:

Trainingsziel: Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max)

Proband: STAPS-Mitarbeiter

Untersuchung: Grundlageneinheit vs. intensive IE-Einheit ("intermitted exercise")

Die maximale Sauerstoffaufnahme zählt zu den wichtigsten physiologischen Parametern und ist für uns - gerade bei eingeschränktem Trainingsumfang - eines der ersten Dinge, die wir im Wintertraining anpassen wollen. Als probates Trainingsmittel gilt das sogenannte "intermitted exercise" (IE), welches sich durch hohe Effektivität auszeichnet. Beim IE-Training kann sich der Sportler die Eigenschaften der Sauerstoffaufnahme zu Nutze machen: Die Kinetik der VO2 ist eher träge - vergleichbar, wie z.B. die Herzfrequenz. Das IE-Training ist deshG1-Einheitalb so gestaltet, dass ein IE-Intervall grundsätzlich eine Minute dauert und sich in eine Intervallphase (30-40s, @100% der VO2max) und eine Pausephase (ca. 20-30s, @G1-Bereich) unterteilen lässt. Diese Intervalle werden dann ca. 6-10x nacheinander absolviert. Der große Vorteil liegt darin, dass die Pausenzeiten so kurz gehalten sind, dass die träge Sauerstoffaufnahme sich kaum absenkt und daher für die komplette Dauer auf einem hohen Niveau läuft. Inhaltlich sprechen wir also von 6-10 x 30-40s an der VO2max, für die Sauerstoffaufnahme kommt das aber 6-10 Minuten im Bereich der VO2max gleich.

Unser Mitarbeiter hat für euch einen Vergleich aufgestellt und eine reine G1-Einheit über eine Stunde mit eIE-Einheitiner IE-Einheit (30s Intervall/ 30s Pause) verglichen. Passend zu den Trainingseinheiten haben wir die Leistung [Watt], die Herzfrequenz [1/min] und natürlich die Sauerstoffaufnahme [ml/min] aufgezeichnet:

Die Grundlageneinheit ist er mit 140 Watt durchschnittlich über exakt 60 Minuten gefahren und hat dabei im Mittel eine VO2 von 2.161 ml/min gehabt. Dadurch ergibt sich in der Summe eine O2-Menge von 129 Litern.

Die IE-Einheit war so gestaltet, dass unser Proband sich zunächst 10 Minuten im G1-Bereich aufgewärmt hat, dann 2x10x IEs (30/30) gefahren ist mit kurzer Pause und sich danach ausgerollt hat. Das Ergebnis: die durchschnittliche Leistung lag bei 185 Watt, die VO2 im Mittel bei 2.744 ml/min, wodurch sich eine O2-Menge von 120 Litern ergab - bei 44 Minuten Dauer. Bei fast gleicher Menge an verarbeitetem Sauerstoff hat der Sportler also eine Viertelstunde weniger Tretzeit benötigt und damit 25% Trainingszeit eingespart. Oder anders gesagt: In einer Stunde Trainingszeit ist es durch IE-Einheiten möglich, deutlich mehr Sauerstoff durch den Körper zu schleusen, um so sehr zeiteffektiv für wichtige Anpassungen der VO2max zu sorgen!

Eine perfekte Einheit also für Tage, an denen weniger Trainingszeit zur Verfügung steht, man aber trotzdem qualitativ trainieren möchte. Vielleicht sogar eine Abwechslung für die Mittagspause?

Leertreten geht nicht

Einen Effizienz-Vorteil bietet das Rollentraining gegenüber dem "Draussen-Training" auch bei der Einhaltung der Trainingsbereiche oder überhaupPowerchart outsidet beim "Treten". Ist man draussen unterwegs, muss man an Ampeln und Kreuzungen anhalten, kann bergab den Trainingsbereich nicht halten, etc. Viele Momente, in denen man nicht tritt - und damit auch nicht trainiert!

