Unsere Trainingsbetreuungen für ihren sportlichen Erfolg im Radsport und Triathlon

Coached by STAPS – unsere Trainingsbetreuungen

„Ich brauch keinen Trainer, ich bin ja kein Profi.“ Solche Aussagen bekommen wir bei STAPS öfter zu hören, wenn wir erzählen, was wir machen. Oder: „Für einen Coach bin ich zu schlecht – das lohnt sich nicht“ – das sind auch Sätze, die gerne an uns adressiert werden. Dabei ist doch ein gut strukturiertes Training der Schlüssel zum Erfolg. Und wer will schließlich nicht schneller oder besser werden?

Coaching – darunter verstehen wir bei STAPS vielmehr als nur Intensitätsbereiche festzulegen, Trainingspläne zu schreiben und auszuwerten. Unser Verständnis von Coaching besteht aus vielen Facetten, die alle dazu führen, den Athleten besser zu machen; egal ob er Hobbysportler, ambitionierte Jedermann, Amateur oder Profi ist. Und dafür haben wir unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, von denen unsere Athleten alle profitieren. Dazu zählt neben der Leistungsdiagnostik und dem Schreiben der Trainingspläne sowie dem Analysieren der Einheiten, auch auf ein aufs Training und den Wettkampf abgestimmte Ernährungsvorgabe, das Erarbeiten einer Pacing-Strategie – sei es für Radmarathons und Langstreckenevents, Zeitfahren oder Triathlon -, sowie optional ein individuelles Bike-Fitting, das Verbesserungspotential für Tretökonomie und Kraftübertragung bietet.

Die STAPS-Trainer

Zuallererst einmal profitieren die Sportler, die wir trainieren, von der Kompetenz unseres Trainer-Teams. Diese erstellen ein Stärken-Schwächen-Profil, schreiben die Trainingspläne, reagieren auf Veränderungen, vermitteln wichtiges Wissen z. B. in puncto Ernährung, geben Tipps und Hilfestellung bei der Umsetzung. Wir sind davon überzeugt, dass der persönliche Kontakt zwischen Sportler und Coach elementar für die Weiterentwicklung des Athleten ist und den wohl wichtigsten Das STAPS-Team - die Experten für Leistungsdiagnostiken, Training, Ernährung und SitzpositionenBaustein einer erfolgreichen Trainingsbetreuung darstellt. Und daher legen wir bei der Auswahl unserer Mitarbeiter extremen Wert auf fachliche wie soziale Kompetenz. STAPS-Trainer sind nicht nur studierte Sportwissenschaftler mit einem Bachelor- oder Masterabschluss sowie leistungssportlichem Background (Physiologie, Biomechanik, Ernährungswissenschaft, Psychologie), sondern besitzen zumeist auch eine sportliche Vita (STAPS Trainer Lukas Naegele bei der Berglauf-WM). Außerdem bilden sich die Mitglieder unser Trainer-Team regelmäßig fort, besuchen Kongresse, und studieren bzw. promovieren teilweise noch parallel, um ihr Wissen zu vertiefen und ihren Horizont zu erweitern. Kurzum: Sie alle wissen also, worüber sie schreiben und wovon sie reden – und können das dem Athleten auch vermitteln. Das haben jedenfalls unzählige Feedback-Gespräch, die wir mit den von uns betreuten Sportlern geführt haben, ergeben.

Unsere Coaches halten direkten Kontakt zu den Sportlern über Telefon, Mail und Skype oder korrespondieren face-to-face bei Diagnostik-Terminen oder wennDas STAPS-Team - die Experten für Leistungsdiagnostiken, Training, Ernährung und Sitzpositionen gewünscht auch vor oder bei wichtigen Wettkämpfen. Es wird allerdings nicht nur in eine Richtung gesprochen, denn ein guter Coach steht im ständigen Dialog mit seinem Athleten, „verarbeitet“ immer auch das Feedback. Einer der Gründe, warum wir keine vorgefertigten Trainingspläne herausgeben und neue Trainingspläne immer nur nach Rückmeldung des Athleten geschrieben werden. Für einen echten Leistungsfortschritt ist es elementar, dass der Trainer immer auf die aktuelle Situation des Sportlers – physisch wie psychisch – reagiert.

