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Kampf gegen Widerstände – Aero-Optimierung mit Canyon & gebioMized

Radfahren ist immer auch ein Kampf gegen Widerstände –  Rollwiderstand, Gewichtswiderstand, am schlimmsten ist aber doch der Luftwiderstand. Denn er verändert sich rasant:  je schneller der Athlet unterwegs ist, desto stärker nimmt dieser zu. Andererseits lässt sich dies schnell ändern, vorausgesetzt man weiß wie.

Die Aerodynamik von Mensch und Maschine zu verbessern – das ist eines der großen Projekte, denen wir uns bei STAPS verschrieben haben. Eine optimale Aerodynamik im Radsport und Triathlon muss zwei wesentliche Aspekte berücksichtigen: Den Luftwiderstand des Setups aus Mensch, Maschine und Material minimieren und dabei aber auch die für die Leistungsentfaltung wichtige Stabilität und den Komfort bieten. Die große Kunst liegt dabei im Zusammenspiel aus diesen Aspekten. In diesem Beitrag möchten wir euch einen Überblick geben, wie ein Aerodynamik-Test im Velodrom auf Profi-Level aussieht.

In den vergangenen Wochen haben wir gemeinsam mit unserem Partner gebioMized aus Münster – die Experten für Druckmessungen im Radsport und Triathlon – ein Setup zur aerodynamischen Optimierung entwickelt, welches das Feld der Aerodynamik-Tests auf der Bahn revolutioniert. Unsere ersten „Probanden“ für dieses Setup sind die Triathleten des Koblenzer Radherstellers Canyon gewesen: Patrick Lange, Markus Fachbach und Boris Stein.

Auf der Suche nach dem optimalen Aero-Setup

Auf der Suche nach dem optimalen Aero-Setup gilt folgendes zu bedenken: Aero-Optimierungen sind ein Prozess, der zumeist nicht an einem einzelnen TagAerodynamik_Canyon_Boris Stein_Patrick Lange | gebioMized | CdA Wert vollendet ist. Unsere Gedankenspiele rund um die Position und das Material des Athleten teilen wir grundsätzlich in mehrere Phasen; in kurz-, mittel- und langfristig. Für Boris Stein und Patrick Lange sind sechs Wochen vor den Ironman- Weltmeisterschaften auf Hawaii dramatische Positionsveränderungen – sofern keine großen Mängel vorliegen – quasi ausgeschlossen, um keine Probleme zu riskieren. Weiterführende Ideen und größere Veränderungen die Potential bergen, gehen wir dann im Optimierungs-Prozess mittel- oder langfristig an.

Key-Learnings für die Triathleten des Canyon-Teams

Im Hobby- und Amateurbereich liegt die durchschnittliche Leistungsersparnis unserer Aero-Optimierungen im Bereich von 6 bis 8 Prozent. Das Optimieren im Profi-Bereich unterscheidet sich davon natürlich deutlich, da der Profi-Triathlet zumeist schon diverse Bike-Fittings oder sogar Aerodynamik-Tests absolviert hat – es ist also Detailarbeit gefragt! Wir geben euch einen Einblick in die Key-Learnings der Hawaii-Starter Boris Stein und Patrick Lange:

Boris Stein (Körpergröße: 1,88 m) ist bis zum Test eine Position mit einer Sattelüberhöhung von 22 Zentimetern gefahren. Ein Ausmaß, welches wir aus Aerodynamik_Canyon_Boris Stein_Patrick Lange | gebioMized | CdA Wertdem Zeitfahr-Sektor des Profiradsports kennen. Seine Aerodynamik war eingangs schon sehr gut, welches sich anhand des ermittelten CdA-Werts (CdA: 0,232; 277W @ 43km/h) verdeutlichte. Anhand von Druckmessungen an den Kontaktstellen von Sattel und Armpads konnten wir zudem messen, dass seine Position extrem stabil war und nur kleine Änderungen am Sattel nötig waren, um seinen Komfort dort zu verbessern. Am Ende waren die Details entscheidend: Durch eine Erhöhung seiner Pads inkl. Extensions um 3 Zentimeter (!) haben wir seinen Oberkörper entlastet und – im Hinblick auf den Marathon – seinen Hüftwinkel etwas geöffnet. Zudem konnten wir die Breite, die die Armpads auseinanderliegen, um 2 Zentimeter verringern und darüber seinen CdA-Wert verbessern und drei Watt einsparen. Eine weitere Ersparnis von fünf Watt ermöglichten uns Materialveränderungen durch einen anderen Helm seines Sponsors UVEX. Mit diesen „kleinen“ Veränderungen spart der diesjährige Sieger des Ironman 70.3 Kraichgau im Hinblick auf Hawaii 2,8 Prozent Leistung ein. Was zunächst nach wenig klingt, wirkt sich bei gleicher Zielleistung mit einem halben Kilometer mehr Weg pro Stunde auf der Ironman-Distanz aus – eine Ersparnis von ca. 2:50 Minuten auf der 180 Kilometer langen Radstrecke auf Big Island.

