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Unsere Trainingsbetreuungen für ihren sportlichen Erfolg im Radsport und Triathlon

Coached by STAPS – unsere Trainingsbetreuungen

„Ich brauch keinen Trainer, ich bin ja kein Profi.“ Solche Aussagen bekommen wir bei STAPS öfter zu hören, wenn wir erzählen, was wir machen. Oder: „Für einen Coach bin ich zu schlecht – das lohnt sich nicht“ – das sind auch Sätze, die gerne an uns adressiert werden. Dabei ist doch ein gut strukturiertes Training der Schlüssel zum Erfolg. Und wer will schließlich nicht schneller oder besser werden?

Coaching – darunter verstehen wir bei STAPS vielmehr als nur Intensitätsbereiche festzulegen, Trainingspläne zu schreiben und auszuwerten. Unser Verständnis von Coaching besteht aus vielen Facetten, die alle dazu führen, den Athleten besser zu machen; egal ob er Hobbysportler, ambitionierte Jedermann, Amateur oder Profi ist. Und dafür haben wir unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, von denen unsere Athleten alle profitieren. Dazu zählt neben der Leistungsdiagnostik und dem Schreiben der Trainingspläne sowie dem Analysieren der Einheiten, auch auf ein aufs Training und den Wettkampf abgestimmte Ernährungsvorgabe, das Erarbeiten einer Pacing-Strategie – sei es für Radmarathons und Langstreckenevents, Zeitfahren oder Triathlon -, sowie optional ein individuelles Bike-Fitting, das Verbesserungspotential für Tretökonomie und Kraftübertragung bietet.

Die STAPS-Trainer

Zuallererst einmal profitieren die Sportler, die wir trainieren, von der Kompetenz unseres Trainer-Teams. Diese erstellen ein Stärken-Schwächen-Profil, schreiben die Trainingspläne, reagieren auf Veränderungen, vermitteln wichtiges Wissen z. B. in puncto Ernährung, geben Tipps und Hilfestellung bei der Umsetzung. Wir sind davon überzeugt, dass der persönliche Kontakt zwischen Sportler und Coach elementar für die Weiterentwicklung des Athleten ist und den wohl wichtigsten Das STAPS-Team - die Experten für Leistungsdiagnostiken, Training, Ernährung und SitzpositionenBaustein einer erfolgreichen Trainingsbetreuung darstellt. Und daher legen wir bei der Auswahl unserer Mitarbeiter extremen Wert auf fachliche wie soziale Kompetenz. STAPS-Trainer sind nicht nur studierte Sportwissenschaftler mit einem Bachelor- oder Masterabschluss sowie leistungssportlichem Background (Physiologie, Biomechanik, Ernährungswissenschaft, Psychologie), sondern besitzen zumeist auch eine sportliche Vita (STAPS Trainer Lukas Naegele bei der Berglauf-WM). Außerdem bilden sich die Mitglieder unser Trainer-Team regelmäßig fort, besuchen Kongresse, und studieren bzw. promovieren teilweise noch parallel, um ihr Wissen zu vertiefen und ihren Horizont zu erweitern. Kurzum: Sie alle wissen also, worüber sie schreiben und wovon sie reden – und können das dem Athleten auch vermitteln. Das haben jedenfalls unzählige Feedback-Gespräch, die wir mit den von uns betreuten Sportlern geführt haben, ergeben.

Unsere Coaches halten direkten Kontakt zu den Sportlern über Telefon, Mail und Skype oder korrespondieren face-to-face bei Diagnostik-Terminen oder wennDas STAPS-Team - die Experten für Leistungsdiagnostiken, Training, Ernährung und Sitzpositionen gewünscht auch vor oder bei wichtigen Wettkämpfen. Es wird allerdings nicht nur in eine Richtung gesprochen, denn ein guter Coach steht im ständigen Dialog mit seinem Athleten, „verarbeitet“ immer auch das Feedback. Einer der Gründe, warum wir keine vorgefertigten Trainingspläne herausgeben und neue Trainingspläne immer nur nach Rückmeldung des Athleten geschrieben werden. Für einen echten Leistungsfortschritt ist es elementar, dass der Trainer immer auf die aktuelle Situation des Sportlers – physisch wie psychisch – reagiert.

