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Tony Martin beim Zeitfahren der Tour de France

Auftaktzeitfahren der Tour de France – eine Analyse aus der Sicht eines „Fans von Beruf“

Dies hier ist kein normaler Bericht über das Auftaktzeitfahren der Tour de France. Da es bereits genug Analysen zu den 14 regenreichen und spannenden Kilometern durch Düsseldorf gibt, heute mal ein etwas anderer Beitrag. Ich, Björn, darf euch von meinem vergangenen Samstag berichten – aus der Sicht eines Berufs-Fans.Tour - Strecke Zeitfahren mit Messpunkten

Der Samstagmorgen hat sich angefühlt wie vor einem eigenen Rennen. Komische Nervosität, immer wieder der Blick nach Draußen und auf den Wetter-Radar. Die Startzeiten standen bereits seit Freitag fest. Es war klar, dass Tony zur letzten Startgruppe gehört und um 18.22 Uhr auf die Strecke geht. Beim Frühstück hatte der Wetterradar noch das Ende des Regens Richtung 17.00 Uhr angekündigt – das hätte für trockene Straßen gereicht.

Der Plan meines Fan-Seins war eigentlich schon am Samstagmorgen dahin. In den freien zwei Stunden nach dem Frühstück habe ich mir einen endgültigen Plan geschmiedet, wo ich die Fahrer am besten beobachten kann und welche Punkte strategisch entscheidend sind. Die Wahl ist dabei auf die Oberkasseler Brücke gefallen: Blick von oben auf die wichtige Links-Kurve bei 3,8 Kilometern, dann direkter Kontakt zu den Fahrern auf der Brücke, um sie aus nächster Nähe zu be

obachten, danach wiederum ein Blick von oben auf die Kilometer-Marke 10, die direkt unter der Brücke lag. Ein strategisch perfekter Punkt, um Zwischenzeiten zu nehmen und erste Studien über die Aero-Positionen zu betreiben. Bereits da war klar, dass dieser Tag eher von Hektik, Laptop und Handy bestimmt wird als von Bratwurst und Alt-Bier.
Schnell habe ich noch eine Excel-Tabelle gebaut, die alle Startzeiten der Fahrer beinhaltet und ausrechnet, wie die Abstände an den selbst-gemessenen Zeitpunkten bei Kilometer 3,8 und 10 sind, natürlich farblich gekennzeichnet je nach Standing des Fahrers an der Zwischenzeit. Ein kurzer Abstecher Richtung Start- und Zielbereich und die Absprache mit der sportlichen Leitung von Katusha Alpecin, um die genommenen Zwischenzeiten in das Auto, das Tony begleitet, zu übermitteln – spätestens jetzt wurde aus dem Fan-Tag ein offizieller „Auftrag“, der eine gewisse Brisanz mit sich brachte.

Um 15.30 Uhr habe ich meinen Platz auf der Brücke eingenommen und meinen „Arbeitsplatz“ eingerichtet: Laptop bereit, alle Uhren synchronisiert und zeitgleich geschaltet, Zettel und Stift parat gelegt für Notizen, Blick auf die Kurve, die lange Gerade auf der Brücke neben mir, auf die 10-km-Marke und auch auf die große Leinwand der Tonhalle mit Live-Bildern der ARD. Das Rennen kann losgehen!Tony Martin beim Zeitfahren der Tour de France

Passend zum Start des Rennens das Erwartbare: Es setzte, wie schon am Morgen, erneut der Regen ein, die Straßen waren nass. Neben dem Regen, der natürlich entscheidend für die Fahrweise in den Kurven ist, ist vor allem eines entscheidend: der Wind. Nicht nur auf der Brücke, sondern auch auf den langen Geraden vom Start weg bzw. zum Ziel hin sind sehr windanfällig gewesen.
In den ersten eineinhalb Stunden des Rennens besonders interessant: Die vielversprechenden Zwischenzeiten von Nikias Arndt, eine gute Performance des Katusha Alpecin-Fahrer Reto Hollenstein, der Auftritt von Weltmeister Peter Sagan und dann um kurz vor 17.00 Uhr das Setzen der Bestzeit durch Vasil Kiryienka. Die Bedingung zu diesem Zeitpunkt: Die Straße trocknete ab, da zumindest über eine Stunde kein weiterer Regen fiel, der Wind war relativ still.

Auch der spätere Sieger Geraint Thomas absolvierte die 14 Kilometer bei – für den gestrigen Tag – verhältnismäßig guten Bedingungen. Dass Thomas zum Kreis der Favoriten zu zählen ist, war bereits nach 3,8 Kilometern handgestoppt klar, als er mit Bestzeit in die Linkskurve einbog. Ebenfalls noch sehr gut im Rennen zu diesem Zeitpunkt war Jasha Sütterlin, der bei der 3,8-km-Marke nur 2 Sekunden langsamer war als der zwei Minuten nach ihm gestartete Thomas.

