Ötztaler Radmarathon 2016 | Laila Orenos

STAPS-Sportler beim Ötztaler Radmarathon – vom Rookie bis zum Sieger!

Er zählt zu den härtesten und populärsten Rennen für Hobbysportler und Jedermänner – der Ötztaler Radmarathon, der jährlich Ende August stattfindet. Denn bei diesem Marathon durch die Alpen müssen auf einer Strecke von 238 Kilometern insgesamt vier hochalpine Pässe und 5.500 Höhenmetern bezwungen werden. Die 36. Ausgabe des „Ötzis“, am vergangenen Sonntag, wies nahezu perfekte Wetterbedingungen auf und sorgte so für neue Streckenrekorde bei den Männern wie Frauen.

Unter den insgesamt 4.176 Startern befanden sich 20 STAPS-Sportler, die wir auf dem Weg zu diesem legendären Radmarathon vorbereitet haben. Der Ötztaler ist nicht nur durch die Vielzahl an Höhenmetern spektakulär, auch die Dauer des Rennens und die zumeist „speziellen“ Wetterbedingungen – zwischen hochsommerlichen Hitze und winterlicher Kälte – erfordern eine strukturierte und durchdachte Vorbereitung. Auch in diesem Jahr haben wir wieder versucht, unsere Starter so vorzubereiten, dass sie nicht nur in persönlicher Topform am Start stehen, sondern im Wettkampf auch klassische „Anfänger-Fehler“ vermeiden. Das Training hat dabei nicht nur Einheiten umfasst, die die Leistungsfähigkeit fördern, den Fettstoffwechsel trainieren und die „Kraftausdauer“ erhöhen; auch das Trainieren der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme inklusiver einer cleveren „Versorgungstaktik“ und Pacingstrategie zählt für uns Trainer zu den Erfolgsfaktoren bei solch einem schweren und langen Rennen.

Gerne möchten wir euch einen Eindruck über fünf unserer STAPS-Sportler geben, die das Kühtai, den Brennerpass, den Jaufenpass und das Timmelsjoch mit Bravour hinter sich gelassen haben. Neben einem Ötztaler-Rookie und einem zehnfachen Wiederholungstäter nehmen wir dabei auch die Siegerin und neue Rekordhalterin unter die Lupe. Vorweg möchten wir aber natürlich all unseren Ötztaler-Fahrern herzlich gratulieren und freuen uns, dass alle STAPS-Sportler den Marathon in Sölden erfolgreich finishen konnten.

Laila Orenos

Ehre, wem Ehre gebührt: Unser Ötztaler-Bericht startet mit Laila Orenos, die am Wochenende nicht nur den dritten Ötzi-Sieg in Folge einfahren konnte, sondern dabei mit einer Fabelzeit von Laila Orenos Siegerbild Ötztaler Radmarathon7:42.29 Stunden zudem den neuen Streckenrekord bei den Frauen aufgestellt hat. Über die 33-jährige Schweizerin haben wir nach ihrem Sieg bei der Alpen-Challenge bereits umfangreich berichtet. Das Vorhaben vom Ötztaler-Triple konnte sie sich gestern am finalen Anstieg hoch zum Timmelsjoch sichern, als Laila die spätere Zweitplatzierte Simona Parente auf fünf Minuten distanzierte und diesen Vorsprung bis Sölden stabil hielt.