Unsere Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler findet ihr hier!

Das STAPS-Team - die Experten für Leistungsdiagnostiken, Training, Ernährung und Sitzpositionen

Die STAPS-Trainingsbetreuung – Strategie und Struktur

Eine erfolgreiche Trainingsbetreuung steht bei STAPS immer auf drei entscheidenden Säulen:

  1. Ein physiologisches Stärken- und Schwächen-Profil des Sportlers, das über die STAPS-Leistungsdiagnostik ermittelt und immer wieder überprüft wird.
  2. Die Rahmenbedingungen des Sportlers, die für das Training wichtig sind. Dazu zählen beispielsweise verfügbare Trainingszeit, spezielle Trainingslager, alternative Trainingsmöglichkeiten und natürlich das soziale Umfeld wie Familie, Beruf sowie sonstige Verpflichtungen. Alles wird aufeinander abgestimmt.
  3. Die Ziele des Sportlers. Das kann eine Platzierung oder eine Zeit bei einem bestimmten Wettkampf sein. Das Ziel kann aber auch sein, Gewicht zu verlieren oder sportlich leistungsfähiger zu werden. Das bestimmt der Sportler selbst, wir unterstützen ihn dabei, sich realistische Ziele zu setzen.Physiologische Stärken und Schwächen des Sports aufdecken, um diese im Training zu verbessern

Das Training bei STAPS

Wer bei STAPS trainiert, wird individuell betreut. Ausgerichtet an den persönlichen Stärken und Schwächen, den Zielen und natürlich dem Zeitbudget bekommt der Athlet sein Training „verschrieben“.

Bevor es aber überhaupt losgeht, gibt es ein persönliches Kennenlernen, erstmal am Telefon und auf jeden Fall direkt bei der ersten Leistungsdiagnostik. Auf diese aufbauend werden erst dann die Trainingspläne geschrieben, um die physiologischen „Baustellen“ zu berücksichtigen. Daher liegt kein Algorithmus wie bei einer Software, einer App oder Trainingsplattform hinter unseren Trainingsplänen.

Bei der Konzeption der Trainingspläne setzen wir auf moderne wissenschaftlich überprüfbare Erkenntnisse. Bei uns gibt es Physiologische Stärken und Schwächen des Sports aufdecken, um diese im Training zu verbessernkeine Philosophie, geprägt von einem bestimmten Trainings-„Duktus“. Das Schrubben zeitaufwendiger Grundlagenkilometer im Winter? Keine Option für einen individuellen Trainingsplan. Für uns gibt es keine Trainingsinhalte, die sich nach der Jahreszeit richten, Übungseinheiten werden ausschließlich auf Basis der drei Säulen des STAPS-Trainings abgestimmt. Auch im Winter kann eine Einheit kurz und knackig sein, wenn es zur Entwicklung des Sportlers beiträgt. (Science with STAPS: Wintertraining einmal effizient bitte!)

Auch gibt es kein Ausprobieren wie „erst mal drei Monate Grundlage, dann mal 2 Wochen intensiv trainieren“. Erstens motiviert solch ein Training nicht sonderlich, zweitens – und viel wichtiger – legt die Leistungsdiagnostik die Schwächen offen, an denen direkt gearbeitet werden kann. Um objektiv festzustellen, dass das Training „anschlägt“ und den gewünschten Effekt erzielt, wird anhand weiterer Diagnostiken der Leistungsfortschritt und die Entwicklung der Physiologie des Sportlers regelmäßig kontrolliert. Daher gibt es bei dieser Konzeption des Trainings eine Art „Garantie“, dass man weder Stunden noch Kilometer großartig verschenkt und nach 3 Monaten feststellt, dass „Grundlage“ eben doch nicht der richtige Ansatz war.

Trainingseinheiten sind lediglich das Tool. Sie miteinander sinnvoll zu verknüpfen, sie individuell auf den Formzustand des Athleten anzustimmen und in den Alltag eines Hobbysportlers zu integrieren, ohne ihn zu überfordern noch zu unterfordern – darin besteht eine wichtige Eigenschaft des modernen Coachings.

