Unsere Trainingsbetreuungen für ihren sportlichen Erfolg im Radsport und Triathlon

Coached by STAPS – unsere Trainingsbetreuungen

„Ich brauch keinen Trainer, ich bin ja kein Profi.“ Solche Aussagen bekommen wir bei STAPS öfter zu hören, wenn wir erzählen, was wir machen. Oder: „Für einen Coach bin ich zu schlecht – das lohnt sich nicht“ – das sind auch Sätze, die gerne an uns adressiert werden. Dabei ist doch ein gut strukturiertes Training der Schlüssel zum Erfolg. Und wer will schließlich nicht schneller oder besser werden?

Coaching – darunter verstehen wir bei STAPS vielmehr als nur Intensitätsbereiche festzulegen, Trainingspläne zu schreiben und auszuwerten. Unser Verständnis von Coaching besteht aus vielen Facetten, die alle dazu führen, den Athleten besser zu machen; egal ob er Hobbysportler, ambitionierte Jedermann, Amateur oder Profi ist. Und dafür haben wir unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung, von denen unsere Athleten alle profitieren. Dazu zählt neben der Leistungsdiagnostik und dem Schreiben der Trainingspläne sowie dem Analysieren der Einheiten, auch auf ein aufs Training und den Wettkampf abgestimmte Ernährungsvorgabe, das Erarbeiten einer Pacing-Strategie – sei es für Radmarathons und Langstreckenevents, Zeitfahren oder Triathlon -, sowie optional ein individuelles Bike-Fitting, das Verbesserungspotential für Tretökonomie und Kraftübertragung bietet.

Die STAPS-Trainer

Zuallererst einmal profitieren die Sportler, die wir trainieren, von der Kompetenz unseres Trainer-Teams. Diese erstellen ein Stärken-Schwächen-Profil, schreiben die Trainingspläne, reagieren auf Veränderungen, vermitteln wichtiges Wissen z. B. in puncto Ernährung, geben Tipps und Hilfestellung bei der Umsetzung. Wir sind davon überzeugt, dass der persönliche Kontakt zwischen Sportler und Coach elementar für die Weiterentwicklung des Athleten ist und den wohl wichtigsten Das STAPS-Team - die Experten für Leistungsdiagnostiken, Training, Ernährung und SitzpositionenBaustein einer erfolgreichen Trainingsbetreuung darstellt. Und daher legen wir bei der Auswahl unserer Mitarbeiter extremen Wert auf fachliche wie soziale Kompetenz. STAPS-Trainer sind nicht nur studierte Sportwissenschaftler mit einem Bachelor- oder Masterabschluss sowie leistungssportlichem Background (Physiologie, Biomechanik, Ernährungswissenschaft, Psychologie), sondern besitzen zumeist auch eine sportliche Vita (STAPS Trainer Lukas Naegele bei der Berglauf-WM). Außerdem bilden sich die Mitglieder unser Trainer-Team regelmäßig fort, besuchen Kongresse, und studieren bzw. promovieren teilweise noch parallel, um ihr Wissen zu vertiefen und ihren Horizont zu erweitern. Kurzum: Sie alle wissen also, worüber sie schreiben und wovon sie reden – und können das dem Athleten auch vermitteln. Das haben jedenfalls unzählige Feedback-Gespräch, die wir mit den von uns betreuten Sportlern geführt haben, ergeben.

Unsere Coaches halten direkten Kontakt zu den Sportlern über Telefon, Mail und Skype oder korrespondieren face-to-face bei Diagnostik-Terminen oder wennDas STAPS-Team - die Experten für Leistungsdiagnostiken, Training, Ernährung und Sitzpositionen gewünscht auch vor oder bei wichtigen Wettkämpfen. Es wird allerdings nicht nur in eine Richtung gesprochen, denn ein guter Coach steht im ständigen Dialog mit seinem Athleten, „verarbeitet“ immer auch das Feedback. Einer der Gründe, warum wir keine vorgefertigten Trainingspläne herausgeben und neue Trainingspläne immer nur nach Rückmeldung des Athleten geschrieben werden. Für einen echten Leistungsfortschritt ist es elementar, dass der Trainer immer auf die aktuelle Situation des Sportlers – physisch wie psychisch – reagiert.

Unsere Sportwissenschaftlerinnen und Sportwissenschaftler findet ihr hier!

Das STAPS-Team - die Experten für Leistungsdiagnostiken, Training, Ernährung und Sitzpositionen

Die STAPS-Trainingsbetreuung – Strategie und Struktur

Eine erfolgreiche Trainingsbetreuung steht bei STAPS immer auf drei entscheidenden Säulen:

  1. Ein physiologisches Stärken- und Schwächen-Profil des Sportlers, das über die STAPS-Leistungsdiagnostik ermittelt und immer wieder überprüft wird.
  2. Die Rahmenbedingungen des Sportlers, die für das Training wichtig sind. Dazu zählen beispielsweise verfügbare Trainingszeit, spezielle Trainingslager, alternative Trainingsmöglichkeiten und natürlich das soziale Umfeld wie Familie, Beruf sowie sonstige Verpflichtungen. Alles wird aufeinander abgestimmt.
  3. Die Ziele des Sportlers. Das kann eine Platzierung oder eine Zeit bei einem bestimmten Wettkampf sein. Das Ziel kann aber auch sein, Gewicht zu verlieren oder sportlich leistungsfähiger zu werden. Das bestimmt der Sportler selbst, wir unterstützen ihn dabei, sich realistische Ziele zu setzen.Physiologische Stärken und Schwächen des Sports aufdecken, um diese im Training zu verbessern

Das Training bei STAPS

Wer bei STAPS trainiert, wird individuell betreut. Ausgerichtet an den persönlichen Stärken und Schwächen, den Zielen und natürlich dem Zeitbudget bekommt der Athlet sein Training „verschrieben“.

Bevor es aber überhaupt losgeht, gibt es ein persönliches Kennenlernen, erstmal am Telefon und auf jeden Fall direkt bei der ersten Leistungsdiagnostik. Auf diese aufbauend werden erst dann die Trainingspläne geschrieben, um die physiologischen „Baustellen“ zu berücksichtigen. Daher liegt kein Algorithmus wie bei einer Software, einer App oder Trainingsplattform hinter unseren Trainingsplänen.

Bei der Konzeption der Trainingspläne setzen wir auf moderne wissenschaftlich überprüfbare Erkenntnisse. Bei uns gibt es Physiologische Stärken und Schwächen des Sports aufdecken, um diese im Training zu verbessernkeine Philosophie, geprägt von einem bestimmten Trainings-„Duktus“. Das Schrubben zeitaufwendiger Grundlagenkilometer im Winter? Keine Option für einen individuellen Trainingsplan. Für uns gibt es keine Trainingsinhalte, die sich nach der Jahreszeit richten, Übungseinheiten werden ausschließlich auf Basis der drei Säulen des STAPS-Trainings abgestimmt. Auch im Winter kann eine Einheit kurz und knackig sein, wenn es zur Entwicklung des Sportlers beiträgt. (Science with STAPS: Wintertraining einmal effizient bitte!)

Auch gibt es kein Ausprobieren wie „erst mal drei Monate Grundlage, dann mal 2 Wochen intensiv trainieren“. Erstens motiviert solch ein Training nicht sonderlich, zweitens – und viel wichtiger – legt die Leistungsdiagnostik die Schwächen offen, an denen direkt gearbeitet werden kann. Um objektiv festzustellen, dass das Training „anschlägt“ und den gewünschten Effekt erzielt, wird anhand weiterer Diagnostiken der Leistungsfortschritt und die Entwicklung der Physiologie des Sportlers regelmäßig kontrolliert. Daher gibt es bei dieser Konzeption des Trainings eine Art „Garantie“, dass man weder Stunden noch Kilometer großartig verschenkt und nach 3 Monaten feststellt, dass „Grundlage“ eben doch nicht der richtige Ansatz war.

Trainingseinheiten sind lediglich das Tool. Sie miteinander sinnvoll zu verknüpfen, sie individuell auf den Formzustand des Athleten anzustimmen und in den Alltag eines Hobbysportlers zu integrieren, ohne ihn zu überfordern noch zu unterfordern – darin besteht eine wichtige Eigenschaft des modernen Coachings.

