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STAPS beim Ironman auf Hawaii – ein kleiner Einblick

Aloha liebe Sportsfreunde,

viele Grüße aus Kailua-Kona wünsch ich euch!

Meine Uhr zeigt 18.00 Uhr an, ich habe also noch eine Nacht vor mir, bevor morgen um 6.35 Uhr der Startschuss zu den legendären Ironman-Weltmeisterschaften hier auf Hawaii fällt. Diese Nacht wird kurz: Um 4.45 Uhr in der Früh werde ich das Hotel verlassen und mich in Richtung Dig me beach begeben, um die über 2.400 Startern beim Schwimmstart am Pier anzufeuern.

Seit nunmehr einer Woche bin ich jetzt auf Hawaii und darf mir zum ersten Mal das Spektakel rund um dieses Multisport-Event vor Ort anschauen. Ich habe versucht möglichst viel von der Stimmung aufzusaugen: Das morgendliche Schwimmen am Pier zum Coffee-boat, dieNationenparade beim Ironman auf Hawaii Nationenparade am Ali’i Drive, den hawaiianischen Kaffee, das „Castaway“ der Kona Brewing Company, rohen Thunfisch, das Bestaunen der Schildkröten im Pazifik und vieles mehr. Natürlich habe ich mir auch die verschiedensten Materialentwicklungen auf der Expo angeschaut, Partner besucht, tolle Gespräche geführt und mich sehr darüber gefreut, am gefühlt anderen Ende der Welt so viele bekannte Gesichter zu sehen.

Ich habe aber vor allem versucht zu verstehen, warum dieses Rennen die Bezeichnung des härtesten Rennens der Welt trägt. Das war mir aber bereits nach zwei Tagen klar:

Es ist hier – speziell heute – heiß. Wobei man heiß relativieren muss: Es hat eigentlich „nur“ um die 32 Grad Celsius, allerdings ist die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass die Luft sehr drückend und schwül wirkt. Aufgrund leichten Jetlags bin ich an den ersten Tagen noch um 5.30 Uhr laufen gewesen, was – gerade in Gedenken an den wohl vorherrschenden deutschen Winter bei der Rückkehr nächste Woche – noch recht angenehm war. Verschiebt man den Lauf aber um etwa eine Stunde nach hinten (so wie heute Morgen), gilt gefühlt die Faustformel, dass man nach Beendigung des Laufs noch etwa selbige Zeit, wie für den Lauf selber benötigt wurde, stillsitzen muss, um Herr über das Schwitzen zu werden. Das direkte Duschen nach dem Laufen macht keinen Sinn.

Auch das Schwimmen ist ungewohnt. Im Fühlinger See Kölns schmeckt das Wasser weitaus weniger salzig und der Schwimmen am Dig me beach - Pier beim Ironman auf HawaiiWellengang ist bedeutend geringer. Gerade das „Durchschaukeln“ aufgrund der starken Wellen, gepaart mit großem Durst aufgrund des salzigen Wassers sorgte für das ein oder andere flaue Gefühl. Gut, der Anblick des bunten Fischtreibens unter mir und der morgendliche Kaffee im Wasser beim Coffee-boat sind natürlich jeden Salzgeschmack wert. Auch Schildkröten gibt es im Fühlinger weniger. Aber ich bin mir sicher, dass die Athleten morgen keinen Gedanken ans Coffee-boat verschwenden und keinen Blick für die bunten Fische unter sich haben werden.

