Die größte „Bremse“ im Kampf gegen den Wind bist du selbst! Denn 75 bis 85 Prozent des Luftwiderstands erzeugt der Sportler selbst. Dieser wissenschaftlichen Erkenntnis sind wir vorletzte Woche im Rahmen des getAERO-Specials: Pay “watt” you get! mit 13 Athleten nachgegangen und haben getestet wie viel Watt jeder durch optimales AeroFitting einsparen kann. Dazu haben wir die Sportler zunächst bei uns ins BikeFitting Labor in Köln, Hamburg oder Köln eingeladen und mit ihnen ein  PREAERO Fitting durchgeführt. Ein paar Wochen später ging es schließlich ins Velodrom nach Augsburg, um dort die Aeroposition zu optimieren.

Das Besondere am getAERO-Special? Die Sportler zahlten dabei lediglich die eingesparte Wattleistung. Als Richtlinie für die Leistungsersparnis gilt die Differenz der benötigen Leistung zwischen Ausgangsmessung (Baseline) und dem aerodynamischsten Testlauf. Als Richtgeschwindigkeit für den Leistungsvergleich haben wir die angestrebte Wettkampfgeschwindigkeit der Sportler herangezogen.

Du bist auch an einem AeroFitting interessiert und möchtest wissen wie viel Watt wir bei dir einsparen können? Wir haben in diesem Jahr noch ein paar wenige Termine im November und Dezember zu vergeben. Alle Daten und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du hier: STAPS getAERO

Wie viel Watt wir optimieren konnten und, ob wir beim Aero-Special auch Mal leer ausgegangen sind, erfahrt ihr hier.

Immanuel Stark

Einsparung: 16 Watt bei 48km/h

Wettkampfziele: Bundesliga Zeitfahren und Zeitfahren bei UCI-Rundfahrten

Gamechanger:  Zum einen wurde das Cockpit schmaler gestellt und ein anderes Sattelmodell gewählt, womit Immanuel viel stabiler auf dem Rad sitzt und nicht mehr nach vorne rutscht

Feedback aus den 2 Tagen:

An beiden Testtagen wurde ich sehr gut beraten. Zudem wurde umgehend auf Vorschläge und Rückmeldungen von mir eingegangen. Insgesamt hat man gemerkt, dass die Jungs echt Spaß an der Sache haben und auch mir hat das AeroFitting gut gefallen!“

Martin Knaup

Einsparung: 0 Watt bei 38km/h

Wettkampfziel:  70.3 Zell am See

Gamechanger: leider keiner – scheinbar war sein Know-How aus seiner Arbeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Biomechanik beim Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin der Luftwaffe ausreichend, um seine Position selbst perfekt einzustellen

Feedback aus den 2 Tagen:

„Das getAERO-Paket hat mich vor Fehlinvestitionen in Material bewahrt und gezeigt, dass ich keine Stellschrauben mehr in der Aeroposition habe.“

Kay Schöbel

Einsparung: 10 Watt bei 36km/h

Feedback aus den 2 Tagen:

„Mein Fazit ist insgesamt absolut positiv und ich bin überzeugt davon mit Euch die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Auch der Ansatz (erst Fitting, dann Status Quo mit Benny für die Trainingsplanung) wird absolut richtig sei.

Ich habe übers Wochenende tatsächlich viel an Euch gedacht und den Freitag in Augsburg mehrfach Revue passieren lassen – was mir sehr gefiel war nicht nur euer top-professionelles Angebot, sondern vielmehr auch die lockere und freundschaftliche Atmosphäre. Ich bin schlichtweg begeistert, und das von Euch allen, ob von Niklas, Johnny oder Jonas!

Natürlich bin ich am Sonntag direkt meine „Referenzrunde“ fürs TT gefahren und wie besprochen ist es für mich nicht nur deutlich komfortabler, ich war auch gemessen schneller als üblich unterwegs!! Die „Schulterschmerzen“ waren nicht mehr so ausgeprägt, und ich bin sicher, dass das jetzt einfach nur noch Trainings- und Gewöhnungssache ist.“

Oliver Arera von Imhoff

Einsparung: 28 Watt bei 36km/h

Hauptwettkampf 2019: Ironman Emilia-Romagna oder Challenge Almere

Game-Changer: Der Tilt im Cockpit auf circa 14° und eine verlängerte Sitzlänge über Extensions eingestellt, die eine passive Haltung im Rücken ermöglichen.

Feedback aus den 2 Tagen:

„Ich wurde vom PREAERO Fitting bis hin zum AeroFitting professionell, freundlich und kompetent betreut. Keine Frage blieb unbeantwortet. Dank des “Anamnese-Fragebogens” wussten alle beteiligten Bike-Fitter bestens über mich und meine Bedürfnisse und Pläne Bescheid und konnten individuell auf mich eingehen. Das PREAERO Fitting im Labor mit Lukas war super interessant und fand in sehr angenehmer Atmosphäre statt. Dies wurde mit dem AeroFitting auf der Radbahn Augsburg mit Johannes und Jonas nahtlos weitergeführt. Dank ausführlicher Erklärung aller Details und Abläufe war immer klar, was zu tun ist. Die Ausdauer, Geduld und das Engagement der STAPS-Mitarbeiter war enorm. Vielen Dank nochmals. Mein Fazit der beiden Tage lautet daher: Mit dem STAPS AeroFitting hast Du dauerhaft Rückenwind 😉 „

Jürgen Klindworth

Einsparung: 8 Watt bei 36km/h

Wettkampfziel: IM Hawaii Qualifikation

Feedback aus den 2 Tagen:

„Es war aufregend das 1. Mal auf einer Radrennbahn zu fahren und sehr interessant deine professionelle Arbeit zu verfolgen. Das hat mir sehr gut gefallen. Ich fühlte mich sehr gut betreut!”

Marvin Hirsch

Einsparung: 13 Watt bei 36km/h

Wettkampfziel: Top10 beim Ironman 70.3 WM Nizza

Feedback aus den 2 Tagen:

„Ich fand es absolut krass auf der Radbahn zu fahren. Der Ablauf der beiden Tage und die Datenaufbereitung war sehr professionell und wissenschaftlich – top!”

Frank Gehse

Einsparung: 7 Watt bei 40km/h

Wettkampfziel: IM Hamburg; 70.3 Challenge WM in der Slowakei

Feedback aus den 2 Tagen:

Das Paket PREAERO und der Bahntest hat mir wirklich sehr gut gefallen. Während des Bikefittings in Hamburg wurde der Sattel um gut 1,5 cm weiter nach hinten geschoben, da ich ja über einen leichten Druck in der linken Kniescheibe „klagte“. Mit dieser Einstellung bin ich dann den Tag vor dem AeroFitting 70 Km gefahren und ich war begeistert wie gut sich die Position anfühlte und, dass ich kein unangenehmes Gefühl mehr im Knie hatte.”

Kilian Roensch

Einsparung: 15 Watt bei 36km/h

WettkampfzieleIM Kalmar und IM Barcelona

Feedback aus den 2 Tagen:

„Die beiden Tage waren top und haben meine Erwartungen übertroffen. Schon die Arbeit an der Satteleinstellung war überragend und geduldsam. Auf der Bahn waren die ersten Runden noch ungewohnt. Nach der Warm-up Phase ging es aber locker von der Hand. Von Turn zu Turn wuchs das Selbstvertrauen und durch die Arbeit an der Position kam noch mehr Stabilität in das System. Das am Ende 14W Ersparnis im Raum standen war für mich kaum zu glauben, weil ich bis dato der Meinung war schon sehr gut auf dem Bike zu sitzen. Diese Aktion kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt und ich habe es tatsächlich gleich jemanden weiterempfohlen.”

Wolfgang Götschhofer

Einsparung: 8 Watt bei 45km/h

Wettkampfziel: UCI Masters WM

Feedback aus den 2 Tagen:

„Zum Fitting kann ich nur sagen: einfach genial, man spürt das jeder Mitarbeiter diesen Sport lebt! Insgesamt hat sich die beiden Tage voll ausgezahlt – Ich konnte viel neues dazulernen bei den Tests was mich optimistisch auf die kommende Saison blicken lässt.”

Frank Schreiner

Einsparung: 24 Watt bei 36km/h

Feedback aus den 2 Tagen:

“Beim Fitting hat es mir gefallen, dass nicht nur auf die Aerodynamik sondern auch auf den Komfort der Position geachtet wurde, um anschließend hoffentlich auch gut Laufen zu können.

Mein Fazit der beiden Tage: sehr freundliches und kompetentes Team! Ich bin begeistert, dass sie sich so viel Zeit genommen haben- Top!”

Reik Badelt

Einsparung: 15 Watt bei 36km/h

Olaf Borsutzky

Einsparung: 6 Watt bei 36km/h

Feedback aus den 2 Tagen: 

“Das gewissenhafte und gründliche PREAERO Fitting hat fast die größere Optimierung bringen können: Durch einen anderen Sattel sitze ich nun stabiler auf dem Bike und habe einen besseren Kraftfluss.

Mich hat an beiden Tagen ein super nettes und geduldiges Team erwartet, das mit einer professionellen Herangehensweise überzeugt hat. Mir hat der lange Tag mit Fitting am Vormittag und getAERO am Nachmittag total viel Spaß gemacht! Wenn ich auch nicht viele Watt mit nach Hause genommen habe, waren es doch viele positive Eindrücke, Tipps und ein gutes Gefühl.”