Die beiden nebenstehenden Bilder zeigen die Häufigkeitsverteilung der Leistung bei einer 3-stündige Einheit draussen und auf der Rolle. Auffällig ist dabei, dass der Sportler in der Indoor-Einheit lediglich wenige Minuten (<3 Minuten) "leer" tritt. Dem gegenüber zeigt die Outdoor-Einheit eine Leertretzeit (<20 Watt) von ca. 25 Minuten, die aufsummierte Zeit unterhalb des G1-Bereichs dürfte sogar bei >30 Minuten liegen. Ein Sechstel der gesamten Trainingseinheit gehen also draussen verloren!Powerchart inside

Dass gerade das Fahren höherer Umfänge draussen bedeutend schöner ist - da sind sich vermutlich alle Sportler einig. Allerdings gibt es genügend Zeitfenster, in denen man auch mit 30-45min Trainingszeit auf der Rolle sehr effektiv und erfolgreich trainieren kann.

Der goldene Mittelwert macht's also!

Leistungsdiagnostiken für Profis und Jedermann im Check

Oldie but Goldie

Der Leistungsdiagnostik-Check "Wie gut bin ich?" (02/2010) aus dem TOUR-Magazin ist mittlerweile sechs Jahre alt, hat dabei aber nicht an Aktualität verloren. Auch Du möchtest zur Vorbereitung auf die neue Saison Deinen Leistungsstand bestimmen und zudem die Hintergründe Deiner Leistungsfähigkeit erfahren? Du möchtest Deine Stärken und Schwächen kennen lernen und wissen, wie effizientes und effektives Training funktionieren kann?

Die TOUR hat dazu passend unterschiedliche Methoden der Leistungsdiagnostik unter die Lupe genommen. Wir wünschen Dir viel Spaß beim Lesen des Artikel und bedanken uns für die Bereitstellung des Artikels beim TOUR Magazin.

Nicht nur, dass die STAPS-Methode Dir die entscheidenden Erkenntnisse für ein effizientes und effektives Training liefert: Wir sind zudem mit der STAPS on Tour ganz in Deiner Nähe. Hier geht es zu unseren Tourdaten - STAPS on Tour Winter 2017!

 

STAPS Schulung und Fortbildung in Hamburg

Zwei intensive Schulungs-Tage in unserem Hamburger Institut liegen hinter uns. Der Hintergrund und unsere Themen: Verraten wir euch in den kommenden Tagen. Vor uns steht ein spannendes Projekt, mit dem wir unser Angebot für eure sportliche Entwicklung weiter verbessern und ausbauen werden. Seid gespannt - in den nächsten Tagen veröffentlichen wir die großen Neuigkeiten!

Von unseren Tagen in der Hansestadt haben wir einige Eindrücke für euch gesammelt:

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Aerodynamik-Test mit Daniela Sämmler, Canyon, gebioMized und STAPS

In den vergangenen Monaten haben wir viele tolle Projekte gemeinsam mit gebioMized in den Velodromen in Augsburg, Büttgen & Valencia durchgeführt. Wie ein "Aero-Test" mit uns aussehen kann, erfahrt ihr in unserem Gastbeitrag von Daniel Schade (Geschäftsführer gebioMized):

Wir waren aktuell mal wieder auf der Bahn in Büttgen, um mit unseren Kollegen von STAPS ein weiteres Aero-Projekt durchzuführen. Die schnellen Beine, die getestet und optimiert werden sollten, gehörten in diesem Fall der Profitriathletin Daniela Sämmler, die den gesamten Test durch ihr professionelles und extrem freundliches Auftreten sehr angenehm gestaltet hat. Ihr Trainer Utz Brenner war genauso in das Testprotokoll involviert wie Stefan Keul, der Bike-Experte von Danielas Radsponsor Canyon.