Unsere Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler findet ihr hier!

Das STAPS-Team - die Experten für Leistungsdiagnostiken, Training, Ernährung und Sitzpositionen

Die STAPS-Trainingsbetreuung – Strategie und Struktur

Eine erfolgreiche Trainingsbetreuung steht bei STAPS immer auf drei entscheidenden Säulen:

  1. Ein physiologisches Stärken- und Schwächen-Profil des Sportlers, das über die STAPS-Leistungsdiagnostik ermittelt und immer wieder überprüft wird.
  2. Die Rahmenbedingungen des Sportlers, die für das Training wichtig sind. Dazu zählen beispielsweise verfügbare Trainingszeit, spezielle Trainingslager, alternative Trainingsmöglichkeiten und natürlich das soziale Umfeld wie Familie, Beruf sowie sonstige Verpflichtungen. Alles wird aufeinander abgestimmt.
  3. Die Ziele des Sportlers. Das kann eine Platzierung oder eine Zeit bei einem bestimmten Wettkampf sein. Das Ziel kann aber auch sein, Gewicht zu verlieren oder sportlich leistungsfähiger zu werden. Das bestimmt der Sportler selbst, wir unterstützen ihn dabei, sich realistische Ziele zu setzen.Physiologische Stärken und Schwächen des Sports aufdecken, um diese im Training zu verbessern

Das Training bei STAPS

Wer bei STAPS trainiert, wird individuell betreut. Ausgerichtet an den persönlichen Stärken und Schwächen, den Zielen und natürlich dem Zeitbudget bekommt der Athlet sein Training „verschrieben“.

Bevor es aber überhaupt losgeht, gibt es ein persönliches Kennenlernen, erstmal am Telefon und auf jeden Fall direkt bei der ersten Leistungsdiagnostik. Auf diese aufbauend werden erst dann die Trainingspläne geschrieben, um die physiologischen „Baustellen“ zu berücksichtigen. Daher liegt kein Algorithmus wie bei einer Software, einer App oder Trainingsplattform hinter unseren Trainingsplänen.

Bei der Konzeption der Trainingspläne setzen wir auf moderne wissenschaftlich überprüfbare Erkenntnisse. Bei uns gibt es Physiologische Stärken und Schwächen des Sports aufdecken, um diese im Training zu verbessernkeine Philosophie, geprägt von einem bestimmten Trainings-„Duktus“. Das Schrubben zeitaufwendiger Grundlagenkilometer im Winter? Keine Option für einen individuellen Trainingsplan. Für uns gibt es keine Trainingsinhalte, die sich nach der Jahreszeit richten, Übungseinheiten werden ausschließlich auf Basis der drei Säulen des STAPS-Trainings abgestimmt. Auch im Winter kann eine Einheit kurz und knackig sein, wenn es zur Entwicklung des Sportlers beiträgt. (Science with STAPS: Wintertraining einmal effizient bitte!)

Auch gibt es kein Ausprobieren wie „erst mal drei Monate Grundlage, dann mal 2 Wochen intensiv trainieren“. Erstens motiviert solch ein Training nicht sonderlich, zweitens – und viel wichtiger – legt die Leistungsdiagnostik die Schwächen offen, an denen direkt gearbeitet werden kann. Um objektiv festzustellen, dass das Training „anschlägt“ und den gewünschten Effekt erzielt, wird anhand weiterer Diagnostiken der Leistungsfortschritt und die Entwicklung der Physiologie des Sportlers regelmäßig kontrolliert. Daher gibt es bei dieser Konzeption des Trainings eine Art „Garantie“, dass man weder Stunden noch Kilometer großartig verschenkt und nach 3 Monaten feststellt, dass „Grundlage“ eben doch nicht der richtige Ansatz war.

Trainingseinheiten sind lediglich das Tool. Sie miteinander sinnvoll zu verknüpfen, sie individuell auf den Formzustand des Athleten anzustimmen und in den Alltag eines Hobbysportlers zu integrieren, ohne ihn zu überfordern noch zu unterfordern – darin besteht eine wichtige Eigenschaft des modernen Coachings.