Stefan Rauschenbach

Einsparung: 25 Watt bei 38km/h

Wettkampfziel: IronMan Frankfurt

Feedback aus den 2 Tagen: 

Durch das PREAERO Fitting habe ich jetzt nicht nur eine bequemere sondern auch eine schnellere Position. Die Atmosphäre war an beiden Tagen sehr professionell, aber trotzdem lustig und super freundlich. Vor allem hat mich die Erkenntnis, dass “tief” nicht immer “schnell” bedeutet, beeindruckt. Zudem habe ich vom STAPS-Team viele wichtige Informationen zur besseren Sitzhaltung erhalten.  Bin immer noch total begeistert von meiner Einsparung und dem tollen Wochenende.”

 

Du bist auch an einem AeroFitting interessiert und möchtest wissen wie viel Watt wir bei dir einsparen können? Wir haben in diesem Jahr noch ein paar wenige Termine im November und Dezember zu vergeben. Alle Daten und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du hier:  STAPS getAERO

Andi Böcherer beim Aerodynamik-Test zur Optimierung der Sitzposition auf dem Rad

Der Kampf gegen den Luftwiderstand wird nicht nur im Zeitfahren und im Triathlon, sondern auch im Straßenradsport immer wichtiger. Geht es um Spitzenleistungen, Zeitersparnisse oder ganz einfach um die bestmögliche Performance im Wettkampf, ist die Aerodynamik des Sportlers ein ganz entscheidender Faktor. Daher haben wir mit unserem STAPS getAERO einen Aerodynamiktest entwickelt, der in Kombination mit unseren Bike-Fittings die Aerodynamik eines Jeden – ob Profi oder Hobbysportler – auf ein höheres Level hebt.

Du möchtest die Vorzüge des getAEROs kennenlernen? Alle Informationen zur Revolution in der Aerodynamik des Radsports und Triathlons findest Du hier: die Aerodynamik-Revolution!

Unsere nächsten getAERO-Termine findest Du hier:

Mittwoch, 12. September 2018 Augsburg
Donnerstag, 13. September 2018 Augsburg
Freitag, 14. September 2018 Augsburg
Dienstag, 25. September 2018 Büttgen
Mittwoch, 26. September 2018 Büttgen
Donnerstag, 4. Oktober 2018 Büttgen
Freitag, 5. Oktober 2018 Büttgen
Mittwoch, 14. November 2018 Augsburg
Donnerstag, 15. November 2018 Augsburg
Freitag, 16. November 2018 Augsburg
Dienstag, 27. November 2018 Büttgen
Mittwoch, 28. November 2018 Büttgen
Dienstag, 11. Dezember 2018 Büttgen
Mittwoch, 12. Dezember 2018 Büttgen

Du möchtest aerodynamischer werden? Dann sicher Dir einen Termin für eine Aero-Optimierung unter staps-online.com/get-aero oder kontaktiere uns für eine unverbindliche Beratung!

Vor jeder Optimierung der Aeroposition empfehlen wir ein BikeFitting, um eine stabile Basis für die Position zu legen.

Egal, ob man Rennrad- oder Triathlonzeitschriften durchblättert, Foren durchstöbert oder einem die Werbeslogans der Fahrradbranche ins Auge stechen; eine Botschaft ist immer gleich: „Aero is everything!“ Frei übersetzt: Aerodynamik ist alles. Mittlerweile wird nicht mehr nur proklamiert, um wieviel Watt das eine Laufrad schneller ist als das andere. Selbst der Bierbauch wird seziert und auf seine aerodynamischen Eigenschaften getestet. Dabei steht eine Frage über allem: Wieviel Watt spare ich ein?

Aber ist diese reine Leistungsersparnis bei einer definierten Geschwindigkeit wirklich immer „everything“? Nein, überhaupt nicht. Denn die aerodynamischste Position und das strömungsgünstigste Material ist erst dann „alles“, wenn sie mit der Biomechanik des Athleten „matcht“. Was nützt einem Ironman-Starter die „schnellste“ Position, wenn er diese nur für wenige Minuten halten kann? Was bringt das im Windkanal hervorragend getestete Laufrad für Vorteile, wenn es nicht mit dem Rahmen harmoniert? Solche Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.

Alles muss bei der Suche nach der optimalen Position und dem dazu passenden Materialsetup berücksichtigt werden. Denn auch das Equipment wie Helm, Anzug und Laufräder werden von der Position des Athleten auf dem Rad extrem beeinflusst. ABER: Gerade, was das Material betrifft, muss eines in aller Deutlichkeit erklärt werden. Mensch und Material machen zwar 70 bis 80 Prozent des Luftwiderstandes aus. Aber der Mensch beziehungsweise seine Position auf dem Rad sind hier die größte Bremse. Nicht etwa der Helm oder Trikot und Hose.

70 bis 80% des Luftwiderstandes gehen vom Athleten selber aus, nicht vom Aero-Helm oder Aero-Anzug

Mit unserem STAPS getAERO bieten wir einen Aerodynamiktest, der all die unterschiedlichen Faktoren dynamisch berücksichtigt; während der Fahrer also Druck auf das Pedal bringt und Vortrieb erzeugt. Denn was nützen Windkanaltest, wenn der künstlich erzeugte Wind in einem bestimmten Strömungswinkel auf Maschine und Mensch trifft, der vielleicht sogar noch statisch auf dem Rad sitzt. Entscheidend ist doch, was das sich bewegende dynamische System aus Mensch, Maschine und Material für Widerstände erzeugt und wie sich diese verringern lassen. Lest dazu auch unseren Beitrag zur Aero-Revolution!

Mit unserem innovativen Aerodynamiktest ermitteln wir – unter Einbeziehung aller Parameter – folgende Werte: In welcher Haltung bringt der Athlet die meisten Watt aufs Pedal? Wie verteilt sich der Druck auf die Kontaktpunkte am Sattel, den Armpads beziehungsweise dem Lenker und Schuhsohle? Welche Position auf dem Rad vereint das Beste aus all diesen Messungen sowie Untersuchungen und ist überdies noch aerodynamisch günstig. Um all das für jeden Sportler ganz individuell herauszufinden, beginnen wir mit unserem Aerodynamiktest anders als gedacht nicht auf der Radrennbahn, sondern beim Bikefitting im Labor.

Vor jedem BikeFitting sollte ein Physio-Check erfolgen, der die Verkürzungen und Einschränkungen des Sportlers offen legt.

Erst der Physio-, dann der Aerodynamik-Check!

Je tiefer das Cockpit, desto besser? Je runder der Rücken, desto aerodynamischer? Zugegebenermaßen sind das rhetorische Fragen, die klar mit Nein beantwortet werden können. Denn all diese Fragen vernachlässigen das Wichtigste: das Individuum – den Sportler.

Bevor überhaupt aerodynamische Veränderungen an Mensch und Maschine vorgenommen werden, sollte überprüft werden, welche biomechanischen und physiologischen Eigenschaften der Radsportler oder Triathlet überhaupt mitbringt. Die eigene Athletik sollte zuallererst auf dem Prüfstand stehen. dabei sollte gecheckt werden, welche Range of Motion – die komplette Bewegungsamplitude – inklusive Mobilität, Flexibilität und Stabilität – der Sportler mitbringt.

Liegen beispielsweise Asymmetrien oder Dysbalancen vor? Sind bestimmte Muskelgruppen aufgrund jahrelanger, einseitiger Belastungen verkürzt? Oder wird der Bewegungsablauf aufgrund früherer Verletzungen oder Erkrankungen eingeschränkt?

Wir empfehlen unseren Sportlern daher ausnahmslos immer, mit uns vor dem Aerodynamiktest ein BikeFitting durchzuführen, bei dem eben solche Fragen beantwortet und im Weiteren (Aero)-Fittingprozess berücksichtigt werden.

Vor jeder Optimierung der Aeroposition empfehlen wir ein BikeFitting, um eine stabile Basis für die Position zu legen.

Dynamische Bewegungsanalyse im Labor – das PREAERO-Fitting

Eine schnelle aerodynamische Position kann nur auf ein gutes Fundament gebaut werden. Zu diesem Fundament gehört eine stabile Position auf dem Rad, die eine optimale Kraftübertragung überhaupt erst zulässt und zudem – in Abhängigkeit der Disziplin – auch „komfortabel“ sein sollte. Denn jede noch so aerodynamische Position verliert ihre Vorteile, wenn der Sportler diese nicht lange halten kann oder einen hohen muskulären Mehraufwand betreiben muss, um diese einzunehmen beziehungsweise sich „klein“ zu machen.

Mit einer dynamischen Bewegungsanalyse wird über Videoaufnahmen der Gelenkwinkel und per Druckmessungen an den drei Kontaktstellen zwischen Sportler und Rad (Sattel, Schuh, Armauflage) die Position „quantifiziert“. Über Druckmessfolien im Sattel, in den Schuhsohlen und den Armpads erhalten wir sofort Informationen darüber, ob das Becken stabil im Sattel ‚sitzt‘. Nur ein stabiles Becken kann auf Dauer den Beinen ermöglichen, permanent Leistung zu erzeugen – ohne unnötige Verluste.

Das biomechanische Fundament zur Optimierung der Aero-Position wird also im Bikefitting-Labor gelegt. Bis dato haben wir im Velodrom oder Windkanal noch keinen Athleten erstmalig angetroffen, der bereits eine perfekte Sitzpostition innehatte. Daher gilt: Erst die Stabilität in Kombination mit der Kraftübertragung verbessern und die Basis legen, dann die Aerodynamik optimieren!

