Weekly Athlete Julian Erhardt_beitragsbild

Always remember – pain is temporary! So das Motto von Julian Erhardt, einer unserer Sportler, den wir seit diesem Winter begleiten dürfen. Julian ist nach eigener Aussage Vollbluttriathlet und geht dem Multisport bereits seit einigen Jahren nach. Inspiriert von seinem Vater, der selbst leidenschaftlicher Triathlet ist, hat er sich im Alter von 16 Jahren für den Triathlon als Leistungssport entschieden. Durch kontinuierliches und sinnvoll aufgebautes Training schaffte er es 2009 in den D-Kader des Bayerischen Triathlon-Verbands aufgenommen zu werden. Es folgten landes- und bundesweite Erfolge, wodurch er schließlich nach dem Abitur die Chance bekam am Olympiastützpunkt Saarbrücken zu trainieren. Dort begann Julian zudem sein Studium der Sportwissenschaften. In den drei Jahren am Stützpunkt konnte sich Julian stetig weiter entwickeln und sich dadurch einen Platz im Erdinger Alkoholfrei Perspektivteam sichern. Bereits bei seiner dritten Mitteldistanz schaffte er beim gut besetzten Chiemsee Triathlon den Sprung aufs Podium und bestätigte seine Form mit der schnellsten Laufzeit des Tages.

Nach erfolgreichem Abschluss seines Bachelorstudiums ging es für den gebürtigen Bayer wieder zurück nach Übersee. Die Gegend rund um den Chiemsee inspiriert Julian jeden Tag aufs Neue und motiviert ihn bei seinem täglichen Training.

Letzte Woche durften wir Julian persönlich kennenlernen, denn er war bei uns im Münchner Institut zur Leistungsdiagnostik. Claudia führte mit ihm die umfassende Triathlon RED Diagnostik durch, bei dem sowohl die Rad- als auch die Laufleistung getestet und für jede Sportart ein physiologisches Profil erstellt wird. Während der Diagnostik zeigte sich, dass Julian beim Laufen bereits eine gute VO2max bei gleichzeitig niedriger VLamax mitbringt, was gute Voraussetzungen für seine  geplanten Wettkämpfe sind. Jedoch kann er seine Leistungsfähigkeit derzeit nicht voll ausschöpfen, da er noch deutliche Einbußen in der Laufökonomie hat und somit einiges an Potential verschenkt. Seine Trainerin Claudia möchte daher in den kommenden Wochen den Fokus auf die Übertragung seiner Leistungsfähigkeit auf die Straße legen. Das Ziel ist dabei durch eine Kombination von Technik- und Intervalltraining Fortschritte zu machen. Die geplanten Einheiten sehen dann beispielsweise Bergaufläufe oder Sprungkrafttraining zur Verbesserung der Technik oder kurze, hoch-intensive Intervalle vor.

Weekly Athlete Julian Erhardt

Interessante Resultate brachte zudem die Diagnostik auf dem Rad. Dabei zeigte sich, dass Julian sowohl in der maximalen Sauerstoffaufnahmen (VO2max) als auch in der maximalen Laktatbildungsrate (VLamax) noch Verbesserungspotentiale bietet. Claudia plant für die kommenden Wochen möglichst effiziente Reize im Training zu setzen, um damit seine Performance weiter zu verbessern. Empfohlen werden beispielsweise kohlenhydratfreie Einheiten, die sich vorwiegend im Grundlagenbereich abspielen und unter anderem auch K3-Intervalle (Kraftausdauer-Intervalle, leicht unterhalb der anaerobe Schwelle mit niedriger Tretfrequenz) beinhalten, um die VLamax zu senken. Zu Optimierung der VO2max plant Claudia zunächst längere Intervalle im Entiwicklungsbereich ein, um schließlich auf kürzere und höher-intensive Intervalle umzusteigen.

Abgerundet wurde die Leistungsdiagnostik mit der Analyse seiner Ernährung sowie Verpflegung während des Wettkampfes, bei der weitere Stellschrauben entdeckt wurden. Claudia war insgesamt zufrieden mit dem Verlauf der Diagnostik und bestätigte dies nach dem Test:

„Julian bringt schon eine sehr gute Basis mit. Allerdings schafft er es gerade noch nicht optimal seine gute Form von der Olympischen Distanz auf die Mitteldistanz zu bringen. Dies werden wir in den nächsten Wochen angehen. Ich bin schon sehr gespannt auf seine Ergebnisse bei der nächsten Leistungsdiagnostik!“

Auch Julian war mit seinem ersten Besuch in unserem Institut zufrieden und seine Erwartungen wurden mehr als erfüllt.

„Die einzelnen Tests waren natürlich sehr fordernd, wie es selbstverständlich auch gewünscht ist. Dadurch, dass die Belastungsstufen jedoch meist recht kurz gewählt wurden, bzw. auch zwei Rampentests zum Einsatz kamen, sind auch die vier Tests in kurzer Zeit hintereinander allesamt gut zu bewältigen und liefern aussagekräftige Daten.”

Darüber hinaus war er begeistert von der guten Betreuung während der Tests und der sehr ausführlichen Besprechung im Anschluss.

„Mit einer professionellen Hingabe für die Thematik hat sich Claudia für meine Analyse Zeit genommen und meine zahlreichen Fragen für die Umsetzung der Ergebnisse im Training stets verständlich und praxisnah beantwortet. So konnten wir gemeinsam wichtige Baustellen für die nächsten Wochen und Monate im Training erkennen und nun ist es an mir an den Schwächen mit den genauen Daten aus der Diagnostik zu arbeiten.“

Unter dem Namen “Weekly Athlete” wollen wir euch regelmäßig von Sportlern berichten, die von uns betreut werden. Dabei wollen wir nicht nur von Weltklasse-Leistungen erzählen, sondern vor allen Dingen die persönlichen, sportlichen Ziele der Athleten in den Vordergrund stellen. Denn ein Wettkampfergebnis sagt selten aus, wie viel Tiefpunkte und Rückschläge den Weg holprig gemacht haben oder wie die Sportler aus kleinen Erfolgen in der Vorbereitung neue Motivation geschöpft haben. Bei der ersten Ausgabe von “Weekly Athlete” berichten wir vom Höhepunkt in der Ironman-Szene, der Weltmeisterschaft auf Hawaii, und richten unseren Fokus dabei auf die Profis Lange und Aernouts sowie die Agegrouper Tim, Killian und Markus.

Es war ein Tag der Rekorde: der Ironman Hawaii 2018. Im Rennen der Männer pulverisierte Patrick Lange den bisherigen Streckenrekord und legte eine Bestzeit von 7:52:39h hin. Und hatte nach dem Zieleinlauf immer noch genügend Kraft vor seiner Freundin in die Knie zu gehen. Vielleicht waren das genau die 1,6% Leistung, die wir bei Patrick im Rahmen eines Aero-Fittings auf der Bahn einsparen konnten, die ihm für den Antrag gereicht haben. Auch der Zweitplatzierte in Kona, Bart Aernouts, konnte einen neuen Rekord brechen, indem er unter der 8 Stunden-Marke blieb.

Die haushohe Favoritin bei den Frauen erwischte keinen guten Start, aber zeigte trotzdem einmal mehr, dass gegen sie kein Kraut gewachsen ist. Daniela Ryf löste den alten Rekord in Luft auf und setzt die Marke auf 8:26:18h – das war gute 20 Minuten schneller als die bisherige Bestzeit.

Auch von uns waren drei STAPS-Sportler auf der Insel und verfolgten ihre persönlichen, sportlichen Ziele. Für den einen war es der erste Ironman auf Hawaii im jungen Alter von 21 Jahren und für den anderen das 10. Finish in Kailua-Kona. Bereits in den vergangenen Jahren begleiteten wir einige Sportler nach Hawaii und erlebten dabei die unterschiedlichsten Geschichten bei der Vorbereitung und am Tag der Wahrheit. Vor allem Amateur-Sportler stehen vor dem Problem nur beschränkt viel Zeit dem Training opfern zu können und dadurch wird ein Ironman schnell mal zu einem Rechenspiel.

Das STAPS-Team aus Hamburg fieberte hingegen aus der Ferne mit und lud unter dem Motto „Aloha-Altona“, Freunde, Bekannte und Triathlon-Enthusiasten zum gemeinsamen Gucken der Live-Übertragung ein. Bei 26 Grad in Hamburg, Hawaii-Ketten und Palmen als Dekoration, Poke-Bowls und Kona Bier, verbreitete sich schnell hawaiianisches Feeling und wir hatten einen spannenden und coolen Abend zusammen, der sicherlich nächstes Jahr wiederholt wird.

Tim Rose – der Jüngling

Tim gehört mit seinen 21 Jahren zu den jüngeren Athleten im Starterfeld und es war für ihn die erste Teilnahme am Ironman auf der Insel. Insgesamt war der Wettkampf auf Hawaii sein vierter Ironman und durch den Sieg in seiner Altersklasse in Maastricht konnte er sich im Mai dieses Jahres qualifizieren. Tim wird von STAPS-Trainer Lukas betreut, der ihn spezifisch auf den Wettkampf vorbereitet hat. Für Lukas war es aus Trainer-Sicht wichtig, dass Tim ein solides Schwimmen abliefert, um dann eher konservativ die Radstrecke in Angriff zu nehmen und zum Abschluss Vollgas beim Laufen zu geben. Leider konnte Tim diese Taktik nicht wie geplant umsetzen, da ihn eine Erkältung in der Woche vor Rennbeginn heimsuchte. Im Wettkampf bekam er dann dafür die Rechnung und Tim erlitt einen energetischen Einbruch beim Laufen. Er musste sich zweimal übergeben und die Bronchien waren von der Krankheit noch angeschlagen. Dadurch wurden seine anvisierte Zeit und ein besseres Resultat verhindert, aber Tim zeigte sich trotz der Umstände zufrieden mit seinem Wettkampf:

Mein Ziel war ein gutes Rennen zu machen und mit der Leistung wäre ich am Ende in den Top-10 gewesen. Das hat ja durch die Krankheit in der Rennwoche leider nicht geklappt, weil sie für die Probleme im Rennen verantwortlich war. Unabhängig davon bin ich aber trotzdem stolz das Rennen dann doch erhobenen Hauptes ins Ziel gebracht zu haben“.

Auch sein Trainer Lukas war mit dem ersten Hawaii-Finish von seinem Athleten zufrieden und er ist sich sicher, dass Tims Zeit auf der Insel noch kommen wird.

Neben den sportlichen Rekorden, lebt der Ironman vor allem von seinen Emotionen und der unvergleichlichen Stimmung. Tim hat die Atmosphäre auf der Insel in Worte gefasst:

„Durch meine frühe Anreise habe ich ja die ganze “Entwicklung” in Kona mitbekommen aber ehrlich gesagt war bis zur Rennwoche nicht viel los. Dann wurde es aber von Tag zu Tag deutlich voller und vor allem draußen am Highway hat man es gemerkt. Trotzdem fand ich das Flair nicht so krass wie ich es aus den Erzählungen kenne. Da hätte ich mir schon mehr vorgestellt. Was jetzt natürlich nicht heißen soll, dass es uncool war und so gar keine Stimmung aufkam. Geil ist aber echt, dass man das Engagement der Locals merkt und sie mit Herzblut dabei sind. Die gratulieren dir ständig zum Rennen, als Volunteer haben sie an den Verpflegungen mega gut motiviert und die stehen einfach voll hinter dem Rennen! Das ist völlig anders als bei den Rennen in Europa.“

Killian Limmer – der Entspannte

Auch für Killian war der diesjährige Ironman auf Hawaii seine erste Teilnahme, nachdem er letztes Jahr die Qualifikation nur ganz knapp beim Ironman in Österreich verpasst hat. Seinen diesjährigen Startplatz sicherte sich Kilian an seinem Geburtstag, dem 1. Juli, in Klagenfurt mit einer Zeit von 9:31:30h. Von diesem Resultat motiviert war sein Ziel auch auf Hawaii eine Zeit unter 10h zu schaffen und gleichzeitig eine Platzierung unter den ersten 10 seiner Altersklasse zu belegen.

Für seine Trainerin Claudia war es im Vorfeld wichtig, dass Kilian den Ironman entspannt angeht, damit er für die letzte Disziplin noch genügend Reserven hat und er keinen „Wandertag“ einlegen muss. Beim Schwimmen suchte sich Killian gute Beine um mit zuschwimmen und sich damit aus dem größten Getümmel rauszuhalten. Doch kurz nach der Wende erwischte es ihn und er bekam einen heftigen Tritt ins Gesicht, sodass sich die Brille am Gesicht festsog. Dadurch bekam Kilian leichte Schwindelgefühle, die erst nach dem Ausstieg aus dem Wasser wieder verschwanden. Auf dem Rad fand Killian schnell einen guten Rhythmus, den er ohne ein Tief bis zum Ende durchhalten konnte. Auch die Ernährungsstrategie ging während des Radfahrens optimal auf und er konnte „entspannt“ in die Laufschuhe wechseln. Die letzte Disziplin konnte Killian mit einer Pace zwischen 4:30 und 5:00 angehen und musste zum Glück keinen Gehpausen einlegen.

Damit hat Killian sein Ziel mit einer Zeit von 9:48:40h weitaus unterboten und war mit seiner Leistung sehr zufrieden. Nur die Anderen aus seiner Leistungsklasse waren dieses Jahr überraschenderweise sehr schnell unterwegs, weswegen es für Killian „nur“ für einen 15. Platz gereicht hat.

