Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valencia

Aero-Partnerschaft zwischen STAPS und dem Profi-Radteam Katusha Alpecin

#racetowin lautet nicht nur der Hashtag des WorldTour Radrennstalls Katusha Alpecin, es ist auch deren Motto. Damit es noch mehr Siege gibt – in der Saison 2016 waren es 25 – hat sich die Equipe für die Saison 2017 nochmals verstärkt – mit insgesamt 11 „neuen“ Fahrern. Prominentester und stärkster Neuzugang: der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (Aero-Interview mit Tony Martin) . Eines der Saisonziele des 31-jährigen Deutschen ist der Gewinn des Auftaktzeitfahrens bei der Tour de France in Düsseldorf. Bei einem Erfolg würde er dann nach 2015 das Gelbe Trikot erneut überstreifen.

Um im Zeitfahren erfolgreich zu sein, ist neben der Physis und Psyche auch das Material und die Aerodynamik entscheidend. Daher setzt Katusha Alpecin auf der Jagd nach den letzten Sekunden und möglichen Optimierungspotentialen auf STAPS und arbeitet mit uns auf dem Sektor der Aerodynamik zusammen.

Aero-Gespann aus Canyon, gebioMized und STAPS

Um bei der Erfüllung von #racetowin nichts dem Zufall zu überlassen, setzt das Team Katusha Alpecin auf eine Kombination, die auch bereits in der Triathlon-Welt überzeugt: die Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom ValenciaAero-Zusammenarbeit zwischen Radausstatter Canyon, unserem Fitting-Partner gebioMized und uns. In dieser Konstellation haben wir bereits zahlreiche Optimierungen an Aeropositionen und Material vorgenommen und durften dadurch Teil der beeindruckenden Erfolge von Boris Stein und Patrick Lange beim Ironman auf Hawaii sein. Unsere Expertise sowie die gemeinsamen Erfahrungen aus mittlerweile zahlreichen Aerodynamik-Tests übertragen wir jetzt gemeinsam mit gebioMized auf das Team um Tony Martin, Alexander Kristoff und Co. Das Ziel dabei ist die perfekte Abstimmung aus der Aerodynamik und gleichzeitigen Stabilität der Katusha Alpecin-Fahrer auf dem Zeitfahrrad Speedmax CF SLX 9.0 – #precisionisinthedetail!

Katusha Alpecin im Kampf gegen die Uhr

Der Kader von Katusha Alpecin besteht aus 26 Fahrern. Darunter findet sich die Zeitfahrer-Fraktion mit etablierten Rouleuren wie Tony Martin (Aero-Interview mit Tony Martin) und Michael Mørkøv oder auch Nachwuchs-Hoffnungen wie Marco Mathis (U23-Zeitfahr-Weltmeister 2016) und Mads Würtz Schmidt (U23-Zeitfahr-Weltmeister 2015). Nicht weniger entscheidend ist eine optimierte Aero-Position natürlich auch für die Rundfahrer wie Ilnur Zakarin, Rein Taaramäe und Simon Spilak. Wer in der Gesamtwertung von Rundfahrten oder gar Grand Tours vorne dabei sein will, sollte auf den Kampf gegen die Uhr optimal vorbereitet sein und auch bei möglichen Mannschaftszeitfahren ein Team aus aerodynamischen „Zeitfahrern“ um sich versammeln. Selbst für Sprinter oder Klassikerfahrer wie Alex Kristoff kann sich eine kürzere Rundfahrt wie bei den „Drei Tagen von de Panne“ (2.HC) im Zeitfahren entscheiden, sodass wir auch mit diesen Akteuren intensiv auf der Radbahn an der Position gefeilt haben.Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valencia

Aerodays in Calpe

Die ersten Tests mit dem Team Katusha Alpecin fanden bereits im Trainingslager in Calpe an der Costa Blanca im Dezember vergangenen Jahres statt. Gemeinsam mit Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten von gebioMized haben wir eine Woche vor Ort verbracht, zunächst „Vorarbeiten“ mit den Fahrern im Hotel gemacht, bevor wir dann für ein paar Tage ins Velodrom nach Valencia gegangen sind.

