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Gregor Mühlberger gewinnt Rund um Köln

Rund um Köln 2017 – STAPS am Start, Mühlberger gewinnt!

Rund um Köln – der Kreis schließt sich!

Fast 5 Jahre ist es her, dass Gregor Mühlberger das erste Mal in Köln war. Am 21. November 2012 absolvierte der damals 18-Jährige seine erste STAPS-Leistungsdiagnostik am Buchheimer Ring 87 zur Vorbereitung auf die erste Saison im Continental-Bereich – der Weg in den Profiradsport sollte beginnen.

Nachdem Gregor bereits diverse Junioren-Klassen durchlaufen hatte, wurde besonders Roland Pils – damals sportlicher Leiter des Tirol Cycling Team – auf den jungen Österreicher aufmerksam und verpflichtete ihn als Nachwuchsfahrer für die Tiroler Mannschaft.

Sein heutiger Arbeitgeber BORA-hansgrohe wurde erstmalig 2014 in seinem zweiten U23-Jahr – in dem Gregor bereits einige hochdekorierte Rennen gewinnen Mühlberger im Trikot des Tirol Cycling Teamskonnte und zudem „Glocknerkönig“ der Österreich-Rundfahrt wurde – auf ihn aufmerksam. Damals, noch unter dem Sponsor NetApp Endura, verpflichtete die Equipe um Ralph Denk ihn für die zweite Jahreshälfte als „Praktikanten“. Im gleichen Jahr fuhr der heute 23-Jährige auch erstmalig Rund um Köln, belegte auch damals einen Platz in der Ausreißergruppe und sicherte sich diverse Berg- und Sprintwertungen. Für den Sieg beim Kölner Frühjahrsklassiker (damals noch am Ostermontag) sollte es noch nicht reichen, den sicherte sich in 2014 sein heutiger Sprintkapitän Sam Bennett (BORA-hansgrohe), der auch am gestrigen Sonntag in Köln zu den Favoriten zählte.

Nach einem Abstecher zu Felbermayr-Simplon Wels in 2015 und den Gesamtsiegen der Friedensfahrt (Course de la Paix, 2. Ncup) und der Oberösterreich-Rundfahrt (2.2) konnte er das deutsche Pro-Continental Team BORA-Argon 18 endgültig von sich überzeugen und fuhr von der Saison 2016 an in den Teamfarben des heutigen WorldTour-Teams um Peter Sagan.

In gewisser Art und Weise schloss sich gestern der Kreis für Gregor Mühlberger: Nach seiner Auftakt-Diagnostik auf dem Weg zum Tirol Cycling Team in Köln vor fast 5 Jahren, feierte er gestern nach einer Attacke aus einer 10-köpfigen Spitzengruppe seinen ersten Profisieg bei der 101. Austragung von Rund um Köln.

Herzlichen Glückwunsch, Gregor!

Gregors Profil unter den STAPS-Athleten


Die jungen Helden von Rund um Köln

Wie schon in den vergangenen Jahren waren Teile unseres STAPS-Team auch in diesem Jahr wieder bei Rund um Köln für einen guten Zweck am Start. Als Teil des Teams „Rund um Köln mit Herz“, unterstützt von der Organspende-Organisation „Junge Helden“, absolvierten Jonas Kraienhorst, Anne Schlüchtermann und Björn Geesmann die 68 Kilometer durchs bergische Land.

In den vergangenen Jahren durften wir immer wieder Herz- und Lungentransplantierte bis zum Schloss Bensberg und zurückbegleiten, um die WichtigkeitRund um Köln mit STAPS der Organspende hervorzuheben. Auch in diesem Jahr versammelte sich wieder ein Team um den Transplantierten Christoph Biermann, mit einigen engagierten Studenten der Deutschen Sporthochschule Köln und eben unseren drei STAPSlern.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal darauf aufmerksam machen, dass Organspenden Leben retten können. Ohne Organspender hätten wir in den letzten Jahren nicht mit Christoph Biermann, Elmar Sprink und Co. zusammen Rund um Köln fahren können. Daher unser Wunsch: Setzt euch mit dem Thema auseinander, vielleicht möchtet ja auch ihr Organspender werden.

Hier geht es zu deinem Organspendeausweis: Junge Helden – Organspende

Bericht über “Rund um Köln mit Herz 2016”

Rund um Köln mit STAPS

Lukas Pöstlberger gewinnt die 1. Etappe des Giro d'Italia und holt sich das rosa Trikot

Pöstlbergers Ritt in Rosa – Leistungsdaten der 1. Etappe des Giro d’Italia

In typischer Pösti-Manier hat Lukas Pöstlberger für alle überraschend gestern die 1. Etappe des Giro d’Italia gewonnen und sich damit ins rosa Trikot gefahren.

206 flache Kilometer standen zum Auftakt des 100. Giro d’Italias auf dem Programm. Eine typische Sprinter-Etappe, für die sich die Sprint-Elite um Caleb Ewan (Orica-Scott), Sam Bennett (Bora-hansgrohe) und André Greipel (Lotto Soudal) in Stellung gebracht hat, um den Etappensieg und damit den Sprung ins Trikot des Gesamtführenden unter sich aus zu machen.