Keine andere Sportart als das Radfahren beziehungsweise das Radfahren im Triathlon liefert mehr einfach zugängliche Trainingsdaten. „Leistung“ lässt sich nur in diesen Sportarten präzise messen, analysieren und zur Trainingssteuerung nutzen. Gerade dieses „Fahren nach Zahlen“ ist äußerst effizient und zeitsparend. Es kann sozusagen minutiös geplant werden, kein Meter wird umsonst gefahren und es schützt vor Über- wie Unterforderung gleichermaßen. Das soll aber im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass unsere Athleten nicht auch mal nach Lust und Laune einen Roadtrip machen dürfen. Hier können wir genauso über die Analyse der Leistungsdaten Rückschlüsse ziehen und diese Touren als Training einordnen.

Die Datenanalyse – über Leistung oder Herzfrequenz – hilft nicht nur das Training zu kontrollieren, sondern auch Trainingserfolge schnell sichtbar zu machen und den Fortschritt schnell auf die zukünftigen Einheiten anzupassen. Außerdem analysieren unsere Coaches die Leistungsdaten aus den Rennen beziehungsweise Wettkämpfen und können hier sehr schnell Rückschüsse in Abhängigkeit zur Energieversorgung und der eingeschlagenen Pacingstrategie ziehen.

Rennanalyse der Siegerin Laila Orenos beim Ötztaler Radmarathon 2017

Ernährung

Sport und Ernährung gehören zusammen. Bestimmte Trainingseinheiten erfordern zwangsläufig sogar eine Ernährungsstrategie vor, während und nach der Belastung, um das Trainingsziel zu erreichen. Daher ist die Ernährung Teil einer jeden STAPS-Trainingsbetreuung.

So ist ein effizientes Training des Fettstoffwechsels mit gefüllten Glykogenspeicher schlichtweg unmöglich, genauso wenig machen hochintensive Einheiten ohneFettstoffwechseltraining richtig gemacht! eine ausreichendende Versorgung mit dem Treibstoff Kohlenhydrat Sinn. Auch können bestimmte Substanzen wie Nitrate in Form Roter Bete (Science with STAPS: Ökonomischer mit Roter Bete) oder Koffein die Leistungsfähigkeit verbessern; andere dagegen wie zum Beispiel Vitamin C den Trainingsreiz schwächen. All dies berücksichtigen wir bei der individuellen Trainingsplanung unserer Athleten. Genauso wie das Thema Gewicht, dass natürlich gerade bei dem Thema Watt pro Kilogramm eine „schwerwiegende“ Rolle spielt. Allerdings alles in Abhängigkeit von individueller Veranlagung, Training bzw. Wettkampfziel sowie den persönlichen Begleitumständen:

Ein Satz noch zum oftmals falsch verstandenen Thema „Nüchtern-Training“. Hier finden wir den Begriff häufig falsch verstanden. Bei uns fährt man selten nüchtern, stattdessen setzen wir bei der Trainingsform „train low“ auf eine kohlenhydratarme Ernährung und legen mehr Wert auf die Zufuhr von Fett und Eiweiß und versuchen so, dass die Kalorienbilanz auf einem ähnlichen Niveau bleibt wie bei einer kohlenhydratreichen Ernährung. Hungern muss also niemand. Die Angaben lauten eher „Starte die Einheit ohne Kohlenhydrate“, statt das Wort „nüchtern“ zu verwenden. Außerdem wird diese Trainingsform nur dann von uns eingesetzt, wenn bestimmte physiologische Baustellen verändert werden sollen (z.B. Senkung der maximalen Laktatbildungsrate, Verbesserung des Fettstoffwechsels etc.).

Mehr dazu auch in unserem STAPS Advisor #1 zum Fettstoffwechseltraining!

Wir nutzen zudem im Jahresverlauf bestimmte Trainingseinheiten dazu, eine Ernährungsstrategie für den Wettkampf auszuprobieren, damit der Sportler sich sicher sein kann, was er in der Rennhektik verträgt und wann er was essen muss. Wir geben dem Athleten eine Strategie für den Wettkampf mit auf den Weg, damit er weiß, wann er wie viel an Flüssigkeit, Kohlenhydrate, ggf. anderen Makronährstoffen (gerade im Ultra-Ausdauerbereich) zu sich nehmen sollte und wie er Bio-Booster wie rote Bete oder Koffein leistungssteigend einsetzt.