Aerodynamik-Test mit Daniela Sämmler, Canyon, gebioMized und STAPSIn diesem Blog möchte ich euch einige Eindrücke vermitteln, wie so ein Aerofitting von STAPS und gebioMized abläuft:

Physio-Baseline

Zu Beginn steht Danielas eigene Athletik auf dem Prüfstand. In verschiedenen Tests suchen wir nach kleinen Schwachstellen in Bezug auf Beweglichkeit, Flexibilität und Stabilität. Dabei steht vor allem das Optimierungspotential für die aerodynamische Radposition im Vordergrund, lauf- und schwimmspezifische Ursachen werden aber mitberücksichtigt (z.B. wenn eine einseitige Atmung beim Schwimmen zu Asymmetrien im Rücken- bzw. Schulterbereich führt). Bei Daniela werden wir nur bei Kleinigkeiten fündig (z.B. Kräftigung Gluteus medius), die nun im regelmäßigen Athletiktraining berücksichtigt werden können.

Biomechanik-Baseline

Im zweiten Schritt schauen wir uns Danielas Position auf dem Rollentrainer an. Diese „Baseline-Messung“ dient dazu, alle Kontaktstellen per Druckmesstechnik und die Aerodynamik-Test mit Daniela Sämmler, Canyon, gebioMized und STAPSGelenkwinkel (+ Bewegungsqualität) in verschiedenen Kurbelpositionen per Videoanalyse zu analysieren. Auch hier bearbeiten wir die gleichen Fragen: Wo sind Optimierungspotentiale erkennbar, wie stabil ist die Position bereits, wie gut harmonieren Mensch und Kontaktstellen miteinander? Bei Daniela können wir an dieser Stelle einige Punkte notieren:

  • Die Sattelposition und das Sattelmodell führen zu erhöhtem Druck im Bereich der Symphyse (Bild A), was eine instabile Beckenposition und eine erhöhte Anzahl von „Saddle-Shifts“ vermuten lässt
  • Die Fußstellung ist in der Druckphase sehr spitzfüßig , der Kniewinkel ist dabei so weit geöffnet, dass die Sitzhöhe ebenfalls in Frage gestellt wird (Bild 2)
  • Die Position ist so kompakt, dass die Tretbewegung in der Druckphase nach hinten, unten Dies könnte mehr Energie als notwendig kosten.
  • Der Hüftwinkel ist in der obersten Kurbelposition zwar bereits klein, dennoch lässt Danielas extrem gute Beweglichkeit noch Potential erhoffen

Aerodynamik-Test mit Daniela Sämmler, Canyon, gebioMized und STAPS

Alle Vermutungen werden zu diesem Zeitpunkt nur notiert und nicht verändert, da wir objektiv noch nicht wissen, wie aerodynamisch die Position eigentlich ist. Deswegen folgt nun der Wechsel auf die Bahn, um Danielas Luftwiderstand mittels des CdA-Werts, sowie die Stabilität ihrer Position in Echtzeit zu messen. Wir verwenden dazu das Track Aero System (Alphamantis, CA) und eine neue Software-Entwicklung der Satteldruckmessung von gebioMized. Beide Systeme senden ihre Daten in Echtzeit per WLAN, so dass die Ergebnisse bereits während des Runs analysiert werden können, um unmittelbar mögliche Optimierungspotential in unserer Experten-Runde zu diskutieren.

Aero-Baseline

Aerodynamik-Test mit Daniela Sämmler, Canyon, gebioMized und STAPS

Zur Ermittlung des Luftwiderstands, der in der Aerodynamik auch als CdA-Wert bezeichnet wird, benutzen wir am Rad Messtechnik, die Formel 1-würdig ist: Mit einem kleinen Sensor sammeln wir alle ANT+-Signale, die Danielas Canyon während des Testlaufs abgibt: Leistungsdaten, Trittfrequenzen, Geschwindigkeiten, etc. Einkalkuliert werden muss zur sauberen Bestimmung des Widerstands aber nicht nur Daniela und ihr Rad; auch die Umgebungsbedingungen wie die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit als auch sämtliche Eigenschaften der Holzbahn (Länge, Kurvenneigung, etc.) werden dabei berücksichtigt. Sobald unsere Messtechnik einsatzbereit ist, darf Daniela fleißig Kilometer abspulen, während wir mit Hilfe des Alphamantis-Systems eine erste Baseline-Messung durchführen und ihren aerodynamischen Eingangswert bestimmen.