Zeitabstände an das Begleitfahrzeug von Tony Martin

Ausschnitte des SMS-Verlaufs ins Begleitfahrzeug

Passend zum Start der Top-Favoriten und Klassement-Fahrer setzte dann erneut starker Regen ein. Besonders mein Laptop hatte mit dem Wetter zu kämpfen – an ein vernünftiges Regen-Outfit für mich und meinen Lenovo-Rechner habe ich im Vorhinein leider nur bedingt gedacht. Neben dem Regen kam dann erneut starker Wind auf, der die Ergebnisse im Nachgang sicherlich beeinflusst hat.
Vorab abgesprochen war, dass ich bei „meinem“ Messpunkt nach 3,8 km alle wichtigen Zeiten in das Auto hinter Tony funke. Da ergab dann folgenden Zwischenstand, nachdem Tony durchfuhr: Favoriten: Geraint Thomas (+5s), Vasil Kiryienka (+6s) und Alejandro Valverde (+6s). Durchgegeben habe ich die Zeiten von Thomas und dem vorab als Mit-Favoriten gehandelten Primoz Roglic, der zu dem Messpunkt aber bereits 16 Sekunden Rückstand hatte und nicht mehr um das Podium mitfahren konnte.

Von da an begann das lange Warten: Unten in der Kurve war jede Zwischenzeit langsamer als Tonys. Auch Stefan Küng hatte zu diesem Zeitpunkt bei vergleichbaren Wetterbedingungen bereits 3 Sekunden verloren. Die Frage war also vor allem, wie sich der Gegenwind auf dem Rückweg auf die Fahrer auswirkt.
Als Tony dann bei Kilometer 10 die Marke passierte und dort trotz Führung bei 3,8 Kilometer sowie an der offiziellen Zwischenzeitnahme mit 3 Sekunden Rückstand auf Thomas eintraf, war klar, dass auch der Gegenwind das Unterfangen Gelbes Trikot weiter erschweren würde.

Das Ende ist bekannt: Die Zieleinfahrt habe ich auf der Leinwand der Tonhalle verfolgt, Tony fuhr nach Thomas und Kiryienka als 3. ins Ziel. Dass auch noch Küng an ihm vorbeizog, war dann egal. Das Ziel war Platz 1, nicht Platz 2, 3 oder 4. Der Tag war gelaufen, komplett nass habe ich meinen Laptop eingepackt.

Ob das Wetter eine entscheidende Rolle gespielt hat? Ich glaube – ohne es bisher nachgerechnet zu haben –, dass das Wetter einen Einfluss hatte, aber das Podium nicht entscheidend verändert hätte. Geraint Thomas war einfach bärenstark und wäre vermutlich auch bei gleicher Wetterlage nicht zu schlagen gewesen. Stefan Küng war bei quasi gleichen Bedingungen im Ziel fünf Sekunden schneller. Glückwunsch an die beiden zu einem sensationellen Ritt!Vergleich Gerraint Thomas gegen Tony Martin pro Kilometer

Offen gestanden war die Enttäuschung gestern sehr groß und hält auch heute noch an. Gar nicht mal, wegen des möglichen kleinen persönlichen Erfolgs; vor allem für Tony, für Katusha Alpecin und für „Radsport-Deutschland“ wäre es toll gewesen, wenn Tony sich gestern das Gelbe Trikot geholt hätte. Ob das dann jetzt die Enttäuschung des Radsport-Fans ist oder die Enttäuschung von jemandem, der mit Tony in der Vorbereitung zusammengearbeitet hat – keine Ahnung. Das ist das Luxus-Problem, dass man solche Fragen nicht beantworten braucht, wenn man glücklicherweise sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

Abschließend noch ein persönlicher Dank: Danke an Tony für ein spannendes und trotz der Enttäuschung beeindruckenden Rennens. Danke auch an alle Organisatoren, ehrenamtlichen Helfer und Zuschauer, die der Tour de France gestern einen würdigen Auftakt in Düsseldorf bereitet haben – das war ganz große Werbung, um den Radsport in Deutschland weiter nach vorne zu bringen!

*Laptop aus, Eurosport an, Daumendrücken für Greipel, Kittel und Co.*

Photocredit Bilder Tony Martin: Jens Erbeck Fotografie

Tony Martins Vorbereitung im Kampf um das gelbe Trikot der Tour de France

Go for gelb! – Einblick in die Aero-Vorbereitung von Tony Martin

Wenn am Samstagnachmittag Tony Martin ins Auftaktzeitfahren der Tour de France startet, werden zwei Zuschauer ganz gespannt am Streckenrad stehen und Stilstudien betreiben – Björn Geesmann von STAPS und Daniel Schade von gebioMized. Sie sind die Väter von Tony Martins aerodynamischer Position, die ihn auf hohe Geschwindigkeiten bringen und zu Gelb führen soll. Geesmann und Schade arbeiten schon seit Jahren mit Tony Martin zusammen, doch das Projekt Tour-Sieg in Düsseldorf ist schon etwas Einzigartiges. Bereits im vergangenen Herbst, nach den Weltmeisterschaften in Doha, ging das Team auf die Bahn und feilte an Martins Position. „Die große Herausforderung war, dass Tony mit dem Wechsel zu Katusha Alpecin mit komplett neuem Material ausgestattet wurde“, erklärt Geesmann. Nicht nur das Zeitfahrrad änderte sich – vom Specialized Shiv zum Canyon Speedmax –; auch die Parts wie Lenker oder Sattel sowie das gesamte Equipment wie Bekleidung und Helm waren aufgrund der Ausrüsterverträge des neuen Teams komplett andere. „Eigentlich mussten wir bei null beginnen“, sagt Björn Geesmann. „Wir haben sogar die Rahmengröße in Frage gestellt und ein Modell in S und eines in M aufgebaut“, erklärt Geesmann.

