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Das Optimum aus Mensch und Maschine - der Selbstversuch im BikeFitting des RennRad-Magazins

Leistung = Komfort x Zeit - ein BikeFitting-Selbstversuch im RennRad-Magazin

Das Optimum aus Mensch und Maschine - der Selbstversuch im BikeFitting des RennRad-MagazinsDie Gründe für ein optimal eingestelltes Rennrad sind offensichtlich. Viel Zeit, Energie und Geld investieren Rennradfahrer in Training und Material. Doch das optimale Zusammenspiel von Mensch und Maschine birgt für Viele noch ungenutztes Leistungspotential. Johann Fährmann vom RennRad-Magazin hat uns in unserem Münchner Institut besucht und einen Selbstversuch in puncto BikeFitting gestartet. Freundlicherweise hat uns das Magazin exklusiv für Euch den Artikel zur Verfügung gestellt.

Warum ein BikeFitting - unabhängig jeder Leistungs- und Altersklasse - zu mehr Spaß auf dem Rad verhelfen kann, lest ihr im Artikel des RennRad-Magazins 03/2018. Hier gehts zum kostenfreien Download: Leistung = Komfort x Zeit - BikeFitting Selbstversuch

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

BikeFitting - Handwerk oder Wissenschaft? Eine Übersicht über unsere Sitzpositionsanalyse!

Handwerk oder Wissenschaft?

Ist Bike-Fitting Handwerk oder Wissenschaft? Diese Frage stellen wir uns bei STAPS auch immer wieder und sind der Meinung, dass beides notwendig ist, um einen Radsportler oder Triathleten perfekt aufs Rad zu setzen. Denn einerseits fließen viele wissenschaftliche Erkenntnisse ein, damit der Athlet komfortabel aber auch leistungsfähig im Sattel sitzt. Andererseits müssen diese auch in den richtigen Kontext gesetzt und dann praktikabel umgesetzt werden. Denn nicht jeder kann beispielsweise die aerodynamisch günstigste oder biomechanisch beste Position stundenlang fahren beziehungsweise halten. Wir arbeiten mit Menschen, daher ist das handwerklich-individuelle Anpassen genauso wichtig wie die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu. Und der Bike-Fitter selbst – also der Mensch – spielt eine sehr wichtige Rolle. Er muss die Ergebnisse und Bilder interpretieren und die Erkenntnisse umsetzen – in einem begrenzten Spielraum. Denn: Auf dem Rad ist der Athlet durch die Kontaktpunkte am Lenker, Sattel und den Pedalen in eine Position „gezwungen“. Dafür haben aber kleine Veränderungen oft große Auswirkungen.

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Schneller fahren bei gleicher Anstrengung und dabei mehr Komfort beziehungsweise weniger Schmerzen haben. Das klingt verheißungsvoll, ist aber in der Praxis auch tatsächlich möglich. Denn mit dem Wissen um die Biomechanik des menschlichen Körpers können wir beinahe jeden Sportler optimal aufs Rad setzen. Entscheidend ist für uns nicht nur, dass er komfortabel - sprich schmerzfrei und stabil - auf dem Rad sitzt, sondern dass er auch das Optimum an Leistung aus dieser Position erbringen kann. Komfort und Leistungsoptimierung für sich betrachtet ist auch möglich, erfüllt aber nicht unseren Anspruch an eine Sitzpositionsanalyse unserer Sportler. Es wäre doch auch schade, wenn Watt liegengelassen werden und der Athlet dann letztendlich länger im Sattel sitzen muss als nötig. Daher ist auch die Kraftübertragung aufs Pedal einer der wichtigsten Punkte, die bei unseren Fittings im Fokus stehen. Immer in Kombination mit den individuellen Stärken und Schwächen des Sportlers sowie seinen sportlichen Zielen.

Mit einem Bike-Fitting passen wir das Rad an die Biomechanik und die Ziele des Athleten an. Und hier macht es keinen Unterschied, ob der Radfahrer gerade mit dem Sport begonnen hat, schonVideoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition Jahre lang fährt oder vielleicht sogar Profi-Radsportler ist (Bike-Fitting Marcel Kittel vom Team Katusha Alpecin). Gerade für Einsteiger bietet ein Bike-Fitting die Möglichkeit sich möglichst früh an eine ergonomische Position zu gewöhnen und Beschwerden zu vermeiden. Gesundheitliche Probleme, die sich aus einer schlechten Sitzposition ergeben, tauchen erst gar nicht auf und müssen nicht langwierig abgewöhnt werden. Auch arrivierte Athleten sollten über ein Bike-Fitting nachdenken. Denn sobald sich beispielsweise die passiven Strukturen (Sehnen, Bänder etc.) oder die Muskulatur verändert oder das Ziel eines Athleten abweicht, macht es Sinn, die Position zu überprüfen.