Markus Ganser – der Jubiläumsfinisher

Markus kann man bereits als „alten Hasen“ bezeichnen, denn er finishte am Wochenende seinen 10. Ironman auf Hawaii. Die Qualifikation sicherte er sich mit einem vierten Platz beim Ironman Lanzarote Ende Mai. Zusammen mit seinem Trainer Niklas definierte Markus für jede Disziplin Zwischenziele, um bereits während des Wettkampfes kleine Erfolge feiern zu können.

Bei der ersten Disziplin bedeutete dies, dass Markus sich möglichst aus dem Trubel raushält und das Schwimmen eher verhalten angeht. Dies gelang ihm auch und er konnte ohne größere Schwierigkeiten nach 1:07h aus dem Wasser steigen. Daraufhin folgte seine Paradedisziplin, denn Markus ist ein außergewöhnlich starker Radfahrer und zählt in seiner Agegroup zur absoluten Spitze. Aufgrund negativer Erfahrungen im Vorfeld, nahm er sich jedoch beim Radfahren ein wenig zurück, um für den anschließenden Marathon noch Kraft zu haben. Trotz dosierter Fahrweise absolvierte er den Radsplit in 04:39h und meinte nach dem Wettkampf dazu:

„Ab aufs Rad und in diesem Jahr nicht Vollgas und Blinker links, sondern sehr bedacht und immer so 270 Watt auf der Uhr. Trotzdem bin ich eigentlich überall vorbei, nur halt nicht so schnell 😉“

Das dritte Ziel war es schließlich, einen möglichst gleichmäßigen Marathon zu absolvieren ohne dabei gegen Ende einzubrechen, denn das war häufig bereits das Problem. Auf diese Problematik hatte sich Niklas in der Vorbereitung speziell fokussiert und beispielsweise den Trainingsaufwand beim Laufen verstärkt. Zudem absolvierte Markus spezifische Koppeleinheiten mit Wettkamp-Intensität. Leider konnte er trotz seiner passiven Fahrweise auf dem Rad nur bis zum Halbmarathon seine anvisierte Pace laufen. „Es ging gar nix mehr, keine Power, mir war teils schwindelig und ich hatte echt Bedenken das Ziel zu sehen.“, so sein Statement nach dem Rennen. Markus musste sich mit großem Kampf bis zum Finish durchbeißen. Einer der Ursachen für den Einbruch sieht er in der kurzen Akklimatisation, da er aus beruflichen Gründen erst kurzfristig anreisen konnte.

Niklas bewunderte in der Vorbereitung immer wieder die eiserne Disziplin und die Aufopferungsbereitschaft von Markus. Nur wenige Athleten ziehen ihr Training so strikt zu jeder Tages- und Nachtzeit durch. Es kam nicht selten vor, dass Markus bereits vor 6 Uhr am Morgen auf dem Rad saß und mehrere Stunden Training absolvierte bevor er sein Geschäft (Radladen Ganser in Stolberg) aufschloss. In den letzten Vorbereitungsmonaten standen häufig mehr als 20 Stunden auf dem Trainingsplan, bevor unmittelbar vor Hawaii das Training reduziert wurde.

 

Der 10. Jubiläumsstart auf Hawaii sollte eigentlich sein Letzter werden – aber das kaufen wir ihm noch nicht ganz ab.

Liebe Sportler und Wegbegleiter des letzten Jahrzehnts,

mit diesem Blogeintrag möchte ich ganz persönlich zurückblicken auf ein Jahrzehnt bei STAPS. Im Juni dieses Jahres durfte ich mein 10-jähriges „Dienstjubiläum“ feiern und möchte das zum Anlass für ein paar Zeilen nehmen. Aber keine Angst, das wird jetzt keine Jubiläumsrede, sondern eine Reise in meine Vergangenheit und die des Instituts sowie ein Ausblick auf zukünftige Projekte.

Mein Name ist übrigens Björn Geesmann. Ich bin Sportwissenschaftler, 31 Jahre alt und Geschäftsführer von STAPS.

 

Die Leidenschaft für den Radsport

Im Sommer 2008 hatte ich als Praktikant meinen ersten Arbeitstag bei STAPS. Damals war ich Sportwissenschaftsstudent an der Deutschen Sporthochschule in Köln im zweiten Semester und bin durch eine Stellenausschreibung auf STAPS aufmerksam geworden. Ein Institut für Leistungsdiagnostik und Trainingsbetreuungen im Ausdauersport – für einen großen Fan des Radsports, wie ich es immer noch bin, klang das nach einer sehr guten Option, das in der Theorie Erlernte aus der Universität in der Praxis anzuwenden.

Radsport ist schon immer eine meiner großen Leidenschaften. Eine Sportart, bei der ich meinen Körper bis zum Äußersten quälen kann; für den ich aber auch die letzten Schulstunden sausen ließ, um ja nicht die Übertragung der Tour-de-France-Etappe im Fernsehen zu verpassen. Ein Sport für den ich in den französischen Alpen am Streckenrand stand, um Jan Ullrich und Andreas Klöden sowie deren Mitstreiter aus vollem Halse anzufeuern. Ein Sport an den ich im Mai 2007 aber auch kurzzeitig den Glauben verlor als Rolf Aldag und Erik Zabel Doping auf der Pressekonferenz gestanden. Man kann mich naiv nennen, aber im jungen Alter von 20 Jahren habe ich mir darüber damals wenig Gedanken gemacht.

Meine Sicht auf den Sport änderte sich zwar und ich toleriere keinerlei illegalen, leistungssteigernden Substanzen. Doch die Leidenschaft für den Radsport konnten mir diese Ereignisse nicht nehmen und ich wusste zu Beginn meines Studiums, dass der Ausdauersport der Bereich war, in dem ich später arbeiten wollte.

Der erste Arbeitstag: Wie funktioniert ein Leistungsmesser?

Zurück zu meinem ersten Arbeitstag bei STAPS, das damals noch an der Gleueler Straße in Köln-Lindenthal seinen Institutssitz hatte. Meine erste Aufgabe, die ich von meinem damaligen Chef und mittlerweile langjährigen Weggefährten Sebastian Weber aufgetragen bekam, war die Inventur der Leistungsmesser.

Nicht, dass ich nicht wusste, was ein Leistungsmesser war, aber in der Hand hatte ich vorher noch keinen und behandelte daher das kabelgebundene, gefühlt 2 Kilogramm schwere SRM-Powermeter wie ein rohes Ei. Nichts ahnend, dass die Dehnmessstreifen und die dazugehörige Leistungsmessung dieses Anbauteils in den kommenden Jahren eine derartige Bedeutung im Radsport und Triathlon einnehmen würde.

Die eigene Leistung objektiv messbar zu machen und das Verständnis der physiologischen Hintergründe, das faszinierte mich vom ersten Tag an – bis heute, übrigens. Nach erfolgreicher Inventur blieb ein ziemlich altes Powermeter ungenutzt übrig, welches den Weg an mein Rennrad fand und es mir so erleichterte, die Zusammenhänge besser zu verstehen.

 

Die eigenen Radsport-Idole auf dem Ergometer

Mein erstes Highlight bei STAPS erlebte ich dann im Winter 2008: Trainingslager auf Mallorca mit dem Team Columbia. Mark Cavendish, Kim Kirchen, Bradley Wiggins, Michael Rogers, George Hincapie – Radprofis, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kannte, saßen jetzt auf „meinem“ Ergometer.

Ich freue mich heute noch, wenn ich an all die Radprofis denke, die ich schon einmal beim 15-sekündigen Sprinttest anschreien durfte. Von der etablierten Columbia-/ Highroad-Riege um Kim Kirchen, Andre Greipel und Michael Rogers bis hin zu den damaligen Jungstars um Edvald Boasson Hagen, Tejay van Garderen und Peter Velits. Von den Katusha-Fahrern um Oscar Freire und Joaquin Rodriguez bis hin zu Dreifach-Weltmeister Peter Sagan, dem ich sowohl im Team Cannondale als auch im BORA-hansgrohe-Trikot schon ins Ohrläppchen pieksen durfte.

Neben Grand-Tour-Etappensiegern, Mailand-Sanremo-Gewinnern und Weltmeistern fehlt noch ein Tour-de France-Gesamtsieger in dieser Aufstellung. Ein weißer Fleck auf meiner Liste, der hoffentlich noch überschrieben wird.

 

Die Begleitung der eigenen Athleten auf dem Weg zum sportlichen Erfolg

Nach Ende meines Praktikums fing ich im Jahr 2009 an fest bei STAPS zu arbeiten. Zu meinen Aufgaben gehörte neben der Durchführung von Leistungsdiagnostiken von Hobby-, Amateur und Profisportlern auch meine ersten eigenen Athleten im Training zu betreuen und zu coachen. Der Grund, weshalb mir die Sportwissenschaft und das Trainerleben immer schon sehr viel gegeben haben, ist die Möglichkeit, Sportler unterschiedlichster Leistungsklassen unter den vielfältigsten Voraussetzungen auf ein sportliches Ziel vorzubereiten. Jeder Weg ist dabei anders, jedes Ziel birgt neue Herausforderungen. Dabei zu erleben, wie der Sportler Erfolge feiert – ob eine persönliche Bestzeit beim Ötztaler Radmarathon oder der Sieg beim Ironman –, ist eben dieser Moment, den diese Berufung für mich ausmacht.

 

Übernahme des Unternehmens 2015

Nach meinem Praktikum und einigen Jahren als Angestellter habe ich das STAPS Institut zu Beginn des Jahres 2015 von meinem damaligen Chef Sebastian Weber übernommen.

Unser STAPS-Team bestand zu dieser Zeit aus meinen mittlerweile langjährigen Mitstreitern Hosea, Marc und Jonas, die die meisten von Euch kennen werden. Wir waren damals ein junges, aber natürlich auch relativ unerfahrenes Team. Einige Ideen waren sicherlich suboptimal, Lehrgeld haben wir auch bezahlt. Was aber über allem steht: Die Zusammenarbeit mit Hosea, Marc und Jonas hat die Entwicklung in den vergangenen Jahren überhaupt erst möglich gemacht – Danke!

Seit dieser Übernahme ist viel passiert: Wir haben 2015 unser Institut in Hamburg-Altona eröffnet, im gleichen Jahr zudem ein neues aerodynamisches Testverfahren auf die Beine gestellt. In 2017 dann unsere Dependance in München eröffnet und zudem in Zusammenarbeit mit meinen Freunden Daniel Schade und Lotte Kraus von gebioMized unsere neuen Bike-Fitting-Dienstleistungen eingeführt.

In den vergangenen fast vier Jahren hat sich dadurch auch mein Arbeitsleben deutlich verändert: Meine frühere Haupttätigkeit der Trainingsbetreuungen ist der Geschäftsführung gewichen. Dass ich mich im ersten Abschnitt dieses Artikels überhaupt vorstellen muss, fühlt sich komisch an. So kannte ich bis zum Ende des Jahres 2014 noch jeden Sportler von STAPS persönlich. Meine bis dahin sechsjährige Firmenzugehörigkeit gepaart mit einem relativ guten Namens- und fotografischen Gedächtnis führten dazu, dass ich die STAPS-Historie jedes einzelnen Kunden inklusive aktueller sportlicher Ziele, der Sauerstoffaufnahme-Kapazität und des Körperfettanteil ziemlich präzise wiedergeben konnte.

Was bis heute geblieben ist, ist die Tatsache, dass ich den Radsport und Triathlon nicht als Beruf empfinde. Natürlich verdiene ich mit der Trainingsbetreuung, den Aerodynamiktests und den Sitzpositionsoptimierungen meinen Lebensunterhalt; aber über allem steht, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Und ich bin vor allem immer noch eins: Fan dieser Sportarten!

Ganz aufgeben habe ich die Arbeit an der Trainingsfront aber nicht und freue mich, dass ich heute noch vier Sportler betreuen darf.

Oft werde ich gefragt, ob es denn überhaupt Spaß macht, wenn man sich nun nur noch um die Geschäftsführung statt um das Sportliche kümmern muss. Die klare Antwort lautet Ja!

Schließlich darf ich heute gemeinsam mit 15 hervorragenden Kolleginnen und Kollegen, die allesamt nicht nur außergewöhnliche Fachleute, sondern zudem auch Persönlichkeiten sind, zusammenarbeiten. Wir diskutieren viel, wir streiten ab und zu und haben auch nicht unbedingt stressfreie Aufgaben in der täglichen Arbeit zu leisten. Aber ein Team aus jungen Leuten im Ausdauersport führen zu dürfen, ist die Wunschvorstellung, die ich bereits früher gehabt habe.

 

Ein Ausblick ohne Weitblick

Wie die Zukunft von STAPS aussieht? Wenn ich in den vergangenen zehn Jahren eine Sache besonders gelernt habe, dann, dass allzu langfristige Pläne wenig Sinn machen. Nach den ersten vier Jahren der Selbstständigkeit und stetigen Entwicklung gilt es für uns in den kommenden zwei Jahren erstmal, sich an die neuen Strukturen anzupassen, Prozesse zu optimieren und vor allem den Fokus weiterhin auf unsere Sportler zu legen.

Es ist unser größtes und wichtigstes Anliegen, unseren Triathleten, Radsportlern und Läufern immer die fortschrittlichsten und qualitativ hochwertigsten Leistungen zu liefern. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel auf dem Trainingssektor mit der Einführung unserer neuen Trainingsplattform einen weiteren großen Schritt gemacht. Wir haben aber auch schon jetzt noch einige Optimierungen auf der To Do-Liste, die wir in den nächsten Monaten umsetzen wollen, um uns und unsere Leistungen für unsere Sportler weiter zu verbessern.

