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Michael Wachtendonk | Ironman Frankfurt | Hawaii-Quali

Agegrouper Michael Wachtendonk zu seinen Erlebnissen beim Ironman Frankfurt!

Der diesjährige Renntag war der 3. Juli 2016, wie immer eigentlich, mitten im Hochsommer. Dieses Jahr allerdings war das Wetter nicht ganz so sommerlich wie erhofft, leider. War dieses Jahr aber nicht so das große Problem, zum “Glück” hatte ich in der Vorbereitung ähnliche Bedingungen: eben ok, aber nicht sommerlich.

Ich hatte für mich im Vorfeld anhand der Trainingsleistungen auf ein gutes Rennen gefreut und im Optimalfall sogar die Sub9 für möglich gehalten. Das Wetter war in der Vorhersage perfekt; trocken, leicht bewölkt, 21 Grad und wenig Wind. Die Rahmenbedingungen waren demnach für mein Vorhaben vorhanden, ich war gut vorbereitet, es konnte losgehen…

Der RollingStart führte zu einem entspannten Start. Allerdings bin ich im Wasser nicht so richtig in Schwung gekommen und im Nachgang etwas zu passiv unterwegs gewesen und doch knapp 3 Minuten hinter meiner angepeilten Zeit von 59min geblieben. Da der Wettkampf noch etwas dauern wird, stresste mich dies nicht, wusste ich nun zumindest, dass ich nicht schon zu Anfang unnötig Energie für den Rest des Tages verbraucht habe…

Der erste Wechsel lief problemlos, wobei ich den Ausstieg durch den tiefen Sand aus dem See hoch zu den Rädern bei jedem Start in Frankfurt fast als das anstrengendste Teilstück empfinde. Neo aus und in den in den Wechsel-Beutel, Drop-Off, weiter zum Rad, Startnummernband umlegen, Helm auf und ab die Post zur Radstrecke.

Auf dem Rad habe ich nach der Wechselzone kurz die “Ordnung” hergestellt, also die Schuhe gut an- und die Überschuhe faltenfrei übergezogen, die Ärmel und Beinabschlüsse meines Einteilers glattgezogen und langsam Fahrt aufgenommen.

Da dies nun schon mein 8. Start beim IRONMAN in Frankfurt gewesen ist, habe ich einen groben Überblick der grundsätzlich möglichen Rahmenbedingungen.Michael Wachtendonk | Ironman Frankfurt | Hawaii-Quali In Frankfurt heißt dies im Regelfall “Wind aus Südwest”. Ich war zwar von meiner Radform überzeugt, da ich aber direkt mit 45-48km/h in die Stadt reingefahren bin, war mir klar: Heute wird es windiger als normalerweise üblich… Vom Start hatte ich auf der Radstrecke direkt meine Radbeine gefunden und konnte flüssig pedalierend permanent links an allen Gruppen zügig vorbeifahren ohne auch nur ansatzweise in eine Windschattenproblematik zu gelangen, wunderbar. Es lief wirklich rund und ich konnte bis Friedberg flüssig fahren und weiterhin Boden nach vorne gutmachen. Friedberg ist Wendepunkt der Radstrecke gen Südwest, ab hier galt es dann, aerodynamisch zu fahren, die Kräfte klug zu investieren und die Streckenkenntnis für mich zu nutzen da jetzt der windausgesetzte Teil der Radstrecke kommt. Die ersten 100km hatte ich schließlich nach knapp über 2:30h auf dem Rad absolviert, mittlerweile war ich aus allen Pulks raus und vorbei und konnte mein Pacing perfekt auf mich abstimmen ohne auf andere achten zu müssen, die m.E. beste Art die 180km zurückzulegen. Dies hieß für mich bergauf druckvoll kurbeln aber nicht zu überziehen, ansonsten die Aerodynamik bestmöglich zu halten und aber vor allem für die letzten 40km von Friedberg nach Frankfurt im weiter auffrischenden Wind genügend Kräfte aufzusparen, um in den dem Gegenwind ausgesetzten Passagen kraftvoll durchzuziehen zu können und weiter Druck zu machen. Energetisch lief es absolut perfekt, sowohl auf dem Rad, als auch später beim Laufen ging der Ernährungsplan nach meiner Ernährungsumstellung super auf. Der Wind bremste auf den letzten 40k spürbar, aber meine Aero-Position konnte ich zum Glück die ganze Zeit ohne Probleme fahren und daher den “Bremseffekt” möglichst klein halten. Dieses Jahr mussten wir sogar von Bad Vilbel nach Frankfurt bergab richtig arbeiten, um nicht zu langsam zu werden. Nach 4:41h hatte ich schließlich die Radstrecke erfolgreich absolviert und es ging auf die Laufstrecke.