Doch bevor überhaupt auf der Bahn nach dem Einsparpotenzial geforscht wurde, ging es zum sogenannten Pre-Fitting. Denn aller Anfang ist ein sogenanntes biomechanischer Check-up. Hier wird zuallererst dieTony Martins Vorbereitung im Kampf um das gelbe Trikot der Tour de France Stabilität des Beckens im Sattel und die Kraftübertragung der Fußsohle am Pedal untersucht. „Nur, wenn der Fahrer stabil im Sattel sitzt, funktioniert die Kraftübertragung auch verlustfrei“, erklärt Daniel Schade. Erkennen lässt sich eine instabile Position beziehungsweise „schlechte“ Position an den sogenannten Shifts – so bezeichnen die Experten das kurze Vor- oder Zurücksetzen auf dem Sattel – sowie bei der Begutachtung des Schaubildes der Druckmessfolie am Sattel. Was liegt im grünen Bereich, welche Stellen sind gelb- oder gar rotgefärbt; und wie hoch ist der Druck hier auf wenigen Quadratzentimetern? „Die Beantwortung ist nicht ganz unerheblich, gerade für Zeitfahren, die etwas länger sind. Der Fahrer muss eine Position auch immer halten können“, erklärt Schade. „Wenn wir hier sehen, dass ungeheuer hoher Druck flächendeckend auf dem Sattel lastet, ist das ein klares Indiz dafür, etwas an der Position oder dem Sattelmodell zu ändern“, so Schade weiter. Ob die Sitzposition dem Optimum nahe kommt, zeigt sich auch direkt an der Messung der Leistung mittels Druckmessfolien in den Schuhsohlen. „Kommt zu wenig bzw. zu ungleichmäßig Leistung an, müssen wir evaluieren“ erklärt Schade. Erst wenn diese beiden Kontaktstellen „abgearbeitet“ sind, beginnen die tatsächlichen aerodynamischen Tests und das magische Dreieck aus den Schenkeln Kraftübertragung am Pedal, Stabilität im Sattel wird durch die Aerodynamik im Cockpit komplettiert.

 

Die Herausforderung bei Tony Martin bestand darin, ein passendes Sattelmodell seines neuen Ausrüsters zu finden, und in Kombination mit der Sitzhöhe und dem Vor- und Nachsitz des Sattels ihn so zu positionieren, dass er sowohl stabil als auch komfortabel im Sattel sitzt. „Für uns war es ganz angenehm, dass er seinen Schuhausstatter nicht wechseln musste– so hatten wir eine Baustelle weniger“, sagt Daniel Schade.

„Früher hat man unglaublich viel Wert auf die Aerodynamik gelegt und sich bei der Position im Sattel sowie der Kraftübertragung aufs Pedal auf das Gefühl das Athleten verlassen“, sagt Björn Geesmann. DieseTony Martins Vorbereitung im Kampf um das gelbe Trikot der Tour de France Zeiten sind vorbei. Heute kann alles sichtbar gemacht werden – in Echtzeit. Und so wird auch bei Aerodynamik-Tests nicht nur der momentane Luftwiderstand des Fahrers ermittelt, sondern auch immer wieder kontrolliert, inwieweit sich die biomechanischen Werte am Sattel bzw. den Fußsohlen verändern. „Wir können einen Fahrer in eine radikale, sehr tiefe Position bringen, dann aber dafür in Kauf nehmen, dass er dies nur kurze Zeit halten kann beziehungsweise dadurch sein Power-Output verringert wird“, erklärt Geesmann. Hier ist immer die Frage zu beantworten, was ist für den Wettkampf besonders wichtig – Komfort, Stabilität oder Aerodynamik? „Gerade für Sprinter baut man Prolog-Positionen, die wirklich schmerzen, dafür unheimlich aerodynamisch sind“, erklärt Schade. Die Strapazen nimmt der Fahrer dann aber gern in Kauf – für fünf Minuten und eine Top-Platzierung.Aerodynamik-Test mit Tony Martin zur Vorbereitung auf die Tour de France

Wenn STAPS und gebioMized auf der Bahn Aerodynamik-Checks machen, erinnert das stark an Formel-1-Tests. In Echtzeit bekommen die Männer an den Laptops jede Veränderung des Luftwiderstands (CdA) mitgeteilt. Möglich macht dies moderne Alphamantis-Technik, die Leistungsdaten, Geschwindigkeit sowie Trittfrequenz aufzeichnet und per WLAN an den Rechner schickt. Die Software errechnet damit unter Berücksichtigung von Parametern wie Bahnlänge, Kurvenneigung und aktuell herrschender Luftdichte den Aero-Wert aus, wodurch sich Prognosen abgeben lassen, welche Auswirkungen die Veränderungen auf einer vorher festgelegte Strecke haben. „Noch während der Fahrer seine Runden dreht, können wir sehen, was welcher Wechsel mit sich bringt“, erklärt Björn Geesmann.
Im Fall von Tony Martin wurde nicht nur das Set-up des Rades unter die Lupe genommen und moderat verändert; es wurden auch verschiedene Helm- und Zeitfahrmodelle sowie Überschuhe und Aerosocken dem Aerodynamik-Check unterzogen. Mit Erfolg, denn es wurde einiges an Watt eingespart. Dies muss dann am Samstag nicht zur Überwindung des Luftwiderstandes eingesetzt werden, sondern kann direkt in Vortrieb verwandelt werden – Go for „Gelb“!