Keine andere Sportart als das Radfahren beziehungsweise das Radfahren im Triathlon liefert mehr einfach zugängliche Trainingsdaten. „Leistung“ lässt sich nur in diesen Sportarten präzise messen, analysieren und zur Trainingssteuerung nutzen. Gerade dieses „Fahren nach Zahlen“ ist äußerst effizient und zeitsparend. Es kann sozusagen minutiös geplant werden, kein Meter wird umsonst gefahren und es schützt vor Über- wie Unterforderung gleichermaßen. Das soll aber im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass unsere Athleten nicht auch mal nach Lust und Laune einen Roadtrip machen dürfen. Hier können wir genauso über die Analyse der Leistungsdaten Rückschlüsse ziehen und diese Touren als Training einordnen.

Die Datenanalyse – über Leistung oder Herzfrequenz – hilft nicht nur das Training zu kontrollieren, sondern auch Trainingserfolge schnell sichtbar zu machen und den Fortschritt schnell auf die zukünftigen Einheiten anzupassen. Außerdem analysieren unsere Coaches die Leistungsdaten aus den Rennen beziehungsweise Wettkämpfen und können hier sehr schnell Rückschüsse in Abhängigkeit zur Energieversorgung und der eingeschlagenen Pacingstrategie ziehen.

Rennanalyse der Siegerin Laila Orenos beim Ötztaler Radmarathon 2017

Ernährung

Sport und Ernährung gehören zusammen. Bestimmte Trainingseinheiten erfordern zwangsläufig sogar eine Ernährungsstrategie vor, während und nach der Belastung, um das Trainingsziel zu erreichen. Daher ist die Ernährung Teil einer jeden STAPS-Trainingsbetreuung.

So ist ein effizientes Training des Fettstoffwechsels mit gefüllten Glykogenspeicher schlichtweg unmöglich, genauso wenig machen hochintensive Einheiten ohneFettstoffwechseltraining richtig gemacht! eine ausreichendende Versorgung mit dem Treibstoff Kohlenhydrat Sinn. Auch können bestimmte Substanzen wie Nitrate in Form Roter Bete (Science with STAPS: Ökonomischer mit Roter Bete) oder Koffein die Leistungsfähigkeit verbessern; andere dagegen wie zum Beispiel Vitamin C den Trainingsreiz schwächen. All dies berücksichtigen wir bei der individuellen Trainingsplanung unserer Athleten. Genauso wie das Thema Gewicht, dass natürlich gerade bei dem Thema Watt pro Kilogramm eine „schwerwiegende“ Rolle spielt. Allerdings alles in Abhängigkeit von individueller Veranlagung, Training bzw. Wettkampfziel sowie den persönlichen Begleitumständen:

Ein Satz noch zum oftmals falsch verstandenen Thema „Nüchtern-Training“. Hier finden wir den Begriff häufig falsch verstanden. Bei uns fährt man selten nüchtern, stattdessen setzen wir bei der Trainingsform „train low“ auf eine kohlenhydratarme Ernährung und legen mehr Wert auf die Zufuhr von Fett und Eiweiß und versuchen so, dass die Kalorienbilanz auf einem ähnlichen Niveau bleibt wie bei einer kohlenhydratreichen Ernährung. Hungern muss also niemand. Die Angaben lauten eher „Starte die Einheit ohne Kohlenhydrate“, statt das Wort „nüchtern“ zu verwenden. Außerdem wird diese Trainingsform nur dann von uns eingesetzt, wenn bestimmte physiologische Baustellen verändert werden sollen (z.B. Senkung der maximalen Laktatbildungsrate, Verbesserung des Fettstoffwechsels etc.).

Mehr dazu auch in unserem STAPS Advisor #1 zum Fettstoffwechseltraining!

Wir nutzen zudem im Jahresverlauf bestimmte Trainingseinheiten dazu, eine Ernährungsstrategie für den Wettkampf auszuprobieren, damit der Sportler sich sicher sein kann, was er in der Rennhektik verträgt und wann er was essen muss. Wir geben dem Athleten eine Strategie für den Wettkampf mit auf den Weg, damit er weiß, wann er wie viel an Flüssigkeit, Kohlenhydrate, ggf. anderen Makronährstoffen (gerade im Ultra-Ausdauerbereich) zu sich nehmen sollte und wie er Bio-Booster wie rote Bete oder Koffein leistungssteigend einsetzt.

Natürlich „monitoren“ wir auch nach einem Wettkampf diese Strategie und analysieren das Rennen. (Ernährungsstrategie Alpen-Challenge 2017)

Taktik-Tipps: Das perfekte Pacing

Bitte nicht falsch verstehen, wir werden den von uns trainierten Radsportlern niemals sagen, wo sie im Rennen eine Attacke lancieren sollen – dafür sind zum Beispiel im Profisport die sportlichen Leiter zuständig. Was wir anhand der vielen physiologischen Parameter aber problemlos voraussagen können, ist das perfekte Pacing. Also mit welcher Leistung bestimmte Rennabschnitte gefahren werden können, ohne dass der Athlet einbricht. Das gilt natürlich nicht nur für Langstreckenevents oder Radmarathons, sondern besonders für Zeitfahren sowie den Radsplit im Triathlon. Gerade bei letzterem ist es extrem wichtig, clever mit den Kräften hauszuhalten, da ja darauf noch ein (Marathon-) Lauf folgt. Aufgrund der Stoffwechselanalyse und dem Fett- und Kohlenhydrat-Verbrauch, die Teile der STAPS-Leistungsdiagnostik sind, können wie hier sogar bestimmte Zeiten voraussagen.

Fazit

Ihr Wunsch ist es doch, schneller zu fahren bzw. besser zu werden? Dann investieren Sie in den Motor und das sind Sie. Und nicht immer wieder in das Chassis wie die Carbonlaufräder, den superleichten Rahmen oder die elektrische Schaltung. Wir „Tuner“ von STAPS freuen uns schon darauf, ein paar PS mehr aus Ihnen herauszuholen. Noch Fragen? Dann einfach anrufen oder eine Mail schreiben!

Alle Informationen zu unseren Trainingspaketen und -angeboten finden Sie hier: STAPS-Betreuungen

Leistungsdiagnostiken für Profis und Jedermann im Check

Leistungsdiagnostiken im Check des TOUR-Magazins

Oldie but Goldie

Der Leistungsdiagnostik-Check “Wie gut bin ich?” (02/2010) aus dem TOUR-Magazin ist mittlerweile sechs Jahre alt, hat dabei aber nicht an Aktualität verloren. Auch Du möchtest zur Vorbereitung auf die neue Saison Deinen Leistungsstand bestimmen und zudem die Hintergründe Deiner Leistungsfähigkeit erfahren? Du möchtest Deine Stärken und Schwächen kennen lernen und wissen, wie effizientes und effektives Training funktionieren kann?

Die TOUR hat dazu passend unterschiedliche Methoden der Leistungsdiagnostik unter die Lupe genommen. Wir wünschen Dir viel Spaß beim Lesen des Artikel und bedanken uns für die Bereitstellung des Artikels beim TOUR Magazin.

Nicht nur, dass die STAPS-Methode Dir die entscheidenden Erkenntnisse für ein effizientes und effektives Training liefert: Wir sind zudem mit der STAPS on Tour ganz in Deiner Nähe. Hier geht es zu unseren Tourdaten – STAPS on Tour Winter 2017!

 

Laila Orenos - Sieg beim Ötztaler Radmarathon 2017

Rennanalyse Laila Orenos Ötztaler Radmarathon 2017

Obwohl unsere STAPS-Sportlerin Laila Orenos den Ötztaler Radmarathon zum vierten Mal in Folge gewinnen konnte, hing ihr Sieg an einem seidenen Faden. In der Rennanalyse wollen wir aufzeigen, wie ihr Wettkampf verlief und erklären, woher die Probleme kamen. Denn Laila hatte nach einer guten Performance plötzlich am Einstieg zum Timmelsjoch starke Muskelkrämpfe und während des Anstiegs war ihr so übel, dass sie nichts essen und kaum etwas trinken konnte.