Wir möchten gemeinsam mit Euch, unseren Sportlern, noch viele Erfolge feiern. Euch schneller machen, eure physiologischen Baustellen optimieren und euch vor allem eine gehörige Portion Spaß im Training und Rennen bescheren.

Für mich steht eines fest: All diese Erlebnisse und Erfahrungen des vergangenen Jahrzehnts, all die persönlichen Bekanntschaften und das Entstehen dieses tollen STAPS-Teams hätte es ohne euer Vertrauen nicht gegeben. Dafür sage ich: vielen Dank!

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Meilensteine in meiner Trainierkarriere: von Paris über Hawaii und die USA nach Roth

In den vergangenen zehn Jahren durfte ich circa 200 bis 250 Sportler betreuen, beraten, testen und auf dem Weg zum sportlichen Erfolg begleiten. Darunter sind die unterschiedlichsten Erfolge gewesen, auf die ich heute noch sehr gerne zurückblicke:

Agegrouper, die sich für die Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii qualifiziert haben; Radmarathonis, die ihre Bestzeiten beim Ötztaler unterboten haben; Amateur-Radsportler, die ich auf dem Weg zum (Halb-) Profitum begleiten durfte. Einen glücklichen Sportler zu erleben, dessen sportlichen Weg ich mitgestalten konnte, war für mich jedes Mal ein echtes Highlight.

Unter all diesen Sportler waren Teams und Individuen, Wettkämpfe und Projekte, die mich nachhaltig beeindruckt haben. Die bedeutendsten und emotionalsten davon, möchte ich Euch hier vorstellen:

 

Paris-Brest-Paris 2011: das Heinemann XP-Team

Als ich 2010 begann, das Heinemann XP-Team auf die 2011er-Ausgabe von Paris-Brest-Paris vorzubereiten, stand ich zunächst vor vielen Fragezeichen. Wie bereitet man eine Gruppe Amateur-Radfahrer auf ein 1.200-Kilometer-Brevet vor? Was gilt es bei der Ernährung zu beachten und wie wirken sich die Wetterbedingungen aus? Fragen über Fragen, die am Ende dazu führten, dass ich anhand aufwändiger Untersuchungen meine Masterarbeit über die Auswirkungen einer Ultra-Ausdauerbelastung auf physio- und immunologische Parameter schrieb und das Heinemann XP-Team nicht nur meine betreuten Sportler, sondern zugleich meine Probandengruppe waren.

 

Zwischen Beruf und Profi-Triathlon: Astrid Stienen

Ab 2012 durfte ich mit Astrid Stienen erstmalige Erfahrungen in der Betreuung von Profi-Triathleten sammeln. Mit dem Sieg des Altersklassen-Europameistertitels beim Ironman Frankfurt 2013 und dem WM-Titel auf Hawaii in der Altersklasse 30-34 wechselte Astrid in den Profisport, in dem sie im Jahr 2015 den Ironman Schweden gewinnen konnte – am Tag der Eröffnungsfeier unseres Hamburger Instituts. Eine besondere Erfahrung war es, erstmals mit dem Profi-Triathlon in Berührung zu kommen und dabei gemeinsam mit Astrid den Spagat aus Vollzeit-Beruf (Ärztin) sowie Profi-Triathletin anzugehen.

 

Auf dem Weg in die WorldTour: „Mühli“ und „Pösti“

Meine größten Erfahrungen im Amateur-Radsport durfte ich ab 2012 mit dem Tirol Cycling Team sammeln. In Zusammenarbeit mit dem Sportlichen Leiter Roland Pils habe ich das Team bis 2016 sportwissenschaftlich betreut und trainiert. Im Fokus dabei stand die Entwicklung junger U23-Fahrer auf dem Weg in den Profi-Radsport. Früchte getragen hat diese Arbeit bei den beiden heutigen BORA-hansgrohe-Fahrern Gregor Mühlberger und Lukas Pöstlberger, die ich über Jahre begleiten durfte. Beide waren schon zu Tirol-Zeiten absolute Ausnahmetalente und es freut mich immer wieder auch heute noch zu sehen, wie die Jungs jetzt Rennen in der WorldTour gewinnen und im Sprintzug für Peter Sagan mitwirken.

Streckenrekord beim Race Across America: Anders & Axel

In 2014 bereitete ich neben den beiden Solo-Startern Guido Löhr und Stefan Schlegel auch ein Zweier-Team um Anders Asberg und Axel Fehlau auf das Race Across America vor. Bei einer derartigen Vorbereitung geht es nicht allein um die Erhöhung der anaeroben Schwelle oder die Senkung des Körperfettanteils. Vielmehr bieten Rennen wie das RAAM alle Facetten, die die Sportwissenschaft herzugeben vermag. Von der Streckenlänge (4.800 Kilometer) gepaart mit zahlreichen Höhenmetern (>10.000 HM) bis hin zu extremen Temperaturen (0-48 Grad) oder enormen Höhen (höchster Punkt auf 3.300 Metern). All diese Faktoren wollten in der Vorbereitung der Athleten auf dieses sportliche Highlight berücksichtigt werden – unter der Prämisse von nur zehn Stunden Trainingszeit pro Woche und dem Anspruch, das Rennen zu gewinnen.

Mit 6 Tagen 9 Stunden und 41 Sekunden halten wir heute noch den Streckenrekord im Zweier-Team. Gerade die Erfahrungen vor Ort waren damals sehr prägend und ein Erlebnis der ganz besonderen Art. Auch für die Crew eine nicht unerheblich anstrengende Woche, aber in Gedanken an Anders und Axel relativierte sich das damals wie heute.

Race Across America mit Axel Fehlau und Anders Asberg

Deutsche Meisterin mit nur einer Niere: Trixi Worrack

Es war nicht alles nur rosarot in den vergangenen Jahren. Ein wirklich schrecklicher Tag war der 20. März 2016 als meine Sportlerin Trixi Worrack, die ich im Vorjahr noch zum Deutschen Meistertitel auf der Straße führte, bei der Trofeo Binda schwer stürzte und in den folgenden Stunden ums Überleben kämpfte. Eine Notoperation, der Verlust einer Niere und viele Wochen Aufbautraining später reiste Trixi dann bereits im Juni wieder zu den Deutschen Meisterschaften nach Erfurt und sicherte sich den Titel im Zeitfahren. Sicherlich das schön-schlimmste Erlebnis der vergangenen zehn Jahre.

Die Trainingsbetreuung von Trixi seit 2014 bis heute ist immer wieder sehr lehrreich. Trixi ist ein „alter Hase“ und man lernt in der Zusammenarbeit mit ihr viel über den Frauenradsport. Dass sie ihren Zeitfahr-Titel 2017 verteidigen und sich vor ein paar Tagen den Weltmeistertitel im Mannschaftszeitfahren sichern konnte, ist dabei umso schöner.

Spektakel Challenge Roth 2018: Daniela Sämmler

Das vielleicht spektakulärste Erfolgserlebnis hatte ich in diesem Sommer bei der Challenge Roth mit Daniela Sämmler. Es ist müßig, zu versuchen die turbulenten 8,5 Rennstunden hier noch einmal wiederzugeben, da das Rennen viel zu facettenreich war, um in ein paar Zeilen wiedergegeben werden zu können. Am Ende stand nach einem Herzschlagfinale ein Überraschungssieg mit neun Sekunden Vorsprung gegenüber der Zweitplatzierten Lucy Charles zu Buche und Danni konnte sich den so begehrten Titel in Roth sichern. Ein wahninniges Rennen, welches ich versucht habe, in einem Blog-Beitrag aus meiner Perspektive halbwegs wiederzugeben. Ich weiß nicht, ob man erahnen kann, was dieser Tag für mich bedeutete. Es war vermutlich der spektakulärste in meinem STAPS-Jahrzehnt.

Daniela Sämmler in Roth

Einige Leser dieses Beitrags durfte ich in all den Jahren sportlich begleiten und auf ihre sportlichen Highlights vorbereiten. Was ihr nicht wisst: Es gibt eine Liste von Euch und ich habe garantiert keinen vergessen. Wenn Ihr diese Zeilen hier also lest, meldet euch mal! 😊

Danke für Euer Vertrauen in all den Jahren!

Liebe Grüße,

Björn

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Anastasia Kempinger

Um einen sportlichen Wettkampf erfolgreich zu bestreiten, fließt im Training vorher monatelang viel Schweiß, einige Entbehrungen müssen eingegangen werden und der innere Schweinehund ein ums andere Mal überwunden werden. Auch der Spaß darf dabei nicht zu kurz kommen, der Druck mit dem Näherkommen des Renntages nicht zu groß werden. Eine optimale Vorbereitung auf einen Radmarathon wie den Ötztaler ist komplex – neben dem reinen Training zählt die Ernährung, das passende Material und eine Pacingstrategie gilt es auszuarbeiten. Oft geht die Vorbereitung aber noch weit darüber hinaus: Es geht um die Integration des geliebten Sports in den Alltag, um das Überwinden von Tiefs im Training und um das Finden der richtigen Dosis aus Spaß und Durchhaltevermögen!

In unserem Portrait unserer Ötztaler-Starter 2018 haben uns viele unserer STAPS-Sportler ein Statement zu ihrer Vorbereitung gegeben. Wir haben uns dazu die Statements von Anastasia, Eugen und Christian herausgepickt und ihre Coaches Patrick, Niklas und Lukas nach ihren Einschätzungen zur Vorbereitung befragt:

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Anastasia Kempinger

Anastasia Kempinger

Ich hatte eigentlich nicht gedacht, dass ich mich über einen längeren Zeitraum zum regelmäßigen Training überwinden kann. Das Training war immer sehr fordernd aber selten überfordernd. Sehr positiv ist, dass man trotz eines begrenzten Zeitaufwands doch zu einem sehr guten Trainingsergebnis kommt. Spaß hat das Training nicht immer gemacht, aber jetzt bei den Radmarathons weiter vorne mitzufahren und dabei auch mehr Spaß zu haben – dafür hat sich die Mühe doch gelohnt. Der Trainingserfolg und der Zuspruch von Patrick haben mich dann motiviert beim Ötztaler zu starten.

Wir haben uns von Anastasias Coach Patrick (STAPS München) ein Statement eingeholt:

Ich habe Anastasia als motivierte Athletin kennengelernt, die bis dahin jedoch keinerlei Erfahrung mit dem regelmäßigen Training nach einem Trainingsplan hatte. Ihr anfängliches Ziel war es, sich über sechs Monate strukturiert auf die anstehende Radmarathon-Saison vorzubereiten, um zum einen schneller zu fahren und zum anderen dadurch noch mehr Spaß zu haben. Das Besondere: Vom Ötztaler Radmarathon war damals noch gar keine Rede!

Das ganze Frühjahr über arbeitete Anastasia ihre Trainingseinheiten vorbildlich ab und wenn es einmal nicht so gut lief, kamen von ihrer Seite schon beinahe entschuldigende Worte. Somit bestand meine Aufgabe als Trainer vor allem darin, ihr aufzuzeigen, dass ich mit ihrem Trainingsplan zwar einen klaren Plan verfolge und jede Trainingseinheit ihre Daseinsberechtigung hat, ihr Plan aber keine Vorgaben enthält, die in Stein gemeißelt sind und um alles in der Welt einzuhalten sind. Dadurch gab ich Anastasia die Freiheit ihre Trainingseinheiten selbstständig etwas anzupassen, um ihr an stressigen Tagen oder an Tagen, an denen sie sich einmal nicht gut fühlte, den Druck zu nehmen. Bei STAPS sind wir der Überzeugung, dass sich nur so langfristig der Spaß am Training garantieren lässt.

Ein strukturiertes Training lebt vor allem von Kontinuität und diese erreicht man am nachhaltigsten durch Motivation und Spaß – Anastasia hatte beides! Von ihrer neuen „Freiheit“ machte Anastasia allerdings kaum Gebrauch und spulte ihr Programm über die sechs Monate vorbildlich und hoch motiviert ab. Ihrem Feedback nach fühlte sie sich durch den Plan nicht mehr unter Druck gesetzt und ich bekam keine entschuldigenden E-Mails mehr, wenn mal ein Intervall mit der falschen Trittfrequenz gefahren wurde oder gar eine Minute zu kurz war.

Nach den ersten erfolgreich absolvierten Radmarathons war dann klar: regelmäßiges Training nach Plan macht nicht immer nur Spaß, das schnellere Fahren bei den Radmarathons (und das Einsammeln männlicher Konkurrenten am Berg) allerdings schon.

Nach fünf Monaten regelmäßigem Training konnte Anastasia eine stolze Leistungssteigerung erzielen: Von 184 Watt bzw. 2,7 Watt pro Kilogramm Körpergewicht an der anaeroben Schwelle steigerte sie ihr Leistung auf 227 Watt und 3,4 Watt pro Kilogramm Körpergewicht  – der Lohn für ihr regelmäßiges Training. Etwas unsicher „gestand“ sie mir dann, dass sie einen Startplatz für den Ötztaler Radmarathon hat, sich aber nicht sicher sei, ob sie das schaffen würde. Da ich wusste, dass sie nach wie vor motiviert und mit Spaß trainiert, wir noch ein paar Monate Zeit hatten und zudem eine deutliche Leistungssteigerung erzielen konnte, war mir sofort klar, dass ihre Sorgen unberechtigt waren und einer erfolgreichen „Ötzi“-Teilnahme nichts im Wege stehen würde. Motiviert durch das bereits Erreichte und meine Zuversicht wurden aus sechs Monaten erfolgreicher Zusammenarbeit dann 12 Monate und wie ich letztes Wochenende vor Ort live miterleben durfte, finishte Anastasia ihren ersten „Ötzi“ (trotz widrigsten Wetterbedingungen mit Regen, Nebel und Kälte) souverän unterhalb von 12 Stunden.