Auch bereits beim BikeFitting lassen sich Sekunden im Aerobereich sparen

 Sekunden sparen beim Bikefitting

Aerodynamikerkenntnisse können nicht nur im Velodrom, sondern auch im Labor gewonnen werden. Wir haben für Euch ganz konkrete Beispiele, die wir während des PREAERO-Fitting mitberücksichtigen:

Sitzhöhe

Natürlich würde man seine Sitzhöhe nicht künstlich absenken, um mehr „aero“ zu sein. Aber eine tiefere Sitzposition hat nachweislich positive Effekte auf die Reduzierung des Luftwiderstands.

Sattel – Nachsitz, Neigung und Shape

Die Einstellung als auch die Wahl des Sattels haben immensen Einfluss auf die Aerodynamik. Sitzt man auf diesem unkomfortabel, rutscht man häufiger auf diesem rum oder begibt sich aus der Aeroposition heraus in den Basebar. Speziell jeder Triathlet sollte hinterfragen, wieviel Zeit er in einem Wettkampf dann doch auf dem Basebar verbringt und ob er diese Zeit nicht einfach und schnell durch eine optimale Sitzposition mit passender Sattelwahl lösen kann.

Cockpithöhe

Natürlich kann es große Vorteile haben, das Cockpit abzusenken. Aber wie tief kann man dieses einstellen, ohne an Sattel-Stabilität oder Kraftübertragung einzubüßen? Eine Frage, die sich im Labor sehr gut beantworten lässt.

Kurbellänge

Eine kürzere Kurbel hat bis zu einer gewissen Länge eigentlich keine Auswirkungen auf die Kraftübertragung, da das verringerte Drehmoment zumeist mit einer höheren Tretfrequenz ausgeglichen wird. Große Vorteile hat eine kürzere Kurbel aber zum Beispiel auf den Hüftwinkel zwischen Oberschenkel und Oberkörper, da dieser sich mit einer Reduktion der Kurbellänge vergrößert. Dadurch ergibt sich Potential, das Cockpit weiter zu senken oder den Sportler „länger“ zu setzen und ihn so aerodynamischer zu machen.

Armpadbreite

Eine Verkleinerung der Frontalfläche steht häufig mit einem Aero-Gewinn in Zusammenhang. Im Labor lässt sich zum Beispiel bestimmen, wie schmal der Abstand zwischen den Armpads gewählt werden kann und wie sich der Druck auf diese durch Veränderungen verteilt. Auch lässt sich unter Laborbedingungen überprüfen, ob Einschränkungen speziell im Brustbereich oder auf die Atmung vorliegen.

Die Aero-Revolution im Triathlon und Radsport – der STAPS getAERO

Zeit, die Aerodynamik im Velodrom in „freier Fahrt“ zu optimieren

Das Fundament ist jetzt gelegt, die reine Verbesserung der Aerodynamik ist an der Reihe! Durch eine stabile Position auf dem Rad kann der Sportler sein volles Aero-Potential ausschöpfen. Dabei kennt der Aero-Fitter schon die körperlichen Stärken und Schwächen des Sportlers und weiß aus der Erfahrung des BikeFittings, wie aggressiv er die Position ausreizen kann, ohne dabei an Komfort, Stabilität oder Kraftübertragung Einbußen zu riskieren.

Die Aerodynamik des Sportlers –ausgedrückt in seinem CdA-Wert (Luftwiderstand) – ist das Zusammenspiel zahlreicher Faktoren. Eine Position kann nur aggressiv-aerodynamisch sein, wenn das Fundament stabil ist. Das Cockpit kann vor allem dann optimiert werden, wenn der Hüftwinkel angepasst ist und Potential für Veränderungen bietet. Und am Ende ist eine Verbesserung der Aerodynamik nur dann sinnvoll, wenn die Position vom Athleten auch gehalten und gefahren werden kann. Is aero everything? Jein – nur, wenn die notwendigen Voraussetzungen geschaffen sind! Richtig muss es heißen: Performance is everything! Und da nimmt die Aerodynamik einen entscheidenden Anteil von ein.

Wir haben für Euch 5 Tipps auf dem Weg zur perfekten Aeroposition gesammelt: Der STAPS Advisor #2!

 

Photocredit Patrick Lange und Bart Aernouts: Christian Siedler

Photocredit Andi Böcherer: Marcel Hilger

Die Aero-Revolution im Triathlon und Radsport – der STAPS getAERO

Der Kampf gegen den Luftwiderstand wird nicht nur im Zeitfahren und im Triathlon, sondern auch im Straßenradsport immer wichtiger. Geht es um Spitzenleistungen, Zeitersparnisse oder ganz einfach um die bestmögliche Performance im Wettkampf, ist die Aerodynamik des Sportlers ein ganz entscheidender Faktor. Wurde früher im Radsport nur Aerodynamik nur mit Zeitfahren „verbunden“, ist man sich mittlerweile auch der enormen Einsparpotentiale beim klassischen Straßenrennen bewusst. Wenn beispielsweise ein Fahrer beim Verrichten der Nachführarbeit an der Spitze des Feldes fährt, um die Fluchtgruppe einzuholen, zählt jedes eingesparte Watt beim Luftwiderstand. Ergebnis: Der Athlet kann dann bei gleicher Leistung einfach schneller fahren. Übrigens: schon ab geringsten Geschwindigkeiten sind Einsparungen relevant.

Mit dem Thema der Aerodynamik und der Optimierung von Wettkampfleistungen über die Verringerung des Luftwiderstandes beschäftigen wir uns bei STAPS bereits seit über zehn Jahren. Gerade im Profi-Radsport haben wir damals mit Positions- und Materialveränderungen experimentiert und überprüft, welche Veränderungen davon sich wie auf die Leistung bei vorgegebener Geschwindigkeit auswirken.

Damals wurde im Vergleich zu heute noch mit „old school“-Methoden gearbeitet: Die Räder wurden mit einem SRM-Powermeter ausgestattet, die zu fahrenden Geschwindigkeiten im Velodrom wurde dem Athleten vorgegeben und mittels Trillerpfeife wurde ihm signalisiert, ob er zu schnell oder zu langsam unterwegs war. Nach jedem Testlauf wurde kontrolliert, ob der Athlet weniger Leistung bei gleicher Geschwindigkeit benötigte.

Aero-Revolution I: Das GARMIN Track Aero System

GARMIN Track Aero System als Gold-Standard in der Aero-Optimierung

Photocredit: Christian Siedler

Vorbei sind heute diese Zeiten, in denen Fahrer mit einer bestimmten Geschwindigkeit von 40 oder 45 km/h auf dem Oval kreiseln mussten, um aerodynamische Fortschritte zu dokumentieren. Vor rund drei Jahren durften wir von STAPS an der ersten Revolution im Bereich der Aerodynamik-Optimierungen mitarbeiten: dem Alphamantis Track Aero System. Diese moderne Technik macht es möglich den Luftwiderstand, CdA, in Echtzeit zu ermitteln, während der Fahrer auf dem Rad sitzt. Dabei ist es egal in welcher Geschwindigkeit er unterwegs ist. Mittels einer sogenannten Bridge, die am Rad befestigt wird, lassen sich die Daten wie Leistung, Trittfrequenz und Herzfrequenz direkt schnurlos übertragen und es kann live verfolget werden, welche Veränderung wie viel Watt einsparen. Dieses System ermittelt den Luftwiderstand im Velodrom in Echtzeit unter Berücksichtigung von Systemgewicht, Leistung des Athleten, Luftdichte und Bahngeometrie.

Von der Messtechnik und der mobilen Verwendung war auch das US-amerikanische Unternehmen GARMIN, das weltweit zu den führenden Herstellern von Navigationsgeräten, Headunits, Wearabels und Sensoren zählt, so begeistert, dass er das kanadische Unternehmen in sein Portfolio aufnahm.

Spitzentriathleten wie Jan Frodeno und Patrick Lange sowie Top-Radteams wie Movistar und Co. vertrauen auf unser Aero-Fitting

Seitdem wir diese modernen Messtechniken nutzen, haben wir nicht nur die Position zahlreicher Triathleten und Radsportler aus dem Hobby- und Amateursektor optimiert; auch Triathlon-Profis wie Jan Frodeno, Patrick Lange oder Andi Böcherer sowie Profirad-Teams wie Katusha Alpecin und Movistar haben solch professionelle Aero-Tests absolviert.

Die Aero-Revolution im Triathlon und Radsport – der STAPS getAERO

Photocredit: Felix Rüdiger

Aero-Revolution II: Die Kombination aus Aerodynamik und Biomechanik – der getAERO-Test

Früher hat man sich hauptsächlich um die Aerodynamik gekümmert und die biomechanischen Aspekte haben nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Aber mittlerweile erkennt man, dass nicht nur die Kraftübertragung, sondern auch die Stabilität bzw. der Komfort ganz entscheidende Faktoren sind, die sich gegenseitig beeinflussen. Im Einzelnen sind das Kraftübertragung am Pedal, Aerodynamik im Cockpit und Stabilität im Sattel. Verändert man einen dieser Kontaktpunkte, greift man in das System ein.

Daher haben wir uns in den vergangenen Monaten Gedanken gemacht, wie wir unser Wissen und unser Know-how über Aerodynamik und Performance noch besser in den Radsport und Triathlon transferieren können. Damit auch die Jedermann-, Hobby- und Amateursportlern den bestmöglichen Nutzen daraus ziehen können.

Die Aero-Revolution im Triathlon und Radsport – der STAPS getAERO

Photocredit: Marcel Hilger

Aero-Optimierungen funktionieren nur ganzheitlich – Stabilität und Komfort als Basis

Dabei steht für uns ein Credo im Mittelpunkt: Aero-Optimierung ist nicht einfach der Kauf eines angeblich strömungsgünstigeren Laufrads oder Trinksystems. Aero-Optimierung ist auch nicht einfach das Absenken des Cockpits oder das „Länger-Setzen“ des Sportlers.