Kühtai

Obwohl Laila mit diesem Anstieg normalerweise aufgrund der großen Tempowechsel die meisten „Probleme“ hat, konnte sie hier einen guten Rhythmus fahren und fühlte sich auch sehr gut. Die fürs Pacing vorgegebenen Wattwerte hat sie leicht übertroffen, die Herzfrequenzwerte waren allerdings in der Norm. Einen echten Push gab ihr die Abfahrt, als sie zusammen mit Nadja Prieling an allen Frauen vorbei gerauscht ist. „Das war das Highlight des Tages“, sagt sie rückblickend.

Brennerpass

Durch den stark herrschenden Gegenwind war der Brenner im ersten Teil sehr anstrengend zu fahren. Erst im zweiten Teil des Brenners lief es dann ruhiger für Laila, als sie zudem eine gute Gruppe erwischen konnte.

Jaufenpass

Hier ist sie gleich von Beginn an ihr Tempo gefahren. „Es fühlte sich auch hier gut an und ich konnte meinen Rhythmus gut bis oben durchziehen und einen Abstand herausfahren“, sagt sie. Bei der Abfahrt vom Jaufen war sie zügig unterwegs, aber nicht zu schnell, da sie sich für den Schlussanstieg erholen wollte.

Timmelsjoch

Gleich unten am Timmelsjoch bekam sie die ersten Krämpfe. Die konnte sie allerdings in den Griff bekommen und dachte, dass sie gleich danach ihren Rhythmus finden würde. Dies gelang ihr allerdings nicht. Dazu wurde ihr übel und sie konnte auf dem Weg zum Pass nichts essen und nur sehr wenig trinken. Die Krämpfe kamen dann im Gegenanstieg zur Mautstation sowie in der Abfahrt wieder zurück.

Renndatei Wattzahlen Laila Orenos Ötztaler Radmarathon 2017

Rennanalyse von STAPS-Coach Jonas Kraienhorst

Generell hat Laila im Vergleich zu ihrem Sieg im Vorjahr rund 10 Prozent weniger Leistung – in Relation zu ihrer individuellen anaeroben Schwelle – erbracht. Das liegt zum einen daran, dass sie am Brenner eine gute, schnelle Gruppe erwischt hat, zum anderen an dem Leistungseinbruch am Timmelsjoch. Dieser hat uns bei STAPS auch zunächst vor ein Rätsel gestellt. Als wir dann aber die Verpflegung an den jeweiligen Abschnitten separat betrachtet haben, ist uns schnell aufgefallen, dass Laila am Brenner zu viel gegessen hat.

Durch den Verzehr von je einem Riegel, einem Gel sowie das Trinken von 1,5 Flachen mit Kohlenhydratlösung nahm sie hier in einer Stunde 137 Gramm Kohlenhydrate auf. Das sind bei Laila 2,4 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht; die allgemeine Empfehlung lautet 1 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. In der Vergangenheit hat Laila zwar gezeigt, dass sie auch 90-100 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde aufnehmen kann, fast 140 Gramm waren dann aber deutlich zu viel.

Nimmt der Körper zu viele Kohlenhydrate auf, so können diese nicht mehr gut ins Blut gelangen. Diese hohe Konzentration an Kohlenhydraten kann – wie bei Laila leider geschehen – auch dafür Laila Orenos' Leistungswerte beim Ötztaler Radmarathon 2017sorgen, dass der Magen-Darm-Trakt streikt. So komisch es bei der Menge der aufgenommenen Nahrung klingen mag, die Krämpfe und der Leistungseinbruch sind Resultat eines Energiedefizits sowie eines unzureichenden Elektrolyt-Haushalts – im Blut bzw. in der Muskulatur. Durch die hohe Nahrungsaufnahme hat der Mix aus Kohlenhydrate und Flüssigkeit dazu geführt, dass die Osmolalität – umgangssprachlich die Dichte – des Nahrungsbreis zu hoch war. Der Magen-Darm-Trakt ist dadurch überfordert und kann die Oxidation der Kohlenhydrate nicht wie gewohnt fortführen. Hinzu kommt ein kleiner Teufelskreis: Durch den Leistungseinbruch ist zudem die Kohlenhydrat-Aufnahme, die ihren Peak zumeist im Bereich von etwa 70-80% der VO2max hat, reduziert. Es herrscht also ein Umstand aus zu großen Mengen Nahrung – speziell Kohlenhydraten – und Flüssigkeit und einer Drosselung des Kohlenhydrat-Stoffwechsels. Dieser Umstand lässt sich während hoher Belastung nur noch recht schwierig korrigieren, da der Organismus ja Kohlenhydrate benötigt, um Leistung zu erbringen.

Lailas Gesamtkonstitution und ihrem starken Willen ist es zu verdanken, dass sie trotz diese immensen Schwierigkeiten und der reduzierten Leistung, als Erste durchs Ziel fuhr.

Wir haben Lailas Rennen einmal in Zahlen gefasst und mit dem Sieg aus dem Vorjahr verglichen:

Ötztaler Radmarathon 2017

Renndatei Wattzahlen Laila Orenos Ötztaler Radmarathon 2017

 

Ötztaler Radmarathon 2016

Renndatei Wattzahlen Laila Orenos Ötztaler Radmarathon 2017

Photocredit: Ötztal Tourismus

Text: Daniel Beck

Laila Orenos siegt beim Radmarathon Alpen Challenge

Laila Orenos auf dem Weg zur Titelverteidigung beim Ötzi

In diesem Blog wollen wir einen Einblick geben, wie sich die STAPS-Athletin und mehrfache Ötztaler Radmarathon-Siegerin Laila Orenos auf die Titelverteidigung vorbereitet; und warum Pacing-Strategie und Energieaufnahme unmittelbar zusammenhängen – am Beispiel der Alpen Challenge Lenzerheide.

Die unmittelbare Rennvorbereitung auf die Alpen Challenge Lenzerheide startete bei der Schweizerin Laila Orenos am Samstag mit einer Vorbelastung. Wie viele andere Athleten kommt sie damit besser zurecht als mit einem reinen Ruhetag. In dem eineinhalb Stunden dauernden Training sind ganz kurze Intervalle im Spitzenbereich eingebaut. Diese dienen allerdings nicht mehr dazu, einen Trainingsreiz zu setzen, sondern vielmehr den Muskeltonus hoch zu halten, um am Wettkampftag optimal vorbereitet und aktiviert zu sein. Laila fuhr diese Vorbelastung nach einem kohlenhydratreichen Mittagessen und gefüllten Speichern. Schon die gesamte Woche über ernährte sich die Schweizerin kohlenhydratreich, so dass 300 bis 400 Gramm Kohlenhydrate in der Muskulatur und Leber eingelagert werden konnten – Stichwort Carboloading. Zum Abendessen, das sie nicht zu spät – gegen 19:30 – einnahm, gab es Risotto (Reis 150 Gramm trocken) mit Gemüse und ein kleines Schokodessert.

Trainingsplan von Laila Orenos vor der Alpen Challenge zur Vorbereitung auf den Ötztaler Radmarathon

Der Rennsonntag begann wie bei vielen Alpenmarathons äußerst früh – und damit auch die Nahrungsaufnahme. Daher lagen zwischen dem Wecken um 3:50 Uhr Rote Beete im Training und Wettkampfund dem Frühstück nur 20 Minuten. Aufgetischt wurden Haferbrei (ca. 60-70 Gramm trocken) mit Hafermilch, Nüssen und Früchten. Dazu nahm Laila dann einen Rote-Bete-Shot, wie schon an den Vortagen in dieser Woche. Die Rote-Bete zeigt seine leistungssteigernde Wirkung durch das anorganische Nitrat am besten als Kur vor dem Wettkampf – siehe hierzu: Science with STAPS – Rote Beete!

Während des Rennens war ein wichtiges Ziel nicht nur die vorgegebene Pacing-Strategie durchzuziehen, sondern auch genug Energie nachzutranken – und zwar eine möglichst hohe Menge an Kohlenhydrate. Die generelle Empfehlung liegt bei 1 bis 1,2 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht. Durch Dauertests im Training und in Marathons hat sich herausgestellt, dass Laila flüssige Produkte (Gels und kohlenhydrathaltige Getränke) besser verträgt als feste Nahrung wie Riegel und mit diesen eine Aufnahmefähigkeit von 80 bis 90 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde erreicht. Mit ein wichtiger Grund dafür, dass ihre hohe Pace in den Rennen nah an ihrer Schwellenleistung liegen kann. Der hohe Verbrauch an Kohlenhydraten kann durch ihre hohe Zufuhr zu Teilen kompensiert und der Leistungsabfall damit herausgezögert werden.