Aero-Interview mit Tony Martin

Übrigens: Tony Martin ist nicht der einzige Tour-de-France-Teilnehmer, der durch die Hände von Björn Geesmann und Daniel Schade ging. Die Equipe Movistar mit dem junge Deutsche Jasha Sütterlin, der die Chance hat, beim Zeitfahren in die Top 5 zu fahren und das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers zu holen, genauso wie Fahrer des Teams Katusha Alpecin. Geesmann und Schade haben also genug zu tun, Stilstudien zu betreiben.

 

Photo: Saron Duchardt | saronduchardt.de

Videos: Canyon & Seb Montaz Studio

Tony Martin mit City-Rad zum Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf 4

+++ Eilmeldung: Tony Martin beim Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf mit City-Rad am Start +++

Einige eingeweihte Aero-Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, jetzt ist die Sensation perfekt: Tony Martin wird am 1. Juli beim Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf auf sein Zeitfahr-Rad verzichten und stattdessen mit dem Canyon „Commuter“ – dem City-Rad des Koblenzer Rad-Herstellers – an den Start gehen.

Bereits erste Aerodynamik-Tests im vergangenen Dezember im Trainingslager in Valencia haben gezeigt, dass der Commuter aufgrund seiner ausgefeilten Bauweise nicht einfach nur ein normales City-Rad ist. Das vollintegrierte Vorderlicht, der luftleitende Gepäckträger und auch der Riemenantrieb bieten klare Luftwiderstand-reduzierende Vorteile gegenüber dem Speedmax.

Vorteile, auf die der 4-fache Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin beim Tour-Auftakt in Düsseldorf nicht verzichten möchte: „Ein 14 Kilometer langes Zeitfahren zum Start der Tour de France mit derTony Martin mit City-Rad zum Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf 3 Aussicht auf das gelbe Trikot – das sind Situationen, in denen das beste Material am Ende über Millisekunden entscheidet. Um nichts dem Zufall zu überlassen setze ich daher auf das aerodynamischste Rad, auf dem ich je gesessen habe: den Canyon Commuter“, so der detailverliebte Kapitän des Teams Katusha Alpecin (zum Aero-Interview mit Tony Martin).

Für die Welt des Radsports wird diese Nachricht eine Sensation sein, für den Radausrüster Canyon ist der Commuter lediglich das Ergebnis jahrelanger Arbeit auf dem Gebiet der Aerodynamik. Als sich die Verpflichtung von Tony Martin für das Team Katusha Alpecin abzeichnete, begann das Team um Liasion Manager Andreas Walzer bereits mit der Entwicklung eines noch schnelleren, noch aerodynamischeren Rads als dem Speedmax.

Dazu Andreas Walzer: „Außergewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen! Wenn du auf dem Gebiet der Aerodynamik noch größere Schritte machen willst, musst du kreativ sein. Um für Tony das beste Setup für Düsseldorf zu bauen, haben wir daher den Sektor „Aero-Rad“ komplett auf den Kopf gestellt und unsereTony Martin mit City-Rad zum Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorf Ideen von Null begonnen. Das Ergebnis wird die komplette Disziplin des Zeitfahrens neu definieren!“.

Ein entscheidender Teil der Entwicklung waren die späteren Aerodynamik-Tests im Velodrom in Valencia, die Canyon, Katusha Alpecin, Tony Martin und STAPS gemeinsam abhielten. Die größte Herausforderung war es dabei, den Aero-Test-erfahrenen Tony Martin von der ungewöhnlichen Maßnahme zu überzeugen.

„Zu Beginn kam ich mit dem Rad noch nicht sonderlich gut zurecht, mit der Zeit wurde es aber immer besser. Am Ende waren kleinste Details entscheidend, um die Jagd nach dem gelben Trikot mit dem Commuter anzugehen!“

Insgesamt mehrere Tage haben sich die Aero-Experten dazu auf der Radbahn eingeschlossen, um jedes noch so kleine Detail mit dem bisherigen Speedmax zu vergleichen: Das Aero-Cockpit gegen das vollintegrierte Vorderlicht, der Ketten- gegen den Riemenantrieb, die Aero-Laufräder gegen die Reifen mit Schutzblechen.