Aerodynamik-Test mit Daniela Sämmler, Canyon, gebioMized und STAPS

Die Analyse der Beckenstabilität auf der Bahn zeigt das Optimierungspotential eindeutig: Jeder Ausreißer in der Verlaufskurve steht für einen “Shift”, das heißt für ein „aktives Bewegen des Beckens“ nach hinten. Diese Bewegungen erzeugen Turbulenzen im Rücken- und Hüftbereich und sind deshalb aerodynamisch von Nachteil. Ganz nebenbei wird auch die Kraftübertragung Richtung Pedal durch jeden Shift negativ beeinträchtigt. Bei Daniela messen wir 7,5 Shifts pro Minute, was einem Zeitintervall von 8 Sekunden zwischen den Shifts entspricht. Die Standardabweichung des Kraftangriffspunktes zeigt mit 18,5 ebenfalls einen auffälligen Wert der Instabilität.

Aerodynamik-Test mit Daniela Sämmler, Canyon, gebioMized und STAPSMaßnahmen und Re-Tests:

Nach eingehender Analyse der Baselines erstellen wir nun einen Plan, in welchen Schritten wir Maßnahmen an der Position vornehmen, um (hoffentlich) Optimierungen zu erreichen. Dieser Maßnahmenplan ist für jeden Athleten höchst individuell. Jede Maßnahme wird in einem Re-Test daraufhin geprüft, ob sie wirklich zu einer Verbesserung führt. Bei Daniela sieht unser „Masterplan“ wie folgt aus:

  • Wechsel des Sattelmodells (von SQLab 613 Tri zu COBB JOF 55]
  • Reduzierung der Sitzhöhe
  • Veränderung der Sattelposition nach hinten mit dem Ziel, die Tretbewegung zu optimieren (ohne die Position des Beckens auf dem Sattel zu beeinträchtigen)
  • Anwinkeln der Extensions
  • Test zweier Extension-Positionen
  • Test mit abgesenktem Front-End

Vorher – Nachher Vergleich

Wir kürzen den Bericht an dieser Stelle ab und stellen euch direkt den Vergleich der Ausgangslage zur finalen Position vor. Folgende objektive Veränderungen haben wir erreicht:

Biomechanik & Stabilität

  • Das Becken „steht“ auf dem gleichen Bereich des Sattels wie vorher, aber deutlich stabiler Die Anzahl der Shifts ist von 18 auf 0 reduziert
  • Die Standardabweichung des Kraftangriffspunktes am Sattel reduziert sich von 18,5 auf 3,7 (!)
  • Das Knie hat sich weiter nach hinten verlagert, so dass die Druckphase effektiver nach unten durchgeführt werden kann
  • Die Fußstellung ist um 11°Grad flacher in der untersten Kurbelposition, so dass die Druckphase länger durchgeführt werden kann

Aerodynamik-Test mit Daniela Sämmler, Canyon, gebioMized und STAPS

Aerodynamik

  • die verbesserte Stabilität am Sattel hat bereits nur durch den Satteltausch positive Tendenzen erwirkt (Ersparnis: ca. 1-2 Watt @40km/h)
  • Danielas Position wurde „entzerrt“, um sie weniger komprimiert zu setzen. Dadurch hat sich ihr Rücken etwas abgeflacht und der Kopf gesenkt (Ersparnis: ca. 2-3 Watt @40km/h)
  • der „Gamechanger“ war der Einbau eines 7°-Neigungs-Spacers. Durch die verbesserte Stabilität im Oberkörper und die erhöhte „Länge“ der Arm- und Schulterpartien konnte Daniela den Kopf deutlich weiter senken und die Schulterbreite merklich reduzieren (Ersparnis: ca. 6-8 Watt @40km/h)
  • bei der Materialanalyse haben wir potentielle andere Helm-Hersteller getestet, um zu sehen, ob aerodynamisches Potential bei der Helmauswahl besteht. Wir haben allerdings für Daniela keinen „schnelleren“ Helm gefunden
  • Auf die Ironman Distanz bezogen, haben wir bei Daniela in der Summe ca. 12 Watt bei 40km/h gespart. Für ihr Verhältnisse reden wir demnach über eine Verbesserung oberhalb von 5%, die ihr auf den 180km – in der Theorie – etwa 5:00 Minuten Fahrzeit einsparen