Keine andere Sportart als das Radfahren beziehungsweise das Radfahren im Triathlon liefert mehr einfach zugängliche Trainingsdaten. „Leistung“ lässt sich nur in diesen Sportarten präzise messen, analysieren und zur Trainingssteuerung nutzen. Gerade dieses „Fahren nach Zahlen“ ist äußerst effizient und zeitsparend. Es kann sozusagen minutiös geplant werden, kein Meter wird umsonst gefahren und es schützt vor Über- wie Unterforderung gleichermaßen. Das soll aber im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass unsere Athleten nicht auch mal nach Lust und Laune einen Roadtrip machen dürfen. Hier können wir genauso über die Analyse der Leistungsdaten Rückschlüsse ziehen und diese Touren als Training einordnen.

Die Datenanalyse – über Leistung oder Herzfrequenz – hilft nicht nur das Training zu kontrollieren, sondern auch Trainingserfolge schnell sichtbar zu machen und den Fortschritt schnell auf die zukünftigen Einheiten anzupassen. Außerdem analysieren unsere Coaches die Leistungsdaten aus den Rennen beziehungsweise Wettkämpfen und können hier sehr schnell Rückschüsse in Abhängigkeit zur Energieversorgung und der eingeschlagenen Pacingstrategie ziehen.

Rennanalyse der Siegerin Laila Orenos beim Ötztaler Radmarathon 2017

Ernährung

Sport und Ernährung gehören zusammen. Bestimmte Trainingseinheiten erfordern zwangsläufig sogar eine Ernährungsstrategie vor, während und nach der Belastung, um das Trainingsziel zu erreichen. Daher ist die Ernährung Teil einer jeden STAPS-Trainingsbetreuung.

So ist ein effizientes Training des Fettstoffwechsels mit gefüllten Glykogenspeicher schlichtweg unmöglich, genauso wenig machen hochintensive Einheiten ohneFettstoffwechseltraining richtig gemacht! eine ausreichendende Versorgung mit dem Treibstoff Kohlenhydrat Sinn. Auch können bestimmte Substanzen wie Nitrate in Form Roter Bete (Science with STAPS: Ökonomischer mit Roter Bete) oder Koffein die Leistungsfähigkeit verbessern; andere dagegen wie zum Beispiel Vitamin C den Trainingsreiz schwächen. All dies berücksichtigen wir bei der individuellen Trainingsplanung unserer Athleten. Genauso wie das Thema Gewicht, dass natürlich gerade bei dem Thema Watt pro Kilogramm eine „schwerwiegende“ Rolle spielt. Allerdings alles in Abhängigkeit von individueller Veranlagung, Training bzw. Wettkampfziel sowie den persönlichen Begleitumständen:

Ein Satz noch zum oftmals falsch verstandenen Thema „Nüchtern-Training“. Hier finden wir den Begriff häufig falsch verstanden. Bei uns fährt man selten nüchtern, stattdessen setzen wir bei der Trainingsform „train low“ auf eine kohlenhydratarme Ernährung und legen mehr Wert auf die Zufuhr von Fett und Eiweiß und versuchen so, dass die Kalorienbilanz auf einem ähnlichen Niveau bleibt wie bei einer kohlenhydratreichen Ernährung. Hungern muss also niemand. Die Angaben lauten eher „Starte die Einheit ohne Kohlenhydrate“, statt das Wort „nüchtern“ zu verwenden. Außerdem wird diese Trainingsform nur dann von uns eingesetzt, wenn bestimmte physiologische Baustellen verändert werden sollen (z.B. Senkung der maximalen Laktatbildungsrate, Verbesserung des Fettstoffwechsels etc.).

Mehr dazu auch in unserem STAPS Advisor #1 zum Fettstoffwechseltraining!

Wir nutzen zudem im Jahresverlauf bestimmte Trainingseinheiten dazu, eine Ernährungsstrategie für den Wettkampf auszuprobieren, damit der Sportler sich sicher sein kann, was er in der Rennhektik verträgt und wann er was essen muss. Wir geben dem Athleten eine Strategie für den Wettkampf mit auf den Weg, damit er weiß, wann er wie viel an Flüssigkeit, Kohlenhydrate, ggf. anderen Makronährstoffen (gerade im Ultra-Ausdauerbereich) zu sich nehmen sollte und wie er Bio-Booster wie rote Bete oder Koffein leistungssteigend einsetzt.