Vorgestern bin ich Teile der Radstrecke abgefahren. Was mir als Hawaii-Theoretiker bis dato klar war: Es ist windig und heiß auf der Radstrecke. Was mir aber – offen gesprochen – nicht klar war, ist die widerlich wellige Streckentopografie. Flach ist es eigentlich nie. Es geht nur hoch oder runter – im Übrigen ebenso beim Laufen. Einen gleichmäßigen Rhythmus zu finden ist quasi unmöglich, sodass man immer wieder reflektieren muss, um nicht zu überpacen. Hinzu kommt der sich drehende Wind. Auf dem Rückweg von Hawi haben die Jan Frodenos und Sebastian Kienles dieser Welt wohl zu erwartenden Rückenwind und fahren per se eher 46 km/h als 36 km/h. Dadurch wirken die „Anstiege“ auch eher wie Wellen, sodass diese Jungs das kleine Kettenblatt vorne wohl auch in Kailua hätten lassen können. Da sich der Wind aber gegen Mittag zu drehen beginnt, hat der Agegrouper im worst case auf Hin- und Rückweg Gegenwind. Das fand ich schon früher in der Theorie immer sehr zermürbend. Als ich jetzt draußen auf dem Highway war und verstanden habe, was der Hawaiianer mit Gegenwind meint, ist mir zudem noch mal ganz deutlich in Erinnerung gerufen worden, warum ich hier – wie bei jedem Ironman, aber hier eben noch mal etwas mehr – wahnsinnigen Respekt vor jedem einzelnen Teilnehmer habe.

Lange Rede, kurzer ehrfürchtiger Sinn: Schon als Tourist wird klar, was den Ironman auf Hawaii auszeichnet. Ich habe in dieser Woche viel über das Rennen gelernt und freu mich über diese Erfahrung. Die hawaiianischen Bedingungen morgen im Rennen zu erleben und an diesem Tag erfolgreich zu finishen – dafür wünsche ich schon jetzt jedem Athleten viel Erfolg und einen tollen Tag!

Expertentalks auf tri-mag.de

Natürlich habe ich auch versucht ein paar Tipps und Infos für die Vorbereitungen auf Hawaii oder im Hinblick auf eine mögliche Qualifikation für die Ironman-WM zu geben. Dazu habe ich mir bis dato drei Mal gemeinsam mit dem triathlon-Magazin-Herausgeber Frank Wechsel ein schattiges Plätzchen auf der Insel gesucht, um spontan und frei heraus über das Training, die Ernährung, das Material und vieles mehr zu plaudern.

Hier unsere „Expertentalks“:

Teil 1 – Was braucht man für eine Hawaii-Qualifikation?

Teil 2 – Das Radfahren beim Ironman Hawaii

Teil 3 – Der Weg zum Ironman Hawaii 2018 beginnt jetzt!

Ab morgen bin ich Fan!

Am heutigen Pre-Race-Abend werde ich noch letzte Vorbereitungen für morgen treffen und mich dann zu diversen Nerd-Talks mit dem ein oder anderen Szene-Mitglied treffen. Zudem findet nebenan die „Thank God I am not racing“-Party statt – das klingt nach einer Veranstaltung auf der ich richtig bin.

Eines zieht sich seit nunmehr einer Woche durch jeden Tag: Die Vorfreude auf das Rennen morgen. Morgen bin ich hier nicht als Sportwissenschaftler oder Coach, sondern vor allem als Fan eines beeindruckenden Rennens mit inspirierenden Athleten. Ich werde an zahlreichen Streckenabschnitten stehen und, wenn schon nicht auf der Strecke selber, aber dann zumindest vom Streckenrand aus, Vollgas zu geben. Ich freu mich wahnsinnig auf alle Athleten, mit denen wir in den letzten Monaten zusammengearbeitet haben wie die Canyon-Athleten um Jan Frodeno, Patrick Lange und Nick Kastelein; aber auch auf jeden einzelnen Age-Grouper, den wir hierher begleiten durften. Tipp für euch für morgen: Erschreckt euch bitte nicht, wenn es plötzlich laut wird! 😉

Euch zuhause wünsche ich viel Spaß in eurer persönlichen langen Hawaii-Nacht. Viel Spaß mit den zahlreichen Berichterstattungen und spezielle Grüße auch nach Hamburg zur langen Hawaii-Nacht des triathlon-Magazins in unserem Institut!