Die wichtigsten Vorteile eines guten Bike-Fittings im Überblick:

  • Schmerzsymptome reduzieren oder vorbeugen
  • besseres Wohlbefinden / mehr Komfort
  • Leistung/Effizienz optimieren
  • Kraftübertragung verbessern
  • Ermüdungsminderung
  • Verletzungsrisiko reduzieren
  • Basis für aggressivere Aero-Positionen legen
  • passendes Equipment finden (welche Schuhe, welcher Lenker, welche Kurbellänge passt am besten)

Warum Pauschalitäten und Standardisierungen nicht zu einem Bike-Fitting passen

Doch warum überhaupt ein solch umfangreiches Bike-Fitting mit Videoanalysen und Druckmessbilder – die Sitzhöhe lässt sich doch viel einfacher ermitteln? Wirklich. Schneller vielleicht, aber keineswegs besser. Darüber sind wir uns mit allen Bike-Fittern einig.

Bike-Fitting ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Daher ähnelt keine Sitzpositionsanalyse der anderen. Natürlich gibt es standardisierte Assessment-Tools beziehungsweise Techniken die eingesetzt werden, allerdings sind die Interpretation der Ergebnisse von Athlet zu Athlet unterschiedlich umzusetzen. Denn keine zwei Menschen sind genau gleich, nicht einmal Zwillinge.

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Die klassischen Regeln des Bike-Fittings mit Formeln a la „Sitzhöhe = Beinlänge x 0,885“ sind pauschalisiert und gehen demnach auch von einem Prototyp bzw. einem bestimmten menschlichen Modell aus, dass so in der Realität gar nicht zu finden ist. Mögen diese Systeme für alltägliche Fahrten mit dem Rad zur Arbeit für fünf oder zehn Minuten durchaus erfolgversprechend bzw. nützlich sein, so können sie gar nicht die komplette und komplexe Bandbreite einer individuellen optimalen Sitzposition abbilden. Wie auch?

Die menschliche Anatomie ist stark unterschiedlich, deswegen ist die Standardeinstellung nach Faustformeln in den meisten Fällen sehr weit weg vom Optimum. Bei gleichen Körpermaßen – also Bein, Rumpf- und Armlänge – kann alleine eine unterschiedliche Flexibilität in der Hüfte, Differenzen in der optimalen Sitzlänge von bis zu fünf Zentimetern ausmachen.

Ein Beispiel: Der Po schmerzt nach ungefähr einer Stunde im Sattel. Was ist die Lösung? Natürlich kann man überlegen sich einen neuen Sattel oder eine neue Hose zu kaufen und dieses Spiel mehrfach wiederholen. Es kann aber auch durchaus sein, dass man in einer ungünstigen Position – bedingt durch Sitzhöhe, Sattelneigung und Nachsitz – auf dem Sattel sitzt und daher einen Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzpositionextrem hohen Druck ertragen muss. In solch einem Fall, ist es fast egal, welchen Sattel man fährt, solange die Position nicht optimal ist. Ähnliches gilt bei Problemen mit den Füßen wie brennende Sohle oder einschlafende Zehen. Man kann sich ständig neue Schuhe und auch Sohlen kaufen, man kann aber auch einmal fachmännisch kontrollieren lassen, woran es denn wirklich liegt und vielleicht war es am Ende ja „nur“ die Position der Cleats – vertikal wie horizontal.

Was bei den klassischen Sitzpositionsregeln und -messungen ja noch hinzu kommt: Sie unterscheiden nicht, wie derjenige auf dem Rad sitzt –  mehr „aerodynamischer“ Rennfahrer oder mehr „komfortabler“ Marathon-Fahrer. Auch berücksichtigen diese Sitzpositionsvorgaben selten die bevorzugte Griffposition am Lenker.