Der Teufel steckt im Detail: Um alle erdenklichen Zehntelsekunden auf der Düsseldorfer Kö einzusparen, wurde jedes noch so kleine Anbauteil der beiden Räder verglichen. Die Ergebnisse waren selbst für erfahrene Aerodynamiker beeindruckend. Dazu Björn Geesmann von STAPS: „Der Commuter besitzt schlichtweg das Potential der „Gamechanger“ im Kampf gegen die Uhr zu sein. Einen Zeitfahrweltmeister wie Tony zu überzeugen ist nicht einfach. Am Ende haben ihn gerade die Vorteile des aerodynamischen Gepäckträgers, der die Luft deutlich besser anlegt und leitet als jedes Scheibenrad, überzeugt.“

Natürlich wird es im Vergleich zum Testmodell beim Test noch ein paar Umbaumaßnahmen geben. Zum Beispiel werden Zipps 8080-Laufräder Tony Martin mit City-Rad zum Zeitfahren der Tour de France in Düsseldorfeingesetzt und ein Aero-Aufsatz montiert, der erst kurz vor der Tour zu sehen sein wird. Denn bisher war die Sitzposition auf diesem aerodynamisch optimierten Rahmen noch nicht optimal – wie sich jeder denken kann. Aber dank der STAPS-Experten konnte auch hier eine Lösung gefunden werden, die beim Tour-Start in Düsseldorf für viel Aufmerksamkeit sorgen wird. Details dazu werden zu einem geeigneten Zeitpunkt bekannt gegeben.

Wir dürfen gespannt sein, ob der Traum vom gelben Trikot in Düsseldorf wahr wird. Mit dem Canyon Commuter haben sich Tonys Chancen auf das gelbe Trikot aber noch einmal deutlich erhöht. Nicht zu unterschätzen ist zudem die Geheimwaffe des Commuters: Bei Regenwetter wird Tony durch die integrierten Schutzbleche und die Regenreifen deutliche Vorteile gegenüber den anderen Roleuren haben!

Wir wünschen Tony für Düsseldorf viel Erfolg!

Photo: Saron Duchardt | saronduchardt.de / Daniel Beck

Ein Blick hinter die Kulissen: STAPS im Canyon.Home

Speedmax, Aeroad, Ultimate – die Produktpalette von Canyon ist uns im Zuge unserer engen Kooperation mit dem Koblenzer Radhersteller aus diversen Aero-Fittings hinreichend bekannt. Boris Stein, Patrick Lange, Tony Martin, das World Tour-Team Katusha-Alpecin; um nur einige Namen von Canyon-Athleten zu nennen, mit denen wir in den letzten Wochen zusammenarbeiten durften.

Optimierungen im Bereich der Aerodynamik gehen immer mit einer hohen Kenntnis über das Material einher. Nicht nur jeder Athlet, auch jedes Rad bringt seine eigenen Eigenschaften, Geometrien und Einstellungsmöglichkeiten mit sich. Da wir gerade im Profisport sehr häufig mit Rädern aus Koblenz arbeiten, wollten wir die Produkte von Canyon noch besser kennen lernen und haben das Canyon.Home besucht.

Blick hinter die Kulissen: STAPS im Canyon.Home!Kurz vor Weihnachten sind wir mit den beiden STAPS-Teams aus Köln und Hamburg der Einladung von Liaison Manager Andreas Walzer gefolgt, der sich federführend um die Belange der Profi-Athleten von Canyon kümmert.

Nach einer Koffein-Supplementierung durch den frisch eingetroffenen Frodissimo-Kaffee im Café des Canyon.Home, haben wir den Show-Room besucht und durch Andreas Walzer zahlreiche Informationen über die verschiedenen Produkte aus dem Straßen-, MTB- und Triathlon-Bereich bekommen.

Die Abteilung des Qualitätsmanagements Canyons sucht sicherlich seines Gleichen. Gordon Koenen, Director Quality Management, hat uns einen Blick hinter die Kulissen der Qualitätskontrolle gegeben: Zahlreiche Stresstests, denen sich Rahmen, Gabeln, Lenker und Co. aussetzen müssen. Ein CT-Scanner, mit dem jede Gabel vor dem Verkauf gescannt wird. Und besonders über das Canyon-interne System: Jedes verbaute Element eines Rahmen-Kits bekommt einen Identifikations-Code. Dadurch lässt sich auch bei einem möglichen Gabel-Bruch während der Kopfsteinpflaster-Passagen Paris-Roubaix’ noch im Nachgang auflösen, ob diese Gabel bereits bei Auslieferung fehlerhaft war und ein Defekt ggf. werksseitig übersehen wurde.

Gordon‘s Fazit: Neben des umfangreichen technischen Qualitätsmanagements zählt auch immer das Feedback der Straße. Blick hinter die Kulissen: STAPS im Canyon.Home!Deshalb ist die Forschung in diesem Bereich auch ein nie endendes Projekt: Durch Materialtests im Labor sowie auf der Straße mit den Profis bleibt Canyon jederzeit auf dem aktuellsten Stand und garantiert dadurch die bestmögliche Qualität der Räder.

Im Anschluss an die Abteilung des Qualitätsmanagements informierte uns Sebastian Jadczak, Director Development Road, Produktmanagement, über die neusten Projekte im Hause Canyon. Das bestimmende Thema auch in Koblenz: Scheibenbremsen im Straßenradsport. Seit neustem wird auch das Aeroad mit Scheibenbremsen ausgeliefert. Zudem darf die Radsport-Welt auf viele spannende Entwicklungen aus Koblenz gespannt sein – wir wollen aber noch nicht zu viel verraten!