Fazit:

Die Session mit Daniela zeigt, dass Biomechanik und Aerodynamik Hand in Hand gehen sollten, wenn ein Athlet das Optimum für seine Radposition erzielen möchte. Ohne den deutlichen Gewinn an Stabilität wäre der Aero-Benefit nicht so groß ausgefallen, ohne die Änderungen am Cockpit hätten wir ebenfalls keine signifkante CdA-Reduzierung erreicht. Der Parameter „Stabilität“ dient uns als wichtiger Kontrollparameter, um zu erkennen, wann wir noch Spielraum haben  oder es aerodynamisch übertreiben. Zusätzlich vergrößert ein Stabilitätsgewinn die Wahrscheinlichkeit, dass die Position über eine längere Zeit, zum Beispiel auf 180km gefahren werden kann. Dabei versuchen wir immer erst einen „passiven Gewinn“ zu erzielen, das heißt eine schnellere Position zu bauen, die vom Athleten nicht mehr aktiven Körpereinsatz als notwendig verlangt. Zu aktiven Maßnahmen („Shrug“) kann man danach, besonders als Zeitfahrer, immer noch greifen.

Weitere Infos:

Aerodynamik-Tests mit STAPS - der get-AERO! für Profis und Jedermann

BikeFittings für Triathleten - die Pioniere des BikeFittings von gebioMized

 Autoren:

Daniel Schade

Björn Geesmann

Bilder:  ©tomtittmann

VO2max ist bekannt, die VLamax auch?

VO2max – ein Begriff, der in den vergangenen Monaten immer häufiger im Ausdauersport auftaucht. War er vor Jahren nur „Eingeweihten“ wie Sportwissenschaftlern und Trainern ein Begriff, so schmeißen jetzt auch schon sportlich ambitionierte Hobbyrennradfahrer mit dieser Definition um sich. Kein Wunder, findet sich ihre Erwähnung immer häufiger in Artikeln über Profiradsportler. Doch was bedeutet VO2max und warum ist sie von so großer Bedeutung? Es steht für die maximale Sauerstoffaufnahme und gilt als wichtiges Kriterium der Ausdauerleistungsfähigkeit.

Anders verhält es sich allerdings mit der VLamax – einem Parameter der noch unbekannter, keineswegs aber unwichtiger, ist. Beiden gleich ist sowohl ein "V", dies bezeichnet eine Flussrate, als auch ein „kleines“ max, das den maximalen Zustand der Flussrate beschreibt. Der einzige, wenn auch große Unterschied der beiden Parameter liegt also im transportierten "Stoff": Beim einen ist es Sauerstoff (O2), beim anderen Laktat (La).

Ergo: VLamax steht für die maximale Laktatbildungsrate und gibt Einblick in den anaeroben Stoffwechsel des Sportlers. Vereinfacht erklärt werden im anaeroben Stoffwechsel Kohlenhydrate ohne Zuhilfenahme von Sauerstoff in Laktat umgewandelt. Dadurch spielt die Laktatbildungsrate nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Übersäuerung des Sportlers nach höchst-intensiven Belastungen, sondern auch generell bei der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten bei klassischen Ausdauerbelastungen.