Liebe Grüße,

Björn

Ironman-Weltmeister Jan Frodeno arbeitet zur Optimierung seiner Aero-Position mit STAPS und gebioMized zusammen

Road to Kona: Jan Frodeno auf dem Weg nach Hawaii

Wird er dieses Jahr zum dritten Mal in Folge Ironman-Weltmeister werden können? Nichts weniger ist das Ziel für Jan Frodeno. Auf seinem Weg zur erneuten Titelverteidigung begleiten wir ihn gemeinsam mit gebioMized. Unsere Herausforderung dabei: Die optimale Kombination aus perfekter Aerodynamik und maximalem Komfort.

Wir geben euch einen Einblick in unsere Arbeit mit Jan Frodeno:

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Photocredit: Felix Rüdiger

Jan Frodeno auf dem Weg zum Ironman Hawaii - Positionsoptimierungen zur Verbesserung der Aerodynamik

Ralf Schön Qualifikation Ironman Hawaii

Zahlenspiele – mit sportlicher Rechnung zum Ironman Hawaii

Mit 12 Stunden wöchentlichem Training den Ironman unter 10 Stunden finishen.

STAPS-Klient Ralf Schön berichtet über sein Training auf und seine Teilnahme am Ironman Florida, mit dem sich der Ingenieur die Qualifikation für Hawaii sichern wollte.

Obwohl der Ironman Florida zu meinen Lieblingswettkämpfen zählt, hatte ich mit ihm vor meinem dritten Start in Folge eine Rechnung offen. Im Vorjahr hatte ich – an zweiter Stelle in meiner Altersklasse liegend – den Marathon total vermasselt hatte und war weit zurückgefallen.

Dieses Jahr sollte alles anders – also besser -werden. Doch ein Ironman ist ähnlich einer Gleichung mit 50 Variablen. Als Ingenieur weiß ich, dass man sie nie optimal lösen kann. Ein entscheidender Faktor ist der Saisonaufbau, der dieses Jahr nahezu perfekt verlief. Nach einer langenMit effizientem Training zum Ironman Hawaii Wettkampfsaison bis in den Dezember des Vorjahres hinein, deren Abschluss der Ironman 70.3 Bahrain mit der Qualifikation für die 70.3-WM war, habe ich erst Ende Januar das Training für 2016 aufgenommen. Dieser vergleichsweise späte Start zeigte sich auch an meinen eher durchschnittlichen Leistungswerten auf dem Rad beim ersten STAPS-Test, wobei gesagt werden muss, dass das Radfahren meine stärkste Disziplin ist, und hier Verbesserungen meiner Leistungsfähigkeit unverhältnismäßig viel Zeit in Anspruch nehmen würden. Stattdessen widmete ich mich verstärkt dem Schwimm- und Lauftraining. Mit Erfolg – beim zweiten Test im Juni zeigte sich hier auch schon eine deutliche Verbesserung im Laufen. Danach begann mit einem Radtrainingslager in Österreich dann der Auftakt für eine 3-monatige Vorbereitungsphase auf die 70.3-WM in Australien Anfang September. Es folgte der 70.3 Ironman in Hefei (China) Mitte Oktober, bei dem ich mich erneut für die 70.3 Ironman-WM in Chattanooga 2017 qualifizierte. Mit zwei 70.3 Ironman, die ich neun beziehungsweise drei Wochen vor Florida bestritt, hatte ich nun auch die nötigen wettkampfspezifischen Einheiten absolviert.

Der große Tag

Die angesprochenen Variablen begegneten mir auch am Wettkampftag – und zwar noch vor dem Start. Da der Wind gedreht hatte und aus nördlicher Richtung kam, verringerte sich die relative Luftfeuchtigkeit von 90 auf 35 Prozent und die Temperatur erreichte nur maximal 24 Grad. Meine Hydrationsstrategie passte ich daraufhin an und ging mit höher dosierten Kohlehydratmischungen ins Rennen, da man bei diesem Wetter kaum schwitzen würde.