Natürlich „monitoren“ wir auch nach einem Wettkampf diese Strategie und analysieren das Rennen. (Ernährungsstrategie Alpen-Challenge 2017)

Taktik-Tipps: Das perfekte Pacing

Bitte nicht falsch verstehen, wir werden den von uns trainierten Radsportlern niemals sagen, wo sie im Rennen eine Attacke lancieren sollen – dafür sind zum Beispiel im Profisport die sportlichen Leiter zuständig. Was wir anhand der vielen physiologischen Parameter aber problemlos voraussagen können, ist das perfekte Pacing. Also mit welcher Leistung bestimmte Rennabschnitte gefahren werden können, ohne dass der Athlet einbricht. Das gilt natürlich nicht nur für Langstreckenevents oder Radmarathons, sondern besonders für Zeitfahren sowie den Radsplit im Triathlon. Gerade bei letzterem ist es extrem wichtig, clever mit den Kräften hauszuhalten, da ja darauf noch ein (Marathon-) Lauf folgt. Aufgrund der Stoffwechselanalyse und dem Fett- und Kohlenhydrat-Verbrauch, die Teile der STAPS-Leistungsdiagnostik sind, können wie hier sogar bestimmte Zeiten voraussagen.

Fazit

Ihr Wunsch ist es doch, schneller zu fahren bzw. besser zu werden? Dann investieren Sie in den Motor und das sind Sie. Und nicht immer wieder in das Chassis wie die Carbonlaufräder, den superleichten Rahmen oder die elektrische Schaltung. Wir „Tuner“ von STAPS freuen uns schon darauf, ein paar PS mehr aus Ihnen herauszuholen. Noch Fragen? Dann einfach anrufen oder eine Mail schreiben!

Alle Informationen zu unseren Trainingspaketen und -angeboten finden Sie hier: STAPS-Betreuungen

Diagnostiken, Training und BikeFittings jetzt auch in München - Eröffnungsfeier unseres neuen Instituts

Eröffnungsfeier unseres neuen Münchener Instituts

O zapft is – das neue Münchener Institut ist eröffnet

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Besuchern bedanken, die mit uns am vergangenen Samstag die Eröffnung unseres neuen Instituts in München gefeiert haben. Das war ein toller Tag mit vielen spannenden Gesprächen. Es hat uns viel Spaß bereitet, euch unsere neuen Räumlichkeiten zu zeigen. In den nächsten Tagen folgen weitere Bilder aus unserem neuen Diagnostik- und BikeFitting-Labor. Jetzt möchten wir euch erstmal die Bilder unserer Eröffnungsfeier zeigen!

P.s.: De Junga und Madl in den feschn Wiesn-Drachdn san vo STAPS! 😉

Photo: Saron Duchardt | saronduchardt.de

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Trailrunning: Berglauf Weltmeisterschaft über die Langstrecke mit Lukas Naegele

Weltmeisterschaft im Berglauf über die Langstrecke: ein Erfahrungsbericht von STAPS-Coach Lukas Naegele

STAPS-Coach Lukas Naegele verbringt seine Zeit, wenn er sich nicht gerade um unsere Athleten kümmert, laufend. Nicht einfach nur flach und geradeaus; gerne auch extrem steil berghoch und über Stock und Stein. Im August hat Lukas als Teil der deutschen Nationalmannschaft an den Weltmeisterschaften im Berglauf über die Langstrecke teilgenommen. In seinem Bericht erhaltet ihr einen Einblick in seine Erlebnisse:

Intensives Erlebnis bei der Berglauf-Langstrecken-Weltmeisterschaft in Premana (Italien)

Erfahrungsbericht von Lukas Naegele

Dunkle Wolken stehen am Himmel, Hubschrauberlärm kreist über uns, Schweißperlen laufen über mein Gesicht. Aus Lautsprechern dröhnt motivierende Musik, immer wieder übertönt durch die laute Stimme des italienischen Moderators. Die Häuser sind geschmückt mit Girlanden, hinter den Straßenabsperrungen versammeln sich Zuschauer bereits in Zweier- und Dreierreihen.

