Science with STAPS: Ungenauigkeit herkömmlicher Test-Verfahren

Science with STAPS – wir klären auf!

Der herkömmliche Laktatstufentest auf dem Ergometer gilt bei vielen Trainern, Sportwissenschaftlern und Sportlern als der Standard in Sachen Leistungsdiagnostik. Über die Analyse der Laktatwerte ergibt sich anhand bestimmter Modelle die anaerobe Schwelle, von der sich auch Trainingsbereiche ableiten lassen – angeblich.

Als wir vor mehr als einem Jahrzehnt noch als Angestellte der Deutschen Sporthochschule Köln Trainingspläne für Radsportler oder Triathleten geschrieben haben, bedienten wir uns auch dieses Checks. Auffällig war bereits damals, spätestens aber mit der Nutzung der SRM-Powermeter, dass die Laborleistung im Vergleich zur Leistung auf der Straße stark differierte. Auch die früheren Koryphäen der Sportwissenschaft wie Alois Mader und Hermann Heck haben in ihren Untersuchungen gezeigt, dass der herkömmliche Laktatstufentest einen mittleren Fehler von bis ±10 Prozent besitzt – und damit nicht nur ungenau, sondern vor allem auch für den Trainingsprozess gänzlich ungeeignet ist. Ein Fehler von 10 Prozent würde bei der anaeroben Schwelle von Tony Martin, der von uns betreut wird, ca. 45 Watt ausmachen. Würden wir mit diesem Fehler arbeiten, müssten wir Tony vorgeben, dass seine Schwelle irgendwo zwischen 405 und 495 Watt liegt…

Die Ungenauigkeit dieser veralteten Testverfahren liegt an folgendem Problem:

Die Laktatkonzentration resultiert aus

  • der Laktatproduktion (anaerober Stoffwechsel)
  • dem Laktatabbau (vorrangig über die Oxidation in der arbeitetenden Muskulatur)
  • dem Transport des Laktats ins Blut
  • der Aufnahme des Laktats in andere Kompartimente (andere Muskulatur, Herzmuskel, Leber)

Sämtliche genannte Faktoren sind bei der Entstehung der Laktatkonzentration, auf die sich eine typische Leistungsdiagnostik bezieht, unbekannt. Wir sprechen also nur von dem Ergebnis einer Gleichung, bei der der Rechenweg gänzlich unklar ist, und es zu deutlichen Ungenauigkeiten in der Entstehung der Laktatkonzentration kommt.

Nicht zuletzt die Ungenauigkeit und die Differenz zwischen der Leistung auf der Straße und der Laborleistung waren für uns Grund, eine komplett neue Methodik der Leistungsdiagnostik zu entwickeln: die STAPS-Methode!

Anders als die herkömmliche Methoden, die bei der Leistungsdiagnostik eingesetzt werden, basiert unser Testverfahren nicht auf mathematischen Modellen, sondern erfasst die einzelnen Faktoren der Energiebereitstellung (Laktatproduktion, Laktatabbau, etc.) und simuliert anhand eines Mo_MG_2630-2dells die Leistungsfähigkeit und vor allem die physiologische Zusammensetzung dieser. Wir bestimmen also die Leistungsfähigkeit nicht nur genauer, sondern ermitteln auch wie sich diese im Einzelnen zusammensetzt. Daher können wir präzise Aussagen treffen, wie wir die individuelle Leistungsfähigkeit effektiv verbessern können!

Wir möchten ganz ehrlich zu Ihnen sein: Bevor Sie Geld, Zeit und Schweiß für einen Laktatstufentest aufbringen, kaufen Sie sich lieber ein vernünftiges Powermeter. Die Bestimmung der anaeroben Schwelle mittels eines Zeitfahr-Tests (z.B. CP20-Test) auf der Straße wären sicherlich präziser.

Wenn Sie allerdings wissen möchten,

  • wie sich Ihre Leistungsfähigkeit zusammensetzt,
  • an welchen Stellschrauben Sie im Training drehen müssen,
  • wo Ihre Stärken und Schwächen liegen,
  • wie es um Ihren Kohlenhydrat- und Fett-Verbrauch steht,
  • wie Ihre Erholungsfähigkeit im Training und Rennen ist,

dann sind Sie bei STAPS genau richtig!