Bei der Alpen Challenge war folgendes ihre Marschverpflegung:

Laila Orenos - Energiezufuhr beim Alpen-Marathon

Abzüglich 5 Prozent Restmengen in Flaschen und Gels nahm Laila während des Rennens also insgesamt 567 Gramm Kohlenhydrate zu sich. Bei der Renndauer von 6:51 Stunden bedeutet das, dass sie 83 Gramm Kohlenhydrate oder 1,4 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde zuführte. Ihr Gesamtenergieverbrauch lag bei 4.430 Kilokalorien, so dass bei der Energiezufuhr von ca. 2.400 Kilokalorien das Bilanzminus von 2.000 Kilokalorien unter anderem durch das eingelagerte Glykogen in Muskulatur und Leber kompensiert wurde.

Weitere interessante Leistungsdaten, die zeigen, wo die „Energie geblieben ist“:

Durchschnittsleistung (190,6 Kilometer, 6:51 Stunden): 180 Watt

Abulapass (19 Kilometer, 1:07 Stunden): 249 Watt

Splügenpass (28,7 Kilometer, 1:50 Stunden): 223 Watt

Schlussanstieg: (8,2 Kilometer, 0:30 Stunden): 245 Watt

Last but not least, sollten wir bei der Flut an Zahlen und Daten, die Platzierung nicht vergessen. Laila gewann wie die Alpen Challenge Lenzerheide souverän mit 16 Minuten Vorsprung gegenüber der Zweitplatzierten Nina Zoller. Mit ihrer Zeit von 6:51:27 Stunde wäre sie bei den Männern sogar auf Platz zwölf gefahren. Trotz der wechselnden und widrigen Wetterbedingungen blieb sie nur fünf Minuten unter dem von ihr aufgestellten Streckenrekord, damals unter optimalen Bedingungen. Auch der Umstieg auf ihr neues Teamrad mit Scheibenbremsen klappte perfekt, sie fühlte sich in den Abfahrten sehr sicher.

Fazit: Der Ötzi kann kommen!

 

Text: Daniel Beck, Photocredit Header: Sportograf

Laila Orenos beim Engadiner Radmarathon – eine Rennanalyse

Auf dem Weg zum Ötzi mit Laila Orenos

Die von uns betreute Schweizerin Laila Orenos ist die Seriensiegerin des Ötztaler Radmarathons und bereitet sich gerade auf die Titelverteidigung vor. Sie nutzte den Engadiner Radmarathon um sich für den Ötztaler Radmarathon in Form zu bringen. Ganz nebenbei gelang es der 34-Jährigen auch, den Streckenrekord auf der langen Runde zu brechen.

Mit Ofenpass, Forcola die Livigno, Bernina-, Flüela- und Albulapass standen bei der 221 Kilometer lange Runde durch das Engadin fünf wahre Giganten aus Stein im Weg, an denen Laila Orenos Laila Orenos - Rennanalyse des Engadiner Radmarathon in der Vorbereitung auf den Ötztaler Radmarathonihre Pacingstrategie für den Ötztaler Radmarathon durchspielen sowie ihre Form testen wollte. Rund sieben Wochen vor dem Saisonhighlight ist das ein idealer Zeitpunkt, um zu sehen, wo der Athlet steht und gegebenenfalls noch das Training zu verändern.

Wir haben uns mit Laila zusammen den Engadiner Radmarathon bewusst ausgesucht, damit sie unter Wettkampfbedingungen kürzere Anstiege schneller fährt. Denn an der Spitze des Frauenfeldes beim Ötzi wird oft sehr unrhythmisch gefahren, was bedeutet, dass phasenweise zum Beispiel auch oberhalb der Schwelle gefahren werden muss, um dranzubleiben. In Zahlen ausgedrückt: die kürzeren Anstiege beim Engadiner Radmarathon sollen mit 30 bis 40 Watt mehr Leistung gefahren werden, als die längeren Anstiege beim Ötzi. Der zweite wichtige Punkt, der aus unsere Sicht für den Radmarathon in der Schweiz sprach, war die Tatsache, dass der Albulapass mit seinen 24 Kilometern dazu genutzt werden soll, gegen Ende des Rennens – nach ca. fünf Stunden – noch möglichst die Ötzipace aufrecht zu erhalten. Laila sollte selbst „erfahren“, dass auch höhere Intensitäten zu Beginn eines Rennens, die Leistung “hinten raus” nicht unbedingt negativ beeinflussen müssen – eine clevere Pacing-Strategie vorausgesetzt.

Laila Orenos - Rennanalyse des Engadiner Radmarathon in der Vorbereitung auf den Ötztaler Radmarathon

Das Rennen im Detail

Erster Anstieg: Ova Spin

Das Rennen startet gleich mit einem ca. sieben Kilometer langen Anstieg in Richtung Ofenpass, der immer sehr schnell gefahren wird. „Hier Emma Pooley zu folgen wäre für mich aber nicht möglich, sie fährt diesen Abschnitt deutlich schneller als ich“, sagt Laila Orenos. Zur Erklärung: Emma Pooley ist eine ehemalige Weltklasserennradfahrerin, sowie aktive -duathletin, die extrem hohe Intensitäten fahren kann. Für Laila Orenos ging es am Ofenpass darum, nicht zu viel Zeit zu verlieren, damit sie eine schnelle Gruppe erwischt, mit der sie kräftesparend aber zügig über die Flachstücke bis zum nächste Anstieg kommt. Das gelang ihr, sie konnte die Zielvorgabe umsetzen.

Länge: 5,8 Kilometer

Zeit: 20:26 min

Zielvorgabe: 270-275 Watt

Erzielte Leistung: 274 Watt

Zweiter Anstieg: Forcola di Livigno

„Auf dem Flachstück bis zur Forcola di Livigno, konnte ich mich gut erholen und verpflegen“ erklärt Orenos, da es dort keine Attacken gab und man dieses Stück einfach als Transfer nutzte. „Erst am Anstieg wurde wieder mehr Druck gemacht. Wir sind dann in einer großen Gruppe auf den Pass gefahren. Nina Zoller und ich blieben zusammen und sind gemeinsam in die Abfahrt“, so Orenos weiter. Die Pacingvorgabe wurde nicht ganz erreicht, da es mit der Gruppe langsam in den Anstieg ging.

Länge: 10 km

Zeit: 27:24 min

Zielvorgabe: 250-260 Watt

Erzielte Leistung: 238 Watt // letzten 4km (14min) 260W

Dritter Anstieg: Berninapass

Nach nur einer kurzen Abfahrt vom Forcola di Livigno, ging es gleich mit Vollgas in den Anstieg zum Bernina. „Da nicht viel Zeit zur Erholung blieb, musste ich reißen lassen, konnte die kleine Lücke aber bis zum Pass wieder schließen“, sagt Orenos. „Oben auf dem Berninapass ist es sehr wichtig mit einer Gruppe in die Abfahrt zu gehen, da es die nächsten 40 Kilometer tendenziell bergab geht“, so Orenos weiter, die dann mit ihrem Peloton im flacheren Teil auf die Gruppe vor ihr auffuhr, in der sich auch Emma Pooley befand.

Länge: 2,8km

Zeit: ca. 12:18 min

Zielvorgabe: 250-260 Watt

Erzielte Leistung: 263 Watt

Vierter Anstieg: Flüelapass

„Hier musste ich zuerst wieder den Rhythmus finden, versuchte trotzdem zügig in den Pass zu fahren. Es reichte aber nicht Nina und Emma zu folgen und ich bin für mich mein Tempo gefahren“,Laila Orenos - Rennanalyse des Engadiner Radmarathon in der Vorbereitung auf den Ötztaler Radmarathon sagt Laila Orenos. Als erstes am Passschild kam Emma Pooley an, 30 Sekunden dahinter Nina Zoller und wieder 30 Sekunden später Laila Orenos. In der unteren Hälfte der Abfahrt konnte Laila Orenos wieder auf Nina Zoller aufschließen. Da Emma Pooley auf dem Flüelapass einen Hungerast erlitt und sich am Gipfel ordentlich verpflegen musste, konnte sie den Rückstand nicht mehr verringern. „Als Zweier-Team sind Nina und ich die gut 30 Kilometer von Davos bis nach Alvaneu gefahren“, so Orenos.