Der Schwimmstart der 2500 Athleten verlief unproblematisch, da er „self-seeding“ vom Strand aus war. Die ersten 50 Meter musste man durch knietiefes Wasser waten, danach war das Wasser sehr unruhig und erschwerte das Schwimmen ungemein. Zwei Runden mit Landgang waren zu bewältigen. Nach 1:05:03 Stunde kam ich als 19. von 325 Teilnehmern wieder an Land, unter den späteren Top 10 meiner Altersklasse war ich Vierter.

Und meine Lieblingsdisziplin, das Radfahren, stand bevor. Im vergangenen Jahr bin ich in Florida die drittschnellste Zeit gefahren, was für mich dann auch zu einer Referenz wurde, die es zu halten beziehungsweise zu verbessern galt. Schließlich zählt jedes Watt und jede Sekunde bei einem Ironman.Mit effizientem Training zum Ironman Hawaii Mein Setup veränderte ich und setzte dieses Jahr auf das neue Canyon Speedmax SLX sowie einen neuen Aeroeinteiler. Hinzu kam noch eine veränderte, aerodynamisch günstigere Sitzposition, die ich zusammen mit Björn Geesmann und seinem Team von STAPS bei Aerotests auf der Radrennbahn in Büttgen ermittelte. Aber das schnellste Bike und die energiesparendste Haltung nützt ohne die notwendige Power nichts. Daher habe ich die letzten 3 Wochen zu Hause fast nur noch auf der Rolle trainiert, und mich auf die Intervalle sowie das Einhalten meiner vorgegebenen Wattwerte konzentriert. Wie die spätere Rennanalyse gezeigt hat, nahm ich den späteren Top 10 meiner Altersklasse mit Ausnahme von zwei Athleten – ja, ich bin ein Zahlenmensch und überkorrekt – alleine auf den ersten 100 Kilometern zwischen 12 und 30 Minuten ab. Danach habe ich das Tempo etwas rausgenommen. Der Wind war immer noch stark und ich bin die zweite Hälfte komplett alleine gefahren. Mit 4:54:02 Stunden war ich zwar 4 Minuten langsamer als im Vorjahr, aber es ging nicht mir an diesem Tag nicht um Radrekorde, sondern um die Qualifikation für Hawaii. Ein Athlet aus meiner Altersklasse ist 5 Minuten schneller gefahren, er erlitt aber das gleiche Schicksal wie ich vergangenes Jahr, beim Marathon brach er dann in der zweiten Hälfte ein.

Das Laufen begann ich also an Position zwei in meiner Altersklasse liegend – genau wie im vergangenen Jahr. Dieses Mal war ich aber ausgeruhter, wenn man davon nach 3,8 Kilometer Schwimmen und 180 Kilometer Radfahren überhaupt sprechen kann. Durch eine nach vorne verlagerte Sitzposition und das Fahren der letzten paar Kilometer mit Rückenwind am Oberlenker fühlten sich meine Beine deutlich geschmeidiger an als im Vorjahr. Ich lief bewusst sehr moderat an und konnte das Tempo auf den ersten 10 Kilometer halten. Da ich als Gesamt 30. auf die Laufstrecke ging, war es sehr leer. An den Verpflegungsstationen wollten gleich 25 begeisterte Helfer nur mir allein Wasser und Gels reichen. Dann musste ich aber einen Dixi-Boxenstopp einlegen, in der Zeit sind vermutlich zwei Athleten meiner AK an mir vorbeigezogen. Bei der Halbmarathondistanz rief mir meine Frau zu, dass ich nun 4. war. Jetzt wurde es kritisch, denn bei nur 4 Slots für Hawaii durfte kein schneller Läufer mehr an mir vorbeikommen. Diesmal war ich mental besser vorbereitet und sagte mir stets: „keine Gehpause an den Verpflegungsstationen“; auch wenn es noch so verlockend wäre – „never give up your race“. Die letzten 10 Kilometer bin ich dann wieder schneller gelaufen und habe dabei noch den Erstplatzieren nach der Radstrecke ein- und überholt. Mit einer Marathonzeit von 3:50:27 Stunden lief ich nach insgesamt 9:59:17 Stunden als Dritter in meiner Altersklasse ins Ziel. Hätte ich gewusst, dass ich 12 Minuten Vorsprung auf den Viertplatzierten hatte, hätte ich wohl doch eine Pause mit einer kühlen Cola eingelegt.