Anhand von Lailas Leistungsdaten wird aufgezeigt, welche enorme Leistungsfähigkeit für eine Rekordfahrt beim Ötzi notwendig ist. Bereits am Kühtai konnte sie sich in einer ersten Spitzengruppe etablieren und ist dabei über eine Stunde hinweg durchschnittlich 242 Watt gefahren. Relativiert auf 56 Kilogramm (4,3 Watt/kg) eine Leistung, bei der sie schon größte Teile des Männerfeldes hinter sich lassen konnte. Durch eine „sparsame“ Fahrweise am Brennerpass (Ø 189 Watt, 1:24.01h) konnte Laila genügend Körner sparen, um anschließend am Jaufenpass zu bestehen (Ø 222 Watt, 58:56min) und sich am Timmelsjoch mit relativen 3,7 Watt/kg (Ø 205 Watt, 1:49.06h) von der Konkurrenz abzusetzen. Mit durchschnittlichen 178 Watt verbrauchte die Triple-Siegerin insgesamt fast 5.000 Kilokalorien an Energie – vergleichbar viele, wie Lukas Pöstlberger in der Spitzengruppe der Euroeyes Cyclassics in der letzten Woche!

Laila Orenos_SRM-Datei_Ötztaler Radmarathon 2016

Wie beeindruckend der neue Streckenrekord ist, wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Laila mit dieser Zeit auch in der Männer-Wertung den 83. Platz belegt hätte. Der dritte Sieg bei der dritten Teilnahme bedeutet gleichzeitig, dass sie vom Ötztaler-Sponsor SRM mit dem dritten Powermeter in Serie ausgestattet wurde. Wir hoffen, dass Laila genügend Räder für so viele Leistungsmesser hat und gratulieren Ihr ganz herzlich zum Titel-Triple!

Wie die Vorbereitung der Ötztaler-Siegerin ausgesehen hat? Welche Leistungswerte für diesen Erfolg Voraussetzung sind? Lest mehr dazu in unserem Artikel zu Lailas Vorbereitung:

STAPS-Kundin Laila Orenos will sich das Triple beim Ötztaler Radmarathon holen

Michael Jahn

Persönliche Bestzeit! Nach seinen vorherigen Teilnahmen in den Jahren 2009 (9:33.56 Stunden) und 2014 (9:43.56 Stunden) konnte der 42-jährige Stolberger seine persönliche Bestzeit um 17 Minuten unterbieten und erreichte das Ziel in Sölden nach 9:16.46 Stunden. Ein Wermutstropfen blieb aber. Michael, der seine Schwellenleistung im Zuge des STAPS-Training auf über 4,3 Watt pro Kilogramm Körpergewicht steigern konnte, hatte sich für dieses Jahr eigentlich das Knacken der 9-Stunden-Marke vorgenommen. Unglücklicherweise wurde er 10 Tage vor dem Rennen im Training von einem Auto angefahren und trug neben Abschürfungen auch eine Rippenprellung davon. Diese schmerzhafte Erfahrung konnte ihn nach all den Trainingskilometern und der guten Vorbereitung aber nicht vom Start in Tirol abhalten und er konnte zumindest seine persönliche Bestzeit aus 2009 knacken. Das Ziel für das kommende Jahr? Der Angriff auf die 9-Stunden-Marke!

Tanja Dittrich

Als Ötztaler-Rookie hat Tanja Dittrich am Wochenende gleich eine sehr souveräne Vorstellung gezeigt. Die 27-jährige Hamburgerin, die mangels Bergen rund um die Hansestadt extra ein Trainingslager in den Alpen machte, konnte in den vergangenen Monaten der STAPS-Trainingsbetreuung tolle Fortschritte machen. Nach dem Trainingsstart im Dezember 2015 bei einer Tanja Dittrich_Ötztaler Radmarathon 2016Schwellenleistung von 2,4 Watt pro Kilogramm Körpergewicht konnte Tanja mit durchschnittlich 8 bis 10 Stunden strukturiertem Training pro Woche ihre Leistungsfähigkeit um genau ein Watt pro Kilogramm Körpergewicht auf 3,4 W/kg steigern.