Der zweite Wechsel lief stressfrei und glatt, es war noch nicht viel los im Wechselzelt: Einteiler aus, Socken & Schuhe an, Trinkgurt mit der Eigenverpflegung um und ab auf die Laufstrecke.

Ich hatte mir selber offengelassen, ob ich mich selber per Uhr pace oder aber nur nach Gefühl laufe. Da die ersten Meter nicht perfekt angelaufen sind, habe ich mich für den Modus “nach Gefühl”Michael Wachtendonk | Ironman Frankfurt | Hawaii-Quali entschieden und darauf vertraut, dass ich meinen Rhythmus finde und vor allem immer noch genug Energie für Runde 2, 3 & 4 übrig lasse. Am Anfang der Laufstrecke sind zwar noch Einige an mir vorbeigezogen, jedoch blieb Daniela Sämmler, die kurz hinter mir gewechselt hatte, beim Laufen die ersten Kilometer hinter mir und somit war mir klar, dass ich im Verhältnis gar nicht so schlecht unterwegs bin und ich viele der Überholer später wieder zurückholen kann. Ich habe die erste Runde bewusst konservativ gestaltet, long-jog-tempo… Mittlerweile hatte es kräftig angefangen zu regnen und die Zuschauer haben sich unter die glücklicherweise vielen Brücken an der Laufstrecke gedrückt. Die Temperatur ging aber noch halbwegs, daher habe ich einfach darauf geachtet 1. einen guten, halbwegs entspannten Laufrhythmus zu halten und vor allem 2. die Ernährung strikt beizubehalten. Die erste Runde lief dann ganz ok, in der zweiten Runde würde es gefühlt sogar besser, in der dritten Runde konnte ich den Schritt weiter halten und fing nach und nach an, mir bekannte Trikots vom Marathonanfang zurückzuholen. Auch der Start in die Runde 4 war gut. Zäh wurde es erst wirklich ab ca. KM 35, hier wurde die Muskulatur in den Beinen deutlich fester, aber zum Glück nicht krampflastig. Also habe ich durchgezogen, das Tempo irgendwie gehalten und mir mental nur noch kleine Teilstücke abgearbeitet. Ab Km39 habe mich dann bewusst dazu getrieben, in den Schmerz reinzulaufen und das Tempo bestmöglich zu halten (ist mit langsam festwerdenden Oberschenkeln gar nicht so leicht…), so konnte ich den Tag letztendlich noch mit einem Marathon von knapp unter 3:18h beenden und schließlich in 9:08:15h über die Ziellinie laufen. Interessanterweise bin ich zwar ohne Zwischenzeiten gelaufen, jedoch habe ich im Nachhinein gesehen, dass ich nicht nur ziemlich konstant durchgelaufen bin, sondern auch noch meinen angepeilten Kilometerschnitt von 4:40min fast exakt getroffen habe. Glücklich, zufrieden und mächtig kaputt, so lautet mein Fazit in Zielbereich! Im Tank war nicht mehr allzu viel übrig.

Am meisten habe ich mich über die riesige Unterstützung meiner Familie gefreut und jeder Sichtkontakt im Wettkampf hat mir wirklich Kraft und Motivation im Rennen gegeben. Vor allem aber auch das Wiedersehen mit Ihnen im Zielkanal ist nach all den Eindrücken und emotionalen Schwankungen eine unglaublich schöne Erfahrung und bedeutet mir einfach unendlich viel.

Danke auch an Björn, der sich mächtig ins Zeug gelegt hat, mich aus der Menschenmenge heraus am Streckenrand enthusiastisch anzufeuern und mich glauben lassen, dass ich auch in der vierten Runde immer noch gut aussehe (?!? Lügner😉) und ich durchziehen soll (hat geklappt).

Wo lag der Schlüssel für meine gute Performance?

Mit Sicherheit liegt ein wesentlicher Teil für meine gute und konstante Leistung im Wettkampf, dass ich seit nunmehr zwei Jahren durch Björn Geesmann von STAPS kompetent in meinem Training begleitet werde. Ich kann daher zufrieden auf eine nahezu optimale Vorbereitung zurückblicken und konnte Dank Björns Planung einen sehr soliden und zielgerichteten Formaufbau gen IRONMAN Frankfurt absolvieren. Das ganze Jahr über haben wir anhand der Trainingsergebnisse zielgerichtet an meiner „Schwächen“ gearbeitet und dabei die spezifischen Anforderungen ständig im Blick gehalten. Die Kombination aus neuen Trainingsreizen und wirklich harten, sehr wettkampfnahen Schlüsseleinheiten in der direkten Wettkampfvorbereitung haben mir die Sicherheit gegeben, mein Rennen genauso zu gestalten, wie ich es umgesetzt habe. Kontrollierte Offensive mit dem Fokus auf meinen Stärken und Vertrauen in meine Erfahrung. Gerade die Intervallgestaltungen auf dem Rad und beim Laufen in der Vorbereitung, gepaart mit gezielten Entlastungsphasen, haben mein Leistungslevel auf ein besseres und stabileres Niveau bringen können. Ich konnte nicht nur die Belastungsintensitäten hochschrauben, sondern auch durch die Entlastungen nahezu verletzungs- und krankheitsfrei bleiben und musste somit kaum außerplanmäßigen Trainingspausen einlegen.