Glückwunsch Anastasia und Danke für die tolle Zusammenarbeit!

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Eugen Böger

Eugen Böger 

Die Vorbereitung mit Niklas war sehr gut. Fahre schon seit 10 Jahren mit Wattmessung und Trainingsplan (Onlineplattform 2peak), aber seit März mit persönlichem Trainer. Das sind Welten!

Die Einheiten waren immer genau richtig: gequält ja, aber immer im Rahmen. Habe mich oft über die Kraft in den Beinen gewundert. Schauen wir mal, ob meine Bestzeit von 12 Stunden und 7 Sekunden geknackt werden kann.

Wir haben uns von Eugens Coach Niklas (STAPS Köln) ein Statement eingeholt: 

Die Zusammenarbeit mit Eugen begann mit einer Leistungsdiagnostik Ende März bei unserem STAPS on Tour-Termin in Münster. Eugen sagte uns vor dem Test, er sei ein „Diesel“, der erst über eine gewisse Renn- oder Trainingsdauer seine Stärken ausspielen kann, sich aber mit kürzeren und intensiveren Belastungen schwertut.

Das Besondere bei Eugen war, dass sich seine subjektive Einschätzung des „Diesels“ nicht wirklich mit den Ergebnissen der Leistungsdiagnostik deckte. Seine maximale Laktatbildungsrate (VLamax) – die den anaeroben Stoffwechsel charakterisiert – deutete mit einem Wert von 0,61 mmol/l/s auf einen erhöhten Kohlenhydratverbrauch hin. Die maximale Sauerstoffaufnahme – die den aeroben Stoffwechsel charakterisiert – war mit 4.300 Millilitern pro Minute eher überdurchschnittlich, sodass intensive Belastungen eigentlich möglich gut fahrbar sein müssten.

Ende März hatte Eugen noch sein „Wintergewicht“, sodass seine relative Leistungsfähigkeit mit 2,66 Watt pro Kilogramm Körpergewicht an der anaeroben Schwelle noch zu gering war, um die anvisierten Anstiege des Ötztaler Radmarathons erfolgreich zu erklimmen.

Es ergaben sich also für Eugen zu Beginn der Betreuung folgende physiologischen Baustellen im Hinblick auf den „Ötzi“:

  1. Die maximale Laktatbildungsrate zu senken und darüber den Kohlenhydratstoffwechsel senken
  2. die maximale Sauerstoffaufnahme erhöhen, die zwar schon gut war, für eine Leistungssteigerung aber immer zuträglich ist
  3. das Körpergewicht über eine Reduktion des Körperfettanteils verringern und über eine Kombination aus Training und Ernährung peu á peu in Richtung Ötztaler-Gewicht bringen

Unter Berücksichtigung der physiologischen Baustellen, der Zielsetzung Ötztaler und der verfügbaren Trainingsmöglichkeiten, haben wir Eugen eine individuelle Rahmenplanung inklusive detaillierter Trainingspläne geschrieben, über die ich gerne einen kleinen Eindruck geben wollen:

Im wechselhaften Frühjahr fokussierten wir uns mit vielen kürzeren, dafür intensiveren Einheiten auf die Erhöhung der Sauerstoffaufnahme. So stand oftmals nur eine Einheit am Wochenende oder an den Feiertagen auf dem Plan, die man von der Dauer her als „Grundlageneinheit“ identifizieren würde. Die intensiven Einheiten mit Intervallen im Entwicklungsbereich und teilweise auch im Spitzenbereich waren in der Form neu für Eugen, zeigten aber auch schnell Wirkung. Die Anstiege im heimischen Sauerland konnten nach kurzer Zeit flüssiger gefahren werden und die entsprechenden Wattzahlen deutlich länger aufrechterhalten werden.

Richtung Sommer verlagerten wir den Schwerpunkt etwas mehr auf den Umfang, ohne diesen dabei übermäßig zu erhöhen. Stattdessen verbrachte Eugen auch zunehmend Zeit in seinem Zielleistungsbereich für den Wettkampf in Kombination mit spezifischen Trittfrequenzen. Außerdem sollte Eugen regelmäßig ohne vorherige Kohlenhydrat-Aufnahme in das Training starten, um seinen Kohlenhydratverbrauch zu senken.

Die letzten Wochen vor dem Wettkampf kamen Schlüsseleinheiten hinzu, in denen er auch in längeren Einheiten immer wieder signifikante Zeiträume bei seiner Zielleistung für den Wettkampf fahren sollte. Diese hatten auch zum Zweck, die gleichmäßige Leistungsabgabe über einen gewissen Zeitraum im Sinne des Renn-Pacings zu schulen und die Ernährungsstrategie für den Wettkampf zu testen.

Die letzte Leistungsdiagnostik zwei Wochen vor seinem Saison-Highlight zeigte die gewünschten Verbesserungen:

Die relative Leistungsfähigkeit an der anaeroben Schwelle stieg von 2,66 auf 3,19 Watt pro Kilogramm Körpergewicht. Die Leistung, die Eugen an den Anstiegen über längere Zeiträume aufrechterhalten kann, ohne dabei seine Kohlenhydratspeicher zu rasch aufzubrauchen, stieg von ca. 180 Watt auf einen Zielwert von 210 Watt. Die Diagnostik diente dabei nicht nur zur Festlegung der Pacing-Strategie für den Ötztaler, sondern stimmte Eugen im Hinblick auf sein Highlight auch Zuversicht.

Am Renntag setzte Eugen die Vorgaben zur Leistung und Energieaufnahme perfekt um. Trotz der schwierigen Wetterbedingungen konnte er seine bisherige Bestzeit um fast eine Stunde auf 11:06 Stunden unterbieten.

Herzlichen Glückwunsch zur neuen Bestzeit und dem erfolgreichen Finish, Eugen!

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Christian Brause

Christian Brause

Pain is temporary! Lukas weiß allerdings, dass “temporary” ein zeitlich sehr weit dehnbarer Begriff ist und “Pain” wurde aus meinen Wortschatz mittlerweile entfernt.

 Wir haben uns von Christians Coach Lukas (STAPS München) ein Statement eingeholt:

Christian hat seine erste STAPS-Leistungsdiagnostik im Oktober 2016 im Rahmen der STAPS on Tour in Herrenberg gemacht. Zwar musste Christian sich ein ums andere Mal im Training auch „strecken“, bereits von Beginn der Zusammenarbeit an konnte er seine größte Baustelle – die maximale Laktatbildungsrate – aber erfolgreich verbessern.

Besonders für lange Rennen wie den Ötztaler Radmarathon ist dieser physiologische Parameter, der den Kohlenhydrat-Verbrauch sehr deutlich mitbestimmt, ein wichtiger Baustein für ein optimales Rennen. Zusätzlich ging es darum die aerobe Kapazität und damit die Möglichkeit über die Fette Energie zu generieren, zu vergrößern. Neben Christians Full-Time-Job und berufsbedingten Auslandsreisen war es in vier Trainingseinheiten pro Woche das Ziel, die Effizienz im Training optimal auszunutzen. Kohlenhydrat-arme Trainingseinheiten mit kratorientierten, unterschwelligen Intervallen zur Senkung der Laktatbildungsrate; hoch-intensive Belastungen an oder oberhalb der anaeroben Schwelle zur Steigerung der Sauerstoffaufnahme – Christians Plan kannte keine „planlosen“ Einheiten ohne konkretes Trainingsziel.

Es gibt nahezu keinen Fahrer, der seine 8 bis 12 Trainingsstunden pro Woche präziser und gewissenhafter abgefahren ist als Christian. Schmerzen, Leiden, Grenzen verschieben – was auf dem Plan stand, wurde durchgeführt und nicht selten kam es vor, dass Christian in seinem Wochenfeedback zum Training von neuen „Grenzerfahrungen“ berichtete. Aber der Erfolg kann sich sehen lassen: Begonnen mit einer Schwellenleistung von 3,5 Watt pro Kilogramm Körpergewicht, zeigte die abschließenden Diagnostik vor dem Ötztaler eine Schwellenleistung von 4,24 Watt pro Kilogramm. Topfit, hochmotiviert und ausgestattet mit einem guten strategischen Plan in Bezug auf Pacingstrategie und Nahrungszufuhr während des Rennens, konnten eigentlich nur noch die äußeren Bedingungen Christian von einer Sub-9-Stunden-Zeit abhalten.

Christian, Lust auf neue Grenzerfahrungen? Die 9-Stunden-Marke muss geknackt werden! 😉

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018

Der Ötztaler Radmarathon 2018 ist Geschichte. Mit 238 Kilometern und 5.500 Höhenmetern ist der wohl beliebteste Radmarathon im deutschsprachigen Raum eigentlich schon herausfordernd genug. Am gestrigen Renntag meinte es zudem das Wetter nicht unbedingt gut mit den insgesamt 4.780 Teilnehmern. Aus diesem Teilnehmerfeld haben wir insgesamt 37 Sportler auf die diesjährige Ausgabe des “Ötzis” trainingstechnisch vorbereitet. Nachdem wir Euch unsere Ötztaler-Starter aus 2017 mit einem kurzen Portrait vorgestellt haben, wollten wir Euch in diesem Jahr einen deutlich größeren Überblick über unsere Ötzi-Sportler geben und haben diese nach einem Statement zur Vorbereitung auf die Veranstaltung gefragt. Viel Spaß mit dem Ötzi-Portraits unserer STAPS-Sportler:

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Christian Brause

Christian Brause

Alter: 39

STAPS-Coach: Lukas Naegele

Ötztaler-Teilnahme: 4. Teilnahme

Statement:

Pain is temporary! Lukas weiß allerdings, dass “temporary” ein zeitlich sehr weit dehnbarer Begriff ist und “Pain” wurde aus meinen Wortschatz mittlerweile entfernt. 😉

Zielzeit 2018: 9:11.41 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Anastasia Kempinger

Anastasia Kempinger

Alter: 47

STAPS-Coach: Patrick Marseille

Ötztaler-Teilnahme: 1. Teilnahme

Statement:

Ich hatte eigentlich nicht gedacht, dass ich mich über einen längeren Zeitraum zum regelmäßigen Training überwinden kann. Das Training war immer sehr fordernd aber selten überfordernd. Sehr positiv ist, dass man trotz eines begrenzten Zeitaufwands doch zu einem sehr guten Trainingsergebnis kommt. Spaß hat das Training nicht immer gemacht, aber jetzt bei den Radmarathons weiter vorne mitzufahren und dabei auch mehr Spaß zu haben – dafür hat sich die Mühe doch gelohnt. Der Trainingserfolg und der Zuspruch von Patrick haben mich dann motiviert beim Ötztaler zu starten.

Zielzeit 2018: 11:57.11 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Patrick Lucke

Patrick Lucke

Alter: 40

STAPS-Coach: Martin Benthack

Ötztaler-Teilnahme: 4. Teilnahme

Statement:

Ich habe mich seit Ende 2017 mit Martin zusammen auf meinen eigentlichen Höhepunkt, den IRONMAN 2018 in Hamburg, vorbereitet. Ich habe ihn erfolreich in 9:41 Std. gefinished! 

Da der Ötzi erst danach stattfindet, wollte ich den nun gern kurzfristig als B-Event mitnehmen. Bin gespannt wie sich mein IRONMAN-Training auf den Ötzi auswirkt. Ziel wäre eine Zeit unter 10 Stunden. Der Trainingsschwerpunkt ist nun nach dem Ironman und dem verdienten Urlaub aufs Rad gewandert. Ich sitze nun während der letzten zwei Wochen nur auf dem Bike und arbeite mich durch verschiedene Intervalle.

Zielzeit 2018: 10:18.53 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Werner Böhm

Werner Böhm

Alter: 69

STAPS-Coach: Jonas Kraienhorst

Ötztaler-Teilnahme: 9. Teilnahme

Statement:

Mein Trainingsplan war sehr abwechslungsreich und trotzdem musste hin und wieder der innere Schweinehund überwunden werden!

Zielzeit 2018: 10:50.20 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Johann Bollen

Johann Bollen

Alter: 49

STAPS-Coach: Yannick Nodler

Ötztaler-Teilnahme: 2. Teilnahme

Statement:

Das Training war zunächst fokussiert auf die Teilnahme am Race across Germany am 29.06.2018. Dies sollte der Hauptwettkampf des Jahres 2018 für mich sein (1.111 Kilometer, ca. 8.000 Höhenmeter). Hier hatte das Training offensichtlich den richtigen Ansatz, da ich trotz eines zwischenzeitlichen leichten Bandscheibenvorfalls in der Vorbereitung das Rennen auf Platz 5 beenden konnte. Die Finisherzeit von 47:34 h hat darüber hinaus die Qualifikation für das RAAM eingebracht.

In den ersten Wochen nach dem Race across Germany musste ich mich durch ein leichtes Tief kämpfen. Während dieser Zeit war das Training eher harte Arbeit, als das es Spaß gebracht hat. Inzwischen ist der Spaß aber zurück, und ich fühle mich sehr gut vorbereitet und fit für den Ötzi. Nachdem es 2017 nur um das Ankommen ging, werde ich versuchen in diesem Jahr eine für mich gute Zeit zu fahren.