Daher sind solche Aussagen wie „Mit diesen 5 Tipps sitzen Sie optimal auf dem Rad“ genauso mit Vorsicht zu genießen wie „2 Kilo Gewicht verlieren in nur 3 Tagen“. Es ist durchaus möglich 2 Kilogramm leichter zu werden in drei Tagen, allerdings hat man da nicht das tatsächliche Körpergewicht beispielsweise über Körperfett verloren, sondern meist einfach Wasser ausgeschwemmt.

Klassischer Ablauf des Bike-Fittings

Interview

Noch bevor wir mit dem Messen und Optimieren überhaupt beginnen, besprechen wir mit dem Sportler, welche Ziele genau dieses Bike-Fitting haben soll und welche Ziele er auf dem Rad selbst anstrebt.Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Prefit

Mit verschiedenen körperlichen Assessments ermitteln wir, wie flexibel aber auch stabil der Athlet selbst ist und ob irgendwelche Einschränkungen oder Vorschädigungen vorliegen.

Bike-Fitting durch Videoanalyse und Druckmessung:

Wir versuchen immer so realistisch wie möglich zu testen, daher machen wir alle Messungen im dynamischen Bewegungsablauf und auf dem Rad des Sportlers. Durch das gebioMized -System bekommen wir detaillierte Informationen über die Bewegungen auf dem Rad, die uns dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir erklären die Messergebnisse, dabei bleibt das Vorgehen transparent und der Sportler kann alle Maßnahmen nachvollziehen. Eigene Einschätzungen der Veränderungen sowie Nachfragen sind immer erwünscht.

Zuallererst nehmen wir eine sogenannte Baseline auf. Das bedeutet: Wir analysieren, wie sich der Athlet bisher auf dem Bike bewegt. Davon ausgehend analysieren wir das Verbesserungspotenzial im Hinblick auf Beschwerden und Ziele. Über Druckmessfolien im Sattel, in den Schuhsohlen und den Armpads erhalten wir in Echtzeit sofort Informationen darüber, ob das Becken stabil im Sattel ‚sitzt‘ und ob sich bei Anpassungen von beispielsweise der Sitzhöhe oder des Nachsitzes die Kraftübertragung verändert.

Wenn auf den ersten Blick keine schwerwiegenden Probleme erkennbar sind, beginnen wir mit der Einstellung der Cleats am Schuh. Denn deren Positionierung beeinflusst die Sitzhöhe und die Position in der der Fahrer im Sattel sitzt. Fallen aber nach der Baseline-Messung bzw. der Betrachtung der Videosequenzen schon erste größere Baustellen auf, wie zum Beispiel eine viel zu hohe Sitzhöhe, so beginnen wir damit, diesen Umstand zu beheben. So kann es durchaus vorkommen, dass manchmal zwei Schritte vor und einer zurück gemacht werden müssen. Oder man manchmal sogar einen Schritt vor und zwei wieder zurück machen muss, da man während des Fitting-Prozesses erkennen muss, dass bestimmte Positionen nicht miteinander korrelieren.

Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen Sitzposition

Doch jetzt aber weiter im Fitting-Prozess. Nach der Positionierung der Cleats bestimmen wir die optimale Sitzhöhe. Hierfür wird während der Pedalierbewegung besonders auf die Öffnung des Hüftgelenks sowie die Bewegung des Kniegelenks geachtet, da diese Aspekte unter anderem für die Kraftübertagung entscheidend sind.

Im Anschluss wird die horizontale Sattelposition im Zusammenspiel mit Sitzlänge und Lenkerhöhe eingestellt. Je nach Umfang des Bike-Fittings können neben den Videoanalysen auch Druckmessungen an der Sohle sowie dem Sattel helfen, die Positionierung fein zu tunen. Gerade bei Sitzbeschwerden hilft die Messung des Satteldrucks – kombiniert mit verschiedenen Sattel- und Hosenmodell – enorm, um diese Probleme zu beheben. Auch lässt sich bei der Satteldruckmessung sehr gut erkennen, wo die tatsächlichen Kontaktstellen zwischen Videoanalysen, Druckmessungen am Sattel, der Pedalen und den Armpads und die Expertise unserer BikeFitter verhelfen Ihnen zur optimalen SitzpositionFahrerpo und Satteldecke sind. Gerade die detaillierte Position auf dem Sattel wirkt sich extrem auf die Sitzhöhe auf.