Natürlich „monitoren“ wir auch nach einem Wettkampf diese Strategie und analysieren das Rennen. (Ernährungsstrategie Alpen-Challenge 2017)

Taktik-Tipps: Das perfekte Pacing

Bitte nicht falsch verstehen, wir werden den von uns trainierten Radsportlern niemals sagen, wo sie im Rennen eine Attacke lancieren sollen – dafür sind zum Beispiel im Profisport die sportlichen Leiter zuständig. Was wir anhand der vielen physiologischen Parameter aber problemlos voraussagen können, ist das perfekte Pacing. Also mit welcher Leistung bestimmte Rennabschnitte gefahren werden können, ohne dass der Athlet einbricht. Das gilt natürlich nicht nur für Langstreckenevents oder Radmarathons, sondern besonders für Zeitfahren sowie den Radsplit im Triathlon. Gerade bei letzterem ist es extrem wichtig, clever mit den Kräften hauszuhalten, da ja darauf noch ein (Marathon-) Lauf folgt. Aufgrund der Stoffwechselanalyse und dem Fett- und Kohlenhydrat-Verbrauch, die Teile der STAPS-Leistungsdiagnostik sind, können wie hier sogar bestimmte Zeiten voraussagen.

Fazit

Ihr Wunsch ist es doch, schneller zu fahren bzw. besser zu werden? Dann investieren Sie in den Motor und das sind Sie. Und nicht immer wieder in das Chassis wie die Carbonlaufräder, den superleichten Rahmen oder die elektrische Schaltung. Wir „Tuner“ von STAPS freuen uns schon darauf, ein paar PS mehr aus Ihnen herauszuholen. Noch Fragen? Dann einfach anrufen oder eine Mail schreiben!

Alle Informationen zu unseren Trainingspaketen und -angeboten finden Sie hier: STAPS-Betreuungen

Tony Martin beim Zeitfahren der Tour de France

Auftaktzeitfahren der Tour de France – eine Analyse aus der Sicht eines „Fans von Beruf“

Dies hier ist kein normaler Bericht über das Auftaktzeitfahren der Tour de France. Da es bereits genug Analysen zu den 14 regenreichen und spannenden Kilometern durch Düsseldorf gibt, heute mal ein etwas anderer Beitrag. Ich, Björn, darf euch von meinem vergangenen Samstag berichten – aus der Sicht eines Berufs-Fans.Tour - Strecke Zeitfahren mit Messpunkten

Der Samstagmorgen hat sich angefühlt wie vor einem eigenen Rennen. Komische Nervosität, immer wieder der Blick nach Draußen und auf den Wetter-Radar. Die Startzeiten standen bereits seit Freitag fest. Es war klar, dass Tony zur letzten Startgruppe gehört und um 18.22 Uhr auf die Strecke geht. Beim Frühstück hatte der Wetterradar noch das Ende des Regens Richtung 17.00 Uhr angekündigt – das hätte für trockene Straßen gereicht.

Der Plan meines Fan-Seins war eigentlich schon am Samstagmorgen dahin. In den freien zwei Stunden nach dem Frühstück habe ich mir einen endgültigen Plan geschmiedet, wo ich die Fahrer am besten beobachten kann und welche Punkte strategisch entscheidend sind. Die Wahl ist dabei auf die Oberkasseler Brücke gefallen: Blick von oben auf die wichtige Links-Kurve bei 3,8 Kilometern, dann direkter Kontakt zu den Fahrern auf der Brücke, um sie aus nächster Nähe zu be

obachten, danach wiederum ein Blick von oben auf die Kilometer-Marke 10, die direkt unter der Brücke lag. Ein strategisch perfekter Punkt, um Zwischenzeiten zu nehmen und erste Studien über die Aero-Positionen zu betreiben. Bereits da war klar, dass dieser Tag eher von Hektik, Laptop und Handy bestimmt wird als von Bratwurst und Alt-Bier.
Schnell habe ich noch eine Excel-Tabelle gebaut, die alle Startzeiten der Fahrer beinhaltet und ausrechnet, wie die Abstände an den selbst-gemessenen Zeitpunkten bei Kilometer 3,8 und 10 sind, natürlich farblich gekennzeichnet je nach Standing des Fahrers an der Zwischenzeit. Ein kurzer Abstecher Richtung Start- und Zielbereich und die Absprache mit der sportlichen Leitung von Katusha Alpecin, um die genommenen Zwischenzeiten in das Auto, das Tony begleitet, zu übermitteln – spätestens jetzt wurde aus dem Fan-Tag ein offizieller „Auftrag“, der eine gewisse Brisanz mit sich brachte.