Die Betreuung durch STAPS hat mein Training aber auch grundlegend verändert. Erstmals habe ich strukturiert trainiert. Vorher bin ich eigentlich nur zum Spaß gefahren, und habe die Dauer der Trainings einfach nach Bedarf verlängert. Durch das watt-basierte Training mit dem Leistungsmesser und einem Trainingsplan hat sich der zeitliche Aufwand gar nicht erhöht, Die Qualität und Intensität aber sehr wohl. Dadurch konnte ich meine Leistungsfähigkeit deutlich verbessern.

Zielzeit 2018: 10:48.12 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Michael Wappelhorst

Michael Wappelhorst

Alter: 52

STAPS-Coach: Caro Schneider

Ötztaler-Teilnahme: 6. Teilnahme

Statement:

Ich habe mich schon mit Trainingsmethodik im Radsport beschäftigt, als noch lange Grundlagen-Einheiten das Maß der Dinge waren. Seit diesem Jahr lasse ich mich von STAPS coachen und habe mein Training hin zu kürzeren, aber intensiven Einheiten umgestellt. Auch bei Themen wie der Ernährung im Wettkampf konnte ich mit Hilfe meines Coaches Caro Einiges optimieren. Die Vorbereitung auf den Ötztaler war teilweise schon hart, hat aber sehr viel Spaß gemacht. Wenn jetzt noch eine persönliche Bestzeit dabei herausspringt, wäre die Saison perfekt.

Zielzeit 2018: 9:00.26 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Matthias Kemnitz

Matthias Kemnitz

Alter: 38

STAPS-Coach: Yannick Nodler

Ötztaler-Teilnahme: 1. Teilnahme

Statement:

Yannick hat sich immer – so gut es ging – nach meinen Vorgaben gerichtet, das heißt die Tage an denen Training möglich ist oder auch nicht. Vieles macht Spaß und Einiges gar nicht, aber gerade diesen Einheiten gilt es, eine hohe Aufmerksamkeit zu widmen. Yannick ist für mich wahrscheinlich genau der richtige Ansprechpartner. Immer motiviert, hier und da mal mit kritischen Blicken auf Wettkampf – oder Trainingsdaten. Also um es kurz zu machen: Großes Lob von mir für Yannick. Ich denke aber, dass er weiß wie sehr ich ihn schätze 😉

Zielzeit 2018: 9:25.46 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Klaus Stucke

Klaus Stucke

Alter: 52

STAPS-Coach: Jonas Kraienhorst

Ötztaler-Teilnahme: 11. Teilnahme

Statement:

Dieses Jahr 2018 war der Fokus im Training voll auf das Rennradfahren ausgerichtet. Die letztjährige Teilnahme am Ötzi konnte für mich nicht stattfinden, da ich bei einem Mountainbike-Rennen (Juli 2017) eine schlimme Schulterverletzung hatte. Totalausfall für ein halbes Jahr. Weihnachten konnte ich gerademal den rechten Arm senkrecht nach oben strecken.

Die Trainingsbetreuung durch Jonas wurde so angepasst, dass ich auf der Rolle mit fixiertem Arm mein Training ab November starten konnte. Zur Trainingsintensität kann ich sagen, es hat immer Spaß gemacht, den von Jonas geschriebenen Plan zu absolvieren!

„Absolvieren“ heißt immer auch ein klein wenig, den inneren Schweinhund bei Regen und Schneetreiben zu überwinden. Nur so geht es, wenn man weiterkommen will!

Zielzeit 2018: 9:41.03 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Mark Pigors

Mark Pigors

Alter: 34

STAPS-Coach: Caro Schneider

Ötztaler-Teilnahme: 3. Teilnahme

Statement:

In diesem Jahr gehe ich perfekt vorbereitet beim Ötztaler an den Start. Eine ganze Saison ohne Krankheiten oder Verletzungen und der herrliche Sommer bildeten die perfekte Grundlage um dank Caros Plan die Leistung ordentlich zu steigern. Wie gut das funktioniert hat, hat sich schon bei den Radmarathons Tannheimer Tal oder Arlberg-Giro gezeigt. Danke an Caro für die optimale Vorbereitung! Jetzt gilt es, das auch beim Ötztaler auf die Straße zu bringen.

Zielzeit 2018: 8:32.30 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Jens Erbeck

Jens Erbeck

Alter: 48

STAPS-Coach: Benjamin Schwan

Ötztaler-Teilnahme: 4. Teilnahme

Statement:

Nach fast 7 Jahren STAPS-Training, mit einer kurzen Pause, wollte ich dieses Jahr wieder voll angreifen. Leider passte es gesundheitlich nicht und mein Training beschäftigt sich nun eher mit dem Basisaufbau. Den Ötztaler kann ich mir jedoch nicht entgehen lassen. So muss STAPS mich dieses Mal nur „unbeschadet“ über die Berge bringen. 2019 dann wieder Vollgas!  Meine Lieblingseinheit von Benjamin ist 60 Minuten im oberen G2 und alle 3 Minuten 10 Sekunden im Spitzenbereich.

Zielzeit 2018: 7:17.41 Stunden bis St.Leonhard

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Eugen Böger

Eugen Böger

Alter: 61

STAPS-Coach: Niklas Lehnen

Ötztaler-Teilnahme: 3. Teilnahme

Statement:

Die Vorbereitung mit Niklas war sehr gut. Fahre schon seit 10 Jahren mit Wattmessung und Trainingsplan (Onlineplattform 2peak), aber seit März mit persönlichem Trainer. Das sind Welten!

Die Einheiten waren immer genau richtig: geqäult ja, aber immer im Rahmen. Habe mich oft über die Kraft in den Beinen gewundert. Schauen wir mal, ob meine Bestzeit von 12 Stunden und 7 Sekunden geknackt werden kann.

Zielzeit 2018: 11:06.40 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Günter Kempinger

Günter Kempinger

Alter: 48

STAPS-Coach: Patrick Marseille

Ötztaler-Teilnahme: 3. Teilnahme

Statement:

Das Training bzw. die Vorbereitung auf den Ötzi liefen für mich dieses Jahr richtig gut. Keine krankheitsbedingten Pausen, im Frühjahr ein tolles Trainingslager auf Mallorca, das schöne Wetter, gelungene Vorbereitungswettkämpfe, keine Stürze oder Unfälle und vor allem die professionelle Betreuung durch Patrick Marseille prägen die diesjährige Saison.

Harte Intervalle bereits im Winter machten mir anfangs echt zu schaffen. So harte Intensitäten in der frühen Vorbereitungsphase war ich nicht gewöhnt. Hatte ich so noch nicht praktiziert. Diese „40/20 IE Quälerei“ war für mich eine echte Herausforderung. In der Vergangenheit hatte ich tendenziell viele Kilometer mit eher moderatem Tempo abgespult, und jetzt das…

Gezieltes Fahren ohne Kohlenhydrat-Zufuhr hatten ebenso einen tollen Effekt. Hoch lebe die Fettverbrennung! Die war bei mir ja definitiv ausbaufähig…

Die Schinderei ist auf alle Fälle richtig effektiv! Genial! Hat sich voll gelohnt! Merci Patrick!

Natürlich hat es auch Spaß gemacht. Nicht immer, aber meistens!

Ich plane schon für nächstes Jahr. Kann mir gut vorstellen, dass ich das Know-how von STAPS weiterhin nutzen werde.

Zielzeit 2018: 8:41.36 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Mario Selim

Mario Semlin

Alter: 50

STAPS-Coach: Yannick Nodler

Ötztaler-Teilnahme: 3. Teilnahme

Statement:

Mein Ziel (deshalb entschied ich mit für STAPS) war es den Ötzi unter 10 Stunden zu fahren. Zweimal bisher deutlich verfehlt, obwohl ich in vielen Rennen im GCC gute Ergebnisse hatte und sehr leicht bin. Der Fokus im Training lag auf der Verbesserung der Kraftausdauer und Senkung der VLamax, sowie der gezielten Zufuhr von Kohlenhydraten. Elendig viele lange G2-Intervalle ;-). Spaß machte vor allem, dass ich sah, dass man auch im Alte rvon 50 Jahren durch gezieltes Training noch besser werden kann, welches sich unter anderem mit dem 2.Platz AK am Schleizer Dreieck bestätigte. 

Zielzeit 2018: 10:12.48 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Markus Wenzel

Markus Wenzel

Alter: 40

STAPS-Coach: Claudia Uhl

Ötztaler-Teilnahme: 1. Teilnahme

Statement:

Die Vorbereitung lief seit Oktober 2017 und es waren schon einige Entbehrungen und viel Schweiß nötig. Die Trainings waren abwechslungsreich, aber auch anspruchsvoll. Der erste Test mit dem Dolomiten Marathon verlief noch durchwachsen, aber mit dem Näherkommen des Ötztalers, wurden auch die Ergebnisse besser. Der letzte Härtetest, der Stoneman mit 290 Kilometern und 4.900 Höhenmetern verlief vielversprechend und ich bin guter Dinge, den Ötzi gut zu absolvieren. Zumal der letzte Leistungstest bei STAPS am 23. August eine sehr positive Richtung aufzeigte. 

Zielzeit 2018: 10:40.22 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Mike Schawohl

Mike Schawohl

Alter: 34

STAPS-Coach: Benjamin Schwan

Ötztaler-Teilnahme: 1. Teilnahme

Statement:

Das Training war des öfteren recht hart in den Sommermonaten aufgrund der recht hohen Temperaturen. Nach einigen GCC Rennen dem 312 er und den Dolomiten Marathon kommt mein persönliches Saison Highlight der Ötzi!

Zielzeit 2018: 2:26.35 Stunden bis Kühtai

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Sebastian Kelb

Sebastian Kelb

Alter: 40

STAPS-Coach: Marc Sauer

Ötztaler-Teilnahme: 9. Teilnahme

Statement:

Ich freue mich sehr auf den Ötzi. Die Vorbereitung durch Marc war super. Trondheim-Oslo lief schon perfekt und ich bin sehr gespannt, ob es beim Ötzi auch so super laufen wird. Besonders “schöne” Einheiten in der Vorbereitung waren Bergintervalle am Brocken, mit bis zu sechs Auffahrten.

Zielzeit 2018: 10:31.33 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Roland Walz

Roland Walz

Alter: 47

STAPS-Coach: Benjamin Schwan

Ötztaler-Teilnahme: 1. Teilnahme

Statement:

Es ist mein erster Ötztaler und ich dachte eigentlich nicht, dass ich einen Startplatz bekomme. Aber siehe da…läuft! Das Training läuft super und ist auch sehr hart. Habe nur Freitags und Montags trainingsfrei. Macht aber voll Laune. Hatte im August meine 2. Leistungsdiagnostik und schon leichte Verbesserungen. Trainiere seit Mitte März und habe aktuell knapp 6.000 Kilometer in den Beinen. Freue mich riesig auf den Ötztaler und werde Benjamin weiter als Coach für nächstes Jahr einsetzen.

Zielzeit 2018: 2:23.40 Stunden bis Kühtai

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Michael Wachtendonk

Michael Wachtendonk

Alter: 39

STAPS-Coach: Lukas Naegele

Ötztaler-Teilnahme: 1. Teilnahme

Statement:

Die Vorbereitung auf den Ötztaler war sehr unspezifisch, da primär der Ironman Klagenfurt und Barcelona für 2018 auf  dem Programm standen, sowie insbesondere das Schleifen der Laufform. Daher ist der Ötztaler eher eine nette Abwechslung in schöner Umgebung als ein wirkliches Saisonhighlight. Somit war die Berg-Vorbereitung auch nicht allzu quälend, sondern wurde nur ab und zu spezifisch angesprochen. Aber der Rest des Vorbereitungsprogramms seit November 2017 für 2018 würde ich jetzt auch nicht unbedingt als Schonprogramm bezeichnen… Im Endeffekt haben wir das Triathlon-Training nicht für den Ötztaler verändert, von daher wird es spannend sein zu sehen, ob der Spagat Ironman und Ötztaler halbwegs funktioniert. Die Ambitionen sind daher meinerseits defensiv, aber mein Trainer Lukas meint eine Zeit unter 9 Stunden ist allemal drin. Ich werde am Sonntag erleben, ob er Recht hat!

Zielzeit 2018: 9:07.30 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Michael Leykum

Michael Leykum

Alter: 52

STAPS-Coach: Caro Schneider

Ötztaler-Teilnahme: 11. Teilnahme

Statement:

Zeit sich seinen Traum zu erfüllen und das Finisher Trikot zu ergattern.

Zielzeit 2018: 9:04.51 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Frank Rengers

Frank Rengers

Alter: 55

STAPS-Coach: Patrick Marseille

Ötztaler-Teilnahme: 5. Teilnahme

Statement:

Nach vier Teilnahmen am Ötztaler Radmarathon ohne Trainingsplan wollte ich mal wissen ob in meinem Alter, mit gezieltem Training, noch eine Leistungssteigerung möglich ist. Deshalb habe ich mich für ein Jahr Training mit STAPS-Unterstützung entschieden mit dem Ziel den Ötztaler Radmarathon 2018 unter 10 Stunden zu fahren. Nachdem ich im letzten Jahr meine beste Zeit (11:32 Stunden) gefahren bin, habe ich das Ziel sehr hoch angelegt, aber für meinen Coach Patrick Marseille erstmal kein Problem. Nun war die Devise „raus aus der Komfortzone und rein in die Intervalle“, die für mich erstmal sehr ungewohnt waren. Vor allem im Winter war es manchmal sehr schwer sich dafür zu motivieren. Es hat aber letztendlich sehr viel Spaß gemacht, da die Trainingspläne von Patrick sehr abwechslungsreich waren. Leider brachte der letzte Test im Juli 2018 nicht das Ergebnis was wir uns erwartet hätten (4 Watt/Kg), aber ich gehe trotzdem optimistisch am 2. September an den Start. Denn abgerechnet wird zum Schluss. Mein Motto: „Never give up“!