Teil 4 – Von der Couch-Potato zum MTB-Marathon-Sieger!

Der 4. und letzte Teil des Tests von Gregor Iwanoff. Heute mit dem Auswertungsgespräch der Test-Ergebnisse. Der Vollständigkeithalber zeigen wir euch hier noch einmal alle vier Teile der Serie!

Die letzten Beiträge seht ihr hier:

Erster Teil mit Teaser

Zweiter Teil  

Dritter Teil

Das Auswertungsgespräch von Gregor Iwanoff

Der STAPS-Test von Gregor Iwanoff

Die Erklärung zum Test (hier geht’s zum Artikel!)

Der Teaser: Verschafft euch einen ersten Eindruck! (hier geht’s zum Artikel!)

www.gregoriwanoff.de

www.facebook.com/gregoriwanoff

Ein Dank an die Videoproduktion an Thomas Fritscher | thomas@enizehates.de

STAPS bei der Masters WM in Dänemark

23:41min brauchte der Schweizer Andreas Schweizer in der vergangenen Woche bei der Masters WM im dänischen Hobro. Das bedeutete den Sieg für den 35-jährigen STAPS-Sportler. In der Altersklasse und Overall. Andreas darf sich nun also schnellster Masters-Zeitfahrer der Welt nennen.

Dabei waren die Bedingungen auf dem 18,6 km langen Kurs keine einfachen: Immer wieder starke Windböen, Regen, teilweise Gewitter setzen den Fahrern zu uns ließen die passende Aero-Laufrad-Wahl gerne mal in Richtung der Sicherheit als Geschwindigkeit tendieren.

Insgesamt haben wir in diesem Jahr 12 Fahrer auf die WM der UWCT (UCI World Cycling Tour) vorbereitet – so viele wie nie zuvor!

Wir gratulieren Sabine Fischer, Kristin Falck, Maria Kalland, Angelika von Speicher, Björn Fischer, Thomas Brodersen, Sven Ove Hoel, Eirik Olsen, Espen Fossheim, Jörn Mattke, Alberto Kunz und natürlich Weltmeister Andreas Schweizer zur erfolgreichen Qualifikation für die WM.AndreasSchweizer TT WM

STAPS-Sportler @ Ötztaler Radmarathon

Zweifelsohne zählt der “Ötztaler” zu den beliebtesten Radmarathons Europas. Bei einer Streckenlänge von 238 km sammeln sich über das Kühtai, die alte Brennerstraße, den Jaufenpass und das Timmelsjoch 5.500 Höhenmeter an, die für die insgesamt 4.000 Teilnehmer zu bewältigen sind. Unter den Teilnehmern befanden sich auch in diesem Jahr viele STAPS-Sportler, wir haben für euch die Geschichten von drei Sportlern herausgepickt:

Klaus Stucke – der Dauerbrenner

Mittlerweile neun Mal nahm Klaus Stucke am Ötztaler Radmarathon teil und zählt damit wohl zu den Dauerbrennern. Erstmalig startete der heute 49-jährige 2004 in Sölden und konnte in all den Jahren seine Bestzeit auf 10:22h verbessern (2014).KlausStucke_Ötztaler

11 Jahre nach seinem ersten Ötztaler-Start saß Klaus Anfang 2015 erstmalig auf unserem Ergometer und begann die gezielte Vorbereitung auf die diesjährige Marathon-Veranstaltung. Das Ergebnis der 6-monatigen Trainingsbetreuung: eine Zielzeit von 9:25h und damit um fast eine Stunde schneller als im Vorjahr!

Klaus ist damit auch ein perfektes Beispiel dafür, dass man mit steigendem Alter nicht langsamer werden muss – sondern noch viel schneller werden kann. Glückwunsch, Klaus!