Das Canyon.Home ist besonders, genau wie die Marke Canyon auch. Für uns war der Besuch in Koblenz ein beeindruckender Blick hinter die Kulissen einer führenden Marke in der Welt des Radsports und Triathlons. Wir freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit und besonders auf weitere Athleten aus dem Canyon-Lager, die uns in den kommenden Wochen für Aero-Optimierungen besuchen werden – stay tuned!

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Fotos: (c) Saron Duchardt | www.saronduchardt.de

Tony Martin im Aero-Interview bei STAPS

Aero-Interview mit Tony Martin

Zur Vorbereitung auf die Saison 2017 arbeiten wir mit dem Profi-Radteam Katusha Alpecin zusammen. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Aero-Partnerschaft mit dem Team um Tony Martin und Alex Kristoff: STAPS neuer Aero-Partner von Katusha Alpecin.

Prominentester und stärkster Neuzugang des Teams ist der Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valenciaviermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin. Eines der Saisonziele des 31-jährigen Deutschen ist der Gewinn des Auftaktzeitfahrens bei der Tour de France in Düsseldorf. Bei einem Erfolg würde er dann nach 2015 das Gelbe Trikot erneut überstreifen. Wir haben mit ihm im Velodrom Valencia ein kleines Aero-Interview mit ihm geführt:

Wie gefallen Dir solche Aerodynamik-Test?

Generell denkst Du als Athlet bei solchen Terminen daran, dass du einen Trainingstag verlierst. Also erst einmal nervig. Aber wenn du dann auf der Bahn bist, ein ganzes Team um dich herumhast, dass sich um dich kümmert, und du spürst, dass „step by step“ ein paar Watt herausgekitzelt werden, dann macht das unheimlich Spaß. Das treibt einen dann richtig an.

Wirst Du dann auch selbst zum Tüftler?

Ja man probiert man natürlich vieles aus. Die ganze Unternehmung bekommt eine positive Dynamik, einen Challenge Charakter beziehungsweise ich selbst spürt dann auch ein bisschen einen Findertrieb. Aber es ist Teamwork. Jeder trägt seinen Teil dazu bei – Katusha SportsAero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valencia mit der Bekleidung, Canyon mit dem Material, gebioMized mit dem Fitting, STAPS mit dem Testverfahren und ich noch mit dem Performance-Gedanken, was sich wohl wo noch herausholen lässt. Dieser Mix aus verschiedensten Inputs gibt dann am Ende ein schönes Ergebnis. Durch die Baseline-Messung zu Beginn sieht man deutlich, wo man begonnen hat und am Ende zeigt sich, dass man 7 Watt, 12 Watt, wie viel auch immer eingespart. Da sagt man sich dann am Ende des Tages: Da hätte ich heute lange trainieren müssen, um diese Verbesserung herauszuholen.

Rechnest Du tatsächlich dagegen, wie viel Du dafür hättest trainieren müssen?

Natürlich. Diese Verbesserungen, die wir jetzt beim Aerodynamik-Test in Valencia erzielt haben, kann ich in meinen Bereichen durchs Training kaum mehr erreichen.

Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valencia

Aero-Partnerschaft zwischen STAPS und dem Profi-Radteam Katusha Alpecin

#racetowin lautet nicht nur der Hashtag des WorldTour Radrennstalls Katusha Alpecin, es ist auch deren Motto. Damit es noch mehr Siege gibt – in der Saison 2016 waren es 25 – hat sich die Equipe für die Saison 2017 nochmals verstärkt – mit insgesamt 11 „neuen“ Fahrern. Prominentester und stärkster Neuzugang: der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (Aero-Interview mit Tony Martin) . Eines der Saisonziele des 31-jährigen Deutschen ist der Gewinn des Auftaktzeitfahrens bei der Tour de France in Düsseldorf. Bei einem Erfolg würde er dann nach 2015 das Gelbe Trikot erneut überstreifen.

Um im Zeitfahren erfolgreich zu sein, ist neben der Physis und Psyche auch das Material und die Aerodynamik entscheidend. Daher setzt Katusha Alpecin auf der Jagd nach den letzten Sekunden und möglichen Optimierungspotentialen auf STAPS und arbeitet mit uns auf dem Sektor der Aerodynamik zusammen.

Aero-Gespann aus Canyon, gebioMized und STAPS

Um bei der Erfüllung von #racetowin nichts dem Zufall zu überlassen, setzt das Team Katusha Alpecin auf eine Kombination, die auch bereits in der Triathlon-Welt überzeugt: die Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom ValenciaAero-Zusammenarbeit zwischen Radausstatter Canyon, unserem Fitting-Partner gebioMized und uns. In dieser Konstellation haben wir bereits zahlreiche Optimierungen an Aeropositionen und Material vorgenommen und durften dadurch Teil der beeindruckenden Erfolge von Boris Stein und Patrick Lange beim Ironman auf Hawaii sein. Unsere Expertise sowie die gemeinsamen Erfahrungen aus mittlerweile zahlreichen Aerodynamik-Tests übertragen wir jetzt gemeinsam mit gebioMized auf das Team um Tony Martin, Alexander Kristoff und Co. Das Ziel dabei ist die perfekte Abstimmung aus der Aerodynamik und gleichzeitigen Stabilität der Katusha Alpecin-Fahrer auf dem Zeitfahrrad Speedmax CF SLX 9.0 – #precisionisinthedetail!