Um 15.30 Uhr habe ich meinen Platz auf der Brücke eingenommen und meinen „Arbeitsplatz“ eingerichtet: Laptop bereit, alle Uhren synchronisiert und zeitgleich geschaltet, Zettel und Stift parat gelegt für Notizen, Blick auf die Kurve, die lange Gerade auf der Brücke neben mir, auf die 10-km-Marke und auch auf die große Leinwand der Tonhalle mit Live-Bildern der ARD. Das Rennen kann losgehen!Tony Martin beim Zeitfahren der Tour de France

Passend zum Start des Rennens das Erwartbare: Es setzte, wie schon am Morgen, erneut der Regen ein, die Straßen waren nass. Neben dem Regen, der natürlich entscheidend für die Fahrweise in den Kurven ist, ist vor allem eines entscheidend: der Wind. Nicht nur auf der Brücke, sondern auch auf den langen Geraden vom Start weg bzw. zum Ziel hin sind sehr windanfällig gewesen.
In den ersten eineinhalb Stunden des Rennens besonders interessant: Die vielversprechenden Zwischenzeiten von Nikias Arndt, eine gute Performance des Katusha Alpecin-Fahrer Reto Hollenstein, der Auftritt von Weltmeister Peter Sagan und dann um kurz vor 17.00 Uhr das Setzen der Bestzeit durch Vasil Kiryienka. Die Bedingung zu diesem Zeitpunkt: Die Straße trocknete ab, da zumindest über eine Stunde kein weiterer Regen fiel, der Wind war relativ still.

Auch der spätere Sieger Geraint Thomas absolvierte die 14 Kilometer bei – für den gestrigen Tag – verhältnismäßig guten Bedingungen. Dass Thomas zum Kreis der Favoriten zu zählen ist, war bereits nach 3,8 Kilometern handgestoppt klar, als er mit Bestzeit in die Linkskurve einbog. Ebenfalls noch sehr gut im Rennen zu diesem Zeitpunkt war Jasha Sütterlin, der bei der 3,8-km-Marke nur 2 Sekunden langsamer war als der zwei Minuten nach ihm gestartete Thomas.

Zeitabstände an das Begleitfahrzeug von Tony Martin

Ausschnitte des SMS-Verlaufs ins Begleitfahrzeug

Passend zum Start der Top-Favoriten und Klassement-Fahrer setzte dann erneut starker Regen ein. Besonders mein Laptop hatte mit dem Wetter zu kämpfen – an ein vernünftiges Regen-Outfit für mich und meinen Lenovo-Rechner habe ich im Vorhinein leider nur bedingt gedacht. Neben dem Regen kam dann erneut starker Wind auf, der die Ergebnisse im Nachgang sicherlich beeinflusst hat.
Vorab abgesprochen war, dass ich bei „meinem“ Messpunkt nach 3,8 km alle wichtigen Zeiten in das Auto hinter Tony funke. Da ergab dann folgenden Zwischenstand, nachdem Tony durchfuhr: Favoriten: Geraint Thomas (+5s), Vasil Kiryienka (+6s) und Alejandro Valverde (+6s). Durchgegeben habe ich die Zeiten von Thomas und dem vorab als Mit-Favoriten gehandelten Primoz Roglic, der zu dem Messpunkt aber bereits 16 Sekunden Rückstand hatte und nicht mehr um das Podium mitfahren konnte.