Aero-Optimierungen funktionieren nur „ganzheitlich“, indem die physischen Voraussetzungen des Sportlers berücksichtigt werden und zunächst über biomechanische Verbesserungen die Basis für eine aerodynamische Position gelegt wird.

Daher haben wir mit unserem STAPS getAERO einen Aerodynamiktest entwickelt, der in Kombination mit unseren Bike-Fittings Aerodynamik jeden – ob Profi oder Hobbysportler – auf ein höheres Level hebt.

Daher optimieren wir zunächst Ihre Position auf dem Rad im Labor, setzen Sie stabil und komfortabel auf den Sattel, bevor wir dann aerodynamische Veränderungen im Velodrom vornehmen und die so wichtigen Watts einsparen. Das Suchen und Finden Ihrer optimalen Aero-Position ist ein Prozess, der mit einem kleinen Physio-Check in unseren Bike-Fitting-Laboren beginnt und mit der Suche nach dem letzten Watt bei der Wahl des schnellsten Anzuges oder Helms aufhört.

Der STAPS getAERO ist dabei ein exklusives und einzigartiges Testverfahren, welches nicht nur Profisportlern zu einer aerooptimierten Position verhilft, sondern auch Hobby- und Amateursportlern dabei unterstützt, ihren Luftwiderstand zu verringern und ihre optimale Aeroposition zu finden.

Hier geht es zum STAPS getAERO!

Andi Böcherer beim Aerodynamik-Test zur Optimierung der Sitzposition auf dem Rad

Photocredit: Marcel Hilger

Neue Partnerschaft mit dem Team Erdinger Alkoholfrei um Patrick Lange, Nils Frommhold und Daniela Sämmler

Die Farbe ERDINGER-Blau ist aus dem Triathlon-Feld eigentlich nicht wegzudenken. Mit über 5.000 Altersklassen-Athleten, dem Perspektivteam aus drei Nachwuchs-Athleten und dem Profi-Team um Patrick Lange und Daniela Sämmler ist das Team Erdinger Alkoholfrei die größte Triathlon-Community im deutschsprachigen Raum.

Bereits seit 2006 setzt die Brauerei aus Erding im Marketing auf die Sportart Triathlon und gehört damit zu den langjährigsten Partnern im Multisport. Wir freuen uns sehr darüber, nun unsere Kooperation mit dem Team Erdinger Alkoholfrei als neuer Silber-Partner ankündigen zu dürfen!

Neue Partnerschaft mit dem Team Erdinger Alkoholfrei um Patrick Lange, Nils Frommhold und Daniela Sämmler

Photo-Credit: Ingo Kutsche

Unsere ersten Berührungspunkte haben wir bei STAPS vor allem mit einigen Profi-Athleten aus dem Team gehabt. So arbeiten wir seit zwei Jahren unter anderem im Bereich der Bike- und Aerodynamik-Optimierungen gemeinsam mit unserem Partner gebioMized mit dem amtierenden IRONMAN-Weltmeister Patrick Lange sowie mit Nils Frommhold, dem Roth-Sieger aus 2015, zusammen. Mit Daniela Sämmler, die gemeinsam mit Laura Philipp die Speerspitze bei den weiblichen Athleten des Teams bildet, durften wir vor zwei Wochen mit dem Sieg der Challenge Roth einen der größten Siege in der STAPS-Geschichte feiern.

Neue Partnerschaft mit dem Team Erdinger Alkoholfrei um Patrick Lange, Nils Frommhold und Daniela Sämmler

Photo-Credit: Tom Tittmann

Seit 2018 kümmern wir uns neben den Profi-Athleten auch um das Perspektivteam und durften Anna-Lena Pohl, Fabian Günther und Fabian Reuter schon zur Leistungsdiagnostik und zum BikeFitting in unseren Instituten begrüßen. In enger Zusammenarbeit mit der Team-Managerin Wenke Kujala möchten wir dabei für die Perspektivsportler gerne unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen und arbeiten aktuell an einem langfristigen Konzept zur Entwicklung des Nachwuchses.

Mit der neuen Partnerschaft als Silber-Partner des Teams ist es unser großes Ziel, unsere Leistungen nicht nur an die Profis und Perspektiv-Sportler des Teams weiter zu geben, sondern auch mit der großen Community aus Altersklassen-Athleten zu arbeiten. Dabei freuen wir uns sehr darauf, unsere Expertise und unsere Erfahrungen aus dem Profi-Triathlon auch in das Training und den Wettkampf der AK-Sportler einbringen zu können.

Ein netter Nebeneffekt: Wir werden euch in Köln, Hamburg und München sicherlich auch auf eine Flasche Erdinger Alkoholfrei einladen!

Du interessierst dich auch für das Team Erdinger Alkoholfrei? Dann findest du hier alle wichtigen Informationen dazu: Team Erdinger Alkoholfrei.

Neue Partnerschaft mit dem Team Erdinger Alkoholfrei um Patrick Lange, Nils Frommhold und Daniela Sämmler

Photo-Credit: Christian Siedler

Aero-Optimierung mit den IRONMAN Europameisterschaft-Anwärtern Jan Frodeno, Patrick Lange, Andi Böcherer, Patrick Nilsson und Nick Kastelein.

Nach Roth ist vor Frankfurt: Kaum sind die Athletinnen und Athleten bei der Challenge Roth über die Ziellinie gelaufen, stehen schon die IRONMAN Europameisterschaften in Frankfurt vor der Tür. Das Feld der Profis ist dabei wieder top besetzt und mit Weltklasse-Athletinnen und Athleten gespickt. Bei den Frauen finden wir mit Daniela Ryf und Sarah Crowley die Nummer 1 und 3 der letztjährigen Weltmeisterschaften auf Hawaii und zudem mit Anne Haug eine deutsche Top-Athletin, die erstmals auf der Langdistanz startet. Im Männerfeld sind mit den amtierenden und ehemaligen IRONMAN-Weltmeistern Patrick Lange und Jan Frodeno zwei Athleten am Start, die sicherlich nicht nur die Europameisterschaft, sondern im Oktober auch die Weltmeisterschaft für sich entscheiden wollen. Ähnlich wie bei den Frauen interessieren aber auch bei den Männern nicht nur Favorit 1 und 2. Mit Andi Böcherer, Patrik Nilsson und Nick Kastelein sind weitere Profis am Start, die sich um die Podiumsplätze streiten werden.

Mit den fünf genannten Favoriten aus dem männlichen Profifeld durften wir in den vergangenen Jahren auf dem Fitting-Sektor – sowohl im Labor, als auch im Velodrom – gemeinsam mit unserem Partner gebioMized aus Münster zusammenarbeiten. Betrachtet man sich die Entwicklungen der Aero-Positionen in den vergangenen 2-3 Jahren, so fällt auf, dass man als Profi das Feld der Positions- und Aero-Optimierungen nicht mehr außen vorlassen kann, sondern diese Optimierungen notwendig sind, um in der Weltelite konkurrenzfähig zu sein.

Aus unserer Arbeit der vergangenen Monate und Jahre geben wir Euch hier gerne einen Einblick:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Montag, der 02. Juli 2018. Es ist 16 Uhr. Eine Nacht und etwa 24 Stunden nach dem Finish wird mir so langsam klar, was am Sonntag in Roth passiert ist: Daniela Sämmler hat in einem beeindruckenden Rennen nicht nur den deutschen Rekord auf der Langdistanz auf Ansage gebrochen, sondern sich vor allem gegen die Weltelite um Lucy Charles und Kaisa Sali den Sieg der Challenge Roth erkämpft.

Berichte, Interviews und Videos zum Rennen gibt es genügend. Gerne möchte ich, Björn Geesmann, euch das Rennen einmal aus der Perspektive des Coaches erzählen und euch ein paar Einblicke hinter die Kulissen geben.

Seit fast zwei Jahren arbeiten wir bei STAPS schon mit Daniela zusammen, diagnostizieren ihre Leistungsfähigkeit und optimieren gemeinsam mit unserem Partner gebioMized ihre Position auf dem Rad – sowohl im Labor als auch im Velodrom. Seit März dieses Jahres betreue ich Daniela auch als Coach und durfte sie auf ihr Saison-Highlight in Roth vorbereiten. Dass mich das später an einem einzigen Sonntag im Juli gefühlte 10 Jahre meines Lebens kosten sollte, war mir damals nicht bewusst. 😉

In der Vorbereitung öffnet sich der Knoten in Heilbronn

In der Vorbereitung auf Roth gab es für Daniela drei Vorbereitungs-Rennen: Die Ironman 70.3s in Marbella und im Kraichgau, sowie die Challenge in Heilbronn. Vielleicht kommt letzterem auf dem Papier die geringste Bedeutung zu, allerdings war das Rennen auf dem Weg nach Roth das wichtigste. Das Rennen in Marbella war aufgrund der zahlreichen Höhenmeter auf dem Rad eher ungünstig und weniger für Dannis Radstärke geeignet. Im Kraichgau ergatterte sie hinter Laura Philipp den zweiten Platz und konnte sich in einem spannenden Halbmarathon-Finale erstmals in ihrer Karriere gegen die langjährige Konkurrentin Yvonne van Vlerken durchsetzen. Ein erster kleiner Fingerzeig!