Ähnlich verhält es sich bei der Kraftübertragung im Schuh, da auch hier die Druckmessfolien direkt - also live - zeigen, ob der Druck über den Fußballen bzw. der Fußsohle verteilt wird und das Ganze auch während der Trittfrequenz optimal eingesetzt wird.

Details, wie die Veränderung der Bremshebelposition oder Sattelneigung, werden je nach Potential und Bedarf zwischendurch eingebaut.

Neben der Dokumentation und Messung jedes einzelnen Zwischenschritts, machen wir abschließend wieder eine komplette finale Messung und können durch den Vergleich zur Baseline bzw. Ausgangslage ein Fazit ziehen, an welchen Punkten was verändert wurde, wie sich diese Optimierung dann auch in Zahlen „niederschlägt“ und vor allem, an welchen Stellen es über Anpassungen, Training und das Erledigen von Hausaufgaben weiteres Potential zur Verbesserung im fortlaufenden Fitting-Prozess der nächsten Monate gibt.

Report

Die festgelegte neue Sitzposition wird dokumentiert und in einem Report mit Vorher-Nachher- Bildern zusammengefasst und dem Sportler ausgehändigt. Denn für uns bei STAPS gilt immer der Grundsatz, Maßnahmen und Veränderungen an Mensch und Maschine nur zu ergreifen, wenn wir diese im Vorher-Nachher-Vergleich überprüfen und validieren können.

Zu unseren Bike-Fittings geht es hier: STAPS Bike-Fitting

Der Weg zur perfekten Aeroposition

5 Tipps auf dem Weg zur perfekten Aero-Position – Dein Fitting-Fahrplan!

In der Weltelite des Radsports und Triathlons nimmt die Aerodynamik mittlerweile einen immensen Stellenwert ein. Erfolg ist in der Spitze dieser beider Ausdauersportarten eigentlich nicht mehr möglich, ohne die Analyse und Optimierung des eigenen Setups und der Aerodynamik. Aber wie sieht eigentlich der Entstehungsprozess hinter den Aero-Positionen von Jan Frodeno und Tony Martin aus? Und gibt es wirklich einen Unterschied zwischen den Top-Athleten und dem Radfahrer oder Altersklassen-Triathleten? In unserem STAPS Advisor zeigen wir Dir den Weg zu Deiner Aero-Position!

Wir haben für Dich die entscheidenden Tipps zusammengestellt, die Dich richtig schnell machen - zum Download des STAPS Advisor #2!

Die perfekte Aero-Position besteht aus zwei Elementen, die ineinandergreifen: Biomechanik und Aerodynamik. In derAdvisor #2 - 5 Tipps auf dem Weg zur perfekten Aero-Position - dein Fitting-Fahrplan! - Infografik Sportler-Sprache gesprochen umfasst die Biomechanik sämtliche Interaktionen zwischen Mensch und Maschine, in Bezug auf Komfort, Kraftübertragung und Stabilität. Die Aerodynamik beschreibt sämtliche Faktoren, die zur Reduzierung des Luftwiderstands – der hauptsächlich vom Sportler selber ausgeht – beitragen.

Die individuelle aerodynamische Sitzposition muss immer zu den körperlichen Voraussetzungen und der Leistungsfähigkeit des Fahrers passen. Dies rein aus aerodynamischen Gesichtspunkten zu betrachten, wäre kontraproduktiv, denn der Athlet muss die Position auch dauerhaft halten müssen. Rutscht er beispielsweise im Sattel hin und her, beeinflusst er den Tretzyklus derart, dass er an Leistung verliert.

Die Optimierung sowohl der Biomechanik als auch der Aerodynamik sind die Schlüssel zum Erfolg, wenn es um das Finden einer optimalen Aero-Position geht. Diesen Weg gehen wir mit jedem Profiathleten und möchten Dir gerne die einzelnen Bestandteile des Fitting-Prozesses vorstellen.

Ein wichtiges Vorwort von uns: Für den Einzelnen ist nicht jeder Tipp der in diesem Advisor beschriebenen wird, umzusetzen. Vielleicht hast Du bereits eine sehr gute Ausgangsbasis oder benutzt Maßeinlagen, die perfekt funktionieren. Unser Advisor soll lediglich aufzeigen, welche Schritte auf dem Weg zur perfekten Aero-Position alle möglich sind.