Um die unterschiedlichen Voraussetzungen der Fahrer zu nivellieren und erste große Vorarbeiten zu leisten, verbringen wir vor den Tests auf der Radrennbahn einige Zeit mit sogenannten „Pre-Fittings“. Da Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valenciaes für uns wichtig ist, Veränderungen in Zahlen sichtbar zu machen, setzen wir bei den Pre-Fittings auf die Expertise und Messtechnik von gebioMized. Durch Messungen an den drei Kontaktstellen Hintern-Sattel, Fuß-Pedale sowie Arm/Hand-Lenker können wir für die Fahrer nicht nur erste Druckpunkte an den genannten Stellen analysieren, sondern zum Beispiel auch anhand von Bewegungen während der Fahrt den Kraftangriffspunkt am Sattel eruieren. Dadurch erkennen wir, wie stabil der Fahrer in seiner aktuellen Position sitzt, speziell am Sattel vielleicht ungewollte Bewegungen vollführt und im „worst case“ seine Position sogar durch ein kurzes Vor- oder Zurücksetzen auf dem Sattel (sogenannte „Shifts“) korrigieren muss.

Nachdem wir dann in den Pre-Fittings alle Fragen zur Sitzposition, zur Wahl des Sattels und zur Stabilität auf dem Sattel beantwortet haben, starten wir mir den Tests im Velodrom. Dort machen wir zunächst eine „Baseline“-Messung, um den Ist-Zustand der Aero-Fitting mit Tony Martin und Katusha Alpecin im Velodrom Valenciaaerodynamischen Position zu erfassen. Im Anschluss nehmen wir – in Abhängigkeit der „Baustellen“ des Athleten – die Optimierungen der aerodynamischen Positionen vor. Wir arbeiten dabei vermehrt am Cockpit des Canyon Zeitfahrrads, haben Einstellungsmöglichkeiten über die Armpads, unterschiedliche Extensions, geneigte Lenker etc. Ein zumeist großer Spielraum, selbstverständlich immer unter der Berücksichtigung der UCI-Spielregeln. Sobald wir eine einzelne Veränderung vorgenommen haben, absolviert der Fahrer erneut Messrunden im Velodrom (ca. 2.000 bis 2.800 Meter insgesamt, bei einer Rundenlänge von 250 Meter), damit wir eine direkte Rückmeldung zur Positions- oder Materialveränderung bekommen und diese analysieren können. Zudem haben wir durch die „mobile“ Messtechnik von gebioMized, die Möglichkeit den Satteldruck in Echtzeit während des Fahrens zu erfassen und können dadurch die Stabilität des Fahrers aus den Pre-Fittings überprüfen. Dieses Prozedere wiederholen wir so lange, bis wir für jeden einzelnen Fahrer das optimale Verhältnis einer aerodynamischen und stabilen Position gefunden haben.

Wie komplex derartige Aerodynamik-Testtage im Velodrom sind, zeigt das Video – siehe unten. Neben den Mitarbeitern und Aero-Experten von gebioMized und STAPS haben wir zudem vier bis fünf Fahrer, drei Mechaniker, drei Soigneure sowie mehrere Sportliche Leiter und Trainer vor Ort.

Bisher waren wir für eine Woche im Dezember und für eine Woche im Januar in Calpe beziehungsweise Valencia vor Ort. Wir werden über diese Tests und unsere Partnerschaft zum Team Katusha Alpecin in den nächsten Wochen noch detailliert berichten und freuen uns schon jetzt auf weitere Aerodays und erkenntnisreiche Optimierungen mit Tony Martin, Alex Kristoff und Co.

Wir haben für Euch ein Interview mit Tony Martin geführt: Aero-Interview mit Tony Martin

Photo 1&2: @Saron Duchardt www.saronduchardt.de /Photo 3: @Tim de Waele/ Photo 4: Daniel Beck/ Video: @katushacycling @sebastien.montaz.rosset