Länge: 12,6 km

Zeit: 51:47min

Zielvorgabe: 240-250 Watt

Erzielte Leistung: 243 Watt  // Beginn des Anstiegs 4km (17min) 254W // Rest 237W

Fünfter Anstieg: Albulapass

Kurz vor dem Anstieg wurde das Duo von einer Gruppe aufgefahren. „Da Emma Pooley aber nicht dabei war, sind Nina und ich zügig in den Albula gefahren. Nach dem ersten Drittel des langenLaila Orenos - Rennanalyse des Engadiner Radmarathon in der Vorbereitung auf den Ötztaler Radmarathon Anstiegs musste mich Nina ziehen lassen und es gelang mir, bis zur Passhöhe meinen Vorsprung kontinuierlich auf 10 Minuten auszubauen“, sagt Laila Orenos, die mit 216 Watt im Durchschnitt unter ihrer Zielvorgabe – der angestrebten Pace beim Ötzi – blieb. Auf den letzten 24 Kilometern bekam die Schweizerin thermische Unterstützung – nämlich Rückenwind, der ihr auch half ihren Vorsprung zu verteidigen. Sie holte sich nicht nur den Sieg, sondern konnte mit ihrer Zeit von 6:51:04 Stunden auch einen neuen Streckenrekord aufstellen.

Länge: 24 km

Zeit: 1:29:32 h

Zielvorgabe: 230-245 Watt

Erzielte Leistung: 216 Watt // ca. 1. Drittel 229W // Rest 213W

Fazit

Wir, wie auch Laila sind sehr zufrieden mit dem Rennen und ihrer Leistungsfähigkeit. Sie konnte trotz eines sehr unrhythmischen Rennens die Leistungsvorgaben aufrecht halten, gerade auch nach der langen Fahrzeit, und wird den diesjährigen Ötzi voraussichtlich mit etwas mehr Leitungsfähigkeit bestreiten können als im Jahr zuvor. „Mir hat diese Bestätigung sehr gut getan und ich weiß jetzt, dass ich auf dem richtigen Weg bin“, so die Appenzellerin. Die nächsten Schritte auf dem Weg zur angestrebten Titelverteidigung und dem damit verbundenem vierten Sieg (!) in Folge sind ein Trainingslager in den Bergen Mitte Juli, sowie Anfang August die Alpen Challenge in Lenzerheide, die dem Ötzi noch näherkommt, in Bezug auf Länge und Steigungsgrade der Pässe.Laila Orenos - Rennanalyse des Engadiner Radmarathon in der Vorbereitung auf den Ötztaler Radmarathon

Photocredit Beitragsbild Laila Orenos: Alpen Challenge/Henning Angerer

Lukas Pöstlberger gewinnt die 1. Etappe des Giro d'Italia und holt sich das rosa Trikot

Pöstlbergers Ritt in Rosa – Leistungsdaten der 1. Etappe des Giro d’Italia

In typischer Pösti-Manier hat Lukas Pöstlberger für alle überraschend gestern die 1. Etappe des Giro d’Italia gewonnen und sich damit ins rosa Trikot gefahren.

206 flache Kilometer standen zum Auftakt des 100. Giro d’Italias auf dem Programm. Eine typische Sprinter-Etappe, für die sich die Sprint-Elite um Caleb Ewan (Orica-Scott), Sam Bennett (Bora-hansgrohe) und André Greipel (Lotto Soudal) in Stellung gebracht hat, um den Etappensieg und damit den Sprung ins Trikot des Gesamtführenden unter sich aus zu machen.

Sicherlich auf keiner Favoriten-Liste für den gestrigen Tag stand der spätere Sieger: STAPS-Sportler und Bora-hansgrohe-Profi Lukas Pöstlberger. Für den 25-jährigen Österreicher lag der Fokus der ersten Etappe der Jubiläumsausgabe des Giros in der Sprint-Vorbereitung für Kapitän Sam Bennett. Spätestens als 3,7 Kilometer vor dem Zielstrich die letzten Ausreißer des Tages gestellt wurden, war klar, dass es zum Sprint Royale in Olbia auf Sardinien kommen würde. Etwa 1.800m vor Ziel setzte sich „Pösti“ an die Spitze des Feldes, um seinen Kapitän auf dem winkligen Kurs in Position zu bringen.

Leistungsdaten Giro d'Italia Pöstlberger

Gesamtübersicht der Leistungsdaten der 1. Etappe von Lukas Pöstlberger

In einer scharfen Kurve öffnete sich dann unerwartet ein kleines Loch zwischen Pöstlberger und dem Rest des Feldes und der 25-jährige witterte seine Chance auf den ersten Etappensieg bei seiner Grand-Tour-Premiere. Mit vollem Einsatz und der bekannten #Pöstipower konnte Lukas den Vorsprung auf das Feld tatsächlich auf dem letzten Kilometer aufrechterhalten und sich den Etappensieg und das Rosa Trikot sichern.

550 Watt über zwei Minuten – die Differenz zum „Amateursport“

Für die 206 Kilometer benötige das Peloton um Lukas 5:15h Fahrtzeit – eine Geschwindigkeit von fast 40 km/h. Die durchschnittliche Leistung von Lukas betrug über die Gesamtdauer 201 Watt. Bei diesen Daten wird sich der ein oder andere Nicht-Profi vermutlich noch an den letzten ambitionierten Radmarathon oder die lange Ausgabe eines Jedermann-Rennens erinnert fühlen. Der Unterschied zwischen dem Profi- und „Amateursport“ liegt nicht im Durchschnittlichen, sondern vielmehr in den entscheidenden Phasen des Rennens, in denen der Profi zu weitaus höheren Leistungen und bestmöglicher Erholungsfähigkeit über kürzere Zeiträume in der Lage sein muss, um Rennen dieser Kategorie erfolgreich zu beenden.Leistungsdaten Giro d'Italia Pöstlberger

Betrachtet man die Verteilung der Leistung über die Renndauer, kann man festhalten, dass Lukas sich nahezu zwei Stunden in einem Leistungsbereich unterhalb von 200 Watt aufhielt. Für Lukas auf dem Papier eine Leistung unterhalb des Regenerationsbereichs. Der Knackpunkt ist, dass der Bora-hansgrohe-Profi aufgrund von Positionskämpfen und besonders dem entscheidenden Finale aber auch mehr als 30 Minuten oberhalb von 500 Watt unterwegs war – der Unterschied zum Amateur – und Hobbybereich.

Das Finale und der Ritt in Rosa

Sprintzug Giro d'Italia Pöstlberger

Der Sprintzug von Lukas Pöstlberger 3.500 Meter vor dem Ziel

Auf den letzten 3,5 Kilometer des Rennens war die Ausreißergruppe eingeholt und das Finale wurde durch die Sprinterteams endgültig eingeläutet. Eine Phase, in der Lukas bereits über vier Minuten mit mehr als 480 Watt im Durchschnitt fährt und diese vor allem nicht gleichmäßig pedaliert, sondern immer wieder beschleunigen und rausnehmen muss, um für sich und Sam Bennett eine optimale Position im Finale zu finden.

Das Setzen an die Spitze des Feldes und der 1.200 Meter lange Solo-Ritt zum Ziel

Als Lukas sich 1.800 Meter vor dem Ziel an die Spitze des Feldes setzt um Sam Bennett zum Sprint Royale abzuliefern, zeigt sein Leistungsmesser über 30 Sekunden mehr als 630 Watt an – der Moment, an dem Pösti gleichzeitig das Loch zum Feld reißt und sich einen Vorsprung erarbeitet. Ein kurzes Umschauen, die Realisierung, dass auch ein Solo-Ritt erfolgsversprechend sein kann und das 1,2 Kilometer lange „Einzelzeitfahren“ beginnt: 1.200m mit 560 Watt später und Lukas kann leicht rausnehmen, die Arme in die Luft reißen und seinen ersten Grand-Tour-Erfolg feiern.