Zielzeit 2018: 10:41.17 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Bilgin Aydin

Bilgin Aydin

Alter: 46

STAPS-Coach: Caro Schneider

Ötztaler-Teilnahme: 5. Teilnahme

Statement:

Durch einen Unfall Anfang Mai (linkes Handgelenk) musste ich meinen Trainingswettkampf Tour de Kärnten absagen und bei bestem Wetter auf der Rolle trainieren. Die fehlende Wettkampfhärte konnte ich teilweise mit Rennen auf der Zwift-Plattform kompensieren. Trainingstechnisch waren die Kohlenhydrat-freien Einheiten am Wochenende eine große Herausforderung, z.B. Freitags Abends die Speicher leeren und Samstag morgen kohlenhydrat-frei starten. Das drückt auf die Stimmung und erfordert eine gewisse Disziplin. 

Zielzeit 2018: 10:04.07 Stunden

 

STAPS-Sportler beim Ötztaler-Radmarathon 2018: Michael Krämer

Michael Krämer

Alter: 48

STAPS-Coach: Caro Schneider

Ötztaler-Teilnahme: 1. Teilnahme

Statement:

Das Besondere für mich ist, wie gut die Entwicklung mit vermeindlich geringem Aufwand funktioniert. Das Training hat meistens Freude bereitet und ließ sich immer wieder innerhalb meiner Selbstständigkeit einbauen!

Zielzeit 2018: 11:04.33 Stunden

Lukas Naegele als erfahrener Ultraläufer beim Kult-Triathlon im Allgäu

Insider im Triathlon behaupten ja, dass STAPS-Mitarbeiter Lukas in diesem Sommer Ultra-Marathons wie den Großglockner-Ultratrail oder den Eiger-Ultratrail nur gelaufen ist, um sich bestmöglich auf den legendären Kuhsteig beim Allgäu-Triathlon vorzubereiten. Ob es etwas gebracht hat und wie es ihm bei seinem Triathlon-Debüt erging, lest ihr in seinem Bericht:

 

„Wie, du hast noch nie einen Triathlon gemacht?“, die Frage, die ich im Frühjahr als Sportlicher Leiter beim Hannes-Hawaii-Tours-Camp auf Mallorca gefühlte tausend Mal zu hören bekam, nagte an mir! Dass ich schon lange dem Ausdauersport verfallen bin, schon unzählige Marathons, Ultramarathons, Trail-Läufe absolviert hatte…nebensächlich. Ich wollte nicht immer als „der Läufer“ abgestempelt werden, aber der legendäre Dreikampf, bestehend aus Schwimmen, Radfahren und Laufen, stand eben noch nicht auf meiner Haben-Seite. Das musste geändert werden!

Über das großartige Team von Hannes Hawaii Tours war die Verbindung zum Allgäu Triathlon der entscheidende Wegbereiter und noch im Camp wurde die Anmeldung zum KULT-Triathlon fixiert. Es wurde also ernst! Ein bisschen schwimmen, ein bisschen Radfahren – fortan schmückten zwei weitere Disziplinen meinen sonst immer recht gleich aussehenden (Lauf-)trainingsplan. Neben diversen Ultratrails in diesem Sommer, fehlte mir allerdings die letzte Konsequenz im Training und das Fragezeichen hinter der Sinnhaftigkeit meiner Teilnahme wuchs von Tag zu Tag. Die Aufregung gipfelte in den letzten Tagen vor dem Start! Schwimmen, Wechseln, Radfahren, Wechseln… auf was habe ich mich da bloß eingelassen?

Lukas Naegele als erfahrener Ultraläufer beim Kult-Triathlon im Allgäu

Am gestrigen Sonntag gab es dann kein Zurück mehr. Ich zog meinen Neo an, begab mich in die Einschwimm-Zone, versuchte ein paar Züge zu schwimmen und meinen Puls zu beruhigen. Das Wetter war traumhaft, der Alpsee glitzerte in seiner ganzen Schönheit noch völlig ruhig in der Morgensonne. Das sollte sich gleich ändern!

Ein lauter Knall und los ging das wilde Getümmel. Ich schwamm los wie ein Irrer, versuchte meinen Platz in der Masse hunderter hochmotivierter Athleten zu behaupten und meinen Rhythmus zu finden. „Ruhig bleiben“, ging es mir ständig durch den Kopf. Nicht verunsichern lassen, keine Panik kriegen – es funktionierte. Die erste Boje, der Landgang, alles lief nach Plan!

Knapp unter 35 Minuten zeigte die Uhr, als die erste Disziplin geschafft war. Ich rannte in die Wechselzone, hochkonzentriert keinen Fehler zu machen: Neo aus, Startnummernband an, Brille, Helm und ab dafür. Es fühlte sich verdammt gut an!

Lukas Naegele als erfahrener Ultraläufer beim Kult-Triathlon im Allgäu

Zum ersten Mal konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Schnell fand ich meinen Rhythmus auf dem Rad, konnte Platz um Platz gut machen. Die zwei anspruchsvollen Radrunden mit über 1.000 Höhenmetern liefen perfekt. Mein Ernährungsplan ging auf und auch in der zweiten Runde hatte ich noch genügend Dampf in den Beinen um das angeschlagene Tempo durchzudrücken. 2:30 Stunden für die 84km – es passte gut auf dem Rad!

Lukas Naegele als erfahrener Ultraläufer beim Kult-Triathlon im Allgäu

Jetzt nur noch laufen. Als erfahrener Läufer dachte ich: Easy! Falsch gedacht… Socken an, Schuhe an, Gel in die Tasche, Cap auf. Auch der zweite Wechsel lief reibungslos und ich rannte los. Dass sich die Beine nach dem Radfahren absolut miserabel anfühlen können, wusste ich. Dass sie sich aber so miserabel anfühlen können, war für mich auch ein neues, ziemlich unangenehmes Gefühl. Die Pace zeigte 3:45 Minuten pro Kilometer. Eigentlich ein Tempo, dass ich auf jeden Fall durchlaufen können sollte und wollte. Mit der Vorbelastung der beiden ersten Disziplinen ging das aber nicht. Ich spürte wie die Hitze dem Körper zusetzte, wie die müden Beine mit jedem Schritt noch müder wurden, wie die Energie von Kilometer zu Kilometer schwand. Ich beschloss an jeder Verpflegungsstation anzuhalten, mir die Zeit zu nehmen die Speicher aufzufüllen und den Körper zu kühlen. Ein guter Plan. Das „Laufgefühl“ kehrte zurück, die Pace stabilisierte sich. Am legendären Kuhsteig war nochmals Gänsehaut angesagt. Allmählich wich die Anspannung dem Genuss – trotz der Qualen und Schmerzen am ganzen Körper. Ich begann zu realisieren, dass ich meinen ersten Triathlon erfolgreich finishen würde.

Adrenalin, Gänsehaut, Glückseligkeit. Dieses absolut einzigartige Erlebnis war geschafft. Ich werde es wohl nochmals machen – irgendwann. Und ein Platz 15 zum Einstand ist für einen Läufer doch gar nicht so schlecht! 😉

Lukas Ergebnisse beim Allgäu-Triathlon geht es hier: Ergebnisse Mitteldistanz Allgäu-Triathlon

Lukas Naegele als erfahrener Ultraläufer beim Kult-Triathlon im Allgäu

Nach dem Ironman Frankfurt und der Challenge Roth ist vor dem Ironman Hamburg: Daniela Sämmler zu Besuch bei STAPS

Nach dem Ironman Frankfurt und der Challenge Roth ist vor dem Ironman Hamburg. Dieser startet für die knapp 2.500 Teilnehmer am kommenden Wochenende mit einem Sprung in die Binnenalster, bevor es auf den 180 Radkilometern zwei Mal am Deich entlang Richtung Geesthacht geht und der abschließende Marathon an der Außenalster gelaufen wird.

Im vergangenen Jahr war der Ironman Hamburg der Wettkampf, auf den wir – nach dem Ötztaler Radmarathon – die zweitmeisten Athleten trainingstechnisch vorbereiten durften. Auch in diesem Jahr haben wir viele trainierte Sportler am Sonntag am Start, aber auch zahlreiche Triathletinnen und Triathleten, die uns für eine Leistungsdiagnostik, ein BikeFitting oder einen Aerodynamiktest auf der Radbahn besucht haben.

Ob Du am Wochenende in Hamburg startest oder nicht: Wir möchten Dich sehr gerne zu einem Get-together am Freitag, den 27. Juli ab 17.30 Uhr in unser Hamburger Institut einladen. Dort hast Du die Möglichkeit, Dich mit Gleichgesinnten auszutauschen, ein Erdinger Alkoholfrei zu trinken oder vielleicht sogar erstmalig überhaupt unsere Räumlichkeiten zu besichtigen und Dich mit unseren Sportwissenschaftlern auszutauschen.

Du besuchst uns am Freitag? Dann hinterlass uns doch eine Zusage in unserer Facebook-Veranstaltung oder schreib uns eine kurze Nachricht an contact@staps-online.com, damit wir besser planen können.

Nach dem Ironman Frankfurt und der Challenge Roth ist vor dem Ironman Hamburg: Daniela Sämmler zu Besuch bei STAPS

Daniela Sämmler in Hamburg am Start und beim Get-together zu Besuch

Mit dabei sein wird mit Daniela Sämmler auch die diesjährige Siegerin der Challenge Roth und Vorjahressiegerin des Ironman Hamburgs. Daniela möchte in diesem Jahr gerne ihren Sieg in der Hansestadt verteidigen und hat sich viel vorgenommen – mit Sarah Crowley, Helle Frederiksen und Anja Beranek ist ein spannendes Frauenrennen vorprogrammiert.

Von 17.30 Uhr bis ca. 18.00 Uhr kannst Du Daniela bei uns antreffen. Und pssst…. Daniela wird nicht einfach nur so vorbei schauen, sondern auch noch den Gewinner ihrer aktuell laufenden Verlosung, bei der es einen STAPS get-AERO!-BikeFitting zu gewinnen gibt, ziehen. Wenn du auch an der Verlosung teilnehmen möchtest, findest du hier den Link dazu: Facebook-Gewinnspiel STAPS get-AERO!.

Schau am Freitag bei unserem Get-together vorbei, wir freuen uns auf Deinen Besuch!Das Hamburger Institut bietet Leistungsdiagnostiken und BikeFittings an und lädt vor dem Ironman Hamburg ein

Get-together bei STAPS in Hamburg

Beginn: 17.30 Uhr (bis ca. 19.30/20.00 Uhr)

Adresse:
STAPS Hamburg
Altonaer Poststraße 13a
22767 Hamburg

Neue Partnerschaft mit dem Team Erdinger Alkoholfrei um Patrick Lange, Nils Frommhold und Daniela Sämmler

Die Farbe ERDINGER-Blau ist aus dem Triathlon-Feld eigentlich nicht wegzudenken. Mit über 5.000 Altersklassen-Athleten, dem Perspektivteam aus drei Nachwuchs-Athleten und dem Profi-Team um Patrick Lange und Daniela Sämmler ist das Team Erdinger Alkoholfrei die größte Triathlon-Community im deutschsprachigen Raum.

Bereits seit 2006 setzt die Brauerei aus Erding im Marketing auf die Sportart Triathlon und gehört damit zu den langjährigsten Partnern im Multisport. Wir freuen uns sehr darüber, nun unsere Kooperation mit dem Team Erdinger Alkoholfrei als neuer Silber-Partner ankündigen zu dürfen!

Neue Partnerschaft mit dem Team Erdinger Alkoholfrei um Patrick Lange, Nils Frommhold und Daniela Sämmler

Photo-Credit: Ingo Kutsche

Unsere ersten Berührungspunkte haben wir bei STAPS vor allem mit einigen Profi-Athleten aus dem Team gehabt. So arbeiten wir seit zwei Jahren unter anderem im Bereich der Bike- und Aerodynamik-Optimierungen gemeinsam mit unserem Partner gebioMized mit dem amtierenden IRONMAN-Weltmeister Patrick Lange sowie mit Nils Frommhold, dem Roth-Sieger aus 2015, zusammen. Mit Daniela Sämmler, die gemeinsam mit Laura Philipp die Speerspitze bei den weiblichen Athleten des Teams bildet, durften wir vor zwei Wochen mit dem Sieg der Challenge Roth einen der größten Siege in der STAPS-Geschichte feiern.

Neue Partnerschaft mit dem Team Erdinger Alkoholfrei um Patrick Lange, Nils Frommhold und Daniela Sämmler

Photo-Credit: Tom Tittmann

Seit 2018 kümmern wir uns neben den Profi-Athleten auch um das Perspektivteam und durften Anna-Lena Pohl, Fabian Günther und Fabian Reuter schon zur Leistungsdiagnostik und zum BikeFitting in unseren Instituten begrüßen. In enger Zusammenarbeit mit der Team-Managerin Wenke Kujala möchten wir dabei für die Perspektivsportler gerne unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen und arbeiten aktuell an einem langfristigen Konzept zur Entwicklung des Nachwuchses.

Mit der neuen Partnerschaft als Silber-Partner des Teams ist es unser großes Ziel, unsere Leistungen nicht nur an die Profis und Perspektiv-Sportler des Teams weiter zu geben, sondern auch mit der großen Community aus Altersklassen-Athleten zu arbeiten. Dabei freuen wir uns sehr darauf, unsere Expertise und unsere Erfahrungen aus dem Profi-Triathlon auch in das Training und den Wettkampf der AK-Sportler einbringen zu können.