Diesmal ist die Gleichung aufgegangen, auch wenn ich noch viel Verbesserungspotenzial bei mir in einigen Bereichen sehe. Mein Trainingsaufwand war mit durchschnittlich 11,9 Stunden pro Woche in den 6 Monaten (12,2 Stunden pro Woche in den letzten 3 Monaten) vor dem Wettkampf relativMit effizientem Training zum Ironman Hawaii gering aber extrem effektiv. Im Detail setzt sich meine Trainingswoche so zusammen: 2,5 Stunden Schwimmen, 3,7 Stunden Laufen, 5,4 Stunden Radfahren sowie 0,3 Stunden Stabi-Training. Nicht viel für ein Finish unter 10 Stunden eines 48-jährigen mit über 45 Stunden Wochenarbeitszeit. Was qualitatives Training noch ausmacht, zeigt die Tatsache, dass ich seit 2011 mein wöchentliches Training um zwei Stunden gesenkt habe, aber viel leistungsfähiger geworden bin.

Hier gebührt der Dank meinem Trainer Björn Geesmann, der mich seit sechs Jahren betreut. Gerade nach den beiden 70.3 Ironman-Wettbewerben hat er sich wöchentlich nach meinem Befinden erkundigt, um das Training feiner zu dosieren. Auf dem Plan stand zwar regelmäßig etwas mehr, aber aus beruflichen Gründen war nicht mehr drin.

Jetzt habe ich erstmals die Doppel-Qualifikation für Hawaii und die 70.3-WM erzielt. Mal sehen wann ich 2017 in die Saison einsteigen werde und wie viele Stunde ich pro Woche im nächsten Jahr trainiere soll und kann…

Michael Wachtendonk | Ironman Frankfurt | Hawaii-Quali

Agegrouper Michael Wachtendonk zu seinen Erlebnissen beim Ironman Frankfurt!

Der diesjährige Renntag war der 3. Juli 2016, wie immer eigentlich, mitten im Hochsommer. Dieses Jahr allerdings war das Wetter nicht ganz so sommerlich wie erhofft, leider. War dieses Jahr aber nicht so das große Problem, zum “Glück” hatte ich in der Vorbereitung ähnliche Bedingungen: eben ok, aber nicht sommerlich.

Ich hatte für mich im Vorfeld anhand der Trainingsleistungen auf ein gutes Rennen gefreut und im Optimalfall sogar die Sub9 für möglich gehalten. Das Wetter war in der Vorhersage perfekt; trocken, leicht bewölkt, 21 Grad und wenig Wind. Die Rahmenbedingungen waren demnach für mein Vorhaben vorhanden, ich war gut vorbereitet, es konnte losgehen…

Der RollingStart führte zu einem entspannten Start. Allerdings bin ich im Wasser nicht so richtig in Schwung gekommen und im Nachgang etwas zu passiv unterwegs gewesen und doch knapp 3 Minuten hinter meiner angepeilten Zeit von 59min geblieben. Da der Wettkampf noch etwas dauern wird, stresste mich dies nicht, wusste ich nun zumindest, dass ich nicht schon zu Anfang unnötig Energie für den Rest des Tages verbraucht habe…

Der erste Wechsel lief problemlos, wobei ich den Ausstieg durch den tiefen Sand aus dem See hoch zu den Rädern bei jedem Start in Frankfurt fast als das anstrengendste Teilstück empfinde. Neo aus und in den in den Wechsel-Beutel, Drop-Off, weiter zum Rad, Startnummernband umlegen, Helm auf und ab die Post zur Radstrecke.

Auf dem Rad habe ich nach der Wechselzone kurz die “Ordnung” hergestellt, also die Schuhe gut an- und die Überschuhe faltenfrei übergezogen, die Ärmel und Beinabschlüsse meines Einteilers glattgezogen und langsam Fahrt aufgenommen.