Gegenspieler der aeroben Leistungsfähigkeit

Warum? Weil das Eine das Andere bedingt! Die VLamax ist der "Gegenspieler" des aeroben Stoffwechsels (VO2max) und nimmt positiven Einfluss auf kurzzeitig-intensive Belastungen, bringt aber ebenso Einschränkungen für die Dauerleistungsfähigkeit des Athleten mit sich – und somit auch auf den Fettstoffwechsel.

Vergleichbar mit der VO2max können mit höherer VLamax auch höhere Leistungen erbracht werden. Dies gilt allerdings nur für kurzzeitige, hochintensive Science with STAPS | Die VLamax - maximale LaktatbildungsrateBelastungen wie Sprints oder Attacken. Überschreiten diese Intensitäten eine kurze Zeitdauer von mehreren Sekunden oder wenigen Minuten, führt die übermäßige Produktion von Laktat schnell zu einer Veränderung des pH-Werts im Blut – und damit zu einer Übersäuerung der Muskulatur und einem Leistungsabfall.

Allerdings hat die VLamax wie schon oben beschrieben großen Einfluss auf die „klassische“ Ausdauerleistungsfähigkeit. Sie beeinflusst die Laktatproduktion und -anhäufung, die Erholungsfähigkeit und die Fähigkeit, Fette zu verstoffwechseln. Für eine hohe Dauerleistungsfähigkeit oder anaerobe Schwelle wäre daher eine sehr geringe VLamax sinnvoll. Siehe hierzu auch die Animation, die verdeutlicht, wie eine geringe VLamax die Kohlenhydrate geradezu schont und vermehrt Fette zur Energiegewinnung heranzieht.Science with STAPS | Die VLamax - maximale Laktatbildungsrate

Denn: Je geringer der Wert, desto niedriger die Aktivität des anaeroben Stoffwechsels. Zur Orientierung: Vermutlich über 95% aller Ausdauersportler liegen im Bereich von 0,3 mmol/l/s (Produktion von Millimol Laktat pro Liter Blut pro Sekunde) bis 0,9 mmol/l/s.

Triathlon: je niedriger, desto besser. Radsport: abhängig von der Rennbelastung

Im Triathlon lässt sich die optimale Ausrichtung des anaeroben Stoffwechsel vorsichtig pauschalisieren: Je geringer die maximale Laktatbildungsrate, desto besser. Selbst auf eine Sprintdistanz ist die Belastung über einen Zeitraum von ca. 20 bis 40 Minuten (je nach Einzeldisziplin) hoch. Umso deutlicher ist es auf der Langdistanz: Eine geringe Laktatproduktion spart durch den ausgeprägten Fettstoffwechsel Kohlenhydrate und erlaubt das Fahren submaximaler Leistungen.

Weniger deutlich ist die Ausrichtung der VLamax im Radsport: Für längere Belastungen ohne Leistungsspitzen (Radmarathons, Einzelzeitfahren, Kletterpartien etc.) sind extrem tiefe Werte (<0,35 mmol/l/s) erstrebenswert. Sind allerdings – wie bei Kriterien, Straßenrennen o. ä. – phasenweise hoch-intensive Belastungen nötig, empfiehlt sich eine Laktatbildungsrate von 0,40 bis 0,50 mmol/l/s. Reine Straßensprinter oder Bahnfahrer liegen bei der VLamax zumeist darüber, da diese Form der Energiebereitstellung bei maximalen Belastungen von hoher Bedeutung ist. Daher lässt sich für den Radsport keine ideale Laktatbildungsrate angeben, da diese von den Anforderungen des Wettkampfs abhängig ist.

Entscheidend ist – sowohl im Radsport als auch im Triathlon –, dass der maximalen Laktatbildungsrate eine gleichfalls entscheidende Rolle bei der Ermittlung der Ausdauerleistungsfähigkeit zukommt. Die Laktatbildungsrate ist erfolgsbestimmend und muss individuell bestimmt werden, um die Hintergründe der Physiologie des Sportlers zu erfahren und diese im Trainingsprozess einbeziehen zu können!

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