Ihr Trainingsfleiß und das effektive Training haben sich beim Ötztaler ausgezahlt: Tanja konnte gestern in 10:12.00 Stunden finishen und damit den 60. Rang der Frauen (23. Rang ihrer Altersklasse) belegen. Dabei hatte sie lediglich am Timmelsjoch kurz mit der Hitze zu kämpfen, konnte ihren gesteckten Plan aber souverän verfolgen. Sie stärkte sich ausreichend mit Mineralstoffen und Kohlenhydraten, zog den „Joker“ Koffein an der Labestation des Timmelsjochs und erreichte den höchsten Punkt des Rennens – nicht zuletzt dank des positiven Zuspruchs der Zuschauer – nach 09:37 Stunden. Die restliche Fahrt bis Sölden war für Tanja dann nur noch Formsache!

Klaus Stucke

Der 50-jährige Herrenberger Klaus Stucke ist beim Ötztaler mittlerweile ein Urgestein. Die diesjährige Ausgabe war Klaus‘ 10. Teilnahme an diesem Alpen-Marathon in den vergangenen 12 Jahren. Nach seiner Premiere in 2004 konnte er seine Fahrzeit kontinuierlich verringern, bis er 2014 seine bis dato beste Teilnahme in 10:22 Stunden fuhr.

Im April 2015 haben wir dann erstmalig Kontakt zu Klaus gehabt und konnten ihn auf unserer STAPS on Tour in seinem Heimatort Herrenberg „testen“. Klaus Stucke_Ötztaler Radmarathon 2016Wir freuen uns sehr, dass er uns damals das Vertrauen geschenkt hat und seither trainingsbetreuter STAPS-Sportler ist. Wir haben das mit einer beeindruckenden Entwicklung „zurückgezahlt“. In 2015 konnte der damals 49-jährige bei seiner 9. Teilnahme seine persönliche Bestzeit um fast eine Stunde auf 9:25 Stunden verbessern. Doch damit nicht genug: Am vergangenen Wochenende konnte er diese Bestzeit erneut unterbieten, als die Uhr für Klaus bei 9:17.57 Stunden stoppte. Klaus, der nach eineinhalb Jahren STAPS-Training mittlerweile eine Schwellenleistung oberhalb der 4 Watt/kg aufweist, ist vielleicht eines der besten Beispiele dafür, dass man mit steigendem Alter nicht langsamer werden muss – sondern noch viel schneller werden kann!

Peter Scherrer

Peter Scherrer hat einen Wettkampf-Kalender, der einem Halb-Profi gleicht: Alleine in 2016 nahm er am Glocknerkönig, dem Dolomiti-Marathon, dem Race Around Austria und den 24-Stunden-Rennen in Kelheim und Rad am Ring als Solo-Starter teil. Bei den 24 Stunden von Kelheim belegte er den 4. Gesamtplatz, beim Rad am Ring konnte er insgesamt 7. werden.

Der Ötztaler war für den 58-jährigen, der sich im Winter vor allem mit Ski-Touren und Langlaufen fit hält, ein würdiger Saison-Abschluss, der aber leider unglücklich begann: Direkt in der ersten Abfahrt Richtung Ötz verursachte ein anderer Teilnehmer einen Sturz, in den Peter verwickelt war und Hautabschürfungen davontrug. An Aufgeben war für ihn allerdings – trotz eines Peter Scherrer_Ötztaler Radmarathon 2016kaputten Schuhs – nicht zu denken und er kämpfte sich bis Sölden. Unter diesen Voraussetzungen noch eine Zeit von 8:47.29 Stunden zu erzielen, ist eine klasse Vorstellung und spricht für Peters Kampfgeist, den er während der gesamten Saison schon bei zahlreichen Veranstaltungen bewiesen hat.

Wir freuen uns, dass wir so viele Sportler auf diesen legendären Radmarathon vorbereiten konnten. Besonders glücklich sind wir natürlich, dass all unsere Teilnehmer die 238 Kilometer gefinisht haben und so viele persönliche Erfolge feiern konnten.

Allen Teilnehmern herzlichen Glückwunsch und eine gute Erholung!

Photo Laila Orenos: oetztaler-radmarathon.com

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