Zuletzt hat Christoph Näger von Energysource in Ottobrunn bei München einen wesentlichen Baustein für meine sensationelle Radleistung geliefert. Er hat mich in seiner kompetenten und hilfsbereiten Art dabei unterstützt, ein auf mich perfekt abgestimmtes Zeitfahrrad (Scott Plasma) zusammenzustellen und vor allem sämtliche individuelle Anpassungen technisch perfekt und professionell durchzuführen. Er hat getüftelt und sich Lösungen überlegt, um ein absolut durchdachtes Ergebnis liefern zu können, welches jetzt auch nachgewiesenermaßen hervorragend funktioniert hat.

Die Krönung des guten Wettkampfs ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Kailua-Kona! Vor allem bin ich von meiner relativen Radperformance überrascht: 21. Radsplit Overall. Ich hatte mir zwar eine Zeit von ca. 4:40h bei sehr guten Bedingungen zugetraut, aber eben nicht diesen Split im Verhältnis zur Anzahl der gestarteten Profis und auch der Wetterbedingungen am Wettkampftag.

Mein Gesamt-Fazit: Mission completed! Es geht mal wieder nach Hawaii!!Michael Wachtendonk | Ironman Frankfurt | Hawaii-Quali

Andi Böcherer mit get-AERO!-Position zum Ironman Frankfurt

Sonntag 03. Juli 2016, 6.30 Uhr. Startschuss für die männlichen Profis am Langener Waldsee zu den Ironman-Europameisterschaften in Frankfurt am Main. Mit dabei im Duell um den begehrtesten Ironman-Sieg Europas: Andi Böcherer.

Bereits im letzten Jahr konnte sich Andi einen Platz auf dem Podium hinter Jan Frodeno und Sebastian Kienle sichern. In diesem Jahr geht er gemeinsam mit Sebastian Kienle als großer Favorit an den Start. In 2015 lag Andi im Ziel noch 2:10min hinter Sebastian Kienle. Die einzige Disziplin in der er dem Zweitplatzierten unterlegen war, waren die 180km auf dem Rad, für die Andi 2:59min mehr Zeit benötigte.

Im Frühjahr war Andi Böcherer bei uns zu Gast zum STAPS get-AERO!, um gemeinsam mit unseren Experten und unseres innovativen Aerodynamik-Tests seine Position auf dem Rad zu Andi Böcherer | Aerodynamik-Test | Ironman Frankfurtoptimieren. Nach einem Tag intensivster Testfahrten, zahlreicher Positionsoptimierungen und Materialtests haben wir bei Andi eine Ersparnis von 12 Watt @ 42km/h, also 4% seiner Zielleistung auf 180km, erarbeitet.

Einen kleinen Einblick in unsere Arbeit mit Andi Böcherer geben wir euch mittels einer kleinen Foto-Studie:

Im folgenden ein Foto-Vergleich aus neuer Position (Challenge Fuerteventura 2016) und alter Position (Ironman Hawaii 2015). Auffällig ist dabei, dass Andis Kopf deutlich abgesenkter ist als vorher. Das Besondere dabei: Wir haben seinen Lenker hoch (!) gesetzt. Der Leitsatz “tiefer ist nicht immer besser” gilt besonders bei Andi: Durch eine zu große Sattelüberhöhung regelte Andi mit seinem Kopf gegen und hatte diesen zu weit oben und daher nachteilig im Wind. Durch eine Erweiterung der Sitzlänge haben wir zudem seine Frontalfläche – besonders im Bereich seiner breiten Schultern – verringert.

Um einen ersten großen Benefit zu erreichen, war unsere erste Arbeit mit Andi schon sehr erfolgreich. Wir haben aber noch zahlreiche weitere Optimierungen für ihn auf dem Zettel, die wir in den nächsten Monaten mit ihm angehen werden.

Andi Böcherer | Aerodynamik-Test | Ironman Frankfurt

Den kompletten Artikel zu unserem damaligen Test seht ihr hier!

Dürfen wir auch dich aerodynamisch optimieren? Hier gehts zu unserem STAPS get-AERO!

Für den Ironman in Frankfurt wünschen wir Andi ganz viel Erfolg!