Sicherlich auf keiner Favoriten-Liste für den gestrigen Tag stand der spätere Sieger: STAPS-Sportler und Bora-hansgrohe-Profi Lukas Pöstlberger. Für den 25-jährigen Österreicher lag der Fokus der ersten Etappe der Jubiläumsausgabe des Giros in der Sprint-Vorbereitung für Kapitän Sam Bennett. Spätestens als 3,7 Kilometer vor dem Zielstrich die letzten Ausreißer des Tages gestellt wurden, war klar, dass es zum Sprint Royale in Olbia auf Sardinien kommen würde. Etwa 1.800m vor Ziel setzte sich „Pösti“ an die Spitze des Feldes, um seinen Kapitän auf dem winkligen Kurs in Position zu bringen.

Leistungsdaten Giro d'Italia Pöstlberger

Gesamtübersicht der Leistungsdaten der 1. Etappe von Lukas Pöstlberger

In einer scharfen Kurve öffnete sich dann unerwartet ein kleines Loch zwischen Pöstlberger und dem Rest des Feldes und der 25-jährige witterte seine Chance auf den ersten Etappensieg bei seiner Grand-Tour-Premiere. Mit vollem Einsatz und der bekannten #Pöstipower konnte Lukas den Vorsprung auf das Feld tatsächlich auf dem letzten Kilometer aufrechterhalten und sich den Etappensieg und das Rosa Trikot sichern.

550 Watt über zwei Minuten – die Differenz zum „Amateursport“

Für die 206 Kilometer benötige das Peloton um Lukas 5:15h Fahrtzeit – eine Geschwindigkeit von fast 40 km/h. Die durchschnittliche Leistung von Lukas betrug über die Gesamtdauer 201 Watt. Bei diesen Daten wird sich der ein oder andere Nicht-Profi vermutlich noch an den letzten ambitionierten Radmarathon oder die lange Ausgabe eines Jedermann-Rennens erinnert fühlen. Der Unterschied zwischen dem Profi- und „Amateursport“ liegt nicht im Durchschnittlichen, sondern vielmehr in den entscheidenden Phasen des Rennens, in denen der Profi zu weitaus höheren Leistungen und bestmöglicher Erholungsfähigkeit über kürzere Zeiträume in der Lage sein muss, um Rennen dieser Kategorie erfolgreich zu beenden.Leistungsdaten Giro d'Italia Pöstlberger

Betrachtet man die Verteilung der Leistung über die Renndauer, kann man festhalten, dass Lukas sich nahezu zwei Stunden in einem Leistungsbereich unterhalb von 200 Watt aufhielt. Für Lukas auf dem Papier eine Leistung unterhalb des Regenerationsbereichs. Der Knackpunkt ist, dass der Bora-hansgrohe-Profi aufgrund von Positionskämpfen und besonders dem entscheidenden Finale aber auch mehr als 30 Minuten oberhalb von 500 Watt unterwegs war – der Unterschied zum Amateur – und Hobbybereich.

Das Finale und der Ritt in Rosa

Sprintzug Giro d'Italia Pöstlberger

Der Sprintzug von Lukas Pöstlberger 3.500 Meter vor dem Ziel

Auf den letzten 3,5 Kilometer des Rennens war die Ausreißergruppe eingeholt und das Finale wurde durch die Sprinterteams endgültig eingeläutet. Eine Phase, in der Lukas bereits über vier Minuten mit mehr als 480 Watt im Durchschnitt fährt und diese vor allem nicht gleichmäßig pedaliert, sondern immer wieder beschleunigen und rausnehmen muss, um für sich und Sam Bennett eine optimale Position im Finale zu finden.

Das Setzen an die Spitze des Feldes und der 1.200 Meter lange Solo-Ritt zum Ziel

Als Lukas sich 1.800 Meter vor dem Ziel an die Spitze des Feldes setzt um Sam Bennett zum Sprint Royale abzuliefern, zeigt sein Leistungsmesser über 30 Sekunden mehr als 630 Watt an – der Moment, an dem Pösti gleichzeitig das Loch zum Feld reißt und sich einen Vorsprung erarbeitet. Ein kurzes Umschauen, die Realisierung, dass auch ein Solo-Ritt erfolgsversprechend sein kann und das 1,2 Kilometer lange „Einzelzeitfahren“ beginnt: 1.200m mit 560 Watt später und Lukas kann leicht rausnehmen, die Arme in die Luft reißen und seinen ersten Grand-Tour-Erfolg feiern.

Lukas Pöstlberger: ein junger Fahrer, der in den letzten Jahren immer engagiert und voller Elan gearbeitet hat, um seinen Traum als Radprofi zu leben. Dieser Erfolg ist der verdiente Lohn für sein unglaubliches Engagement.

Herzlichen Glückwunsch von STAPS, Lukas!

Photo Credit Titelbild: APA/AFP/LUK BENIES