Von da an begann das lange Warten: Unten in der Kurve war jede Zwischenzeit langsamer als Tonys. Auch Stefan Küng hatte zu diesem Zeitpunkt bei vergleichbaren Wetterbedingungen bereits 3 Sekunden verloren. Die Frage war also vor allem, wie sich der Gegenwind auf dem Rückweg auf die Fahrer auswirkt.
Als Tony dann bei Kilometer 10 die Marke passierte und dort trotz Führung bei 3,8 Kilometer sowie an der offiziellen Zwischenzeitnahme mit 3 Sekunden Rückstand auf Thomas eintraf, war klar, dass auch der Gegenwind das Unterfangen Gelbes Trikot weiter erschweren würde.

Das Ende ist bekannt: Die Zieleinfahrt habe ich auf der Leinwand der Tonhalle verfolgt, Tony fuhr nach Thomas und Kiryienka als 3. ins Ziel. Dass auch noch Küng an ihm vorbeizog, war dann egal. Das Ziel war Platz 1, nicht Platz 2, 3 oder 4. Der Tag war gelaufen, komplett nass habe ich meinen Laptop eingepackt.

Ob das Wetter eine entscheidende Rolle gespielt hat? Ich glaube – ohne es bisher nachgerechnet zu haben –, dass das Wetter einen Einfluss hatte, aber das Podium nicht entscheidend verändert hätte. Geraint Thomas war einfach bärenstark und wäre vermutlich auch bei gleicher Wetterlage nicht zu schlagen gewesen. Stefan Küng war bei quasi gleichen Bedingungen im Ziel fünf Sekunden schneller. Glückwunsch an die beiden zu einem sensationellen Ritt!Vergleich Gerraint Thomas gegen Tony Martin pro Kilometer

Offen gestanden war die Enttäuschung gestern sehr groß und hält auch heute noch an. Gar nicht mal, wegen des möglichen kleinen persönlichen Erfolgs; vor allem für Tony, für Katusha Alpecin und für „Radsport-Deutschland“ wäre es toll gewesen, wenn Tony sich gestern das Gelbe Trikot geholt hätte. Ob das dann jetzt die Enttäuschung des Radsport-Fans ist oder die Enttäuschung von jemandem, der mit Tony in der Vorbereitung zusammengearbeitet hat – keine Ahnung. Das ist das Luxus-Problem, dass man solche Fragen nicht beantworten braucht, wenn man glücklicherweise sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

Abschließend noch ein persönlicher Dank: Danke an Tony für ein spannendes und trotz der Enttäuschung beeindruckenden Rennens. Danke auch an alle Organisatoren, ehrenamtlichen Helfer und Zuschauer, die der Tour de France gestern einen würdigen Auftakt in Düsseldorf bereitet haben – das war ganz große Werbung, um den Radsport in Deutschland weiter nach vorne zu bringen!

*Laptop aus, Eurosport an, Daumendrücken für Greipel, Kittel und Co.*

Photocredit Bilder Tony Martin: Jens Erbeck Fotografie

Tony Martin mit City-Rad zum Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf 4

+++ Eilmeldung: Tony Martin beim Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf mit City-Rad am Start +++

Einige eingeweihte Aero-Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, jetzt ist die Sensation perfekt: Tony Martin wird am 1. Juli beim Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf auf sein Zeitfahr-Rad verzichten und stattdessen mit dem Canyon „Commuter“ – dem City-Rad des Koblenzer Rad-Herstellers – an den Start gehen.

Bereits erste Aerodynamik-Tests im vergangenen Dezember im Trainingslager in Valencia haben gezeigt, dass der Commuter aufgrund seiner ausgefeilten Bauweise nicht einfach nur ein normales City-Rad ist. Das vollintegrierte Vorderlicht, der luftleitende Gepäckträger und auch der Riemenantrieb bieten klare Luftwiderstand-reduzierende Vorteile gegenüber dem Speedmax.

Vorteile, auf die der 4-fache Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin beim Tour-Auftakt in Düsseldorf nicht verzichten möchte: „Ein 14 Kilometer langes Zeitfahren zum Start der Tour de France mit derTony Martin mit City-Rad zum Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf 3 Aussicht auf das gelbe Trikot – das sind Situationen, in denen das beste Material am Ende über Millisekunden entscheidet. Um nichts dem Zufall zu überlassen setze ich daher auf das aerodynamischste Rad, auf dem ich je gesessen habe: den Canyon Commuter“, so der detailverliebte Kapitän des Teams Katusha Alpecin (zum Aero-Interview mit Tony Martin).

