In der Weltelite des Radsports und Triathlons nimmt die Aerodynamik mittlerweile einen immensen Stellenwert ein. Erfolg ist in der Spitze dieser beider Ausdauersportarten eigentlich nicht mehr möglich, ohne die Analyse und Optimierung des eigenen Setups und der Aerodynamik. Aber wie sieht eigentlich der Entstehungsprozess hinter den Aero-Positionen von Jan Frodeno und Tony Martin aus? Und gibt es wirklich einen Unterschied zwischen den Top-Athleten und dem Radfahrer oder Altersklassen-Triathleten? Wir haben für dich die entscheidenden Tipps zusammengestellt, um dich richtig schnell zu machen - und hier kommt Tipp #2!

Dein Fitting-Fahplan

Die individuelle aerodynamische Sitzposition muss immer zu den körperlichen Voraussetzungen und der Leistungsfähigkeit des Fahrers passen. Dies rein aus aerodynamischen Gesichtspunkten zu betrachten, wäre kontraproduktiv, denn der Athlet muss die Position auch dauerhaft halten können. Rutscht er beispielsweise im Sattel hin und her, beeinflusst er den Tretzyklus derart, dass er an Leistung verliert.

Die Optimierung sowohl der Biomechanik als auch der Aerodynamik sind die Schlüssel zum Erfolg, wenn es um das Finden einer optimalen Aero-Position geht. Diesen Weg gehen wir mit jedem Profiathleten und möchten Dir gerne die einzelnen Bestandteile des Fitting-Prozesses vorstellen.

Ein wichtiges Vorwort von uns: Für den Einzelnen ist nicht jeder Tipp, die wir in dieser Serie beschreiben, umzusetzen. Vielleicht hast du bereits eine sehr gute Ausgangsbasis oder benutzt Maßeinlagen, die perfekt funktionieren. Wir möchten lediglich aufzeigen, welche Schritte auf dem Weg zur perfekten Aero-Position alle möglich sind. 

BikeFitting AeroFitting Schuheinlage

Tipp #2: Sättel und Schuh-Einlagen nach Maß

„Jeder Jeck ist anders“ – dieses Kölner Sprichwort lässt sich hervorragend auf die Passform von Schuhe auf Füße sowie Sattel und Hintern anwenden. Was dem einen hervorragend passt, kann dem anderen größte Schmerzen bereiten.

Nicht selten stößt aber die Produktpalette handelsüblicher Sättel und Schuheinlagen beim passenden Sitz an ihre Grenzen. Um der angepassten Sitzposition das letzte Feintuning zu geben, können maßgeschneiderte Produkte das I-Tüpfelchen sein. 

Die physikalische Definition von Druck ist das Resultat von Kraft, die auf eine bestimmte Fläche wirkt. Sichtbar wird der Druck durch unsere Messfolien, die wir im Labor an den drei Kontaktstellen Hand, Fuß und Hintern anbringen. Fällt bei der Messung auf, dass der Druck an bestimmten Stellen zu groß ist, ergeben sich zwei Möglichkeiten: Die wirkende „Kraft“ an diesen Punkten verringern oder aber die Fläche vergrößern, auf die die Kraft trifft und sie so besser zu verteilen.

Als Teil des Einlagen-Konzepts analysieren wir unter anderem auch die Füße, vor allem in Verbindung zu einem bestimmten Bewegungsmuster wie einer einbeinigen Kniebeuge. Fußtypus, Längsgewölbehöhe und -länge sowie der Fußballen spielen bei der Auswahl eine entscheidende Rolle.

Maßsattel, BikeFitting, AeroFitting

Auf Basis der Druckmessungen an Sattel und Schuhen lässt sich während eines Fittings ein genaues Bild der jeweiligen Kontaktstellen erstellen. Unsere Maßprodukte können im Nachgang so gefräst werden, dass der Sattel zum Beispiel die Kraftspitzen im Tretmuster „schluckt“ oder die Einlage die auftretende Kraft im Schuhe besser verteilt und sich ideal an die individuelle Fußform anpasst.

Ob dieser Schritt für jeden relevant ist? Wie immer auf dem Weg zur optimalen Aero-Position lassen sich auch hier keine pauschalen Aussagen treffen. Ein maßgefertigtes Produkt kann helfen, die Position zu stabilisieren, Druckpunkte zu verringern und die damit verbundenen Schmerzen oder einschlafenden Gliedmaßen zu beseitigen oder aber auch die Kraftübertragung zu verbessern.

Um es für dich herauszufinden, hilft der Gang zum BikeFitting, bei dem wir gemeinsam mit dir nicht nur dies in Angriff nehmen, sondern dir auch beim Feintuning weiterhelfen.

BikeFitting Maßeinlage, Fußanalyse

Alle Fotos von Ina Rohden.