Ein netter Nebeneffekt: Wir werden euch in Köln, Hamburg und München sicherlich auch auf eine Flasche Erdinger Alkoholfrei einladen!

Du interessierst dich auch für das Team Erdinger Alkoholfrei? Dann findest du hier alle wichtigen Informationen dazu: Team Erdinger Alkoholfrei.

Neue Partnerschaft mit dem Team Erdinger Alkoholfrei um Patrick Lange, Nils Frommhold und Daniela Sämmler

Photo-Credit: Christian Siedler

Erfahrungen von Katrin Meyer bei der Challenge in Roth

In der vergangenen Woche haben wir Euch die Challenge Roth mit dem Bericht von Coach Björn zum Sieg von Daniela Sämmler näher gebracht. An dieser Stelle möchten wir ebenso all die Agegrouper huldigen, die in Roth, Frankfurt und bei allen anderen Rennen auf der Langdistanz eine tolle Leistung abliefern. Dazu haben wir für Euch einen Erfahrungsbericht von STAPS-Sportlerin Katrin Meyer, die ihr Langdistanz-Debüt in Roth in einer Zeit von 12:20:38h finishte. Katrins Erlebnisse am längsten Tag des Jahres:

Und auf einmal war er da. Der 1. Juli 2018. Der Tag, auf den ich die letzten sieben Monate hintrainiert habe. Der Tag der Challenge Roth. Der Tag meiner ersten Langdistanz, meines elften Triathlons überhaupt. Aber als Kölnerin ist diese Zahl irgendwie bezeichnend …

Es ist 5:00 Uhr, als ich aus dem Shuttlebus, der meine Mitstreiter und mich zum Schwimmstart brachte, verlasse. Es dämmert, die Lufttemperatur beträgt knackige 12 Grad. Ich biege von der Hauptstraße auf die Zufahrt zum Kanal, die eine 90 Grad Kurve beschreibt. Es ist das erste Mal an diesem Tag, dass ich kurz innehalten muss. Atmen. Die Sonne geht gerade über dem Kanal auf, epische Musik dröhnt aus den Lautsprechern. In der Wechselzone ist bereits emsiges Treiben. Und ich stehe da und weiß nicht, ob ich für den heutigen Tag bereit bin. Atmen.

Mein Rad hat die Nacht auch ohne mich gut überstanden. „George“ steht in perfekter Position, direkt am Mittelgang, gegenüber vom Aufstieg.  Noch einmal Luftdruck kontrollieren – passt. Ich klicke meine Schuhe ein, befülle meine Flaschen und platziere meine benötigte Verpflegung. Noch schnell den Radbeutel abgeben und schon ist über eine Stunde vergangen. Ich treffe kurz Björn und wärme mich in der Sonne auf. Kurz danach kommt auch schon Caro, die mich als Trainerin auf den heutigen Tag vorbereitet hat. Es kann nichts mehr schiefgehen. Es knallt, die Profis sind unterwegs. Caro gibt mir das Zeichen: Neo anziehen. Und viel zu schnell schickt sie mich auch schon auf die Reise. Ich verabschiede mich von meiner kleinen Supporter-Crew, die es zum Start geschafft hat. Atmen.

Es ist 7:00 Uhr. Ich stehe am Schwimmeinstig mit 250 anderen Ladies. Wir haben heute alle ein gemeinsames Ziel: Über uns hinauszuwachsen. Ich gehe ins Wasser, wo es deutlich wärmer ist als draußen und schwimme mit dem Pulk in Richtung Startline. Atmen. Der Schuss kommt und auf einmal geht alles von ganz selbst. Am Ende des Feldes positioniert, schwimme ich den Mädels vor mir hinterher. Ich schwimme mein Tempo, mit Kraft, lasse mich aber nicht mitreißen. Denn das ist eine meiner größten Ängste, dass mir die Luft ausgeht. Als schwache Schwimmerin habe ich noch viel Zeit vor mir. Als es nach 1,5 Kilometern um die erste Wendeboje geht, habe ich die Linie nicht perfekt getroffen, aber dafür kann ich dem Landkreis Roth nun ein 1-A GPS-Profil des Kanals zur Verfügung stellen. Den habe ich spitzenmäßig von links nach rechts vermessen. Der Rückweg läuft, ich bin besser drin. Die zweite Wendemarke ist gefühlt schneller da als die erste und schon bin am Ausstieg. Nicht schnell, aber ich habe meine Angstdisziplin hinter mir und stehe wieder mit beiden Beinen fest am Boden! Atmen.Erfahrungen von Katrin Meyer bei der Challenge in Roth

Ich laufe Richtung Wechselzelt, schnappe mir meinen Beutel und habe auch schon eine tolle Helferin neben mir, die mir meine Sachen abnimmt. Socken an, Brille und Helm auf und schon geht’s ab zum Rad. Den Weg kenne ich. Ich schnappe mir meinen „George“ und bin auch direkt am Start der Radstrecke. Aufgesprungen und ab geht die wilde Fahrt. Ich biege auf die Hauptstraße, an der schon so viele Leute uns Athleten auf die Strecke verabschieden. Nur noch 180 Kilometer. Atmen.

Schon nach der zweiten Kurve feuert mich der erste Teil meiner Crew mehr als lautstark an. Spätestens jetzt müssten alle wach sein. Doch dann bin ich mit Erfahrungen von Katrin Meyer bei der Challenge in Rothmir allein. Ich kenne die Runde von meiner Probefahrt, erinnere mich an viele Stellen und so vergehen die Kilometer gefühlt viel zu schnell. Es kommen der erste Hotspot in Greding, viel zu schnell der Kränzleinberg und schon bin ich zurück in Hilpoltstein. Und ich weiß, was jetzt kommt. Links und rechts von mir weisen mir die Drängelgitter den Weg, die grünen Werbebanner des Hauptsponsors leuchten in der Sonne. Ich biege ab und er ist vor mir: der Solarer Berg. Atmen. Tausende Menschen hinter der Absperrung jubeln uns entgegen. Atmen. Ich gucke den Anstieg hoch, die Absperrgitter hören weit hinten auf und ich sehe nur noch Menschen. Sie verschlucken die Straße und die Athleten sprichwörtlich. Man sieht nichts anderes mehr. Atmen. Ich sprinte an den beiden Triathleten vor mir vorbei, damit ich am Anstieg mein Tempo fahren kann. Es wird immer enger, der Anstieg steiler. Es ist kaum in Worte zu fassen. Die Fans an der Strecke tragen uns förmlich den Berg hinauf, sie feuern an, klatschen, klopfen einem auf die Schulter, machen Heiratsanträge. Ja, definitiv ein Moment, in dem einem die Tränen kommen. Wahnsinn! Atmen. Denn du darfst heute noch einmal hier hoch. Geil!

Auch die zweite Radrunde vergeht viel zu schnell. Ich halte mich an die abgesprochenen Wattbereiche, versuche konstant zu fahren. Nach und nach sammele ich immer mehr Mädels ein. In den wenigen Momenten, in denen ich merke, dass es sich etwas schwerer anfühlt, erinnere ich mich an die Worte von Björn: Bleib geduldig. Bleibe ich, denn schließlich darf ich gleich Laufen. Meine Supporter tauchen immer wieder unverhofft an der Strecke auf. Bis auf die Biermeile, da habe ich die Mädels vermutet … Schnapsdrosseln … Und ruck zuck ist es vorbei. Ich bin angekommen. In Roth. An der Wechselzone 2. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich 180 km Rad gefahren. Atmen.

Ich springe – mehr oder weniger elegant – von meinem Rad. Ein Helfer nimmt es mir ab. Ich finde meinen Beutel direkt, stehe im vollkommen überfüllten Wechselzelt und bin spontan überfordert. Eine Helferin nimmt mir meinen Beutel aus und mich an die Hand und schon sitze ich auf einer freien Bank. Sie hilft mir, meine Laufsachen anzuziehen. Die Griffe sind geübt und nach drei Minuten schickt sie mich los auf die Laufstrecke. Es ist geschafft. Nur noch Laufen. Nur noch 42 Kilometer bis ins Ziel. Krass. Ich kann es nicht fassen. Atmen.

Meine Beine sind schwer, der Hintern brennt (Videoaufzeichnungen dokumentieren eine nicht ganz so diplomatische Ausdrucksweise zur Verfassung meines Hinterteils). Wie immer laufe ich viel zu schnell an: 5:40er Schnitt hat Caro gesagt, die Uhr zeigt 4:14… Langsam! Bleib ruhig. Atme! Ich finde meinen Rhythmus. Und schon sind sie wieder da: meine Supporter. Und ich weiß, dass sie es sind, die mich – gemeinsam mit den vielen anderen Triathlon-Erfahrungen von Katrin Meyer bei der Challenge in RothFans – ins Ziel tragen werden. Unser Plan geht auf, ich halte mein Tempo im Bereich von 5:30 bis 5:40. Doch die Beine werden schwerer. Die LäuferInnen neben mir fangen an zu gehen. Soll ich das auch tun? Nein. Doch bei Kilometer 19 kommt die erste Erschöpfung. Ich muss kurz gehen. Gleich kommt eine Verpflegungsstelle. Ich trabe wieder los, reduziere mein Tempo, denke nun von Versorgungsstation zu Versorgungsstation. Alle zwei Kilometer eine kleine Pause, um mich zu vernünftig zu verpflegen. „Verpflegung mit hoher Energiedichte!“ kommt es vom Chef am Rand. Es läuft und läuft und läuft. Nicht so schnell wie erhofft, aber ich laufe. Im Gegensatz zu vielen anderen. Immer wieder sind meine Leute da, schreien mich an, laufen ein Stück mit, motivieren mich, sind für mich da. Ich muss zu diesem Zeitpunkt einfach nur noch laufen. Und so geht es dem Ziel entgegen. Die vielen Zuschauer sind noch immer an den Hotspots der Strecke und sorgen für Gänsehaut. Noch zwei Kilometer, noch einer, ich bin da. Das Eventgelände. Ich biege links ab, die Massen drängen sich an die Gitter, rufen unsere Namen. Atmen.

Erster Torbogen. Ich sehe den Einlauf ins Station. Nummer noch mal kontrollieren und nun ist er da, dieser Moment, der die letzten sieben Monate bestimmt hat. Auf den Rängen jubeln die zahllosen Zuschauer. Ich sehe meine Leute. Sie sind alle da. Sie lassen Konfetti für mich regnen. Eine letzte Ehrenrunde durch das Stadion. Genießen. Eine Stimmung, die ihresgleichen sucht. Mehr kann es vermutlich nicht geben. Ich bin da, ich bin im Ziel. Ich bin ein Challenger. Atmen!

Katrins Erlebnisse rund um den Triathlon kann man am besten auf ihrem Instagram-Account verfolgen!

Erfahrungen von Katrin Meyer bei der Challenge in Roth

Montag, der 02. Juli 2018. Es ist 16 Uhr. Eine Nacht und etwa 24 Stunden nach dem Finish wird mir so langsam klar, was am Sonntag in Roth passiert ist: Daniela Sämmler hat in einem beeindruckenden Rennen nicht nur den deutschen Rekord auf der Langdistanz auf Ansage gebrochen, sondern sich vor allem gegen die Weltelite um Lucy Charles und Kaisa Sali den Sieg der Challenge Roth erkämpft.

Berichte, Interviews und Videos zum Rennen gibt es genügend. Gerne möchte ich, Björn Geesmann, euch das Rennen einmal aus der Perspektive des Coaches erzählen und euch ein paar Einblicke hinter die Kulissen geben.

Seit fast zwei Jahren arbeiten wir bei STAPS schon mit Daniela zusammen, diagnostizieren ihre Leistungsfähigkeit und optimieren gemeinsam mit unserem Partner gebioMized ihre Position auf dem Rad – sowohl im Labor als auch im Velodrom. Seit März dieses Jahres betreue ich Daniela auch als Coach und durfte sie auf ihr Saison-Highlight in Roth vorbereiten. Dass mich das später an einem einzigen Sonntag im Juli gefühlte 10 Jahre meines Lebens kosten sollte, war mir damals nicht bewusst. 😉

In der Vorbereitung öffnet sich der Knoten in Heilbronn

In der Vorbereitung auf Roth gab es für Daniela drei Vorbereitungs-Rennen: Die Ironman 70.3s in Marbella und im Kraichgau, sowie die Challenge in Heilbronn. Vielleicht kommt letzterem auf dem Papier die geringste Bedeutung zu, allerdings war das Rennen auf dem Weg nach Roth das wichtigste. Das Rennen in Marbella war aufgrund der zahlreichen Höhenmeter auf dem Rad eher ungünstig und weniger für Dannis Radstärke geeignet. Im Kraichgau ergatterte sie hinter Laura Philipp den zweiten Platz und konnte sich in einem spannenden Halbmarathon-Finale erstmals in ihrer Karriere gegen die langjährige Konkurrentin Yvonne van Vlerken durchsetzen. Ein erster kleiner Fingerzeig!

Nach dem Ergebnis im Kraichgau und den vielen qualitativen Kilometern im Wasser, auf dem Rad und in den Laufschuhen, habe ich das erste Mal an Dannis Ansage gedacht, in Roth den deutschen Rekord auf der Langdistanz (Sandra Wallenhorst, 8:47:26 Stunden beim Ironman Austria 2008) brechen zu wollen.