Das kleine, beschauliche Örtchen Premana, unweit des Comer Sees an den steilen Hängen der Bergamasker Alpen gelegen, hat sich rausgeputzt für den großen Tag. Für den Tag an dem hier die offizielle Weltmeisterschaft der IAAF (International Association of Athletics Federations) im Berglauf über die Langstrecke stattfindet. Es ist der 6. August 2017, morgens um kurz vor 8. Die Luftfeuchtigkeit beträgt gefühlte 90%, die Temperatur an diesem Tag kratzt bereits an der 30°C-Marke.

Als Teil eines 4-köpfigen Männerteams zusammen mit Florian Reichert, Thomas Kühlmann und Marcel Krieghoff liegt vor uns eine der härtesten Strecken, die jemals für eine solche WM ausgewählt wurde. 32 Kilometer mit schweren 2.600 Höhenmetern, verteilt auf 3 Berge stehen auf dem Programm. In der Frauenwertung vertreten Maria Koller und Tanja Grießbaum die deutschen Farben.Nationalmannschaft Berglauf Trailrunning

„…representing GERMANY!“, hallt es durch die Gassen des Bergdorfs. Als Team werden wir aufgerufen und zur Startlinie geführt. Gänsehaut. Weltmeisterschaft. Ich bin wieder dabei. Was für ein Gefühl! Ein Lächeln huscht über mein Gesicht. Stolz erfüllt mich, dass ich nach der WM 2016 in Slowenien auch dieses Jahr wieder das Nationaltrikot tragen und mich mit den besten der Welt messen darf.

Der erste Kilometer führt steil bergab durch die Straßen von Premana. Ich blicke mich um: Alle, die hier jetzt laufen, sehen fit aus; alle, die jetzt hier die Straßen hinunter prügeln, haben Dampf in den Beinen und alle, die sich jetzt auf diese extreme Strecke wagen, haben es sich verdient hier dabei sein zu dürfen. Ehrfurcht erfüllt mich! Es ist die Phase des Rennens, in der der Kopf gerne anfängt alles zu hinterfragen: das Training, die Form, die Strecke, die Konkurrenz. Wie immer versuche ich den Gedanken keine Bedeutung beizumessen.

Die ersten Höhenmeter sind schrecklich. Meine Beine fühlen sich an wie Blei. Einer nach dem anderen tippelt leichtfüßig an mir vorbei. „Wo ist meine Leichtigkeit? Wo ist all das harte Training hin?“ Ein Donner reißt mich aus meinen Gedanken. Dicke Tropfen prasseln auf mich ein. „Was wird das nur für ein Tag?“ Nur mit Mühe schaffe ich es einen Rhythmus zu finden. Steil schlängelt sich der Weg nach oben. Schon nach kurzer Zeit wechsele ich das erste Mal in den Geh-Modus. Ich stelle alles in Frage, überlege mir, ob das Rennen auf Grund von Gewitter wohl auch abgebrochen werden würde. Ich hätte nichts dagegen gehabt in diesem Moment. Ich fühle mich schlecht, nicht würdig dieses Trikot mit der großen, roten Aufschrift „GERMANY“ tragen zu dürfen.

Irgendwo an Position 45 liegend erreiche ich den ersten höchsten Punkt. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mich und das Rennen komplett abgeschrieben. Es schien mir unvorstellbar einen, geschweige denn zwei weitere Berge dieser Kategorie auch nur annähernd sportlich zu bewältigen. Also aufgeben? Bei einer WM? Mitten im Nirgendwo? Niemals: „Aufgeben ist keine Option!“ Dieser Satz begleitet mich den ganzen ersten steilen und sehr technischen Downhill. Unten warten mein Papa und meine Schwester. Und eine Verpflegungsstation. Ich bleibe stehen, kippe alles in mich rein, was angeboten wird. Und dann weiter, immer weiter! Aufgeben ist keine Option!