Da dies nun schon mein 8. Start beim IRONMAN in Frankfurt gewesen ist, habe ich einen groben Überblick der grundsätzlich möglichen Rahmenbedingungen.Michael Wachtendonk | Ironman Frankfurt | Hawaii-Quali In Frankfurt heißt dies im Regelfall “Wind aus Südwest”. Ich war zwar von meiner Radform überzeugt, da ich aber direkt mit 45-48km/h in die Stadt reingefahren bin, war mir klar: Heute wird es windiger als normalerweise üblich… Vom Start hatte ich auf der Radstrecke direkt meine Radbeine gefunden und konnte flüssig pedalierend permanent links an allen Gruppen zügig vorbeifahren ohne auch nur ansatzweise in eine Windschattenproblematik zu gelangen, wunderbar. Es lief wirklich rund und ich konnte bis Friedberg flüssig fahren und weiterhin Boden nach vorne gutmachen. Friedberg ist Wendepunkt der Radstrecke gen Südwest, ab hier galt es dann, aerodynamisch zu fahren, die Kräfte klug zu investieren und die Streckenkenntnis für mich zu nutzen da jetzt der windausgesetzte Teil der Radstrecke kommt. Die ersten 100km hatte ich schließlich nach knapp über 2:30h auf dem Rad absolviert, mittlerweile war ich aus allen Pulks raus und vorbei und konnte mein Pacing perfekt auf mich abstimmen ohne auf andere achten zu müssen, die m.E. beste Art die 180km zurückzulegen. Dies hieß für mich bergauf druckvoll kurbeln aber nicht zu überziehen, ansonsten die Aerodynamik bestmöglich zu halten und aber vor allem für die letzten 40km von Friedberg nach Frankfurt im weiter auffrischenden Wind genügend Kräfte aufzusparen, um in den dem Gegenwind ausgesetzten Passagen kraftvoll durchzuziehen zu können und weiter Druck zu machen. Energetisch lief es absolut perfekt, sowohl auf dem Rad, als auch später beim Laufen ging der Ernährungsplan nach meiner Ernährungsumstellung super auf. Der Wind bremste auf den letzten 40k spürbar, aber meine Aero-Position konnte ich zum Glück die ganze Zeit ohne Probleme fahren und daher den “Bremseffekt” möglichst klein halten. Dieses Jahr mussten wir sogar von Bad Vilbel nach Frankfurt bergab richtig arbeiten, um nicht zu langsam zu werden. Nach 4:41h hatte ich schließlich die Radstrecke erfolgreich absolviert und es ging auf die Laufstrecke.

Der zweite Wechsel lief stressfrei und glatt, es war noch nicht viel los im Wechselzelt: Einteiler aus, Socken & Schuhe an, Trinkgurt mit der Eigenverpflegung um und ab auf die Laufstrecke.