Der anschließende Start in Heilbronn war zunächst gar nicht geplant. Danni erzählte in der Woche nach dem Kraichgau davon, dort gerne starten zu wollen und dass ich eine Nacht über die Entscheidung schlafen soll. Das war aus zwei Gründen überhaupt nicht nötig:

  1. Danni konnte die Challenge bereits im vergangenen Jahr gewinnen. Zudem ist die Strecke quasi vor ihrer Haustür und das Rennen bot eine perfekte Möglichkeit, sich das nötige Selbstvertrauen für Roth zu holen.
  2. Zwei Wochen vor einer Langdistanz ist eine Mitteldistanz, die man gewinnen kann für einen Sportler viel schöner, als im Training dreieinhalb Stunden alleine Rad zu fahren und darauf zwei Stunden zu koppeln.

Einzige Bedingung vom Coach: Das Rennen mit 100% Attacke angehen, zu keiner Zeit nachlässig werden und im Idealfall alle drei Zwischenzeiten für sich zu entscheiden. Dass es dann aufgrund eines Tritts zu Beginn des Schwimmens „nur“ zur fünftbesten Schwimmzeit und später zur zweibesten Halbmarathon-Zeit reicht, lässt sich bei insgesamt 7 Minuten Vorsprung auf Gesamtplatz 2 vollkommen verschmerzen.

Vielleicht bin ich da etwas sehr aus dem Radsport geprägt. Aber ähnlich wie dort zum Beispiel vom Übergang aus dem U23-Bereich in den Elitebereich gilt für einen Profi: Nicht das Siegen verlieren! Im Training kann man sehr gute Leistungen vollbringen, auch zweite und dritte Plätze können riesige Erfolge sein. Aber ab und an ist es eben auch wichtig als Erster über die Ziellinie zu laufen und deutlich zu machen, dass man hier und heute nicht zu schlagen ist. Die Challenge Heilbronn war dafür das perfekte Rennen!

Daniela Sämmlers Sieg bei der Challenge Heilbronn in der Vorbereitung

Renntaktik für das Saison-Highlight – der Plan A

Ich zahle für den nachfolgenden Satz sehr gerne die bekannten drei Euro ins Phrasenschwein: So ein Tag bei einem Langdistanz-Rennen ist lang. Umso wichtiger war es, Daniela in den vielen Gesprächen vor dem eigentlichen Renntag auf die unterschiedlichen Szenarien vorzubereiten. Wie ist der Abstand zu Lucy Charles nach dem Schwimmen? Gibt es im Feld weibliche Profis, die ihr Tempo auf dem Rad folgen können? Welche Zeiten brauchen wir in den einzelnen Disziplinen, um den deutschen Rekord auf der Langdistanz zu brechen?

Heraus kam ein Plan A. Natürlich auch ein Plan B, C, D… Aber den A-Plan möchte ich euch gerne vorstellen:

Voller Fokus aus das Schwimmen bei der Challenge Roth mit Daniela Sämmler

Dass Danni trotz ihrer Schwimmstärke gegen die ehemalige Profi-Schwimmerin Lucy Charles einen großen Abstand nach dem Schwimmen bekommt, war klar. Nach einem perfekten Schwimmen hätten wir mit 6 Minuten gerechnet, ohne Sahnetag im Wasser eher mit 8 Minuten.

Letzteres Szenario war der Fall: Mit einer Zeit von 46:48 Minuten „brannte“ Lucy das Schwimmen ab und sicherte sich die schnellste Zeit des Tages. Nicht nur der weiblichen Profis, Lucy war auch eine Minute schneller als die männlichen Profis um Andi Dreitz, Sebastian Kienle und Co.

Ein erster kleiner Dämpfer und nun mal nicht das absolute Traum-Ergebnis. Aber eben weiterhin Plan A.

Auf den letzten Rad-Kilometer den Druck erhöhen

Es war klar, dass das Radfahren Dannis Paradedisziplin in Roth sein wird. Das taktische Ziel: Ein einsamer Radsplit über 180 Kilometer. Das mag komisch klingen, hatte aber renntechnisch große Bewandtnis.

Dass sie Lucy Charles nach dem großen Vorsprung beim Schwimmen nur schwierig einholt, war eingeplant. Entscheidend war aber auch, gerade die schnellen Läuferinnen und damit insbesondere Kaisa Sali (2:59 Stunden beim Ironman Südafrika 2017) auf Abstand zu halten und erst gar nicht aufschließen zu lassen.

Der Plan A sah vor, in der ersten Stunde auf dem Rad direkt das Leaderboard zu ordnen, den Abstand nach vorne konstant zu halten oder zu verkürzen und auf die Verfolgerinnen nach dem Schwimmen direkt eine Gap aufzubauen. Dann das Rennen kontrolliert anzugehen, um anschließend nach etwa 120 bis 130 Kilometern noch einmal das Tempo zu erhöhen und damit Druck auf die Konkurrenz aufzubauen.

Danni konnte zwar nach dem Schwimmen bereits einen Vorsprung um die Mitstreiterinnen um Kaisa Sali, Yvonne van Vlerken und Laura Sidall aufweisen, der ganz große Punch musste aber aufgrund eines blöden Malheurs ausbleiben: Danni verlor etwa bei Kilometer 20 ihre Flasche mit der kompletten Kohlenhydrat-Versorgung und musste daher bereits nach der ersten Rennstunde an der Verpflegungsstation anhalten, um sich ihre Rennversorgung zu sichern.

Nachdem Danni dieses Problem aber super gelöst hat und sich trotzdem sehr gut versorgt hat, ging zumindest der zweite Teil der Rad-Taktik voll auf: Lag sie nach den ersten 90 Kilometern noch 7 Minuten hinter Lucy und nur 1:30 Minuten vor Kaisa Sali, konnte sie bis zum Wechsel auf die Laufstrecke die Abstände deutlich zu ihren Gunsten verbessern. Durch eine beeindruckende zweite Radrunde schmolz die Differenz nach vorne auf 3:45 Minuten und vergrößerte sich zu Kaisa, Yvonne und Laura auf über 7 Minuten.

Ähnlich wie beim Schwimmen auch hat der eigentliche Plan A ein paar Dellen und Kratzer erlitten. Es wäre aber kein Langdistanz-Rennen, wenn man nicht auch trotz des Plan As ein paar Hürden und Herausforderungen nehmen müsste. Mit einer Zeit von 4:41:44 Stunden legte Danni trotz des Winds und der Probleme mit der Renn-Versorgung einen sensationellen Rad-Split hin.

Daniela Sämmler bei der Challenge Roth am Solarer Berg

Das Rennen möglichst lange offenhalten

Es gab ein Szenario, welches wir erst zwei Tage vor dem Rennen besprochen haben. Was passiert eigentlich, wenn Danni Lucy einholt? Wie gehen wir vor, wenn es für Danni um den Sieg geht?

Ein Szenario, welches man – anders als das Schwimmen und den Radsplit – nie zu Ende denken kann, da in den Rennstunden vorher so viele Ereignisse passieren. Aber eins war von vorne herein klar: Lucy Charles geht sicherlich als Favoritin ins Ziel. Auch Kaisa Sali wurden spätestens nach ihrem fünften Platz auf Hawaii im letzten Jahr in den Medien höhere Siegchancen prognostiziert.  Allerdings war Danni und mir klar, dass wir den Sieg nicht einfach hergeben werden. Ihre körperliche Verfassung, die Vorbereitung der letzten Monate und das im Training erarbeitete Selbstvertrauen waren gut genug, um uns zumindest in sehr kleiner Runde klar zu machen, dass wir das Rennen möglichst lange offenhalten wollen und der internationalen Konkurrenz bei einem Heimrennen nichts schenken werden. Dieser Plan war auch in der zweiten Wechselzone noch ein realistischer Plan!

Entwicklung der Abstände bei der Challenge Roth im Profi-Frauen Rennen

Entwicklung der Abstände und Zeiten zwischen den Profi-Frauen (Quelle: endurance-data.com)

Ein konstanter Marathon mit neuer Bestzeit!

In den vergangenen Monaten haben Danni und ich viel am Laufen gearbeitet. Ihre bisherige Bestzeit auf dem anschließenden Marathon ist mit 3:08 Stunden (Ironman Hamburg Copenhagen 2017) gut gewesen, im internationalen Vergleich aber noch etwas von der Spitze entfernt. Nach sehr guten Trainingsmonaten und den erfolgreichen Mitteldistanzen war das Ziel für den Marathon eine 3:05 Stunden. Wenn alles perfekt läuft konnten wir uns auch eine Zeit von 3:03 Stunden vorstellen. Dass Danni am Ende mit einer 3:04:10 Stunden eher die perfekte Variante gelaufen ist, ist eines dieser i-Tüpfelchen, über das ich mich maximal gefreut habe.

Dabei war der Plan für den Marathon vorher klar: Möglichst konstant das eigene Tempo angehen. Anlaufen im 4:15 Minuten pro Kilometer-Tempo (Marathon-Zeit von 3:00 Stunden); hintenraus Pace einzubüßen ist natürlich logisch. Es war uns klar, dass Danni eine realistische Chance auf das Podium hat, wenn sie das Tempo bis zur Kilometer-Marke 28 oder 30 aufrechterhalten kann.

Das Verrückte am Marathon letzten Sonntag: An Platz zwei liegend wurden die Abstände immer geringer. Nach vorne, allerdings auch nach hinten. Kaisa Sali startete fulminant in den Marathon und holte auf den ersten 8 Kilometern bereits zwei Minuten auf Danni auf. Die Devise für uns: Nicht nervös machen lassen, dieses Tempo kann auch Kaisa nicht über 20 oder 30 Kilometer gehen. Für die nächsten zwei Minuten Abstandsverkürzung braucht sie dann auch nicht mehr 8, sondern schon 16 Kilometer und war nach 25 Kilometern immer noch 3:08 Minuten zurück.

Gleichzeitig wurde aber auch der Abstand nach vorne zu Lucy nach 25 Laufkilometern von 3:45 Minuten auf 2:24 Minuten verkürzt. Eine realistische Chance auf Platz 1? Ein Rückfall auf Platz 3? Das Rennen war offener, als wir uns das jemals vorher ausgemalt hätten!

Daniela Sämmler auf der Laufstrecke am Kanal bei der Challenge Roth

Die letzten 12 Laufkilometer entscheiden das Rennen

Die erste Rennentscheidung passierte eigentlich bei Kilometer 30: Kaisa Sali lag immer noch 2:12 Minuten zurück und konnte diesen Rückstand auch seit einigen Kilometern nicht mehr signifikant verkürzen. Bei Kilometer 31 stieg dieser sogar an und es wurde uns klar, dass Danni das Rennen auf dem zweiten Platz beenden kann, wenn sie nicht mehr einbricht.

Der Abstand auf Lucy Charles war zu dem Zeitpunkt auf 30 Sekunden geschmolzen und die Szenerie für ein Herzschlag-Finale fertig.

Da Danni Lucy in Sichtweite hatte und klar war, dass Kaisa nicht mehr rankommen kann, waren Abstände und Zwischenzeit überflüssig. Meine Kommunikation von außen wich von „Lauf kontrolliert dein Tempo weiter, du hast 2:13 Minuten nach vorne und 3:15 Minuten nach hinten, lass dich nicht nervös machen“ zu „HOL SIE DIR JETZT, DU KANNST DAS DING HIER HEUTE GEWINNEN!!!“. Auch für den Coach ein anstrengender Tag – leider lässt es sich bei dem Gedanken an die Athleten nur schwierig klagen.

Wie das Rennen zu Ende ging ist Jedem klar, der am Sonntag zugeschaut hat. Dass bei einem Langdistanz-Rennen über 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42 Kilometern die Plätze 1 und 2 innerhalb von 9 Sekunden liegen, spricht Bände. Nichts sagt allerdings mehr über das Rennen aus, als das untenstehende Video.

Die Siegerehrung bei der Challenge Roth

Plan A? Auch nicht mehr als Theorie!

Danni konnte in Roth den Plan A durchsetzen. Leichte Anpassungen aufgrund verlorener Radflasche, eines nicht perfekten Schwimmens – aber eigentlich Plan A. Wenn man sich solche Pläne im Vorhinein als Coach zurechtlegt, ist das fundiert; man erlaubt sich das, weil man den Sportler sehr gut aus dem Training kennt und weiß, was er im Stande ist zu leisten. Auch während des Rennens habe ich versucht mit Dannis wunderbaren Supportern rund um ihren Freund Moritz, Einfluss auf das Renngeschehen zu nehmen und Danni bestmöglich zu unterstützen.

Am Ende ist ein Plan aber auch nur ein Plan. Nicht viel mehr als eine Theorie. Die Umsetzung des Plans muss der Sportler im Main-Donau-Kanal, Richtung Greding, am Solarer Berg, dann an der Lände, am Kanal, später in Büchenbach und zurück auf dem Weg zur Finishline alleine umsetzen. Gegen die Konkurrenz, das Wetter, Schmerzen und Krämpfe und die riesige Anspannung rund um dieses Spektakel. All das hat Danni am vergangenen Sonntag wahnsinnig toll gemacht. In über 10 Jahren in diesem Sport habe ich noch nie bei einem Rennen so sehr mitgefiebert und mich am Ende so – vor allem für sie – gefreut.

Um es mit Dannis Worten von der Siegerehrung zu sagen: Man muss an sich glauben. Ob als Agegrouper oder Profi; ob im Triathlon oder im realen Leben.

Danke für diesen tollen Tag, Danni!

Renn-Bericht auf tri-mag.de:

https://tri-mag.de/szene/packendes-duell-zwischen-daniela-saemmler-und-lucy-charles

Photo-Credit: Ingo Kutsche Fotografie