Trailrunning: Berglauf Weltmeisterschaft über die Langstrecke mit Lukas Naegele

Erst flacher, später immer steiler, technischer, alpiner werdend geht es Höhenmeter um Höhenmeter nach oben. Zumindest überholt mich niemand mehr und die Waden fühlen sich auch etwas lockerer an. „Ich werde dieses Rennen also vielleicht doch beenden können“, geht es mir durch den Kopf. Die letzten Meter des zweiten Anstiegs sind einzigartig. Noch immer grollen die Donner über uns hinweg und trotzdem säumen mehrere 100 Zuschauer mitten in den hochalpinen Bergen an diesem extrem steilen Abschnitt das große Finale durch eine schmale Gebirgsscharte. Musik dröhnt aus Boxen. Die Leute brüllen einen förmlich den Trail nach oben. Gänsehaut, ein Lächeln… Ich kann es mir nicht verkneifen. Für ein paar Sekunden fühle ich mich leicht wie eine Feder. Alpe d’Huez-Feeling!

Der folgende Downhill ist extrem. Die nassen Steine auf dem verblockten Trail lassen keinen Fehler zu. Die richtige Balance zwischen Risiko und Vorsicht ist gefragt. Ein schmaler Grat, wie ich selbst erfahren muss. Ein Sturz bringt mich aus der Fassung: Adrenalin, Verunsicherung und wieder die Gedanken ans Aufgeben. Ich laufe weiter, denke an die anderen aus dem Team. Aktuell befinde ich mich immer noch an dritter Stelle bei den deutschen Männern und falle damit ins Ranking für die Mannschaftswertung. Ein Grund mehr, diesen wahnsinnigen Lauf zu Ende zu bringen.

Trailrunning: Berglauf Weltmeisterschaft über die Langstrecke mit Lukas Naegele

An jeder Verpflegungsstation halte ich nun ein paar Sekunden an, schütte abwechselnd Cola und Wasser in mich hinein, wohl wissend, dass es am letzten Berg ganz darauf ankommen wird, energetisch nicht leer zu gehen. Der Plan geht auf! Allmählich kommt mir ein Läufer nach dem anderen entgegen. Und ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass das, was ich hier veranstalte etwas mit Laufen zu tun hat. Die Aufholjagd hat begonnen. Kämpfen! Beißen! Und das Ding nun doch noch anständig nach Hause bringen. „Top 30 wäre doch ok!“ Am Ende des letzten Berges habe ich mich Team-intern auf Rang zwei vorgearbeitet, und befinde mich wohl irgendwo in den tiefen 30er Rängen. Erleichterung macht sich innerlich breit. Jetzt noch einmal über extrem verblocktes Gelände den letzten Downhill konzentriert laufen. Es geht gut. Da ist er dieser Rhythmus, nach dem ich so lange gesucht habe. Ich spiele mit dem Gelände, habe das Gefühl es unter Kontrolle zu haben. Nochmals überhole ich zwei, drei Läufer und biege alleine auf die Straße ein, die wir vor 3,5 Stunden nach dem Start in 3:00er Pace bergab gerannt sind. Die letzten Meter. Die Stimmung ist ohrenbetäubend. Italien feiert ihre Helden und jeden einzelnen Finisher. Ich kann es genieße, trotz eines so schwierigen Rennens, das alles bot und als ein absolut einzigartiger Wettkampf für mich in Erinnerung bleiben wird.

Dass am Ende ein 27. Platz steht, stimmt mich zufrieden. Mit der Teamwertung erreichen wir den 8. Platz, sicherlich auf dem Papier enttäuschend nach der Bronzemedaille im vergangenen Jahr, aber letzten Endes stellt sich für mich nach einem solchen Wettkampf die Frage, ob der Erfolg, die Medaille, oder die faktische Platzierung tatsächlich immer alles ist. Vielmehr ist es doch die Begeisterung und die Leidenschaft, die uns dazu bewegt, diesen Sport ausüben. Ein solches Rennen beinhaltet so viele emotionale Höhen und Tiefen, stellt einen vor so viele Herausforderungen, bietet atemberaubende Natur und wahnsinnige Bilder. Es ist tragisch, emotional, begeisternd, mitreißend und am Ende für jeden, der es ins Ziel schafft, ein wahnsinnig intensives Erlebnis.