Nach dem Ergebnis im Kraichgau und den vielen qualitativen Kilometern im Wasser, auf dem Rad und in den Laufschuhen, habe ich das erste Mal an Dannis Ansage gedacht, in Roth den deutschen Rekord auf der Langdistanz (Sandra Wallenhorst, 8:47:26 Stunden beim Ironman Austria 2008) brechen zu wollen.

Der anschließende Start in Heilbronn war zunächst gar nicht geplant. Danni erzählte in der Woche nach dem Kraichgau davon, dort gerne starten zu wollen und dass ich eine Nacht über die Entscheidung schlafen soll. Das war aus zwei Gründen überhaupt nicht nötig:

  1. Danni konnte die Challenge bereits im vergangenen Jahr gewinnen. Zudem ist die Strecke quasi vor ihrer Haustür und das Rennen bot eine perfekte Möglichkeit, sich das nötige Selbstvertrauen für Roth zu holen.
  2. Zwei Wochen vor einer Langdistanz ist eine Mitteldistanz, die man gewinnen kann für einen Sportler viel schöner, als im Training dreieinhalb Stunden alleine Rad zu fahren und darauf zwei Stunden zu koppeln.

Einzige Bedingung vom Coach: Das Rennen mit 100% Attacke angehen, zu keiner Zeit nachlässig werden und im Idealfall alle drei Zwischenzeiten für sich zu entscheiden. Dass es dann aufgrund eines Tritts zu Beginn des Schwimmens „nur“ zur fünftbesten Schwimmzeit und später zur zweibesten Halbmarathon-Zeit reicht, lässt sich bei insgesamt 7 Minuten Vorsprung auf Gesamtplatz 2 vollkommen verschmerzen.

Vielleicht bin ich da etwas sehr aus dem Radsport geprägt. Aber ähnlich wie dort zum Beispiel vom Übergang aus dem U23-Bereich in den Elitebereich gilt für einen Profi: Nicht das Siegen verlieren! Im Training kann man sehr gute Leistungen vollbringen, auch zweite und dritte Plätze können riesige Erfolge sein. Aber ab und an ist es eben auch wichtig als Erster über die Ziellinie zu laufen und deutlich zu machen, dass man hier und heute nicht zu schlagen ist. Die Challenge Heilbronn war dafür das perfekte Rennen!

Daniela Sämmlers Sieg bei der Challenge Heilbronn in der Vorbereitung

Renntaktik für das Saison-Highlight – der Plan A

Ich zahle für den nachfolgenden Satz sehr gerne die bekannten drei Euro ins Phrasenschwein: So ein Tag bei einem Langdistanz-Rennen ist lang. Umso wichtiger war es, Daniela in den vielen Gesprächen vor dem eigentlichen Renntag auf die unterschiedlichen Szenarien vorzubereiten. Wie ist der Abstand zu Lucy Charles nach dem Schwimmen? Gibt es im Feld weibliche Profis, die ihr Tempo auf dem Rad folgen können? Welche Zeiten brauchen wir in den einzelnen Disziplinen, um den deutschen Rekord auf der Langdistanz zu brechen?

Heraus kam ein Plan A. Natürlich auch ein Plan B, C, D… Aber den A-Plan möchte ich euch gerne vorstellen:

Voller Fokus aus das Schwimmen bei der Challenge Roth mit Daniela Sämmler

Dass Danni trotz ihrer Schwimmstärke gegen die ehemalige Profi-Schwimmerin Lucy Charles einen großen Abstand nach dem Schwimmen bekommt, war klar. Nach einem perfekten Schwimmen hätten wir mit 6 Minuten gerechnet, ohne Sahnetag im Wasser eher mit 8 Minuten.

Letzteres Szenario war der Fall: Mit einer Zeit von 46:48 Minuten „brannte“ Lucy das Schwimmen ab und sicherte sich die schnellste Zeit des Tages. Nicht nur der weiblichen Profis, Lucy war auch eine Minute schneller als die männlichen Profis um Andi Dreitz, Sebastian Kienle und Co.

Ein erster kleiner Dämpfer und nun mal nicht das absolute Traum-Ergebnis. Aber eben weiterhin Plan A.

Auf den letzten Rad-Kilometer den Druck erhöhen

Es war klar, dass das Radfahren Dannis Paradedisziplin in Roth sein wird. Das taktische Ziel: Ein einsamer Radsplit über 180 Kilometer. Das mag komisch klingen, hatte aber renntechnisch große Bewandtnis.

Dass sie Lucy Charles nach dem großen Vorsprung beim Schwimmen nur schwierig einholt, war eingeplant. Entscheidend war aber auch, gerade die schnellen Läuferinnen und damit insbesondere Kaisa Sali (2:59 Stunden beim Ironman Südafrika 2017) auf Abstand zu halten und erst gar nicht aufschließen zu lassen.

Der Plan A sah vor, in der ersten Stunde auf dem Rad direkt das Leaderboard zu ordnen, den Abstand nach vorne konstant zu halten oder zu verkürzen und auf die Verfolgerinnen nach dem Schwimmen direkt eine Gap aufzubauen. Dann das Rennen kontrolliert anzugehen, um anschließend nach etwa 120 bis 130 Kilometern noch einmal das Tempo zu erhöhen und damit Druck auf die Konkurrenz aufzubauen.

Danni konnte zwar nach dem Schwimmen bereits einen Vorsprung um die Mitstreiterinnen um Kaisa Sali, Yvonne van Vlerken und Laura Sidall aufweisen, der ganz große Punch musste aber aufgrund eines blöden Malheurs ausbleiben: Danni verlor etwa bei Kilometer 20 ihre Flasche mit der kompletten Kohlenhydrat-Versorgung und musste daher bereits nach der ersten Rennstunde an der Verpflegungsstation anhalten, um sich ihre Rennversorgung zu sichern.

Nachdem Danni dieses Problem aber super gelöst hat und sich trotzdem sehr gut versorgt hat, ging zumindest der zweite Teil der Rad-Taktik voll auf: Lag sie nach den ersten 90 Kilometern noch 7 Minuten hinter Lucy und nur 1:30 Minuten vor Kaisa Sali, konnte sie bis zum Wechsel auf die Laufstrecke die Abstände deutlich zu ihren Gunsten verbessern. Durch eine beeindruckende zweite Radrunde schmolz die Differenz nach vorne auf 3:45 Minuten und vergrößerte sich zu Kaisa, Yvonne und Laura auf über 7 Minuten.

Ähnlich wie beim Schwimmen auch hat der eigentliche Plan A ein paar Dellen und Kratzer erlitten. Es wäre aber kein Langdistanz-Rennen, wenn man nicht auch trotz des Plan As ein paar Hürden und Herausforderungen nehmen müsste. Mit einer Zeit von 4:41:44 Stunden legte Danni trotz des Winds und der Probleme mit der Renn-Versorgung einen sensationellen Rad-Split hin.

Daniela Sämmler bei der Challenge Roth am Solarer Berg

Das Rennen möglichst lange offenhalten

Es gab ein Szenario, welches wir erst zwei Tage vor dem Rennen besprochen haben. Was passiert eigentlich, wenn Danni Lucy einholt? Wie gehen wir vor, wenn es für Danni um den Sieg geht?

Ein Szenario, welches man – anders als das Schwimmen und den Radsplit – nie zu Ende denken kann, da in den Rennstunden vorher so viele Ereignisse passieren. Aber eins war von vorne herein klar: Lucy Charles geht sicherlich als Favoritin ins Ziel. Auch Kaisa Sali wurden spätestens nach ihrem fünften Platz auf Hawaii im letzten Jahr in den Medien höhere Siegchancen prognostiziert.  Allerdings war Danni und mir klar, dass wir den Sieg nicht einfach hergeben werden. Ihre körperliche Verfassung, die Vorbereitung der letzten Monate und das im Training erarbeitete Selbstvertrauen waren gut genug, um uns zumindest in sehr kleiner Runde klar zu machen, dass wir das Rennen möglichst lange offenhalten wollen und der internationalen Konkurrenz bei einem Heimrennen nichts schenken werden. Dieser Plan war auch in der zweiten Wechselzone noch ein realistischer Plan!

Entwicklung der Abstände bei der Challenge Roth im Profi-Frauen Rennen

Entwicklung der Abstände und Zeiten zwischen den Profi-Frauen (Quelle: endurance-data.com)

Ein konstanter Marathon mit neuer Bestzeit!

In den vergangenen Monaten haben Danni und ich viel am Laufen gearbeitet. Ihre bisherige Bestzeit auf dem anschließenden Marathon ist mit 3:08 Stunden (Ironman Hamburg Copenhagen 2017) gut gewesen, im internationalen Vergleich aber noch etwas von der Spitze entfernt. Nach sehr guten Trainingsmonaten und den erfolgreichen Mitteldistanzen war das Ziel für den Marathon eine 3:05 Stunden. Wenn alles perfekt läuft konnten wir uns auch eine Zeit von 3:03 Stunden vorstellen. Dass Danni am Ende mit einer 3:04:10 Stunden eher die perfekte Variante gelaufen ist, ist eines dieser i-Tüpfelchen, über das ich mich maximal gefreut habe.

Dabei war der Plan für den Marathon vorher klar: Möglichst konstant das eigene Tempo angehen. Anlaufen im 4:15 Minuten pro Kilometer-Tempo (Marathon-Zeit von 3:00 Stunden); hintenraus Pace einzubüßen ist natürlich logisch. Es war uns klar, dass Danni eine realistische Chance auf das Podium hat, wenn sie das Tempo bis zur Kilometer-Marke 28 oder 30 aufrechterhalten kann.