Katusha Alpecin im Kampf gegen die Uhr

Der Kader von Katusha Alpecin besteht aus 26 Fahrern. Darunter findet sich die Zeitfahrer-Fraktion mit etablierten Rouleuren wie Tony Martin (Aero-Interview mit Tony Martin) und Michael Mørkøv oder auch Nachwuchs-Hoffnungen wie Marco Mathis (U23-Zeitfahr-Weltmeister 2016) und Mads Würtz Schmidt (U23-Zeitfahr-Weltmeister 2015). Nicht weniger entscheidend ist eine optimierte Aero-Position natürlich auch für die Rundfahrer wie Ilnur Zakarin, Rein Taaramäe und Simon Spilak. Wer in der Gesamtwertung von Rundfahrten oder gar Grand Tours vorne dabei sein will, sollte auf den Kampf gegen die Uhr optimal vorbereitet sein und auch bei möglichen Mannschaftszeitfahren ein Team aus aerodynamischen „Zeitfahrern“ um sich versammeln. Selbst für Sprinter oder Klassikerfahrer wie Alex Kristoff kann sich eine kürzere Rundfahrt wie bei den „Drei Tagen von de Panne“ (2.HC) im Zeitfahren entscheiden, sodass wir auch mit diesen Akteuren intensiv auf der Radbahn an der Position gefeilt haben.Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valencia

Aerodays in Calpe

Die ersten Tests mit dem Team Katusha Alpecin fanden bereits im Trainingslager in Calpe an der Costa Blanca im Dezember vergangenen Jahres statt. Gemeinsam mit Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten von gebioMized haben wir eine Woche vor Ort verbracht, zunächst „Vorarbeiten“ mit den Fahrern im Hotel gemacht, bevor wir dann für ein paar Tage ins Velodrom nach Valencia gegangen sind.

Um die unterschiedlichen Voraussetzungen der Fahrer zu nivellieren und erste große Vorarbeiten zu leisten, verbringen wir vor den Tests auf der Radrennbahn einige Zeit mit sogenannten „Pre-Fittings“. Da Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valenciaes für uns wichtig ist, Veränderungen in Zahlen sichtbar zu machen, setzen wir bei den Pre-Fittings auf die Expertise und Messtechnik von gebioMized. Durch Messungen an den drei Kontaktstellen Hintern-Sattel, Fuß-Pedale sowie Arm/Hand-Lenker können wir für die Fahrer nicht nur erste Druckpunkte an den genannten Stellen analysieren, sondern zum Beispiel auch anhand von Bewegungen während der Fahrt den Kraftangriffspunkt am Sattel eruieren. Dadurch erkennen wir, wie stabil der Fahrer in seiner aktuellen Position sitzt, speziell am Sattel vielleicht ungewollte Bewegungen vollführt und im „worst case“ seine Position sogar durch ein kurzes Vor- oder Zurücksetzen auf dem Sattel (sogenannte „Shifts“) korrigieren muss.

Nachdem wir dann in den Pre-Fittings alle Fragen zur Sitzposition, zur Wahl des Sattels und zur Stabilität auf dem Sattel beantwortet haben, starten wir mir den Tests im Velodrom. Dort machen wir zunächst eine „Baseline“-Messung, um den Ist-Zustand der Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valenciaaerodynamischen Position zu erfassen. Im Anschluss nehmen wir – in Abhängigkeit der „Baustellen“ des Athleten – die Optimierungen der aerodynamischen Positionen vor. Wir arbeiten dabei vermehrt am Cockpit des Canyon Zeitfahrrads, haben Einstellungsmöglichkeiten über die Armpads, unterschiedliche Extensions, geneigte Lenker etc. Ein zumeist großer Spielraum, selbstverständlich immer unter der Berücksichtigung der UCI-Spielregeln. Sobald wir eine einzelne Veränderung vorgenommen haben, absolviert der Fahrer erneut Messrunden im Velodrom (ca. 2.000 bis 2.800 Meter insgesamt, bei einer Rundenlänge von 250 Meter), damit wir eine direkte Rückmeldung zur Positions- oder Materialveränderung bekommen und diese analysieren können. Zudem haben wir durch die „mobile“ Messtechnik von gebioMized, die Möglichkeit den Satteldruck in Echtzeit während des Fahrens zu erfassen und können dadurch die Stabilität des Fahrers aus den Pre-Fittings überprüfen. Dieses Prozedere wiederholen wir so lange, bis wir für jeden einzelnen Fahrer das optimale Verhältnis einer aerodynamischen und stabilen Position gefunden haben.

Wie komplex derartige Aerodynamik-Testtage im Velodrom sind, zeigt das Video – siehe unten. Neben den Mitarbeitern und Aero-Experten von gebioMized und STAPS haben wir zudem vier bis fünf Fahrer, drei Mechaniker, drei Soigneure sowie mehrere Sportliche Leiter und Trainer vor Ort.