Lukas Pöstlberger: ein junger Fahrer, der in den letzten Jahren immer engagiert und voller Elan gearbeitet hat, um seinen Traum als Radprofi zu leben. Dieser Erfolg ist der verdiente Lohn für sein unglaubliches Engagement.

Herzlichen Glückwunsch von STAPS, Lukas!

Photo Credit Titelbild: APA/AFP/LUK BENIES

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Optimales Pacing bringt Laila Orenos den Streckenrekord beim Ötztaler

„Bis zum Jaufenpass habe ich mich gar nicht so gut gefühlt“ – eine Aussage, die man so von der Siegerin des Ötztaler Radmarathons und neuen Streckenrekord-Halterin Laila Orenos gar nicht erwartet hätte. Tatsächlich aber hat Laila – so verwirrend es bei einer Zielzeit von 7:42.29 Stunden klingen mag – wohl keinen absoluten Toptag erwischt. Warum ihr trotzdem der Sieg gelang und ganz „nebenbei“ ein neuer Streckenrekord aufgestellt wurde, lag nicht zuletzt an ihrer perfekten Rennstrategie.

Natürlich ist auch ein hohes Leistungsvermögen für solch eine Parforceritt nötig, aber dies allein reicht noch nicht für ein Top-Resultat. Was ein Athlet gerade für solch einen Langstreckenevent wie einen Radmarathon oder einen Langdistanztriathlon benötigt, ist eine perfekte Pacing-Strategie. Und an dieser hat STAPS-Trainer Jonas Kraienhorst zusammen mit Laila in den vergangenen Monaten gearbeitet und sie auch gezielt auf diesen Renntag vorbereitet. Nach 2014 und 2015 wollte die Schweizerin in diesem Jahr das Titel-Triple schaffen. (wir berichteten).

Der Schlüssel zum erfolgreichen Finish bei einem Langstreckenevent – sei es der Sieg oder eine bestimmte Zeit – ist eine durchdachte Renntaktik. Diese besteht aus zwei entscheidenden Faktoren: Der Leistung, mit der gerade die Anstiege „gepact“ werden, und die adäquate individuell angepasste Energieversorgung, speziell durch den „Supertreibstoff“ Kohlenhydrate. Denn die Treibstoffaufnahme ist endlich und der Verbrauch extrem abhängig von der Intensität. Um das zu verdeutlichen, hier der Zusammenhang zwischen Kohlenhydrate und Energieverbrauch: Fahren an der individuellen anaeroben Schwelle verbraucht je nach Leistungsklasse des Athleten 200 bis 350 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde.

Zugeführt werden können – laut wissenschaftlicher Literatur – im besten Fall 1,0 bis 1,2 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht laila-orenos_srm-datei_oetztaler-radmarathon-2016-2pro Stunde, das Defizit muss dann aus den im Körper bereits gespeicherten Vorräten ausgeglichen werden. Hier geht man bei einer optimalen Beladung – Stichwort „Carboloading“ – von 300 bis 450 Gramm aus; abhängig von Trainingszustand und Körpergewicht. Davon sind aber rund 80-120 Gramm abzuziehen – sie sind eine „geblockte“ überlebensnotwendige Reserve.

Was wie ein großes Rechenexempel klingt, ist auch eines. Während sich ein Zeitfahrer aufgrund der kurzen Dauer seines Wettkampfs an der absoluten Dauerleistungsgrenze bewegen kann, muss eine Pacing-Strategie beim Marathon immer von der Energieversorgung her in Relation zur Leistungsabgabe gesetzt werden.

Und weil wir gerade bei „Mathe“ sind:  Der Kohlenhydratverbrauch steigt zur Leistung exponentiell an (parallel zur Laktatproduktion). So können 20 Watt über der Schwelle richtig Körner kosten – und in Summe dann einen Mehrverbrauch von 60 bis 100 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde bedeuten. Das ist der Grund, warum viele Marathonfahrer hinten raus einbrechen – beim Ötztaler dann am Timmelsjoch.

Diesen Fehler hat Laila nicht begangen. Obwohl sie bis zum Jaufenpass nicht das beste Gefühl hatte, hat sie sich immer auf ihre Renntaktik verlassen, die sie zuvor gemeinsam mit Jonas ausgearbeitet hat. Hier geben wir euch einen Überblick über die Pacingstrategie und Taktik in Abhängigkeit vom Rennverlauf:

Spitzengruppe bildet sich bereits am Kühtai

Zwischen 230 und 240 Watt lautete Jonas‘ Vorgabe für Laila für den ersten Anstieg – das Kühtai. Nach nervösem Beginn und hohem Anfangstempo konnte sich bereits an diesem 18,5 Kilometer langen Anstieg eine 4er-Spitzengruppe bilden, in der Laila vertreten war. Ihre Pacing-Vorgabe hat sie dabei mit 242 Watt sehr genau eingehalten und damit das erste Zwischenziel erfüllt. Das Einhalten der Vorgaben verfolgt dabei zwei Ziele: Zum einen fährt Laila auf Sieg und muss dadurch natürlich das höchst-mögliche Tempo in der Rennsituation gehen, zum anderen spielt aber auch der Verbrauch der limitierten Kohlenhydrate, deren Vorräte sich für einige Jedermänner am Timmelsjoch dem Ende nähern, eine entscheidende Rolle.

Die gefahrenen 242 Watt bedeuten für Laila 92 Prozent ihrer anaeroben Schwelle (263 Watt/ 4,7 Watt/kg). Der Kohlenhydrat-Verbrauch – der wie schon beschrieben mit steigender Intensität exponentiell verläuft – kann bei ihrem physiologischen Profil (geringe Laktatbildungsrate (VLamax), mittelgroße maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max)) an der anaeroben Schwelle im Bereich von 230 bis 240 Gramm pro Stunde eingeordnet werden (siehe Grafik). Wäre sie statt der 242 Watt (Kohlenhydrat-Verbrauch: ca. 150 Gramm pro Stunde) z.B. 265 Watt am Kühtai gefahren, wäre ihr Verbrauch etwa um 60 Prozent bzw. 80 bis 90 Gramm Kohlenhydrate höher gewesen.-Kohlenhydrat-verbrauch_laila-orenos_oetztaler-radmarathon-2

Am Jaufenpass den eigenen „Stiefel“ gefahren

Am Fuße des Jaufenpasses ließ Laila für einen kurzen Moment reißen. Die mit viel Schwung in den Anstieg fahrende Italienerin Simona Parente und die Österreicherin Daniela Pintarelli ließ sie voraus, diszipliniert ihrem Plan der vorgegebenen 220 bis 230 Watt folgend (222 Watt über 00:58.56 Stunden). Diese Kontinuität sollte sich auszahlen: Nach der Mitte des Anstieges konnte Laila auf die beiden auffahren und die Österreicherin sogar bis zum Gipfel um 30 Sekunden distanzieren. Aus dem anfänglichen Vierkampf wurde also ein Zweikampf. Die Italienerin (Simona Parente) musste ihrer eher unrhythmischen Fahrweise dann am Timmelsjoch etwas Tribut zollen, als Laila sich absetzen konnte und insgesamt 4:30 Minuten auf die an Zwei liegende rausfahren konnte.Laila Orenos Sieg Ötztaler Radmarathon

Lailas Plan ging am Timmelsjoch endgültig auf: Mit einer durchschnittlichen Leistung von 205 Watt (3,7 Watt/kg) konnte sie immer noch ein hohes Tempo (78 Prozente ihrer anaeroben Schwelle) gehen, welches ihr am Ende zum Sieg verhalf. Als sie dann an der Spitze des Timmelsjochs die Info der Rennleitung bekam, dass ein Streckenrekord in Reichweite ist, konnte sie die verbleibenden Kräfte mobilisieren und sich auch diesen in Sölden sichern (wir berichteten).