Das Verrückte am Marathon letzten Sonntag: An Platz zwei liegend wurden die Abstände immer geringer. Nach vorne, allerdings auch nach hinten. Kaisa Sali startete fulminant in den Marathon und holte auf den ersten 8 Kilometern bereits zwei Minuten auf Danni auf. Die Devise für uns: Nicht nervös machen lassen, dieses Tempo kann auch Kaisa nicht über 20 oder 30 Kilometer gehen. Für die nächsten zwei Minuten Abstandsverkürzung braucht sie dann auch nicht mehr 8, sondern schon 16 Kilometer und war nach 25 Kilometern immer noch 3:08 Minuten zurück.

Gleichzeitig wurde aber auch der Abstand nach vorne zu Lucy nach 25 Laufkilometern von 3:45 Minuten auf 2:24 Minuten verkürzt. Eine realistische Chance auf Platz 1? Ein Rückfall auf Platz 3? Das Rennen war offener, als wir uns das jemals vorher ausgemalt hätten!

Daniela Sämmler auf der Laufstrecke am Kanal bei der Challenge Roth

Die letzten 12 Laufkilometer entscheiden das Rennen

Die erste Rennentscheidung passierte eigentlich bei Kilometer 30: Kaisa Sali lag immer noch 2:12 Minuten zurück und konnte diesen Rückstand auch seit einigen Kilometern nicht mehr signifikant verkürzen. Bei Kilometer 31 stieg dieser sogar an und es wurde uns klar, dass Danni das Rennen auf dem zweiten Platz beenden kann, wenn sie nicht mehr einbricht.

Der Abstand auf Lucy Charles war zu dem Zeitpunkt auf 30 Sekunden geschmolzen und die Szenerie für ein Herzschlag-Finale fertig.

Da Danni Lucy in Sichtweite hatte und klar war, dass Kaisa nicht mehr rankommen kann, waren Abstände und Zwischenzeit überflüssig. Meine Kommunikation von außen wich von „Lauf kontrolliert dein Tempo weiter, du hast 2:13 Minuten nach vorne und 3:15 Minuten nach hinten, lass dich nicht nervös machen“ zu „HOL SIE DIR JETZT, DU KANNST DAS DING HIER HEUTE GEWINNEN!!!“. Auch für den Coach ein anstrengender Tag – leider lässt es sich bei dem Gedanken an die Athleten nur schwierig klagen.

Wie das Rennen zu Ende ging ist Jedem klar, der am Sonntag zugeschaut hat. Dass bei einem Langdistanz-Rennen über 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42 Kilometern die Plätze 1 und 2 innerhalb von 9 Sekunden liegen, spricht Bände. Nichts sagt allerdings mehr über das Rennen aus, als das untenstehende Video.

Die Siegerehrung bei der Challenge Roth

Plan A? Auch nicht mehr als Theorie!

Danni konnte in Roth den Plan A durchsetzen. Leichte Anpassungen aufgrund verlorener Radflasche, eines nicht perfekten Schwimmens – aber eigentlich Plan A. Wenn man sich solche Pläne im Vorhinein als Coach zurechtlegt, ist das fundiert; man erlaubt sich das, weil man den Sportler sehr gut aus dem Training kennt und weiß, was er im Stande ist zu leisten. Auch während des Rennens habe ich versucht mit Dannis wunderbaren Supportern rund um ihren Freund Moritz, Einfluss auf das Renngeschehen zu nehmen und Danni bestmöglich zu unterstützen.

Am Ende ist ein Plan aber auch nur ein Plan. Nicht viel mehr als eine Theorie. Die Umsetzung des Plans muss der Sportler im Main-Donau-Kanal, Richtung Greding, am Solarer Berg, dann an der Lände, am Kanal, später in Büchenbach und zurück auf dem Weg zur Finishline alleine umsetzen. Gegen die Konkurrenz, das Wetter, Schmerzen und Krämpfe und die riesige Anspannung rund um dieses Spektakel. All das hat Danni am vergangenen Sonntag wahnsinnig toll gemacht. In über 10 Jahren in diesem Sport habe ich noch nie bei einem Rennen so sehr mitgefiebert und mich am Ende so – vor allem für sie – gefreut.

Um es mit Dannis Worten von der Siegerehrung zu sagen: Man muss an sich glauben. Ob als Agegrouper oder Profi; ob im Triathlon oder im realen Leben.

Danke für diesen tollen Tag, Danni!

Renn-Bericht auf tri-mag.de:

https://tri-mag.de/szene/packendes-duell-zwischen-daniela-saemmler-und-lucy-charles

Photo-Credit: Ingo Kutsche Fotografie

Das Optimum aus Mensch und Maschine - der Selbstversuch im BikeFitting des RennRad-Magazins

Das Optimum aus Mensch und Maschine - der Selbstversuch im BikeFitting des RennRad-MagazinsDie Gründe für ein optimal eingestelltes Rennrad sind offensichtlich. Viel Zeit, Energie und Geld investieren Rennradfahrer in Training und Material. Doch das optimale Zusammenspiel von Mensch und Maschine birgt für Viele noch ungenutztes Leistungspotential. Johann Fährmann vom RennRad-Magazin hat uns in unserem Münchner Institut besucht und einen Selbstversuch in puncto BikeFitting gestartet. Freundlicherweise hat uns das Magazin exklusiv für Euch den Artikel zur Verfügung gestellt.

Warum ein BikeFitting – unabhängig jeder Leistungs- und Altersklasse – zu mehr Spaß auf dem Rad verhelfen kann, lest ihr im Artikel des RennRad-Magazins 03/2018. Hier gehts zum kostenfreien Download: Leistung = Komfort x Zeit – BikeFitting Selbstversuch

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Handwerk oder Wissenschaft?

Ist Bike-Fitting Handwerk oder Wissenschaft? Diese Frage stellen wir uns bei STAPS auch immer wieder und sind der Meinung, dass beides notwendig ist, um einen Radsportler oder Triathleten perfekt aufs Rad zu setzen. Denn einerseits fließen viele wissenschaftliche Erkenntnisse ein, damit der Athlet komfortabel aber auch leistungsfähig im Sattel sitzt. Andererseits müssen diese auch in den richtigen Kontext gesetzt und dann praktikabel umgesetzt werden. Denn nicht jeder kann beispielsweise die aerodynamisch günstigste oder biomechanisch beste Position stundenlang fahren beziehungsweise halten. Wir arbeiten mit Menschen, daher ist das handwerklich-individuelle Anpassen genauso wichtig wie die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu. Und der Bike-Fitter selbst – also der Mensch – spielt eine sehr wichtige Rolle. Er muss die Ergebnisse und Bilder interpretieren und die Erkenntnisse umsetzen – in einem begrenzten Spielraum. Denn: Auf dem Rad ist der Athlet durch die Kontaktpunkte am Lenker, Sattel und den Pedalen in eine Position „gezwungen“. Dafür haben aber kleine Veränderungen oft große Auswirkungen.

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Schneller fahren bei gleicher Anstrengung und dabei mehr Komfort beziehungsweise weniger Schmerzen haben. Das klingt verheißungsvoll, ist aber in der Praxis auch tatsächlich möglich. Denn mit dem Wissen um die Biomechanik des menschlichen Körpers können wir beinahe jeden Sportler optimal aufs Rad setzen. Entscheidend ist für uns nicht nur, dass er komfortabel – sprich schmerzfrei und stabil – auf dem Rad sitzt, sondern dass er auch das Optimum an Leistung aus dieser Position erbringen kann. Komfort und Leistungsoptimierung für sich betrachtet ist auch möglich, erfüllt aber nicht unseren Anspruch an eine Sitzpositionsanalyse unserer Sportler. Es wäre doch auch schade, wenn Watt liegengelassen werden und der Athlet dann letztendlich länger im Sattel sitzen muss als nötig. Daher ist auch die Kraftübertragung aufs Pedal einer der wichtigsten Punkte, die bei unseren Fittings im Fokus stehen. Immer in Kombination mit den individuellen Stärken und Schwächen des Sportlers sowie seinen sportlichen Zielen.

Mit einem Bike-Fitting passen wir das Rad an die Biomechanik und die Ziele des Athleten an. Und hier macht es keinen Unterschied, ob der Radfahrer gerade mit dem Sport begonnen hat, schonVideoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition Jahre lang fährt oder vielleicht sogar Profi-Radsportler ist (Bike-Fitting Marcel Kittel vom Team Katusha Alpecin). Gerade für Einsteiger bietet ein Bike-Fitting die Möglichkeit sich möglichst früh an eine ergonomische Position zu gewöhnen und Beschwerden zu vermeiden. Gesundheitliche Probleme, die sich aus einer schlechten Sitzposition ergeben, tauchen erst gar nicht auf und müssen nicht langwierig abgewöhnt werden. Auch arrivierte Athleten sollten über ein Bike-Fitting nachdenken. Denn sobald sich beispielsweise die passiven Strukturen (Sehnen, Bänder etc.) oder die Muskulatur verändert oder das Ziel eines Athleten abweicht, macht es Sinn, die Position zu überprüfen.

Die wichtigsten Vorteile eines guten Bike-Fittings im Überblick:

  • Schmerzsymptome reduzieren oder vorbeugen
  • besseres Wohlbefinden / mehr Komfort
  • Leistung/Effizienz optimieren
  • Kraftübertragung verbessern
  • Ermüdungsminderung
  • Verletzungsrisiko reduzieren
  • Basis für aggressivere Aero-Positionen legen
  • passendes Equipment finden (welche Schuhe, welcher Lenker, welche Kurbellänge passt am besten)

Warum Pauschalitäten und Standardisierungen nicht zu einem Bike-Fitting passen

Doch warum überhaupt ein solch umfangreiches Bike-Fitting mit Videoanalysen und Druckmessbilder – die Sitzhöhe lässt sich doch viel einfacher ermitteln? Wirklich. Schneller vielleicht, aber keineswegs besser. Darüber sind wir uns mit allen Bike-Fittern einig.