Ich hatte mir selber offengelassen, ob ich mich selber per Uhr pace oder aber nur nach Gefühl laufe. Da die ersten Meter nicht perfekt angelaufen sind, habe ich mich für den Modus “nach Gefühl”Michael Wachtendonk | Ironman Frankfurt | Hawaii-Quali entschieden und darauf vertraut, dass ich meinen Rhythmus finde und vor allem immer noch genug Energie für Runde 2, 3 & 4 übrig lasse. Am Anfang der Laufstrecke sind zwar noch Einige an mir vorbeigezogen, jedoch blieb Daniela Sämmler, die kurz hinter mir gewechselt hatte, beim Laufen die ersten Kilometer hinter mir und somit war mir klar, dass ich im Verhältnis gar nicht so schlecht unterwegs bin und ich viele der Überholer später wieder zurückholen kann. Ich habe die erste Runde bewusst konservativ gestaltet, long-jog-tempo… Mittlerweile hatte es kräftig angefangen zu regnen und die Zuschauer haben sich unter die glücklicherweise vielen Brücken an der Laufstrecke gedrückt. Die Temperatur ging aber noch halbwegs, daher habe ich einfach darauf geachtet 1. einen guten, halbwegs entspannten Laufrhythmus zu halten und vor allem 2. die Ernährung strikt beizubehalten. Die erste Runde lief dann ganz ok, in der zweiten Runde würde es gefühlt sogar besser, in der dritten Runde konnte ich den Schritt weiter halten und fing nach und nach an, mir bekannte Trikots vom Marathonanfang zurückzuholen. Auch der Start in die Runde 4 war gut. Zäh wurde es erst wirklich ab ca. KM 35, hier wurde die Muskulatur in den Beinen deutlich fester, aber zum Glück nicht krampflastig. Also habe ich durchgezogen, das Tempo irgendwie gehalten und mir mental nur noch kleine Teilstücke abgearbeitet. Ab Km39 habe mich dann bewusst dazu getrieben, in den Schmerz reinzulaufen und das Tempo bestmöglich zu halten (ist mit langsam festwerdenden Oberschenkeln gar nicht so leicht…), so konnte ich den Tag letztendlich noch mit einem Marathon von knapp unter 3:18h beenden und schließlich in 9:08:15h über die Ziellinie laufen. Interessanterweise bin ich zwar ohne Zwischenzeiten gelaufen, jedoch habe ich im Nachhinein gesehen, dass ich nicht nur ziemlich konstant durchgelaufen bin, sondern auch noch meinen angepeilten Kilometerschnitt von 4:40min fast exakt getroffen habe. Glücklich, zufrieden und mächtig kaputt, so lautet mein Fazit in Zielbereich! Im Tank war nicht mehr allzu viel übrig.

Am meisten habe ich mich über die riesige Unterstützung meiner Familie gefreut und jeder Sichtkontakt im Wettkampf hat mir wirklich Kraft und Motivation im Rennen gegeben. Vor allem aber auch das Wiedersehen mit Ihnen im Zielkanal ist nach all den Eindrücken und emotionalen Schwankungen eine unglaublich schöne Erfahrung und bedeutet mir einfach unendlich viel.

Danke auch an Björn, der sich mächtig ins Zeug gelegt hat, mich aus der Menschenmenge heraus am Streckenrand enthusiastisch anzufeuern und mich glauben lassen, dass ich auch in der vierten Runde immer noch gut aussehe (?!? Lügner?) und ich durchziehen soll (hat geklappt).

Wo lag der Schlüssel für meine gute Performance?

Mit Sicherheit liegt ein wesentlicher Teil für meine gute und konstante Leistung im Wettkampf, dass ich seit nunmehr zwei Jahren durch Björn Geesmann von STAPS kompetent in meinem Training begleitet werde. Ich kann daher zufrieden auf eine nahezu optimale Vorbereitung zurückblicken und konnte Dank Björns Planung einen sehr soliden und zielgerichteten Formaufbau gen IRONMAN Frankfurt absolvieren. Das ganze Jahr über haben wir anhand der Trainingsergebnisse zielgerichtet an meiner „Schwächen“ gearbeitet und dabei die spezifischen Anforderungen ständig im Blick gehalten. Die Kombination aus neuen Trainingsreizen und wirklich harten, sehr wettkampfnahen Schlüsseleinheiten in der direkten Wettkampfvorbereitung haben mir die Sicherheit gegeben, mein Rennen genauso zu gestalten, wie ich es umgesetzt habe. Kontrollierte Offensive mit dem Fokus auf meinen Stärken und Vertrauen in meine Erfahrung. Gerade die Intervallgestaltungen auf dem Rad und beim Laufen in der Vorbereitung, gepaart mit gezielten Entlastungsphasen, haben mein Leistungslevel auf ein besseres und stabileres Niveau bringen können. Ich konnte nicht nur die Belastungsintensitäten hochschrauben, sondern auch durch die Entlastungen nahezu verletzungs- und krankheitsfrei bleiben und musste somit kaum außerplanmäßigen Trainingspausen einlegen.