8 Gels, ein Riegel, 6 Flaschen Wasser mit Kohlenhydrat-Zusatz

Den Verbrauch der Kohlenhydrate konnte die 33-jährige sehr gut mittels Leistungsmesser und Vorgaben von Jonas steuern. Kohlenhydrate zu verbrauchen bedeutet aber gleichzeitig, diese auch wieder zuführen zu müssen.

Insgesamt 8 Gels (Sponsor Liquid Energy mit je 53 Gramm Kohlenhydraten), einen Riegel (Sponsor High Energy Bar, 28 Gramm Kohlenhydrate), den sie am Brenner „bequem“ zuführen konnte als sie sich in einer guten Gruppe befand; und 6 Flaschen mit einem Kohlenhydrat-Mix (Sponsor Competition, 58 Gramm Kohlenhydrate pro Flasche) hat Laila in regelmäßigen Abständen innerhalb der 7:42 Stunden zu sich genommen. Nach Abzug von ca. 5 Prozent, die etwa die Reste in den Flaschen ausgemacht haben dürften, lag die Zufuhr demnach etwa bei 90 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde (1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht). Die Empfehlung der Kohlenhydrat-Zufuhr in der wissenschaftlichen Literatur liegt bei 1 bis 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht in der Stunde. Dadurch deutet sich bei Laila sehr gut an, welche individuellen Kohlenhydrat-Aufnahmen nicht zuletzt durch ein gezieltes „Training“ des Magen-Darm-Trakts möglich sind.

Das Beispiel von Laila Orenos zeigt, dass mit einer cleveren Pacing-Strategie selbst ein solch großes Abenteuer wie der Ötztaler Radmarathon „berechenbar“ wird und für Jedermann, sofern er ausreichend trainiert und gut vorbereitet ist, mit bestimmten Zielvorgaben machbar ist.

Leistungsdaten_EuroeyesCyclassics

Im Fokus: Lukas Pöstlberger bei den Euroeyes Cyclassics 2016 in Hamburg

Das vergangene Wochenende stand an unserem Institutsstandort Hamburg ganz im Zeichen des Profiradsports. 168 Fahrer von insgesamt 21 World-Tour- und Pro-Continental-Teams starteten zur 21. Auflage des einzigen deutschen WorldTour-Rennens: den Euroeyes Cyclassics.

Insgesamt 217,7 km mussten die Profis – bei denen mit André Greipel, Marcel Kittel, John Degenkolb, Nacer Bouhanni, Alexander Kristoff und Caleb Ewan die nahezu vollständige Weltelite der Sprinter am Start stand – bewältigen. Zu überwinden war dabei im Finale des Rennens drei Mal der legendäre Waseberg, bevor es über die Elbchaussee und Reeperbahn ins Ziel auf der Mönckebergstraße ging.

Jüngster Österreichischer Staatsmeister und Etappensieger der Österreich-Tour

Bei den Profis am Start war auch der Österreicher Lukas Pöstlberger vom Team BORA-Argon 18, mit dem wir von STAPS seit mittlerweile drei Jahren zusammenarbeiten. Lukas sammelte seine ersten großen radsportlichen Palmarès bei Österreichs Talentschmiede Nummer eins, dem Tirol Cycling Team, welches wir auch seit vielen Jahren betreuen. Nach dem Lukas 2012 jüngsterPöstlberger | Leistungsdiagnostik Hamburg | Cyclassics Österreichischer Staatsmeister auf der Straße werden konnte, überzeugte er auch in den nachfolgenden Jahren immer wieder mit wichtigen Siegen bei Eintagesrennen und Rundfahrten. Der endgültige Durchbruch gelang dem 24-jährigen Oberösterreicher dann im vergangenen Jahr, als er neben der Gesamtwertung der Irland-Rundfahrt auch eine Etappe der Internationalen Österreich-Rundfahrt gewinnen konnte. Der verdiente Lohn: ein Profivertrag beim deutschen Pro-Continental-Team BORA-Argon 18.

Den Abstecher nach Hamburg nutze Lukas am Vortag des Rennens, um sich in unserem Institut in Hamburg-Altona einem Formcheck auf dem Ergometer zu unterziehen. Der Test war wichtig, um zu erfassen, wie sich seine aktuelle Leistungsfähigkeit zusammensetzt und an welchen Stellschrauben wir drehen müssen, um Lukas im nächsten Jahr in der WorldTour (BORA-Argon 18 wird zu BORA-hansgrohe und erhält voraussichtlich eine WT-Lizenz) zu etablieren. Exklusiv für euch geben wir einen kleinen Einblick in die Physiologie eines zukünftigen World-Tour-Fahrers.

Wenige Prozente, die (noch) den Unterschied machen

Lukas aktuelles Kampfgewicht liegt bei 70 Kilogramm. Mit einem Körperfettanteil von knapp 8 Prozent liegt er dabei voll im Soll. Die Diagnostik vom Wochenende hat aufgezeigt, dass es in puncto Körpergewicht beziehungsweise Körperfettanteil bei ihm etwas Potential gibt, welches allerdings gering und vor allem vom Saisonzeitpunkt abhängig ist. Das individuelle Optimum von ca. 68,5 bis 69 Kilogramm Körpergewicht und 7- bis 7,5 Prozent Körperfett haben wir für die Saisonhöhepunkte in 2017 ins Auge gefasst.

Als Radprofi mit dem Fokus auf Frühjahrsklassiker und mittelschweren Eintagesrennen ist Lukas physiologisches Profils relativ gut zu definieren: Neben einer eher geringen maximalen Laktatbildungsrate (VLamax) sollte der BORA-Argon 18-Profi möglichst viel Sauerstoff aufnehmen und verarbeiten können; demnach eine hohe maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) haben. Pöstlberger | Leistungsdiagnostik RadBeide Punkte vereint Lukas, diese physiologischen Stoffwechselparameter lassen sich aber noch feintunen. Mit einer maximalen Laktatbildungsrate von 0,40 mmol/l/s besitzt er die Fähigkeit, hohe Dauerleistungen treten zu können; die VLamax ist aber gleichzeitig noch so „hoch“, dass Lukas immer wieder in der Lage ist, erfolgreiche Attacken zu lancieren oder über Pavé-Abschnitte bei den Klassikern mit kurzfristig hohen Leistungen „drüber zu drücken“. Im maximalen Zustand bringt er die Fähigkeit mit, 5.700 ml/min (also 81,2 ml/min/kg) aufzunehmen. Aus der Sicht eines Hobby- oder Amateursportlers ist eine VO2max von 81,2 ml/min/kg sicherlich beträchtlich. Um sich zukünftig in der WorldTour zu etablieren gilt es für Lukas allerdings hier noch 3 bis 5 Prozent zuzulegen – eine VO2max von über 80 ml/min/kg sind in der WorldTour „Standard“.

Aktuell liegt die Schwellenleistung des jungen Österreichers bei 395 Watt. Gepaart mit seinen großen technischen wie taktischen Fähigkeiten sind die Voraussetzungen für einen Start in der WorldTour für 2017 gegeben. Sich dort aber dauerhaft durchzusetzen, wird auch für Lukas ein hartes Stück täglicher Trainingsarbeit, die wir gemeinsam mit ihm angehen.

A long day in the office – bis 300 Meter vor Ziel in der Spitzengruppe

Nach der Diagnostik am Samstag stand auch „Pösti“ am Sonntag bei der 21. Auflage der Cyclassics am Start. Das Rennen begann für ihn turbulent: Bereits nach wenigen Kilometern konnte er sich gemeinsam vom Feld lösen und bildete mit sechs weiteren Fahrern die Spitzengruppe des Tages. Diese auf drei Fahrer geschrumpfte Spitzengruppe – die von den Sprinter-Teams unterschätzt wurde – konnte bis 300 m vor dem Zielstrich auf der

Leistungsdaten | Waseberg | EuroEyes Cyclassics Hamburg

Waseberg – 3 Runden

Mönckebergstraße ihre Führung behaupten. Erst im echten Finale konnten Lukas und die zwei verbliebenen Mitstreiter des „Tete de la Course“ gestellt werden, bevor sich dann Caleb Ewan (Orica-Bikeexchange) im Massensprint durchsetzte. Für Pösti ein ärgerlicher Ausgang des Rennens, gleichzeitig aber eine tolle Vorstellung, bei der der 24-Jährige sehr positiv auf sich aufmerksam machen konnte.