Für die Welt des Radsports wird diese Nachricht eine Sensation sein, für den Radausrüster Canyon ist der Commuter lediglich das Ergebnis jahrelanger Arbeit auf dem Gebiet der Aerodynamik. Als sich die Verpflichtung von Tony Martin für das Team Katusha Alpecin abzeichnete, begann das Team um Liasion Manager Andreas Walzer bereits mit der Entwicklung eines noch schnelleren, noch aerodynamischeren Rads als dem Speedmax.

Dazu Andreas Walzer: „Außergewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen! Wenn du auf dem Gebiet der Aerodynamik noch größere Schritte machen willst, musst du kreativ sein. Um für Tony das beste Setup für Düsseldorf zu bauen, haben wir daher den Sektor „Aero-Rad“ komplett auf den Kopf gestellt und unsereTony Martin mit City-Rad zum Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf Ideen von Null begonnen. Das Ergebnis wird die komplette Disziplin des Zeitfahrens neu definieren!“.

Ein entscheidender Teil der Entwicklung waren die späteren Aerodynamik-Tests im Velodrom in Valencia, die Canyon, Katusha Alpecin, Tony Martin und STAPS gemeinsam abhielten. Die größte Herausforderung war es dabei, den Aero-Test-erfahrenen Tony Martin von der ungewöhnlichen Maßnahme zu überzeugen.

„Zu Beginn kam ich mit dem Rad noch nicht sonderlich gut zurecht, mit der Zeit wurde es aber immer besser. Am Ende waren kleinste Details entscheidend, um die Jagd nach dem gelben Trikot mit dem Commuter anzugehen!“

Insgesamt mehrere Tage haben sich die Aero-Experten dazu auf der Radbahn eingeschlossen, um jedes noch so kleine Detail mit dem bisherigen Speedmax zu vergleichen: Das Aero-Cockpit gegen das vollintegrierte Vorderlicht, der Ketten- gegen den Riemenantrieb, die Aero-Laufräder gegen die Reifen mit Schutzblechen.

Der Teufel steckt im Detail: Um alle erdenklichen Zehntelsekunden auf der Düsseldorfer Kö einzusparen, wurde jedes noch so kleine Anbauteil der beiden Räder verglichen. Die Ergebnisse waren selbst für erfahrene Aerodynamiker beeindruckend. Dazu Björn Geesmann von STAPS: „Der Commuter besitzt schlichtweg das Potential der „Gamechanger“ im Kampf gegen die Uhr zu sein. Einen Zeitfahrweltmeister wie Tony zu überzeugen ist nicht einfach. Am Ende haben ihn gerade die Vorteile des aerodynamischen Gepäckträgers, der die Luft deutlich besser anlegt und leitet als jedes Scheibenrad, überzeugt.“

Natürlich wird es im Vergleich zum Testmodell beim Test noch ein paar Umbaumaßnahmen geben. Zum Beispiel werden Zipps 8080-Laufräder Tony Martin mit City-Rad zum Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorfeingesetzt und ein Aero-Aufsatz montiert, der erst kurz vor der Tour zu sehen sein wird. Denn bisher war die Sitzposition auf diesem aerodynamisch optimierten Rahmen noch nicht optimal – wie sich jeder denken kann. Aber dank der STAPS-Experten konnte auch hier eine Lösung gefunden werden, die beim Tour-Start in Düsseldorf für viel Aufmerksamkeit sorgen wird. Details dazu werden zu einem geeigneten Zeitpunkt bekannt gegeben.

Wir dürfen gespannt sein, ob der Traum vom gelben Trikot in Düsseldorf wahr wird. Mit dem Canyon Commuter haben sich Tonys Chancen auf das gelbe Trikot aber noch einmal deutlich erhöht. Nicht zu unterschätzen ist zudem die Geheimwaffe des Commuters: Bei Regenwetter wird Tony durch die integrierten Schutzbleche und die Regenreifen deutliche Vorteile gegenüber den anderen Roleuren haben!

Wir wünschen Tony für Düsseldorf viel Erfolg!