Bilgin Aydin – der “Newcomer”

Erst seit 3 Jahren ist Bilgin Aydin dem Radfahr-Virus verfallen. Nachdem er mit der Aktion “von 0 auf 60” 2013 in den Radsport eingestiegen ist, begann er seine Trainingsbetreuung Ende 2013 bei uns und startete – spontan und eher zufällig – 2014 erstmalig beim ÖtztalBilgin Aydiner Radmarathon. Von Bilgin können wir beeindruckende Zahlen liefern: Seine Betreuung begann er mit exakt 2,23 W/kg an der anaeroben Schwelle. Eigentlich zu wenig, um den Ötztaler erfolgreich zu beenden. In der Vorbereitung auf die 2014er Veranstaltung folgte der 43-jährige dem Trainingsplan allerdings so diszipliniert, dass er schon im ersten Jahr seine Schwellenleistung auf 2,95 W/kg steigern konnte – und den Ötzi in 12:14h bei widrigen Wetterbedingungen erfolgreich beenden konnte.

Für Bilgin nicht genug: Nach einem kontinuierlichen Winter steigerte er sich in diesem Jahr auf 3,5 W/kg und fuhr bei seiner zweiten Teilnahme 1:20h schneller (!) als im Vorjahr und finishte am Wochenende in 10:54h. Wir können Bilgin sicherlich nicht jedes Jahr um fast 1,5h schneller machen, allerdings ist sein Ziel für das nächste Jahr schon klar: Die 10 Stunden sollen fallen. Wir wünschen viel Erfolg und werden dran arbeiten!

Marc Leyse – der schnellste STAPSler

Marc Leyse kommt gebürtig von der Nordseeküste – kann aber “trotzdem” schnell berghoch fahren. Beim Ötztaler ist seine Historie lang: Seit 2010 steht er dauerhaft am Start undML_Ötztaler2015.Homepage konnte in 2012 mit eine sub 8-Zeit (7:54h) seine persönliche Bestzeit aufstellen. Weniger erfolgreich verliefen für seine Verhältnisse die Jahre 2013 (9:06h) und 2014 (DNF), sodass er sich für die Saison 2015 erstmalig von uns betreuen ließ. Die STAPS-Trainingsbetreuung haben wir mit Marc im Anschluss an seinen STAPS on Tour-Termin in Cuxhaven Ende 2014 aufgenommen und ihn auf seine Radmarathon-Saison vorbereitet. Sein erstes großes Highlight war in diesem Jahr der Marathon Mallorca 312 Ende April. Zielsetzung: unter 10h, Marc kam unter 9h ins Ziel und finishte als 12. der Gesamtwertung.

Die Vorbereitung für ihn lief sehr gut, lediglich eine Erkältung kam ihm Anfang August dazwischen. Für den Ötztaler vergangenen Sonntag hat Marc sich vorab große Ziele gesteckt. Unter 7:45h lautete die Zielsetzung, die er mit 7:44:28h perfekt erreichen konnte. Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Zeit, zur persönlichen Bestzeit, zum 58. Gesamtrang und zum 23. Platz in der Altersklasse!

Fazit

Um beim Ötztaler eine Finish-Zeit von unter 8 Stunden zu erreichen, bedarf es einer Leistungsfähigkeit, die im Bereich von ca. 5 W/kg an der anaeroben Schwelle liegt. Bedenkt man jetzt, dass die Sieger dieses Radmarathons im Bereich der 7-Stunden-Marke finishen, kann man davon ausgehen, dass diese im Bereich von ca. 6 W/kg Schwellenleistung liegen – und damit auf jeden Fall als Profi-Sportler bezeichnet werden dürfen.

Das sollte also deutlich realtivieren, dass nicht jeder nach ganz vorne schauen sollte, sondern es vor allem tolle persönliche Erfolgserlebnisse geben kann, die sportlich – gerade unter den Bedingungen, dass nicht jeder 20h-Trainingszeit in der Woche hat – ganz hoch zu hängen sind. Klaus, Bilgin und Marc haben am Wochenende gezeigt, wie man erfolgreich persönliche Bestzeiten unterbieten kann und sportliche Ziele erreicht.

An dieser Stelle gratulieren wir natürlich auch allen anderen STAPS- und (noch) Nicht-STAPS-Sportler zum Ötztaler-Finish und wünschen allen einen tollen Saison-Ausklang und schon jetzt viel Erfolg für 2016!