Bisher waren wir für eine Woche im Dezember und für eine Woche im Januar in Calpe beziehungsweise Valencia vor Ort. Wir werden über diese Tests und unsere Partnerschaft zum Team Katusha Alpecin in den nächsten Wochen noch detailliert berichten und freuen uns schon jetzt auf weitere Aerodays und erkenntnisreiche Optimierungen mit Tony Martin, Alex Kristoff und Co.

Wir haben für Euch ein Interview mit Tony Martin geführt: Aero-Interview mit Tony Martin

Photo 1&2: @Saron Duchardt www.saronduchardt.de /Photo 3: @Tim de Waele/ Photo 4: Daniel Beck/ Video: @katushacycling @sebastien.montaz.rosset

Tony Martin und Trixi Worrack | Olympia Rio 2016

STAPS-Sportler bei Olympia #Rio2016

Vor wenigen Wochen sind sie noch Deutsche Meister im Einzelzeitfahren geworden, aktuell bereiten sich die beiden STAPS-Sportler Trixi Worrack und Tony Martin auf die Olympischen Spiele in Rio vor.

Vorbereitung mit Hürden

Tony Martin und Trixi Worrack | Olympia Rio 2016

Credit: Facebook Tony Martin

Nach ihrem schweren Sturz im Frühjahr und dem DM-Titel Ende Juni konnte Trixi in den letzten Tagen bei der Internationalen Thüringen-Rundfahrt in einem top-besetzten Feld weitere Rennkilometer sammeln und ist seit Sonntag für die akute Vorbereitung in Rio.

Für Tony liefen die letzten Tage etwas weniger optimal. Auf der letzten Etappe der Tour de France musste er das Rennen vorzeitig aufgrund akuter Knie-Probleme beenden. Dabei handelte es sich vor allem um eine Vorsichtsmaßnahme, um den Start der Spiele nicht zu gefährden. Das letzte Update kam von Tony Anfang der Woche: Die Reise nach Rio hat er angetreten, der letzte Test war schmerzfrei – Olympia kann kommen!

Straßenrennen am Wochenende, Zeitfahren nächste Woche

Damit ihr unsere beiden Athleten bei den Spielen zumindest vor dem TV live sehen könnt, hier ein kleiner Leitfaden:

Am kommenden Samstag (06. August) stehen für Tony Martin, Simon Geschke und Co. 256,4km beim Straßenrennen auf dem Menü. Am Sonntag (07. August) folgt Trixi im Straßenrennen der Frauen über 137km.

Das Zeitfahren der Frauen und Männer findet am Mittwoch der kommenden Woche (10. August) statt. Dabei gilt es für die Männer darum den 29,8km langen Kurs zweimal zu absolvieren, die Frauen fahren den Kurs einmal.

Trixi, Tony, wir wünschen euch für die nächsten Tagen viel Erfolg und drücken euch von Köln/ Hamburg aus die Daumen!

Zeitfahren Deutsche Meisterschaft | Trixi Worrack | Tony Martin

DM-Einzelzeitfahren in STAPS-Händen – Worrack und Martin nicht zu schlagen!

Deutsche Meisterin, Nieren-OP, Deutsche Meisterin

Grob lassen sich die letzten zwölf Monate Trixi Worracks so zusammenfassen. Nach dem DM-Titel auf der Straße im letzten Jahr fiel Trixi im Frühjahr nach einem schweren Sturz inklusive einer Not-Operation monatelang aus. Nachdem sie vor zwei Wochen ihre Rückkehr ins Renngeschehen bei den Auensteiner Radsporttagen feierte, gewann Trixi heute in beeindruckender Manier das Einzelzeitfahren der Frauen bei den Deutschen Meisterschaften in Erfurt.

Bei sehr heißen Temperaturen verwies Trixi Stefanie Pohl mit 22 Sekunden und die Deutsche Meisterin aus 2014 Lisa Brennauer mit 49 Sekunden auf die Plätze 2 und 3.

Nach vielen Monaten harter Arbeit freuen wir uns sehr, dass Trixi sich heute den Sieg sichern konnte. Herzlichen Glückwunsch, Trixi!

Unser Interview mit Trixi über ihr Training, das Comeback und Olympia noch einmal zum Nachlesen hier: Interview Trixi Worrack und Björn Geesmann

6. Titel für den Favoriten

Souverän sicherte sich bei den Männern mit Tony Martin ebenfalls ein STAPS-Sportler den Titel als Deutscher Meister im Einzelzeitfahren. Nach 41km mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 49,97 km/h siegte Tony Martin vor Jasha Sütterlin und Nils Politt und sicherte sich damit den 6. DM-Titel im Einzelzeitfahren.

Einen Überraschungserfolg landete mit Florian Bissinger (WSA-Greenlife) ein weiterer STAPS-Akteur, der sich 3:58min hinter Tony den 7. Rang sicherte.

Herzlichen Glückwunsch zum Titel und viel Erfolg für die Tour, Tony!

Photo-Credit: Cor Vos / Team Canyon-SRAM Racing