Bike-Fitting ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Daher ähnelt keine Sitzpositionsanalyse der anderen. Natürlich gibt es standardisierte Assessment-Tools beziehungsweise Techniken die eingesetzt werden, allerdings sind die Interpretation der Ergebnisse von Athlet zu Athlet unterschiedlich umzusetzen. Denn keine zwei Menschen sind genau gleich, nicht einmal Zwillinge.

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Die klassischen Regeln des Bike-Fittings mit Formeln a la „Sitzhöhe = Beinlänge x 0,885“ sind pauschalisiert und gehen demnach auch von einem Prototyp bzw. einem bestimmten menschlichen Modell aus, dass so in der Realität gar nicht zu finden ist. Mögen diese Systeme für alltägliche Fahrten mit dem Rad zur Arbeit für fünf oder zehn Minuten durchaus erfolgversprechend bzw. nützlich sein, so können sie gar nicht die komplette und komplexe Bandbreite einer individuellen optimalen Sitzposition abbilden. Wie auch?

Die menschliche Anatomie ist stark unterschiedlich, deswegen ist die Standardeinstellung nach Faustformeln in den meisten Fällen sehr weit weg vom Optimum. Bei gleichen Körpermaßen – also Bein, Rumpf- und Armlänge – kann alleine eine unterschiedliche Flexibilität in der Hüfte, Differenzen in der optimalen Sitzlänge von bis zu fünf Zentimetern ausmachen.

Ein Beispiel: Der Po schmerzt nach ungefähr einer Stunde im Sattel. Was ist die Lösung? Natürlich kann man überlegen sich einen neuen Sattel oder eine neue Hose zu kaufen und dieses Spiel mehrfach wiederholen. Es kann aber auch durchaus sein, dass man in einer ungünstigen Position – bedingt durch Sitzhöhe, Sattelneigung und Nachsitz – auf dem Sattel sitzt und daher einen Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzpositionextrem hohen Druck ertragen muss. In solch einem Fall, ist es fast egal, welchen Sattel man fährt, solange die Position nicht optimal ist. Ähnliches gilt bei Problemen mit den Füßen wie brennende Sohle oder einschlafende Zehen. Man kann sich ständig neue Schuhe und auch Sohlen kaufen, man kann aber auch einmal fachmännisch kontrollieren lassen, woran es denn wirklich liegt und vielleicht war es am Ende ja „nur“ die Position der Cleats – vertikal wie horizontal.

Was bei den klassischen Sitzpositionsregeln und -messungen ja noch hinzu kommt: Sie unterscheiden nicht, wie derjenige auf dem Rad sitzt –  mehr „aerodynamischer“ Rennfahrer oder mehr „komfortabler“ Marathon-Fahrer. Auch berücksichtigen diese Sitzpositionsvorgaben selten die bevorzugte Griffposition am Lenker.

Daher sind solche Aussagen wie „Mit diesen 5 Tipps sitzen Sie optimal auf dem Rad“ genauso mit Vorsicht zu genießen wie „2 Kilo Gewicht verlieren in nur 3 Tagen“. Es ist durchaus möglich 2 Kilogramm leichter zu werden in drei Tagen, allerdings hat man da nicht das tatsächliche Körpergewicht beispielsweise über Körperfett verloren, sondern meist einfach Wasser ausgeschwemmt.

Klassischer Ablauf des Bike-Fittings

Interview

Noch bevor wir mit dem Messen und Optimieren überhaupt beginnen, besprechen wir mit dem Sportler, welche Ziele genau dieses Bike-Fitting haben soll und welche Ziele er auf dem Rad selbst anstrebt.Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Prefit

Mit verschiedenen körperlichen Assessments ermitteln wir, wie flexibel aber auch stabil der Athlet selbst ist und ob irgendwelche Einschränkungen oder Vorschädigungen vorliegen.

Bike-Fitting durch Videoanalyse und Druckmessung:

Wir versuchen immer so realistisch wie möglich zu testen, daher machen wir alle Messungen im dynamischen Bewegungsablauf und auf dem Rad des Sportlers. Durch das gebioMized -System bekommen wir detaillierte Informationen über die Bewegungen auf dem Rad, die uns dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir erklären die Messergebnisse, dabei bleibt das Vorgehen transparent und der Sportler kann alle Maßnahmen nachvollziehen. Eigene Einschätzungen der Veränderungen sowie Nachfragen sind immer erwünscht.

Zuallererst nehmen wir eine sogenannte Baseline auf. Das bedeutet: Wir analysieren, wie sich der Athlet bisher auf dem Bike bewegt. Davon ausgehend analysieren wir das Verbesserungspotenzial im Hinblick auf Beschwerden und Ziele. Über Druckmessfolien im Sattel, in den Schuhsohlen und den Armpads erhalten wir in Echtzeit sofort Informationen darüber, ob das Becken stabil im Sattel ‚sitzt‘ und ob sich bei Anpassungen von beispielsweise der Sitzhöhe oder des Nachsitzes die Kraftübertragung verändert.

Wenn auf den ersten Blick keine schwerwiegenden Probleme erkennbar sind, beginnen wir mit der Einstellung der Cleats am Schuh. Denn deren Positionierung beeinflusst die Sitzhöhe und die Position in der der Fahrer im Sattel sitzt. Fallen aber nach der Baseline-Messung bzw. der Betrachtung der Videosequenzen schon erste größere Baustellen auf, wie zum Beispiel eine viel zu hohe Sitzhöhe, so beginnen wir damit, diesen Umstand zu beheben. So kann es durchaus vorkommen, dass manchmal zwei Schritte vor und einer zurück gemacht werden müssen. Oder man manchmal sogar einen Schritt vor und zwei wieder zurück machen muss, da man während des Fitting-Prozesses erkennen muss, dass bestimmte Positionen nicht miteinander korrelieren.

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Doch jetzt aber weiter im Fitting-Prozess. Nach der Positionierung der Cleats bestimmen wir die optimale Sitzhöhe. Hierfür wird während der Pedalierbewegung besonders auf die Öffnung des Hüftgelenks sowie die Bewegung des Kniegelenks geachtet, da diese Aspekte unter anderem für die Kraftübertagung entscheidend sind.

Im Anschluss wird die horizontale Sattelposition im Zusammenspiel mit Sitzlänge und Lenkerhöhe eingestellt. Je nach Umfang des Bike-Fittings können neben den Videoanalysen auch Druckmessungen an der Sohle sowie dem Sattel helfen, die Positionierung fein zu tunen. Gerade bei Sitzbeschwerden hilft die Messung des Satteldrucks – kombiniert mit verschiedenen Sattel- und Hosenmodell – enorm, um diese Probleme zu beheben. Auch lässt sich bei der Satteldruckmessung sehr gut erkennen, wo die tatsächlichen Kontaktstellen zwischen Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen SitzpositionFahrerpo und Satteldecke sind. Gerade die detaillierte Position auf dem Sattel wirkt sich extrem auf die Sitzhöhe auf.

Ähnlich verhält es sich bei der Kraftübertragung im Schuh, da auch hier die Druckmessfolien direkt – also live – zeigen, ob der Druck über den Fußballen bzw. der Fußsohle verteilt wird und das Ganze auch während der Trittfrequenz optimal eingesetzt wird.

Details, wie die Veränderung der Bremshebelposition oder Sattelneigung, werden je nach Potential und Bedarf zwischendurch eingebaut.

Neben der Dokumentation und Messung jedes einzelnen Zwischenschritts, machen wir abschließend wieder eine komplette finale Messung und können durch den Vergleich zur Baseline bzw. Ausgangslage ein Fazit ziehen, an welchen Punkten was verändert wurde, wie sich diese Optimierung dann auch in Zahlen „niederschlägt“ und vor allem, an welchen Stellen es über Anpassungen, Training und das Erledigen von Hausaufgaben weiteres Potential zur Verbesserung im fortlaufenden Fitting-Prozess der nächsten Monate gibt.

Report

Die festgelegte neue Sitzposition wird dokumentiert und in einem Report mit Vorher-Nachher- Bildern zusammengefasst und dem Sportler ausgehändigt. Denn für uns bei STAPS gilt immer der Grundsatz, Maßnahmen und Veränderungen an Mensch und Maschine nur zu ergreifen, wenn wir diese im Vorher-Nachher-Vergleich überprüfen und validieren können.

Zu unseren Bike-Fittings geht es hier: STAPS Bike-Fitting

AeroFittings und BikeFittings/ Sitzpositionsoptimierung im Profi-Radsport mit dem Team Katusha Alpecin auf Mallorca

Alles auf Anfang! Wenn ein Fahrer das Team wechselt, ändert sich für ihn alles. Er bekommt nicht nur andere Teamkollegen und Trikots, sondern zumeist auch ein komplett neues Rad. Worüber sich jeder Hobbyfahrer freut, stellt den Profi, aber vor allem das Performance-Team der Equipe, dann doch vor Herausforderungen. Damit alles reibungslos läuft und der Fahrer dann auch auf dem neuen Material seine Leistung voll abrufen kann und dabei genauso komfortabel sitzt wie bisher – im Idealfall sogar noch besser–, waren wir zu Besuch in den beiden Trainingslagern des WorldTour-Teams Katusha Alpecin und haben dort nicht nur die Aero-Tests auf der Radbahn, sondern auch die Bikefittings der Rennräder durchgeführt. Am Beispiel von Marcel Kittel wollen wir Euch zeigen, wie solch ein STAPS-Bikefitting abläuft und was da genau passiert. Übrigens gleicht eine solche Sitzpositionsanalyse auch den BikeFittings, die wir in unseren gebioMized Concept-Laboren in Köln, München und Hamburg anbieten.