Zuletzt hat Christoph Näger von Energysource in Ottobrunn bei München einen wesentlichen Baustein für meine sensationelle Radleistung geliefert. Er hat mich in seiner kompetenten und hilfsbereiten Art dabei unterstützt, ein auf mich perfekt abgestimmtes Zeitfahrrad (Scott Plasma) zusammenzustellen und vor allem sämtliche individuelle Anpassungen technisch perfekt und professionell durchzuführen. Er hat getüftelt und sich Lösungen überlegt, um ein absolut durchdachtes Ergebnis liefern zu können, welches jetzt auch nachgewiesenermaßen hervorragend funktioniert hat.

Die Krönung des guten Wettkampfs ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Kailua-Kona! Vor allem bin ich von meiner relativen Radperformance überrascht: 21. Radsplit Overall. Ich hatte mir zwar eine Zeit von ca. 4:40h bei sehr guten Bedingungen zugetraut, aber eben nicht diesen Split im Verhältnis zur Anzahl der gestarteten Profis und auch der Wetterbedingungen am Wettkampftag.

Mein Gesamt-Fazit: Mission completed! Es geht mal wieder nach Hawaii!!Michael Wachtendonk | Ironman Frankfurt | Hawaii-Quali

Andi Böcherer mit get-AERO!-Position zum Ironman Frankfurt

Sonntag 03. Juli 2016, 6.30 Uhr. Startschuss für die männlichen Profis am Langener Waldsee zu den Ironman-Europameisterschaften in Frankfurt am Main. Mit dabei im Duell um den begehrtesten Ironman-Sieg Europas: Andi Böcherer.

Bereits im letzten Jahr konnte sich Andi einen Platz auf dem Podium hinter Jan Frodeno und Sebastian Kienle sichern. In diesem Jahr geht er gemeinsam mit Sebastian Kienle als großer Favorit an den Start. In 2015 lag Andi im Ziel noch 2:10min hinter Sebastian Kienle. Die einzige Disziplin in der er dem Zweitplatzierten unterlegen war, waren die 180km auf dem Rad, für die Andi 2:59min mehr Zeit benötigte.

Im Frühjahr war Andi Böcherer bei uns zu Gast zum STAPS get-AERO!, um gemeinsam mit unseren Experten und unseres innovativen Aerodynamik-Tests seine Position auf dem Rad zu Andi Böcherer | Aerodynamik-Test | Ironman Frankfurtoptimieren. Nach einem Tag intensivster Testfahrten, zahlreicher Positionsoptimierungen und Materialtests haben wir bei Andi eine Ersparnis von 12 Watt @ 42km/h, also 4% seiner Zielleistung auf 180km, erarbeitet.

Einen kleinen Einblick in unsere Arbeit mit Andi Böcherer geben wir euch mittels einer kleinen Foto-Studie:

Im folgenden ein Foto-Vergleich aus neuer Position (Challenge Fuerteventura 2016) und alter Position (Ironman Hawaii 2015). Auffällig ist dabei, dass Andis Kopf deutlich abgesenkter ist als vorher. Das Besondere dabei: Wir haben seinen Lenker hoch (!) gesetzt. Der Leitsatz “tiefer ist nicht immer besser” gilt besonders bei Andi: Durch eine zu große Sattelüberhöhung regelte Andi mit seinem Kopf gegen und hatte diesen zu weit oben und daher nachteilig im Wind. Durch eine Erweiterung der Sitzlänge haben wir zudem seine Frontalfläche – besonders im Bereich seiner breiten Schultern – verringert.

Um einen ersten großen Benefit zu erreichen, war unsere erste Arbeit mit Andi schon sehr erfolgreich. Wir haben aber noch zahlreiche weitere Optimierungen für ihn auf dem Zettel, die wir in den nächsten Monaten mit ihm angehen werden.

Andi Böcherer | Aerodynamik-Test | Ironman Frankfurt

Den kompletten Artikel zu unserem damaligen Test seht ihr hier!

Dürfen wir auch dich aerodynamisch optimieren? Hier gehts zu unserem STAPS get-AERO!

Für den Ironman in Frankfurt wünschen wir Andi ganz viel Erfolg!