Dass die 217,7 km ihm in der Führung einiges abverlangten, zeigen seine Leistungsdaten. Insgesamt 4:54 Stunden mit einem Schnitt von 43km/h verbrachte Lukas bei den Cyclassics im Sattel. Da er in der Spitzengruppe viel arbeiten musste, zeigte der Leistungsmesser am Ende durchschnittlich 277 Watt. Der Energieverbrauch lag bei fast 5.000 Kilokalorien (kcal)– demnach satte 1.000 kcal/ Stunde.

Den 500 Meter langen Waseberg, der während der letzten 40 Kilometer drei Mal überquert werden musste, bezwang Pösti jeweils unterhalb von zwei Minuten mit durchschnittlichen Leistungswerten von 468, 519 und 457 Watt. Genug Leistung, um gerade auf den letzten Runden die Spitzengruppe maßgeblich zu verkleinern.

Dass Lukas im Finale alles versucht hat, um das jagende Peloton auf Distanz zu halten, zeigt die Auswertung seiner letzten zehn Rennkilometer. Mit sehr wechselhaften Belastungen (Ablösungen

Leistungsdaten | Elbchaussee Mönckebergstraße | Cyclassics Hamburg

Elbchaussee – Reeperbahn – Mönckebergstraße

in der Gruppe) und häufig wiederkehrenden Spitzen jenseits der 400 Watt wehrte er sich gegen das herannahende Feld. Der Leistungsmesser zeigte in diesem Abschnitt durchschnittlich Werte von über 370 Watt an – aufgrund der häufigen Belastungswechsel sicherlich harte 10 Kilometer, auf denen Lukas und seine Mitstreiter den Teams von Giant-Alpecin, Lotto-Soudal und Etixx-Quickstep einiges abverlangten.

Am Ende wurde er leider 300 Meter vor dem Ziel gestellt. Wir hätten Lukas das Podium in Hamburg natürlich sehr gegönnt, freuen uns aber auch mit ihm über einen sensationellen Auftritt!Leistungsdaten | Euroeyes Cyclassics Hamburg

Science with STAPS: Wintertraining einmal effizient, bitte!

Die Saison 2016 kommt – ganz bestimmt. Daher ist es Zeit, sich langsam aber sicher darauf vorzubereiten: Möge das Wintertraining beginnen!

Bei dem Gedanken an das Training im Winter, denken viele an kalte Temperaturen, die frühe Dunkelheit und häufig sogar nasses Wetter. Dass es mit einem Rollentrainer eine Möglichkeit gibt, den äußeren Einflüssen zu entkommen ist zwar bekannt, macht die Stimmungslage aber häufig nicht viel besser. Stundenlanges Rollenfahren hat oft viele negative BeFredericgleiterscheinungen: Das Fernsehprogramm nervt, die DVD-Sammlung – in Abhängigkeit ihrer Größe – nähert sich dem Ende oder muss sogar wiederiederholt werden – unterm Strich keine wirklich begeisternde Situation.

Schluss mit dem Gejammer und rauf auf die Rolle! – es gibt kein Trainingsgerät für Radfahrer oder Triathleten, auf dem man das Training so effektiv und mit so viel Qualität bestreiten kann, wie auf der Rolle. Um euch das zu veranschaulichen widmet sich unsere “Science with STAPS”-Reihe heute einer examplarischen Rollenheit und zeigt die Effektivität dieser:

Trainingsziel: Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max)

Proband: STAPS-Mitarbeiter Frédéric Margue

Untersuchung: Grundlageneinheit vs. intensive IE-Einheit (“intermitted exercise”)

Die maximale Sauerstoffaufnahme zählt zu den wichtigsten physiologischen Parametern und ist für uns – gerade bei eingeschränktem Trainingsumfang – eines der ersten Dinge, die wir im Wintertraining anpassen wollen. Als probates Trainingsmittel gilt das sogenannte “intermitted exercise” (IE), welches sich durch hohe Effektivität auszeichnet. Beim IE-Training kann sich der Sportler die Eigenschaften der Sauerstoffaufnahme zu Nutze machen: Die Kinetik der VO2 ist eher träge – vergleichbar, wie z.B. die Herzfrequenz. Das IE-Training ist deshG1-Einheitalb so gestaltet, dass ein IE-Intervall grundsätzlich eine Minute dauert und sich in eine Intervallphase (30-40s, @100% der VO2max) und eine Pausephase (ca. 20-30s, @G1-Bereich) unterteilen lässt. Diese Intervalle werden dann ca. 6-10x nacheinander absolviert. Der große Vorteil liegt darin, dass die Pausenzeiten so kurz gehalten sind, dass die träge Sauerstoffaufnahme sich kaum absenkt und daher für die komplette Dauer auf einem hohen Niveau läuft. Inhaltlich sprechen wir also von 6-10 x 30-40s an der VO2max, für die Sauerstoffaufnahme kommt das aber 6-10 Minuten im Bereich der VO2max gleich.

Frédéric hat für euch einen Vergleich aufgestellt und eine reine G1-Einheit über eine Stunde mit eIE-Einheitiner IE-Einheit (30s Intervall/ 30s Pause) verglichen. Passend zu den Trainingseinheiten haben wir die Leistung [Watt], die Herzfrequenz [1/min] und natürlich die Sauerstoffaufnahme [ml/min] aufgezeichnet:

Die Grundlageneinheit ist Frédéric mit 140 Watt durchschnittlich über exakt 60 Minuten gefahren und hat dabei im Mittel eine VO2 von 2.161 ml/min gehabt. Dadurch ergibt sich in der Summe eine O2-Menge von 129 Litern.

Die IE-Einheit war so gestaltet, dass Frédéric sich zunächst 10 Minuten im G1-Bereich aufgewärmt hat, dann 2x10x IEs (30/30) gefahren ist mit kurzer Pause und sich danach ausgerollt hat. Das Ergebnis: die durchschnittliche Leistung lag bei 185 Watt, die VO2 im Mittel bei 2.744 ml/min, wodurch sich eine O2-Menge von 120 Litern ergab – bei 44 Minuten Dauer. Bei fast gleicher Menge an verarbeitetem Sauerstoff hat Frédéric also eine Viertelstunde weniger Tretzeit benötigt und damit 25% Trainingszeit eingespart. Oder anders gesagt: In einer Stunde Trainingszeit ist es durch IE-Einheiten möglich, deutlich mehr Sauerstoff durch den Körper zu schleusen, um so sehr zeiteffektiv für wichtige Anpassungen der VO2max zu sorgen!

Eine perfekte Einheit also für Tage, an denen weniger Trainingszeit zur Verfügung steht, man aber trotzdem qualitativ trainieren möchte. Vielleicht sogar eine Abwechslung für die Mittagspause?

Leertreten geht nicht

Einen Effizienz-Vorteil bietet das Rollentraining gegenüber dem “Draussen-Training” auch bei der Einhaltung der Trainingsbereiche oder überhaupPowerchart outsidet beim “Treten”. Ist man draussen unterwegs, muss man an Ampeln und Kreuzungen anhalten, kann bergab den Trainingsbereich nicht halten, etc. Viele Momente, in denen man nicht tritt – und damit auch nicht trainiert!

Die beiden nebenstehenden Bilder zeigen die Häufigkeitsverteilung der Leistung bei einer 3-stündige Einheit draussen und auf der Rolle. Auffällig ist dabei, dass der Sportler in der Indoor-Einheit lediglich wenige Minuten (<3 Minuten) “leer” tritt. Dem gegenüber zeigt die Outdoor-Einheit eine Leertretzeit (<20 Watt) von ca. 25 Minuten, die aufsummierte Zeit unterhalb des G1-Bereichs dürfte sogar bei >30 Minuten liegen. Ein Sechstel der gesamten Trainingseinheit gehen also draussen verloren!Powerchart inside

Dass gerade das Fahren höherer Umfänge draussen bedeutend schöner ist – da sind sich vermutlich alle Sportler einig. Allerdings gibt es genügend Zeitfenster, in denen man auch mit 30-45min Trainingszeit auf der Rolle sehr effektiv und erfolgreich trainieren kann.

Der goldene Mittelwert macht’s also!