Fazit Boris: Position komfortabler (Entlastung im Oberkörper und Öffnung des Hüftwinkels) und zudem um 0,5 km/h (Ironman-Distanz) schneller!

Mit meiner neuen Position bin beim Radfahren voll zufrieden. Ich habe den Eindruck durch den größeren Hüftwinkel einfacher Druck auf das Pedal  bringen zu können! (Boris Stein)

Weniger stabil, aber ebenfalls schon mit einer sehr guten Aerodynamik versehen war Patrick Lange. Der 1,78 Meter große Gewinner des Ironman Texas konnte schon bei der Baseline-Messung mit einem CdA-Wert von 0,215 überzeugen. Werte, die selbst im Profiradsport als „sehr gut“ bewertet würden. Ein Aerodynamik_Canyon_Boris Stein_Patrick Lange | gebioMized | CdA WertProblem war allerdings Patricks Stabilität, da er sich alle 8 bis 9 Sekunden auf dem Sattel in vertikaler Richtung (y-Richtung) bewegte – er rutschte (Shifts) also zunächst leicht vor, um die Sattelposition dann nach wenigen Sekunden nach hinten zu korrigieren (siehe „Ausreißer“/ Shifts in Grafik). Es war wieder Detailarbeit gefragt: Nach dem Tausch auf einen für Patrick optimaleren Sattel und einer leichten Reduzierung seiner Sitzhöhe (-2 Millimeter) wurde seine Position deutlich stabiler; die Shifts auf dem Sattel waren nahezu vollständig behoben (siehe „Ausreißer“/ Shifts in Grafik). Weitere Stabilität und eine weitere kleine Verbesserung seiner Aerodynamik konnten wir Patrick durch das Neigen seiner Extensions ermöglichen. Um 7 Grad haben wir seine Extensions inkl. Armpads nach oben geneigt, seine Reaktion dadurch war ein verbessertes „Reinfallen lassen“ in die Aeroposition, wodurch er seinen CdA-Wert von 0,215 auf 0,211 verbesserte und bei einer Geschwindigkeit 43 km/h vier Watt sparen konnte.

Fazit Patrick: Position viel stabiler (siehe Shifts) und zudem 1,6 Prozent Leistung gespart!

Ich bin mega happy mit den Einstellungen und dem Gesamtpaket. Selbst beim Lauf [..der 70.3 EM..] konnte ich in Bestleistungsbereiche vordringen, was wiederum zeigt wie gut die Position für mich ist. (Patrick Lange)

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Die Kooperation mit Canyon und ihren Triathleten in den vergangenen Wochen war für uns sehr spannend und erkenntnisreich. Durch die gemeinsame Arbeit mit gebioMized haben wir den wohl detailreichsten und innovativsten Aerodynamik-Test im Velodrom entwickelt und gemeinsam mit Canyon verfeinert.

Im Hinblick auf den Ironman Hawaii freuen wir uns, dass wir Boris und Patrick in ihrer Vorbereitung unterstützen konnten und wünschen beiden viel Erfolg!

STAPS get-AERO! – ihre individuelle Aero-Analyse!

Unsere Aerodynamik-Optimierungen bieten wir natürlich nicht nur für Profi-Triathleten an. Auch Hobbysportler und Jedermänner können solch eine Aero-Optimierung bei uns machen. Denn mit STAPS get-AERO! haben wir ein Verfahren entwickelt, welches unsere langjährige Expertise in der Aerodynamik mit modernster Messtechnik vereint.

Sie möchten Ihre Aerodynamik verbessern und Ihren Luftwiderstand reduzieren? Dann vereinbaren Sie jetzt mit uns ein kostenfreies 20-minütiges Analysegespräch Ihrer Aero-Position. Alle Details dazu finden Sie hier: Aero-Analyse STAPS!

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Fotos: (c) Saron Duchardt | www.saronduchardt.de

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