Photo: Saron Duchardt | saronduchardt.de / Daniel Beck

Tony Martin und Trixi Worrack | Olympia Rio 2016

STAPS-Sportler bei Olympia #Rio2016

Vor wenigen Wochen sind sie noch Deutsche Meister im Einzelzeitfahren geworden, aktuell bereiten sich die beiden STAPS-Sportler Trixi Worrack und Tony Martin auf die Olympischen Spiele in Rio vor.

Vorbereitung mit Hürden

Tony Martin und Trixi Worrack | Olympia Rio 2016

Credit: Facebook Tony Martin

Nach ihrem schweren Sturz im Frühjahr und dem DM-Titel Ende Juni konnte Trixi in den letzten Tagen bei der Internationalen Thüringen-Rundfahrt in einem top-besetzten Feld weitere Rennkilometer sammeln und ist seit Sonntag für die akute Vorbereitung in Rio.

Für Tony liefen die letzten Tage etwas weniger optimal. Auf der letzten Etappe der Tour de France musste er das Rennen vorzeitig aufgrund akuter Knie-Probleme beenden. Dabei handelte es sich vor allem um eine Vorsichtsmaßnahme, um den Start der Spiele nicht zu gefährden. Das letzte Update kam von Tony Anfang der Woche: Die Reise nach Rio hat er angetreten, der letzte Test war schmerzfrei – Olympia kann kommen!

Straßenrennen am Wochenende, Zeitfahren nächste Woche

Damit ihr unsere beiden Athleten bei den Spielen zumindest vor dem TV live sehen könnt, hier ein kleiner Leitfaden:

Am kommenden Samstag (06. August) stehen für Tony Martin, Simon Geschke und Co. 256,4km beim Straßenrennen auf dem Menü. Am Sonntag (07. August) folgt Trixi im Straßenrennen der Frauen über 137km.

Das Zeitfahren der Frauen und Männer findet am Mittwoch der kommenden Woche (10. August) statt. Dabei gilt es für die Männer darum den 29,8km langen Kurs zweimal zu absolvieren, die Frauen fahren den Kurs einmal.

Trixi, Tony, wir wünschen euch für die nächsten Tagen viel Erfolg und drücken euch von Köln/ Hamburg aus die Daumen!

Zeitfahren Deutsche Meisterschaft | Trixi Worrack | Tony Martin

DM-Einzelzeitfahren in STAPS-Händen – Worrack und Martin nicht zu schlagen!

Deutsche Meisterin, Nieren-OP, Deutsche Meisterin

Grob lassen sich die letzten zwölf Monate Trixi Worracks so zusammenfassen. Nach dem DM-Titel auf der Straße im letzten Jahr fiel Trixi im Frühjahr nach einem schweren Sturz inklusive einer Not-Operation monatelang aus. Nachdem sie vor zwei Wochen ihre Rückkehr ins Renngeschehen bei den Auensteiner Radsporttagen feierte, gewann Trixi heute in beeindruckender Manier das Einzelzeitfahren der Frauen bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt.

Bei sehr heißen Temperaturen verwies Trixi Stefanie Pohl mit 22 Sekunden und die Deutsche Meisterin aus 2014 Lisa Brennauer mit 49 Sekunden auf die Plätze 2 und 3.

Nach vielen Monaten harter Arbeit freuen wir uns sehr, dass Trixi sich heute den Sieg sichern konnte. Herzlichen Glückwunsch, Trixi!

Unser Interview mit Trixi über ihr Training, das Comeback und Olympia noch einmal zum Nachlesen hier: Interview Trixi Worrack und Björn Geesmann

6. Titel für den Favoriten

Souverän sicherte sich bei den Männern mit Tony Martin ebenfalls ein STAPS-Sportler den Titel als Deutscher Meister im Einzelzeitfahren. Nach 41km mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 49,97 km/h siegte Tony Martin vor Jasha Sütterlin und Nils Politt und sicherte sich damit den 6. DM-Titel im Einzelzeitfahren.

Einen Überraschungserfolg landete mit Florian Bissinger (WSA-Greenlife) ein weiterer STAPS-Akteur, der sich 3:58min hinter Tony den 7. Rang sicherte.

Herzlichen Glückwunsch zum Titel und viel Erfolg für die Tour, Tony!

Photo-Credit: Cor Vos / Team Canyon-SRAM Racing