Für das Fitting der Katusha Alpecin-Profis haben wir unser mobiles Fitting-Labor mit nach Mallorca genommen, um die Bewegung der Fahrer zu analysieren, Videoanalyen zu erstellen und von den Kontaktstellen Sattel sowie Schuhsohle wichtige Druckbilder in Aktion zu erhalten. Analyse und Anpassung der Sitzposition von Marcel KittelMarcel war für uns als „Proband“ besonders spannend, da er so ziemlich alles tauschen musste, was für einen Rennradfahrer wichtig ist. Im Detail die fürs Bikefitting relevanten „Teile“ wie Rahmen, Sattel, Lenker, Vorbau, Pedale und Hose. „Ich habe verschiedene Produkte unserer Komponentenpartner ausgiebig getestet, um dann das Beste für mich zu finden. Ich bin mit allen Parts wirklich zufrieden“, so der Team Katusha Alpecin-Neuzugang Marcel Kittel. Eines vorweg: eine Position lässt sich von dem einen Radmodell auf ein anderes nie eins zu eins übernehmen, da es nicht nur ein komplett anderer Rahmen ist, sondern bei den Profis auch die Parts unterschiedlich sind. Die Kontaktpunkte Schuh-Pedal, Hose-Sattel und Hand (-Schuh)-Lenker werden durch die neuen Parts sehr stark verändert. Das Dreieck aus Kraftübertragung am Pedal, Aerodynamik im Cockpit und Stabilität am Sattel beeinflusst sich gegenseitig. Greift man an einem Punkt ein, verändern sich auch die anderen.

Stabilität der Sitzposition: Sattel als wichtigster Faktor

Beim Bikefitting beginnen wir immer als erstes mit der Stabilität der Position und dafür ist die Kontaktstelle Sattel der bedeutendste Faktor. Für uns ist sehr wichtig, dass es zu keinem Kraftverlust kommt und dass der Tretzyklus nicht gestört wird. In diesem Teil des BikfetittingsAeroFittings und BikeFittings/ Sitzpositionsoptimierung im Profi-Radsport mit dem Team Katusha Alpecin auf Mallorca werden auch die Sitzhöhe und der Nachsitz justiert. Mittels der Druckmessfolien am Sattel und in den Schuhsohlen erhalten wir live sofort Ergebnisse bzw. Bilder, die zeigen, ob der Fahrer stabil im Sattel „sitzt“ beziehungsweise wieviel sich der Fahrer auf dem Sattel bewegt (siehe rote Linie in der Grafik – Kennzeichnung des Kraftangriffspunkt des Sportlers), ob sich die Kraftübertragung verändert und welcher Druck auf dem Hintern des Fahrers sowie seinen Fußsohlen lastet. Beim ersten Fitting mit Marcel im Dezember haben wir vier Sättel ausprobiert: Flite Flow, Flite SuperFlow, SLR Flow und SP-01 Tekno Flow von Selle Italia allerdings in Kombination mit seiner alte Etixx-Quickstep-Radhose. Entschieden haben wir uns dann für den Flite SuperFlow. Er zeigte nicht nur ein sehr gutes Druckbild, auch Marcels Rückmeldung war positiv. Der Sattel ist immer Geschmackssache. Da muss man wissen was man will und auch etwas testen und ausprobieren. Das Gleiche gilt für die Hose. Das Sitzpolster ist sehr wichtig. Wir haben da komfortable Bekleidung von KATUSHA Sports, die individuell auf uns zugeschnitten sind. Sattel und Hose müssen unbedingt im Zusammenspiel eingefahren werden. Damit gewöhnt man sich daran und nach kurzer Zeit werden mögliche Probleme gelöst“, so Kittel.

 

Der Vergleich des Satteldrucks des Selle Italia Super Flow und Flow am Beispiel von Marcel Kittel (Katusha Alpecin)

Der Vergleich des Satteldrucks des Selle Italia Super Flow und Flow am Beispiel von Marcel Kittel (Katusha Alpecin)

Im Detail: Der maximale Druck beim Flite SuperFlow betrug 1.057 mbar, im Vergleich dazu der SLR Flow mit 1.217 mbar. Der Kraftangriffspunkt (rote Linie in der Grafik), der im Idealfall zwischen 0 bis 20 Millimeter hinter der Sattelmitte liegt, veränderte sich im Vergleich zu seinem alten Rad, da wir den Nachsitz um 5 Millimeter reduzierten und die Sitzhöhe um 3 Millimeter verringerten. Diese Veränderungen haben wir vorgenommen, um den Kniewinkel von 150 auf 148 Grad zu verringern. Zwar sollte dieser idealerweise 140 Grad +/- 2 Grad betragen. Allerdings lässt sich der Kniewinkel – wie auch viele weitere Aspekte aus dem Zusammenspiel aus Mensch und Material – nicht sofort drastisch ändern, da der Fahrer ausreichend Zeit benötigt eine Sitzhöhenveränderung überhaupt zu adaptieren. Solch ein geänderter Kniewinkel erfordert eine veränderte muskuläre Koordination und wirkt sich zum Beispiel auf die Kraft-Längen-Relation der Beinmuskulatur aus.

Um bestmöglichen Halt, gerade in den Höchstgeschwindigkeits-Sprints von Marcel, auch am Pedal zu haben, fiel die Wahl zunächst auf Look-Cleats mit 4,5 Grad Bewegungsfreiheit.

Auswirkungen des "Härteverlust" des Sattels nach wenigen hunderte Kilometern Einfahrphase auf den Kniewinkel

Auswirkungen des “Härteverlust” des Sattels nach wenigen hunderte Kilometern Einfahrphase auf den Kniewinkel

Überprüfung nach Einfahrphase: Material und Position passen sich an

Mit diesem neu „eingestellten“ Rad fuhr Marcel dann knapp drei Wochen und einige 100 Kilometer zwischen dem ersten und zweiten Trainingslager. „Die Eingewöhnung ging sehr schnell, weil das Team in enger Zusammenarbeit mit Canyon und STAPS das Rad und die Komponenten BikeFitting mit Marcel Kittel von Katusha Alpecinideal auf meine Position angepasst hat. Da hatte ich keine großen Probleme“, sagte der 14-fache Tour de France-Etappensieger. Beim Camp im Januar 2018, das ebenfalls auf Mallorca stattfand, kontrollierten wir die Einstellungen noch mal. Dabei stellten wir fest, dass der nagelneue Flite SuperFlow-Sattel schon komplett durchgesessen war und an „Härte“ verloren hat. Dadurch betrug der Kniewinkel nur noch 145 Grad. In Abstimmung mit Marcel wechselten wir auf den SLR Flow zurück und konnten mit einer weiteren Veränderung des Kniewinkels auf 146 Grad die Stabilität beibehalten. Zwar hat der „durchgesessene“ Flite Superflow ein gutes Druckbild geliefert, es ist allerdings zu erwarten gewesen, dass das Material des Sattels weiter abbaut und Marcel dadurch weiter an Sitzhöhe verliert. Dadurch hätte sich der Kniewinkel vermutlich in den kommenden Monaten weiter verändert, wodurch ein erhöhtes Risiko für Reizungen – gerade der passiven Strukturen wie Sehnen und Bänder – im Knie bestanden hätte.

STAPS-Tipp: Der „Härteverlust“ des Sattels ist etwas, was auch jeder Hobby- und Amateursportler sensibel überwachen sollte. Je nach Qualität des Sattels reduziert sich die Härte, ebenso wie zum Beispiel die Dicke des Sitzpolsters der Hose. Deutliche Veränderungen in der Sitzhöhe sind dadurch zu erwarten und sollten zur Sicherheit überprüft werden.

Da Marcel selbst zudem ein deutlich instabileres Gefühl im Pedal bemängelte, kontrollierten wir die Pedalplatten und deren Auslösehärte. Für Marcel war die Umstellung von Shimano auf Look schon eine extreme Umgewöhnung, da die Pedale unterschiedlich konstruiert sind und die Auflagefläche differiert. Während wir im Dezember graue Cleats mit geringerer Auslösehärte montierten, wechselten wir nun auf schwarze Platten mit wenig Bewegungsfreiheit und höherer Auslösehärte. Die Position der Cleats mussten wir nicht ändern, da sie erstens eine optimale Kraftübertragung ermöglichten und Marcel mit den neuen Cleats einen deutlich besseren Stand im Pedal rückmeldete.

Das Beispiel dieses Bikefittings ist exemplarisch und es zeigt eindrücklich, dass eine Sitzpositionsanpassung von vielen Faktoren beeinflusst wird. Daher ist ein Bikefitting immer ein Prozess, der die Adaptationen des Fahrers als auch des Materials berücksichtigen muss. Ein regelmäßiges Überprüfen wird daher empfohlen – sowohl für Profisportler wie Marcel, aber auch für jeden Hobby- und Amateursportler!

Hier geht es zu unseren BikeFitting-Angeboten!

Analysen der Sitzposition mit Katusha Alpecin und Ilnur Zakarin

Photocredit Bilder Katusha Alpecin: JoJoHarper